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Beitrag vom 15. August 2012 | Rubrik: E-Books, Literarisches Leben, Literatur online, Self-Publishing

Self-Publishing und Selbstvermarktung: Klare Einnahmen gegen vage Versprechen

Sommer, Sonne & Tod : Ferien-Schocker (Cover-Ausschnitt)Xander Morus schreibt Horror-Geschichten und veröffentlicht diese seit geraumer Zeit bei Amazon als Kindle E-Book. Im Mai 2012 hat er darüber im literaturcafe.de berichtet.

Was hat ihm dieser Artikel gebracht? Haben sich dadurch seine Bücher besser verkauft? Und wie sollte man als Selbstverleger mit dem Thema »Eigenwerbung« umgehen? Sollte man immer ehrlich bleiben oder gelegentlich zu Tricks in der Grauzone des Legalen greifen?

In diesem zweiten Artikel blickt Xander Morus unter anderem auf die Verkaufszahlen anderer und auf die eigenen.

Selfpublisher sind Leser, Autor, Verleger und Werbefachmann in einer Person

Als Selfpublisher ist man Leser, Autor, Verleger und Werbefachmann in einer Person. Nicht ohne Grund werden diese unterschiedlichen Rollen üblicherweise von mehreren Personen besetzt. Spezialisierung und Professionalisierung gehen einher mit einem scheinbar undurchdringlichen Netz von Institutionen und Positionen. Vielleicht ist es kein Zufall, sondern notwendige Folge, dass nach dem Höhepunkt des Buchgeschäfts vor Beginn des Onlinehandels in den Neunzigern das Schreiben, Verlegen und Verkaufen von Büchern ein Mega-Apparat geworden ist. Sogenannte Gatekeeper installierten sich, um diese Errungenschaften zu schützen und all die hoffnungsvollen Goldritter im Zaum zu halten. Legionen von Autoren scheiterten an diesen Zerberussen.

Doch immer dann, wenn etwas groß, mächtig und stabil erscheint, wird es ein bisschen satt und träge. Man sagt dann, die Zeit sei reif für Innovationen: Aber ein verlässlicher Indikator dafür ist nur ein signifikanter Anstieg der Umsätze und Einnahmen in einem Bereich, der sich zuvor nicht bemerkbar gemacht hat. Alles andere ist Spielerei.

Tatsächlich passiert etwas. Werfen wir einen Blick auf folgende Grafik:

Einnahmen aus dem Thriller »Sechs« (mit freundlicher Genehmigung von Niels Gerhardt)

Einnahmen aus dem Thriller »Sechs« (mit freundlicher Genehmigung von Niels Gerhardt)

Selfpublisher Niels Gerhardt hat mit seinem Thriller »Sechs« knapp 15.000 Euro innerhalb von sechs Wochen verdient. Und er ist vermutlich nicht der Einzige. Man muss Niels Gerhardt zugutehalten, dass er die Zahlen transparent macht. Andere fürchten Neider oder Finanzamt.

Bevor ich zu meinen Zahlen komme, die weitaus bescheidener sind, lässt sich feststellen, dass diese Fakten nur einen Schluss zulassen: Klare Einnahmen siegen gegen vage Versprechen von Dienstleistern (POD, kleine Verlage, große Verlage, Zuschussverlage etc).

Wenn das obige Beispiel keine Ausnahme ist, dann »Goody bye, POD, Agenten, mickrige Vorschüsse, Zuschussverlage, etc …«

Wenn es ein Zeichen gibt, dass manche sich warm anziehen müssen, dann sind es solche Zahlen.

Ein Buch entsteht nicht nebenbei. Oder doch?

Veränderungen haben auch eine Kehrseite. Ferdinand von Schirach (»Verbrechen«) schrieb kürzlich im SPIEGEL, dass er schreiben wolle und nicht »Cover erstellen, Verträge verhandeln und Hotelzimmer buchen«. Er sprach damit einen wunden Punkt an. Natürlich hat er recht. Fälle erfolgreicher Doppelbelastung sind weithin unbekannt. Hat das schon Mal bei irgendjemandem funktioniert? Ein Buch entsteht nicht nebenbei.

