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Die drei ??? bei PONS: Englisch lernen mit Justus, Peter und Bob

Englisch lernen mit den drei ???Als eingefleischtem Fan der drei Fragezeichen und stolzem Besitzer einer vollständigen Sammlung aller Ausgaben der beliebten Hörspielreihe nahm ich die Paketpost von PONS mit besonderer Freude entgegen. Denn der Verlag der grünen Wörterbücher erweitert das Portfolio der Detektive aus Rocky Beach um die Serie »Englisch lernen mit Justus, Peter und Bob«. Im ersten Schritt erscheinen 6 Folgen der Krimireihe als Lernbücher, jeweils in Kombination mit einer Hörbuchfassung zum Mithören und zur Sprachbildung. Die Texte wurden hierzu ins Englische übersetzt, denn die Serie hat ihren Ursprung zwar in den USA, wurde aber schon kurz nach dem Start nur noch vom Stuttgarter KOSMOS Verlag fortgeschrieben.

In den Händen des Fans fällt die Aufmachung zunächst positiv auf: Die Cover der Buchserie sind dem Original entlehnt und entsprechend schwarz gehalten – das PONS-Grün tritt dezent in den Hintergrund. Die beigelegte CD jedoch sorgt für Verwirrung: Schnell ist zwar akzeptiert, dass statt der unter alteingesessenen Anhängern nach wie vor beliebten Musikkassette eine CD beiliegt – schließlich ist in der Zielgruppe das Wort »Bandsalat« bereits ausgestorben – doch die Wiedergabe mittels CD-Player scheitert trotzdem.

Durch die Hintertür: Amazons eBook-Lesegerät Kindle kommt nach Deutschland

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Kindle in Deutschland: Ankündigung auf amazon.deDass es so schnell gehen würde, war doch überraschend: Ab dem 19. Oktober 2009 kann Amazons eBook-Lesegerät Kindle auch in Deutschland bestellt werden.

Schon seit einigen Tagen gab es Spekulationen darüber, dass Amazon das Gerät noch vor der Buchmesse in Großbritannien auf den Markt bringen würde. Amazon selbst wollte sich zu diesen Gerüchten wie immer nicht äußern.

Doch seit heute morgen ist es offiziell auf der deutschen Startseite amazon.de zu lesen: Ab dem 19. Oktober 2009 wird das Kindle auch nach Deutschland geliefert. Denn das ist interessant: Bei amazon.de selbst ist das Gerät nicht erhältlich. Es wird an deutsche Kunden von amazon.com direkt aus den USA zum tagesaktuellen Dollarpreis geliefert. Außerdem müssen Kunden in Deutschland die Zollgebühren und weitere Aufschläge selbst zahlen. So kostet das Gerät hier ca. 300 Euro gegenüber umgerechnet 176 Euro, die die Kunden in den USA für das Kindle berappen.

Das umständliche Prozedere lässt vermuten, dass es für Amazon dann doch recht schnell gehen musste, nachdem die Markteinführung bereits 2008 noch eine Medien-Ente war. Noch vor der Frankfurter Buchmesse 2009 sollte jetzt offenbar das Signal gesetzt werden: das Kindle wird es nicht nur in den USA geben! Ab Mitte Oktober kann es in weiteren 100 Ländern bestellt werden.

Urheberrechtskonferenz in Berlin: »Wenn es Google nicht macht, wer macht es dann?«

Panel 1 der Konferenz mit (v.l.) Joerg Pfuhl (Random House), Jan Meine (Meine Verlag), Moderator Andreas Poltermann und Stefan Keuchel (Google)»Das Urheberrecht und wie es sich aufgrund des technischen Fortschritts weiterentwickeln muss, ist eine zentrale rechtspolitische und gesellschaftliche Frage geworden«, betonte Irene Pakuscher, die seit dem Jahr 2000 die Urheberrechtsabteilung des Justizministeriums leitet, auf der Urheberrechtstagung der Heinrich-Böll-Stiftung.

Noch-Ministerin Brigitte Zypries war verständlicherweise nicht mehr selbst zur Veranstaltung gekommen. Aber schließlich »sei es ja egal, wer unter Ihnen Minister ist«, stellte Mitveranstalter Matthias Spielkamp von der Initiative iRights.info bei der Vorstellung Pakuschers ironisch fest.

Die Heinrich-Böll-Stiftung, das Goethe-Institut und iRights.info hatten am 2. Oktober 2009 zur Veranstaltung »Enteignung oder Infotopia? Google Books und die Zukunft des Wissens« nach Berlin eingeladen. Das Interesse war groß, der Veranstaltungssaal mit über 200 Zuhörern gut gefüllt.

Zum Kinostart: Wir verlosen 3-mal das Kinderbuch »Lippels Traum« von Paul Maar via Twitter

3 Mal zu gewinnen: Das Buch Lippels Traum von Paul Maar»Lippls Traum« heißt ein Kinderbuch von Sams-Erfinder Paul Maar aus dem Jahre 1984.

