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Dostojewskij zum Download

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Heute (9. Februar 2006) vor 125 Jahren verstarb der russische Autor Fjodor Michailowitsch Dostojewskij in St. Petersburg.

Grund genug nochmals darauf hinzuweisen, dass es bei uns im Café bereits seit geraumer Zeit eine gekürze Hörfassung seines Romans „Der Spieler“ zum kostenlosen Download gibt. Es liest Wolfgang Tischer. Viel Spaß beim Anhören!

„Junge Freiheit“ doch auf der Buchmesse

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Die nationalkonservative Wochenzeitung „Junge Freiheit“ darf nicht auf der Leipziger Messe ausstellen. Die Messegesellschaft befürchtet Protestaktionen bei einer geplanten Feier zum 20-jährigen Bestehen des rechtsgerichten Verlags und hat Sicherheitsbedenken.

Erstaunlich allerdings, dass sich u.a. „Focus“-Herausgeber Helmut Markwort und der frühere Industrie-Verbands-Chef Olaf Henkel sich namentlich für die rechte Postille einsetzen. Pressefreiheit! lautet wieder einmal die Devise.

Schön der Kommentar dazu in der taz von Dirk Knipphals:

Und nun ist auch noch die nationalkonservative
Junge Freiheit dran. Das ist zwar in ihrer Relativierung des Holocaust ein Drecksblatt. Trotzdem ist es nicht gut, dass sie nun von der Leipziger Buchmesse ausgeschlossen wurde. Soll doch jeder, der möchte, den Käse lesen, den die verzapfen! Allein schon, weil man ihnen die Märtyrerpose nicht gönnt, in die sie sich nun wieder werfen werden.

und weiter unten heißt es

Den Aufruf unterschrieb dann übrigens eine ziemlich illustre Mischung von journalistischen Kollegen und sonstigen Intellektuellen: Joachim Fest und Helmut Markwort etwa, Heinrich Lummer und Robert Spaemann, Klaus Rainer Röhl und Thor Kunkel, Arnulf Baring und Ernst Nolte, Eckhard Henscheid und Peter Gauweiler. Unter den angeführten 57 Erstunterzeichnern finden sich nur zwei Frauen. Das spricht nicht unbedingt für das männliche Geschlecht.

Update:
Am 10. Februar gab die Messeleitung nach. Die „Junge Freiheit“ ist nun doch auf der Messe vertreten und darf zudem auch eine Veranstaltung zum 20-jährigen Bestehen durchführen. Wie Dirk Knapphals in der taz vermutete wird sich die „Junge Freiheit“ als Opfer der Meinungsfreiheit präsentieren. Geplant ist laut Netzeitung ein Vortrag zum Thema.

Ein Satiriker zum Satire-Streit

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Viel wird derzeit gesagt und geschrieben über die Mohammed-Karikaturen, die die christliche und moslemische Welt scheinbar entzweien. Das meiste lesen wir nicht. Doch was ein Satiriker darüber denkt, interessiert uns schon. Robert Gernhardt im Interview mit tagesschau.de:

Dabei wissen viele gar nicht, wogegen sie da so vehement sind. Sie kennen die betreffenden Zeichnungen doch nicht! Denen hat einer gesagt, der Prophet sei als Schwein dargestellt worden. Was so nicht stimmt: Es handelt sich um eine Fälschung. Auf die fanatischen Reaktionen schlecht informierter Menschen Rücksicht zu nehmen hieße, die Aufklärung zurückdrehen zu wollen. Auch hier sehe ich wieder eine Parallele zu den 60er Jahren bei uns.

Buchhändleralltag und Kundenwahnsinn

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Seit der Packraum dicht ist, vermissen wir ein Buchhändler-Weblog, in dem so richtig über merkwürdige Kunden hergezogen wird. Und da! Endlich haben wir Ersatz gefunden: Buchhändleralltag und Kundenwahnsinn.

Eine Kostprobe (Eintrag vom 30.01.2006):

Kunde: „Guten Tag. Ich will einen Gutschein für ein Buch haben.“
Ich: „Über welchen Betrag wollen Sie denn einen Gutschein?“
Kunde: „Weiß ich doch jetzt noch nicht. Weiß doch nicht, was sich meine Frau für’n Buch aussucht.“
Ich: „Naja, ich müsste schon den Betrag wissen, den ich auf den Gutschein schreiben soll.“
Kunde: „Nene! Nix auf den Gutschein draufschreiben. Da soll nur >Gutschein für ein Buch< draufstehen.“ (Mit einem Gesichtsausdruck à la: „Versteht die Olle denn garnichts?!“)
Ich: „Ich kann Ihnen leider keinen Blanko-Gutschein ausstellen.“
Kunde (empört): „Aha, und wieso nich‘?!“
Ich: „Was sollte ich Ihnen bei einem Blankogutschein denn jetzt abkassieren?“
Kunde: „Wie, ich muss den jetzt bezahlen?“

Mehr bei Buchhändleralltag und Kundenwahnsinn [via netbib].