Wir wollen alle nur schreiben, und jemand anders sollte lektorieren, das Cover erstellen und das Buch verkaufen. Diese Berufsbilder sind entstanden, weil der Schriftsteller nur schreiben will. Clevere Verleger und gute Autoren trifft man selten in einer Person. So weit, so wahr …

Was aber, wenn wir keine andere Wahl haben? Wenn das System so schwerfällig und selbstgenügsam wurde, dass neue Autoren es schwer haben? Was, wenn man von Lektoren hört, die eingesandte Manuskripte aus Prinzip nicht empfehlen, weil »man das nicht macht«, da man damit die eigene Glaubwürdigkeit gefährdet?

Dann muss man sich dieser Realität stellen und nicht nur schreiben, sondern sich (vorerst) auch um den Rest kümmern. Das Projekt Eigenwerbung – neudeutsch Selfpromotion – beginnt. Bevor ich zu den verlockenden Methoden trickreicher Selfpromotion komme, gehen wir den traditionellen Weg. Zum Beispiel mit Artikeln wie diesem hier.

Es läuft ungefähr so: Nachdem ich einige kleine Achtungserfolge erzielen konnte, merkte ich, dass es an der Zeit wahr, meinen Bekanntheitsgrad zu steigern. Die natürliche Frage ist: Wie generiere ich Aufmerksamkeit, ohne platte Werbung zu betreiben, die einen peinlichen »Shitstorm« auslösen könnte? Dass herkömmliche Werbemöglichkeiten für unbekannte Autoren genauso schwierig und unerschwinglich sind wie ein Auftritt auf dem »Blauen Sofa«, lassen wir mal außen vor.

Seriöse Promotion-Arbeit ist im Netz nicht einfach

Halbwegs seriöse Promotion-Arbeit ist im Netz nicht einfach. Die Ironie ist, dass Twitter, Facebook und unzählige Foren uns genau das Gegenteil versprechen: Menschen zu erreichen sei so leicht wie nie zuvor. Die Erfahrung zeigt jedoch, dass es bei einem Versprechen bleibt, wenn es um harte Verkaufszahlen geht.

Trotzdem versuchen wir es über diese dauergepushten Kanäle immer wieder. Sind wir mal ehrlich: Wer hat nicht schon Bekannte gebeten, eine »positive« Rezension für das Werk zu schreiben? Vielleicht auch zwei oder drei? Aber welche Möglichkeiten hat man denn sonst?

Obwohl ich seit 1999 online bin, ist mir eigentlich kein Portal bekannt, dass sich dem Buchhandel und Autoren journalistisch so widmet wie das literaturcafe.de. »Ein erfreuliches Alleinstellungsmerkmal« könnte man sagen. So kam die Idee auf, meinen ersten Selfpromotion-Versuch hier zu starten. Mein Artikel über sechs Monate Kindle-Publishing war Erfahrungsbericht und Werbung zugleich. Durchaus ein legitimes Vorgehen, wenn man relevante Informationen anbieten kann.

Viel interessanter als die Aufmerksamkeit war die Frage, ob sich durch meinen Artikel die Verkaufszahlen verändern würden. Vielleicht mag einem das ganz selbstverständlich vorkommen – frei nach dem Prinzip »Hauptsache, sie schreiben deinen Namen richtig!«. Aber man konnte es auch als Lackmustest ansehen, ob der Mythos »erhöhte Aufmerksamkeit gleich steigende Einnahmen« stimmt.

Mein Artikel »Reichtumsträume erst mal verschoben« ging am 8. Mai. 2012 online.

Zunächst einmal passierte gar nichts. Das Netz ist nicht nur ein intelligenter Schwarm, sondern kann auch eine träge Schnecke sein. In der ersten Woche nach Publikation konnte ich keine Veränderungen feststellen. Nada. Das hat mich schon überrascht, war aber ganz eindeutig so. Sofort passiert gar nichts. Aber dann, nach einer guten Woche, gibt es plötzlich diesen Ruck, als ob der Schwarm mit seinem Schweif ausgeschlagen hat. Die Verkaufszahlen machen einen Satz nach oben.

Hier die Übersicht:

E-Book-Verkäufe von Xander Morus

Die Verkäufe haben sich teilweise verdoppelt und die Einnahmen zogen dadurch natürlich auch an.