Weil die Eltern auf Geschäftsreise sind, wird der zehnjährige Philipp, genannt Lippel, der Obhut einer neuen Haushälterin anvertraut. Die ist leider ein rechter Kinderschreck und so flüchtet sich Lippel mittels der Märchen aus tausendundeiner Nacht in eine Traumwelt, in der sich Phantasie und Wirklichkeit märchenhaft verweben. Ein Buch über die Macht der Phantasie.

Am 8. Okober 2009 kommt »Lippels Traum« in einer Neuverfilmung in die deutschen Kinos. Paul Maar selbst hat dazu das Drehbuch auf Basis seines Buches geschrieben. Mit dabei sind u.a. Anke Engelke als böse Haushälterin und Moritz Bleibtreu als Lippels Vater.

Universum Film hat uns drei Exemplare des Kinderbuches von Paul Maar zur Verlosung zur Verfügung gestellt. Dabei handelt es sich um die Sonderausgabe mit Bildern aus dem Film.

Und weil es beim letzten Mal so viel Spaß macht, verlosen wir die drei Bücher erneut über den Kurznachrichtendienst Twitter.

Hermann Mensing in Berlin: Pop Life auf dem Kiez

Pop Life auf dem KiezDer Autor Hermann Mensing ist weiterhin auf Lesetour mit seinem neuen Roman »Pop Life« (siehe Buchbesprechung). Unlängst war er in Wien, Gronau und Leipzig, jetzt hat er in Berlin gelesen. Hier sein neuer Reisebericht:

Meine Leute sagen, ich bräuchte kein Navigationsgerät, ich hätte von Tokio bis Rio de Janeiro, von Bombay bis Kairo noch immer alles gefunden, aber die Berliner Buchhandlung meines Vertrauens, in der ich lese, liegt auf der Falckensteinstraße im äußersten Kreuzberg, die Oberbaumbrücke ist in Sichtweite, das Ende der Welt, damals, vor fast genau 20 Jahren, ich muss also quer durch die Stadt, mein Stadtplan war nirgendwo aufzutreiben, dann traf ich die dicke Hannah, und die lieh mir ihr Navigationsgerät.

Ich weiß, wie es damals in dieser Gegend aussah. Die Depression war mit Händen zu greifen, das SO 36 gleich nebenan, Nick Cave einer der Helden und Wir sind das Volk auf der anderen Seite der Spree, von nur einem Wunsch beseelt: endlich dazu zu gehören.

Thomas Glavinic: Das Leben der Wünsche – Eine unbändige Freude, sich und sein Publikum mit Neuem zu überraschen

Thomas Glavinic: Das Leben der Wünsche»Mein nächster Roman wird wieder etwas dunkler und düsterer werden«, sagte Thomas Glavinic auf der Frankfurter Buchmesse 2007. Er hatte seinerzeit das geschafft, worauf der Protagonist seines Romans Das bin doch ich vergeblich hoffte: Glavinic war auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises. Das Interessante dabei: Der Protagonist des Romans ist ein reichlich hypochondrisch veranlagter österreichischer Autor mit Namen Thomas Glavinic!

Witziger, selbstironischer und gnadenloser ist wohl noch kein Autor mit sich umgesprungen, wo man doch weiß, dass der durchschnittliche Romanleser grundsätzlich davon ausgeht, dass ein Autor restlos alles, worüber er schreibt, auch selbst erlebt hat.

Bei der Buchpreisjury konnte Glavinic damit punkten, denn die Branche liebt selbstironische Bücher von Autoren über Autoren.

Und jetzt also das neue, das in der Tat wieder etwas dunklere oder muss ich sagen: das wunderbar dunkle neue Buch?

Abstimmen bei »Lesen to go«: Welches ist Ihr Lieblingsbild?

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Lesen to goÜber 100 Einsendungen haben uns zu unserem Fotowettbewerb »Lesen to go« erreicht. Passend zum Podcast mit Hörbuchausschnitten aus der handlichen dtv-Buchreihe »Books to go« hatten wir gemeinsam mit dem Deutschen Taschenbuchverlag dazu aufgerufen, uns Bilder von lesenden Menschen einzusenden. Tolle Fotos waren dabei und wir danken allen, die mitgemacht haben.

15 Fotos haben wir vorab ausgesucht – und jetzt sind Sie gefragt: Welches Bild gefällt Ihnen am besten? Stimmen Sie ab, und verhelfen Sie den Einsenderinnen und Einsender der 3 besten Fotos zu einem roten Rollkoffer voll mit dtv-Büchern im Gesamtwert von über 375 Euro! Bis zum 30. September 2009 darf abgestimmt werden unter www.dtv-books-to-go.de. Und welches ist ihr Lieblingsbild?

Direkt zur Abstimmung »

Textkritik: Heimat der Heimatlosen – Prosa

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Es schmerzte Klaus, hier zu stehen und den ausfahrenden Zügen nachzuschauen. Doch immer wieder zog es ihn an diesen Ort zurück. Dem Hamburger Hauptbahnhof mit seinen vielen Bahngleisen und den unzähligen Zügen, die in alle Richtungen davon fuhren. Denn sie fuhren auch in seine alte Heimat, nach Dortmund.
Dort hatte er noch ein Leben gehabt. Ein Leben mit Familie, einer anständigen Arbeit und einem gemütlichen Zuhause.
Jetzt stand Klaus hier in der Wandelhalle des großen Bahnhofes am Geländer und blickte auf die Gleise unter ihm.
Wie so oft in letzter Zeit dachte er, was sollte er noch hier?
Sein Leben ist verpfuscht.
Sicher er hatte seine Trinkkumpane. Zum Beispiel Herbert, der ihn das letzte Mal, kurz bevor er springen wollte, von hier weggezogen hatte.
Aber mit Herbert hatte er sich heute Morgen wegen der Flasche Korn gestritten, die Herbert ihm noch schuldete.
Da war er wieder, der Wunsch. Nur über das Geländer klettern! Dann wäre alles vorbei. Jetzt gleich!
»Spring du dummer Kerl, sonst verpasst du auch diesen Zug!« »Sei doch kein so jämmerlicher Feigling, mach endlich Schluss! Du hast nichts mehr zu verlieren, dein leben ist kein Pfifferling mehr wert!« »Spring endlich
Seine Gedanken wurden immer schwerer und er nahm unwirklich wahr, was um ihn herum geschah.
Hunderte von Leuten liefen hektisch zu ihren Zügen, wuchteten schweres Gepäck, redeten wild durcheinander.
Plötzlich sah er ein junges Pärchen auf dem Bahnsteig unter ihm. Sie standen engumschlungen und küssten sich leidenschaftlich. Klaus konnte sehen, dass sie weinte.
Fortgerissen aus seinen Gedanken zu springen, stand er hier, allein und fragte sich, wie das alles nur geschehen konnte.
Er wusste, der verdammte Alkohol war schuld. Seine Frau verließ ihn, weil sie seine Sauferei nicht mehr ertragen konnte. Dabei hatte er doch so sehr versucht aufzuhören…..
»Beeilung, Beeilung, sonst verpassen wir noch den Zug!« Schnauzte ein Vater seinen kleinen Sohn im Ruhrpottdialekt an. Klaus wollte sich gerade umdrehen und etwas zu dem Mann sagen, als ihm jäh bewusst wurde, wie er aussah. Seine ausgebeulte Hose, sein zerschlissener Mantel, seine gelben ungeputzten Zähne, sein wildwuchernder Bart, seine verfilzten Haare und sein vom Alkohol gezeichnetes Gesicht. Er wusste genau wie die Leute auf ihn reagierten. Sein letztes bisschen Stolz ließ es nicht zu, dass er sich herablassenden Blicken oder abfälligen Bemerkungen aussetzen würde. Also versank er wieder in Gedanken.
Nachdem seine Frau fort war, soff er sich die Seele aus dem Leib. Sie hatte den gemeinsamen Sohn mitgenommen, dieses verdammte Miststück. Klaus wollte damals nicht mehr in der gleichen Stadt wie sie leben und kam nach Hamburg.
Hier lernte er Gerda kennen, mit der er ein Jahr lang zusammenlebte. Doch mit der Sauferei war trotzdem nicht Schluss. Auch Gerda konnte es deshalb nicht mit ihm aushalten, also trennte auch sie sich von ihm.
Eine Stimme gab über Lautsprecher durch: »Vorsicht an der Bahnsteigkante, der Zug fährt in wenigen Minuten ein
Klaus fiel zurück in seine alten Gedanken und stellte sich vor, wie er gleich über das Geländer klettern würde, sich einfach fallen lassen würde und alles wäre vorbei. Seine quälenden Gedanken hätten endlich ein Ende.
Nach der Trennung von Gerda hatte er keine Arbeit, bekam keine Wohnung und Geld fehlte ihm auch. Er wurde obdachlos. Schlief unter der Lombardsbrücke, trieb sich herum und verdiente sich ein paar Mark mit Gelegenheitsarbeit. Er ließ sich mehr und mehr gehen. Ertränkte seine Einsamkeit in Alkohol.
Es verging kein Tag, an dem er nicht an seinen Sohn und seine Frau dachte. Doch er wusste, es gab kein zurück mehr.
Wie sein Sohn, er müsste mittlerweile fünfzehn Jahre alt sein, wohl heute aussah. Und seine Frau, die er immer noch glaubte zu lieben, hatte sie inzwischen wieder geheiratet? Klaus würde es nie erfahren, denn seine Mutter, die einzige Verbindung zu seinem alten Leben, war vor einiger Zeit gestorben. Was ihm blieb, war die Hoffnungslosigkeit und der Alkohol.
»Du musst jetzt springen, sonst verpasst du den richtigen Moment.« Sagte er zu sich selber, aber sein Körper weigerte sich, zu reagieren. Er bewegte sich nicht! Stand wie angewurzelt da und sah, wie der Zug immer näher kam. Dann fiel ihm Herbert wieder ein, schließlich schuldete der ihm noch eine Flasche Korn. »Nee Alter, so billig kommst du mir nicht davon!« Murmelte Klaus vor sich hin.
Er dachte an seine anderen Kumpels unter der Lombardsbrücke, die mit Klaus das wenige was sie hatten, teilten. Sich gegenseitig stützten. Mit ihnen konnte er lachen, saufen und streiten. Sie waren es, die ihn ab und zu ein Stückchen Heimat spüren ließen.
War sein Leben wirklich so trostlos? Sicher, der Zug in sein früheres Leben war abgefahren. Aber er lebte. Sollte er sein Leben wirklich wegwerfen?
Der Zug auf Gleis 12 fuhr ein. Klaus blickte hinunter.
»Herbert! Du Betrüger!« Rief er lautlos.
Der Zug war jetzt direkt unter ihm. Er beugte sich weit vor, seine Füße berührten nicht mehr den Boden. Sein Oberkörper hing über dem Geländer.
Er holte tief Luft und sagte still vor sich hin, »Ich habe Durst Herbert, ich komme!« Er spuckte  aus voller Kehle auf den Zug!
Dann drehte er sich um und verschwand in Richtung »Heimat«.