E-Book-Einnahmen von Xander Morus

Bedenkt man, dass im Mai die Sommermonate beginnen, kann man davon ausgehen, dass bei anderer Witterung der Effekt womöglich noch deutlicher ausgefallen wäre. Auch wenn die Verkäufe im Juni wieder sanken, sind sie insgesamt gestiegen. Der Artikel hat also zusätzlich zum (hoffentlich) journalistischen Wert seinen Zweck erfüllt.

Interessanterweise scheinen sich die Verkäufe der Kindle-Bücher in den letzten Monaten insgesamt zu erhöhen. Früher war ich bei täglich fünf verkauften Exemplaren von »Die Insel« unter den ersten 500 in den Verkaufscharts. Heute lande ich damit irgendwo zwischen Rang 900 und 1.200. Der Kuchen wird zwar größer, verteilt sich aber auf mehr Teilnehmer.

Den Segen der Selfpromotion habe nicht nur ich entdeckt. Verschiedene Wege führen in die Charts. Die beliebten Rezensionen von Freunden und anderen Autoren sind nur ein Beispiel unter vielen.

Tricksende Selfpromoter und jubelnde Freunde

Die Leser erkennen inzwischen tricksende Selfpromoter und lernen zwischen jubelnden Freundschaftsdiensten und ehrlichen Fremdrezensionen zu unterscheiden. Letztere scheinen sogar als Korrektiv eingesetzt zu werden; so finden sich auffällig viele Selfpublisher mit 5- und 1-Sternerezensionen.

Dennoch gibt es einige Tricks, hoch in die Charts zu kommen. Dazu gehören: Ein paar Dutzend Freunde bitten, genau an einem Tag das Buch zu kaufen. Auch scheint es möglich zu sein, mehrere E-Mail-Adressen mit einem Bankkonto zu verknüpfen, so kann man dann »anonym« selbst zusätzliche Push-Rezensionen verfassen. Ob damit sogar ein mehrfacher Kauf möglich ist, habe ich nicht getestet.

Schließlich gibt es noch die hilflos anmutenden Versuche, Autoren- und Amazonforen mit Hinweis-Werbung zu pflastern. So etwas kann schnell nach hinten losgehen, scheint aber bisher Wirkung zu zeigen.

Es gibt also vielfältige Versuche, als Selfpublisher, Selfmarketing zu betreiben.

Doch sollte uns zu denken geben, dass sich die Leser nicht auf der Nase rumtanzen lassen. Wenn gefakte Zeitungsartikel ein Buch hochjubeln und Freundschaftsdienste inflationär in Anspruch genommen werden, sind böse Rezensionen die Folge.

Wir sollten nicht vergessen: Wer mit Tricks arbeitet, hinterlässt meist verbrannte Erde. Der Autorenname kann irreparablen Schaden nehmen. Wenn einen die Eitelkeit drängt, unter richtigem Namen zu publizieren, man dann aber das Buch mit Tricks verkaufen will, sollte man sich fragen, ob man mit den möglichen Folgen leben mag. Wer will schon seinen Namen googeln und lauter wütende Rezensionen lesen?

Das alles beweist, dass es möglich ist, als Einzelkämpfer mit einem gewissen Biss erfreuliche Umsätze zu erzielen.

Bemerkenswert ist dies, weil durch die jahrelangen Versuche mit POD, Kleinverlagen, Zuschussverlagen und eigenen Shops eigentlich eine gewisse Sättigung eingesetzt hatte. Viele mir bekannte Autoren glaubten nicht mehr an einen finanziellen Erfolg als Selbstverleger. Ernüchtert hatte man sich bereits mit der physischen Existenz des eigenen Buches zufriedengegeben, was im Prinzip völlig okay ist, jedoch von zu vielen Verlagsdienstleistern nur zu gerne als Geschäftsmodell entdeckt wurde.

Jetzt ist alles anders, und wir müssen diese Herausforderungen annehmen.

Solche Möglichkeiten rufen nach einer gewissen Verantwortung. Deshalb sollte man im Sinne aller Kindle-Autoren Tricks unterlassen, die Selfpublisher insgesamt in ein schiefes Licht setzen könnten. Jedes Mal, wenn ich eine Rezension lese á la

»Voller Fehler und hastig heruntergetippt. Mal wieder mit einem billigen Buch eines unbekannten Autoren reingefallen. Amazon sollte da echt etwas machen …«

frage ich mich, ob das nicht irgendwann Auswirkungen haben könnte.