© 2009 by Nora Skreid. Unerlaubte Vervielfältigung oder Weitergabe - gleich welcher Art - verboten.

Zusammenfassende Bewertung

Zerschlissener Betroffenheits-Kitsch in ranzigem Klischeeschmalz

Die Kritik im Einzelnen

An dieser Stelle hätte ich normalerweise ein Weiterlesen abgelehnt, denn der hier versammelte Kitsch ist schlichtweg würgwürdig: Immer wieder zog es Klaus an diesen Ort zurück, weil dort unzählige Züge in alle Richtungen davonfuhren, sogar nach Dortmund … Wovor die Überschrift eigentlich schon gewarnt hatte durch das alberne Paradoxon Heimat der Heimatlosen, wird hier wahr: Hach, die armen Obdachlosen / Ausländer, die immer im Bahnhof lungern, weil sie sich dort ihrer wahren Heimat näher fühlen, jammer & schluchz & schnief.
Ein Bahnhof hat entschiedene Vorteile: Er ist trocken und warm, man bekommt leicht Nahrung, weil vieles nur angegessen im Papierkorb versorgt wird, Leute vergessen Gepäck oder sind diesbezüglich unachtsam; man muss nur aufpassen, nicht auffällig zu lungern, sonst wird man entfernt. Was also soll dieses Klischee von den heimatschluchzenden Sehnsüchtlern?
Statt über unzählige Züge zu schwafeln, hätte ein Blick ins Internet genügt: 2006 gab es 805 durchschnittliche tägliche Zughalte – mit S-Bahn-Verkehr (aber die fährt nicht nach Dortmund) wären es 1020 mehr; und Rechnen bis in den Tausenderbereich lernt man bereits in der Grundschule … Klaus hätte die problemlos zählen können, wenn er nicht gerade an der Kornflasche hing! Aber: unzählig hat halt so was Übermäßiges, sowas Gewaltiges, Jenseitsmäßiges, man mag da – Hach! – gar nicht dran denken, an das ewig unendlich Kitschige … zurück
Erfreulich, dass er erst in letzter Zeit sowas dachte – vorher hatte er nämlich anderes gedacht: Die Tuss ist garnicht schlecht oder He, das war doch fast noch ein ganzer Hamburger oder Der glaubt bestimmt, dass ich Heimweh habe … zurück
Tja, wer hätte das gedacht: es gibt tatsächlich Obdachlose mit einem verpfuschten Leben! Das musste mal gesagt werden – Hach, die Armen, jammer & schluchz & schnief. zurück
Nach Sicher müsste ein Komma stehen; und jetzt dürfen wir gespannt sein: Was hat Herbert getan, bevor er (also Herbert – so schreibt es die sprachliche Logik vor!) springen wollte? Lebewohl gewonken? Klaus sein letztes Hemd geschonken? Das Lied Heimat, deine Sterne angestimmt? zurück
Bevor Herbert eigenfüßig sprang, hat er noch schnell Klaus vom Gitter weggezogen: »Das ist meine Absprungrampe, such dir eine eigene!« hat er wütend gebrüllt! Hach, diese armen Verpfuschten, was machen die aber auch für Sachen! zurück
Richtig, diese Klischee hat bislang gefehlt: Heimatlose heimatsuchend-suizidgefährdete Obdachlose mit ihren verpfuschten Leben sind notwendig alle Alkoholiker – Hach, die Armen: jammer & schluchz & doppelschnief. zurück
Herbert ist nämlich nicht da, da er keine Flasche Korn hat; folglich kann Klaus aus Rache jetzt Herberts Absprungrampe benutzen! zurück
Das also geht in den Köpfen der Hamburger obdachlosen Alkoholiker aus: Immer stehen sie an Bahnhofsgeländern und wollen auf die Gleise springen, und bei jeden der 1825 Züge spuken diese Sätze durch ihre Köpfe, und jedes Mal denken sie ihr leben (mit kleinem Anfangsbuchstaben statt mit großem, weil es ja eh schon verpfuscht ist); und wenn zu allem Elend Herbert nicht kommt, der die selbstmordgewillten Feiglinge zurückreißt, lassen sie es von allein bleiben. Welch entsetzlich sinnlos Leben, schluchz & doppeljammer & schnief. zurück
Was war an den Gedanken über Pfifferlinge und Feiglinge schwer? Und wie nimmt man unwirklich wahr?? Klaus sieht doch anschließend alles irgendwie ganz normal??? Klaus, das unergründliche Wesen, halb Mensch, halb Alkohol, halb obdachlos – alles so schwer zu denken! zurück
Fragen, Fragen, Fragen: Wieso redeten Hunderte von Leuten wild durcheinander? Hatten nicht wenigstens 37 davon einen Gesprächspartner? Oder hatte Klaus sie unwirklich gefragt, was sie denn sonst wollten, und sie hatten ihm durcheinander irgendwas zugerufen (Korn, Ablass, Heimat …), weil sie als Fernsehwerbungverächter die einzig richtige Antwort nicht wussten?
Wieso sah er plötzlich ein Pärchen? War das in sein Blickfeld gebeamt worden? Oder hat er es nicht eher plötzlich wahrgenommen oder entdeckt?
Warum ist unter ihm ein Bahnsteig – er wollte sich doch von oben auf die Gleise vor einen Zug stürzen – oder war das vorhin gelogen? Wollte er von oben schräg auf die Gleise springen?? Warum so umständlich???
Wie was alles geschehen konnte: Die Hunderte hektischen Gepäckwuchter? Das Pärchen mit der – schließlich sind alle Frauen per Geburt Heulsusen, so will es das Klischee! – weinenden Sie beim leidenschaftlichen Kuss, die dabei auch noch durcheinander redeten? Nun: Die Antwort ist einfach: das hat sich ein Erzähler ausgedacht, der nicht nachgedacht hat. zurück
Solch ein Satzzeichen gibt es nicht: Wird ein Satz unterbrochen, folgen nach einem Leerzeichen 3 Punkte … aber wird ein Wort angewürgt, folgen diese Punkte ohne Leerzeichen. So einfach ist das, kann man auch im Duden nachgucken, sofern man einen besi…
Was vor diesem Punktehaufen steht, kitscht und klischeet munter weiter vor sich hin: Schuld war nur der Bossa Nova – schön wär’s gewesen: Selbstverständlich ist Alkohol der große Lebens- und Ehezerrüttler (und keinefalls das, was zum Alkoholismus führt). Was Klaus’ lächerliches Gewimmere angeht, er hatte »doch so sehr versucht aufzuhören«, so kann ich ihn nur an Mark Twain hinweisen, der angeblich gesagt hat: »Es ist ganz leicht, sich das Rauchen abzugewöhnen; ich habe es schon hundertmal geschafft.« zurück
Vater Schnauzt (Ganz doll laut, deswegen mit großem S) Kind an – so sind halt Väter, kennen wir, wissen wir – außerdem im Ruhrpottdialekt: hätte ich gerne in genau diesem Dialekt gelesen, jetzt müsste ich mich selbst darum kümmern, wie der sich anhört, weil der Erzähler zu faul ist, mir das nahe zu bringen (mache ich aber nicht, lohnt sich nicht bei diesem Text). Und da wir dummen Leser noch nie eines Obdachlosen ansichtig geworden sind, werden wir jetzt ausführlich unterrichtet, wie sowas aussieht: Die Hose ist ausgebeult (hach, wie schröcklich!), der Mantel, merket auf: er ist zerschlissen (Oh nein, das kann nicht sein, ach der arme Mantel, doppelschluchz & und jammerschnief!), seine Zähne (nein: nicht die des Mantels: die des ODLs) sind gelb und außerdem noch ungeputzt (letzteres riecht man nur – es könnte allerdings auch eine Krankheit sein – also kommt ihm nicht zu nahe!), sein Bart wuchert wild (Iiiiih), ist aber im Gegensatz zu seinen sonstigen Haaren nicht verfilzt (da bin ich aber froh!), und sein Gesicht (also das, was zwischen wildwucherndem Bart und verfilzter Haarpracht minus ungeputztem Zahngelb noch zu sehen ist) ist von Alkohol gezeichnet.
So stellt sich Hänschenklein den Obdachlosen vor, so ist das Klischee, und das wird hier als Literatur angedient …*#§?!]^°…
Wo hat jemand noch ein letztes bisschen Stolz, der sich umbringen will? Weil er nicht schräg auf die Gleise gesprungen ist? Und wieso beim Höllenelement hält sich unser Klischee ausgerechnet im bevölkerten Bahnhof auf, wenn er herablassende Blicke oder abfällige Bemerkungen vermeiden will? Damit er in Gedanken versinken kann statt im Alkohol? zurück
Also: Wenn ich Klaus gewesen wäre … WENN ICH KLAUS GEWESEN WÄRE, dann hätte ich mich wahnsinnig gefreut, wenn meine Frau das verdammte Miststück, nämlich unseren gemeinsamen Sohn, mitgenommen hätte! Vielleicht war das verdammte Miststück Sohn ja der Grund für Klaus’ Alkoholismus!
Aber wieso hat Klaus eigentlich noch Gefühle (z. B. Stolz oder Mitleid – mit dem angeSchnauzten Jungen), wenn er seine Seele bereits aus dem Leib gesoffen hat? Ach ja: Über die blaade Gerda, die sich einen seelenlosen Säufer zulegt, muss man eigentlich kein Wort verlieren – und warum Klaus überhaupt an sie denkt, wo doch nur der Alkohol schuld war, er also besser an den bösen Alkohol gedacht hätte (sofern er überhaupt denkt, was der Erzähler schließlich bislang nicht nachweisen konnte): das weiß niemand. Muss man auch nicht wissen, ist halt irgendwie so hingeschrieben worden. zurück