Nachhaltigkeit sieht anders aus, und wir Selfpublisher sollten nicht den gleichen Fehler begehen wie so mancher Verlagsdinosaurier: undurchschaubar, unnahbar und manchmal verdächtig selbstgerecht.

Ferdinand von Schirach schließt seinen Artikel mit einem mutigen Satz: »Ich würde nicht mehr schreiben, wenn ich kein Geld dafür bekäme.«

Man kann es auch anders sehen. Noch können wir sagen: »Wir schreiben jetzt, weil wir Geld dafür bekommen.«

Xander Morus

Sommer, Sonne & Tod : Ferien-Schocker von Isabell Schmitt-Egner und Xander MorusXander Morus ist das Pseudonym eines Universitätsangestellten aus Bayern. Er schreibt mit Vorliebe Horror-und Thrillergeschichten, liebt bayerisches Bier, H.P. Lovecraft und Youtube-Videos von alten Computerspielen.
Zuletzt erschien sein Buch »Sommer, Sonne & Tod : Ferien-Schocker« (zusammen mit Isabell Schmitt-Egner.

Die Bücher von Xander Morus bei amazon.de »

17 Kommentare zu diesem Beitrag lesen

  1. david gray schrieb am 15. August 2012 um 13:19 Uhr

    Hallo Xander,

    da stimme ich doch voll und ganz Deinem Artikel hier zu. Obwohl ich sicher bin, dass es ziemlich viele Freunde bräuchte die zu einer abgestimmten Zeit ein spezielles Buch erwerben um es in die Charts zu katapultieren.
    Das mochte im Jahr 2011 noch möglich gewesen sein (und ist da zweifellos ausgiebig durchexerziert worden) aber spätestens mit Amazons KDP Select Programm sind die Wechsel in den Charts zu schnell geworden, um mit solchen Tricks noch wirklich viel reißen zu können.
    Zumal ich, wie Du offenbar auch, immer noch davon überzeugt bin, dass im Bereich SP, genauso wie im herkömmlichen Buchgeschäft, vor allem Beharrlichkeit und Qualität den Ausschlag geben.
    Durchsetzen und zumindest mittelfristig lohnend ist das Kindle Geschäftsmodell vor allem für Autoren, die fähig sind regelmäßig neue Titel auf einem ähnlichen Qualitätsniveau nachzulegen.

  2. Johannes schrieb am 15. August 2012 um 13:28 Uhr

    Keine Frage, das sind beeindruckende Zahlen – und ich gönne jedem Selfpublisher seinen/ihren Erfolg. Und doch stimmt mich die ganze Sachte etwas wehmütig, oder besser gesagt: traurig. Denn was ich hier sehe und lese, ist eine Literatur, die formal und inhaltlich eher schwach ist (zumindest das, was ich den Leseproben entnehmen konnte). Eine Literatur, die nichts wagt, weil sie möglichst viel gewinnen will. Eine Literatur, die die 70% von Amazon mit Kusshand nimmt – und sich nicht einmal mehr fragt, ob die damit nur noch weiter unterstützte Marktmacht eines solchen Big-Players nicht vielleicht schädlich ist (für die kleinen Buchhandlungen z.B.), mal ganz abgesehen von den Dumping-Löhnen und dem Ausnutzen von Gesetzeslücken bei Amazon (Stichwort: Einstellungen / Entlassung von Leuten kurz vor Fristende, zugleich Millionen kassieren von Jobcenteren usw.)
    Um nicht falsch verstanden zu werden: es ist gut, dass Autoren die Dinge zunehmend selbst in die Hand nehmen und die oftmals selbstgefälligen Gatekeeper nun vielfach das Nachsehen haben. Aber was bringt es, ein Schlechtes durch ein anderes zu ersetzen?

    Es heißt in dem Artikel, “die Zeit sei reif für Innovationen”, aber alles, was als “verlässlicher Indikator” genannt wird, ist “ein signifikanter Anstieg der Umsätze und Einnahmen. Alles andere ist Spielerei.”