Klaus ist tatsächlich noch in der Lage zu erkennen, dass da eine Stimme spricht in der Ansage, und nicht etwa ein Nageleisen oder ein zerschlissener Mantel! Kompliment! Auch den Leser freuts, denn manch einer auf Bahnhöfen ist sich des Ursprungs von dem Geknarze aus den Lautsprechern nicht so sicher. Eigentlich aber hätte die reine Ansage genügt, um Klaus zurückzubefördern aus seinem drögen Hirnen. zurück
Jetzt will sich der Kerl tatsächlich auf den Bahnsteig unter ihm plumpsen (einfach fallen) lassen – von dem sportlichen Schrägspringen auf die Gleise will er nichts mehr wissen: lieber scheintot als tot! Das Delirium hat inzwischen wohl das Stadium der Demenz erreicht, das Kurzzeitgedächtnis ist dahin! zurück
Jetzt zerbröselt auch noch das Langzeitgedächtnis! Klaus erinnert zu Beginn, dass er in Dortmund noch eine anständige Arbeit gehabt hätte; bei Gerda hat er nur noch gesoffen. Jetzt heißt es hier schwarz auf weiß: Nach der Trennung von Gerda hatte er keine Arbeit. Was folgt daraus? Da die Arbeit bei Gerda offenbar keine anständige war (wie die in Dortmund), war es folgerichtig eine unanständige; Und da diese Arbeit mit Gerda verschwand, heißt das nichts anderes, als: Klaus war ein Jahr lang erfolgreich Zuhälter, und Gerda seine Mieze, die seinen Alkoholkonsum finanzierte.
Vorher hatte er gesoffen, weil er gesoffen hatte, jetzt säuft er, weil er einsam ist; er hatte sich in Dortmund bereits die Seele aus dem Leib gesoffen, war also eher zombiemäßig unterwegs; aber nachdem seine Nutte weg war, ließ er sich mehr und mehr gehen: Was zum Kuckuck war denn da noch, was er hätte können gehen lassen??? Was ist das für ein sinnloses Geschwätz? Und zu allem Überfluss denkt er tagtäglich an seine Frau und das Miststück Sohn, obwohl seine Einsamkeit erfolgreich ertränkt wurde: Dazu fällt mir nichts mehr ein! zurück
Und weiter im bodenlosen Triefschmalz: Wie hätte seine Frau wieder heiraten können, wo Klaus doch nie geschieden war? Ach, hat er ganz vergessen? Was solls, schließlich ist Scheidung auch schlimm, muss also mit hinein in dieses Betroffenheitsmatsch.
Abgesehen davon bleibt die hochgradige Demenz – er hat sogar vergessen, dass Hoffnungslosigkeit und Alkohol zwei Dinge sind; eigentlich blieb ihm der Hoffnungslosigkeitsalkohol – ansonsten hätte es blieben heißen müssen, jammer & schreikreisch! zurück
Der Alkohol hindert ihn nun am Springen (da ist sie wieder, die sportliche Variante), und plötzlich ist sein Leben weder hoffnungslos noch einsam – wegen der tollen Brückenkumpel: Nun, warum säuft er dann, wenn da keine Einsamkeit zu ertränken ist, keine Sehsucht nach Frau und Miststück ihn piesackt, die Lombard(s)brücke Heimat ist? Na? Also nur eingebildet? Nein – aber die Rache an Herbert ist’s, die ihn am Leben hält: Da wartet eine Flasche Korn auf ihn! Na prima! Wenn er die geleert hat, kann er springen oder sich fallen lassen auf wohin auch immer. Doch irgendwie nehme ich das nur als unwirklich wahr, auch, dass er Murmelt statt murmelt ... zurück
Hat es je einen Zug in sein früheres Leben gegeben? Nein – also kann der auch nicht abgefahren sein! Warum Rief er? Und warum rief er lautlos? Ich weiß es: Sein Kehlkopf war nämlich mit Spucke gefüllt! Wenn unter ihm der Bahnsteig war, wo Hunderte Koffer wuchteten – wieso fährt der Zug jetzt dort statt auf den Gleisen, wie es sich gehört? Wie kann man mit spuckegefüllter Kehle tief Luft holen? Wie kann man mit spuckegefüllter Kehle reden? Und wie könnte jemand mit nicht verstopfter Kehle still reden? Seit wann habe Dürste Namen? Klaus seiner heißt jedenfalls »Herbert« – genau wie sein Erzkumpel, er spricht sogar mit ihm still und vergewissert sich dessen: »Ich habe Durst Herbert!« – »Wunderbar, und ich habe Durst Irene!« So werden Besitzverhältnisse geklärt. Dann endlich spuckt er aus voller Kehle, mit der er all das zuvor gar nicht hätte tun können. Tja, Obdachlose sind halt anders, Alkohol, Einsamkeit, Hoffnungslosigkeit, verschlissene Mäntel und Miststücke von Kindern machen alles möglich … sogar solche Texte, kopfschüttel & stöhn & augenverdreh …zurück