    Ist es das tatsächlich? Zählen wirklich nur noch Zahlen? Was ist das für ein Selbstverständnis, dass die Literatur vor allem als Vehikel der Selbstvermarktung begreift? Ich weiß, ich spitze zu, aber nur so lässt sich das formulieren.
    Was mir fehlt bei all diesen Selfpublishern, die ich gelesen hab, ist der Mut, wirklich andere Wege zu gehen offen(er)e Kunstwerke, neue Formen des Urheberrechts, andere Erzählweisen. Denn: ist es nicht die Aufgabe der Literatur, immer auch alternative Erzählungen zu den existierenden Masternarrativen aufzuzeigen?! Sowohl literarisch-künstlerisch, als auch politisch? Aber nichts davon ist hier zu sehen. Das absolute Gros dieser selbstpublizierten Literatur ist nicht nur ästhetisch eine Zumutung (die Cover, die “Typografie”, die hier recht eigentlich keine ist und diesen Nnamen nicht verdient). Nein, die Mehrzahl dieser Bücher ist auch literarisch oft nicht mehr als digitales Biedermeier. Schade drum.

  3. xm schrieb am 15. August 2012 um 17:55 Uhr

    @ gray noch in den letzten monaten gabe es autoren, die den “zur gleichen zeit kaufen trick” anwendeten, ich habe aber absichtlich nicht namen genannt, sicher richtig ist aber, dass sich nur nachhaltigkeit und durchhaltewillen langfristig durchsetzen

    @ johannes

    zunächst empfehle ich mal meinen text rattennest aus sand und blut, das ist für mich schon literatur, alle lieben sandy meier natürlich nicht, es es wie sushi und fast food, ich esse beides

    dein einwand ist ein bisschen wohlfeil, hierzu mal dieser link bei literaturcafe: es geht um agnes von stamm
    http://www.literaturcafe.de/buecher-sind-kein-freibier-wer-romane-verschenkt-macht-sich-verdaechtig/

    und wer sagt dir, dass ich nicht unter einem anderen namen einen gedichtband und eine novelle veröffentlicht habe, ich sage dir aber gerne die verkaufszahlen dieser bücher:
    ca. 1-2 pro monat

  4. YeRainbow schrieb am 16. August 2012 um 08:12 Uhr

    Artikel gefällt mir.

    Zu \”anderen Wegen\”…
    Wird seltener gekauft. Publikum will das Altbewährte. Auch meine Erfahrung so.

  5. wilson schmidt schrieb am 16. August 2012 um 10:32 Uhr

    Es stellt sich die Frage, ob es vielen Autoren bei der Veröffentlichung nicht in erster Linie um die Befriedigung ihrer Eitelkeit geht – und ich nehme mich ganz bewusst nicht aus.

    Selbstdarsteller mutieren zu Selbstverlegern. Veröffentlicht wird unter dem Motto „Hier ist mein Buch – jetzt kauft mal“. Die Verwunderung ist groß, wenn „die Leser“ ganz offensichtlich nicht auf die Veröffentlichung des eigenen eBooks gewartet haben und es wie Blei im virtuellen Regal liegt.

    Sofern es nicht die Eitelkeit ist, die uns antreibt: lassen wir uns nicht allzu gern anfüttern mit Erfolgsgeschichten vormals gänzlich unbekannter Autoren, die sich dank ihres eBestsellers nicht nur im Rampenlicht sonnen dürfen, sondern sich auch über einen neuen Porsche vor der ebenfalls neuen Haustür freuen dürfen?
    Auch in dem obigen Artikel ist neben dem mahnenden Zeigefinger wieder ein Appetizer für die Chance auf den schnellen Reichtum.

    Zur Qualität: möchte der unbekannte Autor XY, der literarische Offenbarungen veröffentlicht nicht insgeheim die Lobhudeleien und Lorbeeren gegen die Einnahmen aus Daniela Katzenbergers Biographie tauschen?

    Zur Selfpromotion: wer mag schon beurteilen, ob nicht mein Kommentar auch ein gleichermaßen zweifelhafter und verzweifelter Versuch ist, Werbung für das eigene eBook zu machen?!

  6. Frank Didszuleit schrieb am 16. August 2012 um 18:00 Uhr

    Auf die Gefahr hin, dass mein Beitrag als Eigenwerbung in Ungnade fällt. Aber gehört zu diesem interessanten Beitrag auch der Hinweis, dass Selfpublishing nun auch einfach bei Hörbüchern möglich ist. Die hohen Setup-kosten entfallen und wir bringen das Hörbuch auch selbstverständlich in den Buchhandel:
    http://www.abod.de/component/autoren/

  7. Johannes schrieb am 16. August 2012 um 19:46 Uhr

    Herrje, selbst die Kommentare verkommen hier noch zum Selbstvermarktungsplatz. Wollen wir nicht mal über die Literatur diskutieren? Wie betrachten die anderen die Inhalte, die verwendeten Formen und Stile? Denn am Ende geht es doch – Selfpublisher hin, Verlagsautor her – um die Texte.

  8. wilson schmidt schrieb am 17. August 2012 um 08:24 Uhr

    @ Johannes

    Es geht Ihnen um die Texte?
    Der Titel des Textes, der hier kommentiert wird, lautet „Selfpublishing und Selbstvermarktung“.

  9. Kai Seuthe schrieb am 17. August 2012 um 18:13 Uhr

    Danke für den Artikel. Sehr hilfreich und mehr oder weniger inspirierend. Ich bedanke mich vor allem für die Offenheit. So etwas liest man selten :)

  10. Johannes schrieb am 17. August 2012 um 20:00 Uhr

    @ Wilson (und alle anderen)
    Ja, es geht mir um Texte, weniger um Texte über Texte. Also lasst uns über die Selfpublishing-Literatur reden. Wenn nicht hier, wo dann?

  11. GeorgF schrieb am 19. August 2012 um 13:18 Uhr

    Ich lese die KDP eBooks seit dem deutschen Start des Kindles und bin ziemlich begeistert.

    Natürlich ist die Qualität oft mies- inhaltlich als auch die der Datei mit fehlendem Inhaltsverzeichnis, Rechtschreibefehlern, Formatierungsfehler usw.

    Aber es gibt auch ausreichend “ordentliche” Autoren die ihre Werke nicht mehr in der Schublade liegend sehen wollen und sie liefern oft inhaltlich gut, sauber formatierte Werke zu einem günstigen Preis.

    Es gibt ausreichend Newcomer die interessante, aber halt noch ungeschliffene Werke publizieren, aber auch Wiederveröffentlichungen von Werken verstorbenen Autoren.

    Die Bandbreite ist sehr groß, ich habe viele tolle Werke entdeckt die keinesfalls schlechter als klassisch publizierte Bücher sind.

    Wenn ich an meine Lektüre der letzten Monate denke, kann ich bei vielem nicht sagen, ob es von KDP Autoren stammt.

    Natürlich versuchen viele auf Vampiren- etc. Welle mitzureiten- aber in einem durchschnittlichen Thalia wird man von Vampirenschnulzen und skandinavischen Pseudonymen erschlagen.
    Ich bin davon überzeugt, dass gerade viele Indieautoren eben das publizieren was sie wollen und nicht die Trends abkupfern. Gerade die Hobbyautoren sind ja nicht auf das Geld angewiesen, wollen ihre nebenbei entstandenen Projekte veröffentlichen und wagen auch Experimente.

  12. Johannes schrieb am 19. August 2012 um 16:19 Uhr

    @GeorgF: Danke für den Beitrag. Haben Sie vielleicht Beispiele für selbstpublizierte Bücher (Romane, Short Stories), die sie als literarisch sehr gelungen und/oder formal innovativ betrachten? Wäre schön, da mal was zu lesen.

  13. GeorgF schrieb am 21. August 2012 um 23:15 Uhr

    Hmmm ich habe viel versprochen, kann aber erstaunlich wenig liefern^^
    Viele Werke sind in der umfangreichen Kindle Bibliothek verschollen, diese wird bei Gelegenheit zwar geordnet, aber bis es dazu kommt…
    Aber paar Namen habe ich dennoch, wenn die auch eher selten anspruchsvolle Literatur darstellen.