Textkritik: Ein Klischee wird als Literatur angedient

Kitsch: Heimat der HeimatlosenUnser Textkritiker Malte Bremer mag keine Adjektive. Doch manchmal verwendet er selbst welche. Zum Beispiel in der zusammenfassenden Bewertung der aktuellen Textkritik: »Betroffenheits-Kitsch in ranzigem Klischeeschmalz«.

Nur mit einem Zuviel wird man dem Zuviel dieses Textes gerecht. Hier suhlt und wälzt sich eine Autorin in Kitsch und Klischee, hier taucht und ertrinkt sie darin. Für den Leser ist bereits der Titel »Heimat der Heimatlosen« eine Warnung. Bei Texten, in denen Menschen »lautlos rufen«, sollte die Textverarbeitung lautlos abstürzen.

Aber wenigstens wissen wir nach Maltes Textkritk, dass im Hamburger Bahnhof nicht täglich »unzählige Züge davonfahren«, sondern im Schnitt 1020. Und manche davon kommen sogar wieder.

Zur aktuellen Textkritik von Malte Bremer »

Peinlich hoch zehn: Holtzbrinck-Verlage wollen Web-Experten nicht bezahlen

Holtzbrinck-Verlage: Honorar gibt es keinesJa, so sind sie, die Verlage und so ist ihre Weltsicht: Google ist böse, weil die Amis Bücher ohne zu fragen scannen. Und das bestehende Urheberrecht ist böse, weil die Urheber nicht mehr gerecht entlohnt werden. Und Raubkopierer, die alles kostenlos und umsonst wollen, sind ohnehin das personifizierte Böse, denn sie treiben Verlage und Urheber erst recht in den Ruin.

Oder noch kürzer: Das Internet ist böse!

Also will man das Web bei den Verlagen des Holtzbrinck-Konzerns mal etwas genauer kennenlernen. Daher kommen die Geschäftsführer so namhafter Konzernverlage wie S. Fischer, Rowohlt, DroemerKnaur, Kiepenheuer & Witsch sowie Argon am 21.09.2009 am Stammsitz des Konzerns in Stuttgart zusammen. Praktischerweise gleich an der Hochschule der Medien, da wird die eigene Kostenstelle für die Raummiete nicht belastet und die Hochschule fühlt sich geehrt. Schließlich war der einladende Professor zuvor selbst zwei Jahre »Senior Project Manager bei der Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck«. Da kennt man sich.

Und dann lässt man die besten »Social Media Experten« kommen. Die werden dann »für 3-4 Stunden gebraucht«, wie es im Text der Ausschreibung (siehe Screenshot) zu lesen ist. Danach winkt man sie sicher mit einer diskreten Handbewegung aus dem Raum.

Und was zahlt der Konzern für das Expertenwissen? Nix!

Schule des Erwachsenwerdens: »Unser allerbestes Jahr« von David Gilmour

David Gilmour: Unser allerbestes JahrIm Original heißt David Gilmours Roman »The Film Club: No School. No Work… Just Three Films a Week«. Dieser Titel bezeichnet den Inhalt dieses tendenziell autobiografischen Romans wesentlich besser als der deutsche: Ein Vater erlaubt seinem sechzehnjährigen Sohn den Schulabbruch mit der Auflage, jede Woche drei Spielfilme mit ihm anzusehen.

Dies mutet zunächst merkwürdig an, der Autor sieht jedoch keinen anderen Ansatz, die Probleme seines Sohnes anzugehen: Jesse hat keinerlei inneren Zugang mehr zur Schule, schwänzt ständig, seine Leistungen sind mehr als ungenügend. Den Vorschlag seines Vaters nimmt er mit Handkuss an: Nach dem Motto »Was haben wir schon zu verlieren?« bietet der Vater Jesse freie Kost und Logis. Im Gegenzug hat sich der Sohn lediglich an zwei Regeln zu halten: Zusammen mit seinem Vater wird Jesse jede Woche drei vom Vater gewählte Filme ansehen. Dieser Handel wird sofort ungültig, sollte Jesse mit Drogen erwischt werden. Da der Vater selbst berufliche Probleme hat und die Auftragslage eher schlecht ist, hat er jede Menge Zeit, sich um den Sohn zu kümmern.