    Von dem hier aktiven David Gray habe ich zuerst Wolfswechsel gelesen und das Buch hat, egal wie abgedroschen das klingt, “mich zum Nachdenken gebracht und eine zeitlang beschäftigt”.
    War aber, um es ganz direkt zusagen, eine Zumutung. Rechtschreibung, Formatierung – Absätze alle zwei Sätze, Shcriftgröße usw. Natürlich kein Inhaltsverzeichnis.
    Die ersten zwei Punkte wurden bei dem spannenden, aber halt trivialen Krimi Glashaus verbessert, aber ein Inhaltsverzeichnis bekommt der David Gray immer noch nicht hin.
    EDIT: Ich habe Wolfswechsel gerade nochmal runtergeladen und das Buch wurde auf den ersten Blick besser neuformatiert. Dafür gibt es einen Lob.

    Martin Clauß hat wohl schon vor eBooks vom Schreiben gelebt, und stellt seine inhaltlich interessante und gut formatierte phantastische Bücher als eBooks zum Verkauf. Ob Kurzgeshcichten oder Romane, ich bin recht zufrieden.

    Thorsten Nesch schreibt vor allem interessante und teilweise für verschiedene Preise nominierte Jugendbücher.

    Ganz interessant finde ich die Werke von Jurij A. Treguboff – aus einer adlerigen Familie stammend, verließ er in den 20igern Russland Richtung Deutschland und schrieb recht interessante Romane die zwischen altem Russland, Sowjetunion und Deutschland angesiedelt sind. Sein interessantes Leben (z.B. in den 50igern aus Deutschland von KGB entführt),spiegelt sich auch in seinen Werken. Ein Lob an seine Witwe die sich so gut um sein künstlerisches Erbe kümmert.

    Max Lupin schreibt sehr gut harte Actionsgeschichte.

    Vor kurzem habe ich eine Kurzgeschichtensammlung von Uwe Appelbeantdeckt, die beeindruckte mich durch den guten Sprachstil. Die Geschichten erinnerten mich an englische Romane des 19 Jh/frühen 2 Jh.. oder auch Lovecraft. Allerdings mag ich das Genre auch ziemlich.

    In der Aufzählung sind wirklich kaum literarisch allzu bedeutende (vielleicht bis auf Treguboff, aber da fehlt mir meistens das i-Tüpfelchen) oder experimentelle Werke enthalten, aber jedes der Werke kann locker mit den allermeisten gedruckten Büchern des selben Genres mithalten.

    Vielleicht fallen mir noch weitere Werke/Autoren ein und schreibe noch was zum Thema dazu.
    Und ja der Autor des Artikels bringt auch ganz nette Werke auf den Markt. Sind zwar eher im Groschenromangenre angesiedelt, ich habe allerdings nur wenig von ihm gelesen und sowas soll man auch erstmal schaffen.

  14. Johannes schrieb am 22. August 2012 um 11:16 Uhr

    @ GeorgF
    Danke erstmal für die Namen und Titel, ich werd mal reinschauen.
    Wäre schön, wenn die anderen, die hier die Fahne des Selbstpublishing hochhalten, auch mal zeigen, wie gut ihre oder anderer Leute Literatur wirklich ist.

  15. xm schrieb am 22. August 2012 um 14:15 Uhr

    groschenromane sind auch eine kunstform,
    aber ja … niemand wird von bubble tea satt, also ich empfehle ihnen noch einmal den band sand & blut, ich zitiere sogar mehrfach einen großen deutschen dramatiker in dem buch, muss mir also gefallen der mann :)

  16. GeorgF schrieb am 22. August 2012 um 22:31 Uhr

    >aber ja … niemand wird von bubble tea satt

    Hui, ich habe das Sand & Blutt bei, es ist mir schon einw enig peinlich, bei solcher kostenlosen Aktion besorgt und bin bis jetzt nicht zum Lesen gekommen.

    Wird auf jeden Fall gelesen, beim Gefallen bewertet und mein “Groschenromane!” wird zurückgenommen.

  17. Theodor Symon schrieb am 11. Januar 2013 um 15:36 Uhr

    Sehr schöner Beitrag und Danke für Offenheit. Ein paar Gedanken zum Selfpublishing:

    Quo Vadis Selfpublisher und der ISBN Trick
    http://pluriens.com/wp/?p=466

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