Jetzt selbst eintragen: literaturport.de erweitert das Autorenlexikon

Autorenlexikon des literaturport.deDie Website literaturport.de sollte sich ursprünglich dem literarischen Leben in Berlin und Brandenburg widmen. Doch schon bald war festzustellen, dass dieses Angebot weitaus besser und gepflegter ist, als das offizielle vom Bund geförderte literaturportal.de, dass zur Datenruine verkommen ist.

Literaturport.de hingegen, der 2008 mit dem Grimme Online Award ausgezeichnet wurde, öffnet sich immer mehr den anderen Regionen. So deckt das Autorenlexikon Schriftsteller aus Deutschland, Österreich und der Schweiz ab – derzeit sind es über 700.

Und nicht nur das: Ab sofort können sich Schriftstellerinnen und Schriftsteller, die im Online-Lexikon noch nicht verzeichnet sind, selbst eintragen. Voraussetzung ist mindestens eine eigenständige Veröffentlichung im Bereich Belletristik/Kinderbuch nach 1995. Bücher im Eigen- oder Kostenzuschussverlag zählen nicht.

Hörbuch-Tipp: »Paradiso« von Thomas Klupp, gelesen von Max Urlacher

Hörbuch: Paradiso von Thomas KluppDem Roman »Paradiso« von Thomas Klupp widmete die erste Folge der ZDF-Vorleser eine knappe Minute. Das Buch fiel auf, weil Ijoma Mangold es als »cool« bezeichnete. Eine Coolness, die der Roman gekonnt infrage stelle.

Klupp beschreibt einen Zeitraum von 24 Stunden. In flirrender Hitze wartet Alex Böhm an einer Potsdamer Tankstelle auf seine Mitfahrgelegenheit. Er will nach München, dort seine Freundin treffen, um mit ihr in den Urlaub fliegen. Doch der Starnberger Förster, mit dem Alex verabredet ist, kommt nicht. Stattdessen trifft Alex zufällig einen alten Schulkameraden wieder. In dessen Auto beginnt die Reise nach München, die anders verläuft als erwartet und Alex auch in seine oberpfälzische Heimat führt.

Würde man mehr Details der Geschichte verraten, könnte der Eindruck entstehen, dass Klupps Roman einer jener mehr oder weniger bemüht komischen Romane à la »Vollidiot« sei. Dass dies nicht der Fall ist, ist das Meisterliche an Klupps Text. Und dass das Hörbuch ebenfalls nicht zum Klamauk verkommt, ist dem hervorragenden Sprecher Max Urlacher zu verdanken.

Das Twitter-Lyrik-Buch ist da: 283 Tweets als Taschenbuch oder eBook erhältlich

Das Twitter-Lyrik-BuchDas Twitter-Lyrik-Buch ist fertig! Ab sofort kann es in jeder Buchhandlung vor Ort und bei allen Online-Buchhandlungen wie z. B. Amazon, Libri oder buecher.de bestellt werden.

»Twitter-Lyrik«, herausgegeben von BoD und literaturcafe.de, enthält genau 283 lyrische Tweets – Gedichte mit maximal 140 Zeichen, die beim ersten Twitter-Lyrik-Wettbewerb mit dem Kurznachrichtendienst verschickt wurden. Produziert wird der Gedichtband per Print on Demand, also bei Bestellung – eine perfekte Synthese aus Web 2.0, traditionellem Buch und Print-on-Demand-Technologie.

Neben der klassischen gedruckten Taschenbuchausgabe für 9,80 Euro steht das komplette Werk auch als eBook im PDF-Format auf www.twitter-lyrik.de kostenlos zum Download bereit.

Ein Buch gegen Geld und gleichzeitig umsonst? Wir sagen Ihnen, was uns zu diesem Schritt veranlasst hat.

Duden Korrektor Version 6 im Test: So wirt dass Nichts mit dem Digitalem

Liegt bis 31.12.2009 dem Duden bei: Der Duden Korrektor 6.0 kompaktDer Duden hat Version 6 des Duden Korrektors auf den Markt gebracht. Die Software ersetzt in Microsoft Office oder OpenOffice die eingebaute Rechtschreibprüfung durch eine bessere – zumindest was das Erkennen von Fehlern anbelangt.

Beim Bibliographischen Institut hat man offenbar erkannt, dass langfristig auch die Tage des gedruckten Dudens gezählt sind. Wenn man nach dem untergegangene Flagschiff Brockhaus nicht auch noch die Marke Duden versenken will, muss eine gute Strategie her, um das Rechtschreibwerk auf die Computer zu bringen. Wer dort seine Texte erfasst, will dort auch gleich die Schreibung überprüfen lassen und nicht zum gedruckten Werk greifen.

Daher verschenkt man beim Duden-Verlag die aktuelle Version des Korrektors kompakt. Zumindest liegt die Version 6 für Microsoft Office bis Jahresende 2009 dem gedruckten Duden für zusammen 25 Euro bei. Als Einzelversion kostet sie 19,95 Euro.

Wir haben uns diese aktuelle Version 6 des Korrektors angesehen und müssen erkennen, dass man bei Duden leider nicht wirklich alles daran setzt, ein gutes digitales Produkt anzubieten.