Viel Irving bei Diogenes

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In Sachen Benutzerführung macht die Website des Diogenes Verlags so ziemlich alles falsch, was man falsch machen kann. Man kann den Schweizern daher nur raten, sich eine kompetente Internetagentur zu suchen, die es besser versteht, zeitgemäße und barrierefreie Websites zu erstellen.

Die aktuelle Popup-Orgie wäre eher einer Porno-Website „würdig“ als dem durchaus geschätzten schweizer Verlagshaus.

Aber das ist eine andere Geschichte und soll in einem anderen Beitrag behandelt werden.

Denn eigentlich wollten wir nur darauf hinweisen, dass der Verlag anlässlich des neuen Romans „Bis ich dich finde“ von John Irving eine ganze Menge von Bonusmaterial auf seiner Website anbietet:

  • eine Leseprobe aus „Bis ich dich finde“
  • ein Interview von Rufus Beck mit John Irving
  • eine Hörprobe aus dem Hörbuch, gelesen von Rufus Beck
  • die Daten von John Irvings Lesetour (Die aber leider schon ausverkauft ist)
  • O-Töne von John Irving: er liest ein Stück aus dem Roman und erzählt, warum er die Erzählperspektive des Romans noch gewechselt hat, als der Roman bereits fertig schien
  • sowie einen 15seitigen Text, den John Irving zur Entstehungsgeschichte seines neuen Romans schrieb

Leider funktioniern die O-Töne auf unseren Redaktionsrechnern auch nicht. Quicktime meldet ständig „Zeitlimit überschritten“. Und wer – wie wir zunächst – ebenfalls keines der Popup-Fenster sieht, da er oder sie zeitgemäß mit einem Popup-Blocker unterwegs ist, für die oder den haben wir oben zumindest die PDF-Dateien frech direkt verlinkt.

Ein Jahr betreutes Schreiben

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Die Volkshochschule München bietet ab März wieder einen ganz besonderen Schreiblehrgang an. Ein ganzes Jahr lang werden die Teilnehmer von erfahrenden Ausbildern betreut. Aus dem Kurs-Flyer:

Der Jahreslehrgang bietet die Möglichkeit, sich über einen längeren Zeitraum intensiv mit dem Schreiben in Theorie und Praxis zu beschäftigen und die handwerklichen und künstlerischen Fähigkeiten in der Zusammenarbeit mit erfahrenen Autoren zu erweitern und zu diskutieren. Berufsbezogene Aspekte werden berücksichtigt. Erfahrungen im Schreiben werden vorrausgesetzt.

730 Euro sind zunächst viel Geld, doch umfasst der Kurs insgesamt 92 Unterrichtseinheiten. Neben dem Schreiben selbst werden auch juristische Aspekte und die Selbsvermarktung Themen sein.

Ein Flyer im PDF-Format mit allen wichtigen Daten gibt es hier zum Download.

Mit falschen Behauptungen gegen Piraten

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Natürlich sollte man gegen Raupkopierer vorgehen. Aber darf man, so wie der Börsenverein des Deutschen Buchhandels, die Leute mit falschen Behauptungen verunsichern? Ist wirklich jedes Mittel recht? Und sind wir demnächst alle kriminell? Alle Piraten?

Die Website der Arbeitsgruppe Piraterie des Börsenvereins definiert für sich: Piraterie ist die unerlaubte Verwertung von Musik- oder Textdarbietungen. Soso. Der Brockhaus sagt: Die an der Piraterie Beteiligten dürfen von jedem Staat auf hoher See oder in anderen völkerrechtlichen Gemeinschaftsräumen verfolgt und bestraft werden.

Hoffen wir also, dass wir demnächst nicht im Tretboot von einem Mitglied der Arbeitsgruppe mit einer gebrannten Hörbuch-CD erwischt werden.

Romanfigur ist versteigert

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Die „Rolle“ im neuen Roman von Alban Nikolai Herbst (wir berichteten) ist versteigert. Für 645,00 Euro ging sie schließlich bei ebay weg. Dazu Herbst in einer Pressemeldung:

Die Aktion war ein schönes Spiel, das in einigen großen Feuilletons eben die Vorurteile gegen mich der Öffentlichkeit auf dem Tablett servierte, mit denen ich es seit Jahren zu tun habe: mein Aussehen, der Schmuck, den ich trage, meine Herkunft vor allem und dass mich Frauen mögen offenbar sind die Leute das von sich selbst nicht gewöhnt. Jedenfalls werden rundweg außerliterarische Kriterien an mich und, was ebenso peinlich ist, an mein Werk angelegt. Insofern war die ebay-Auktion eine Provokation. Es hätte heikel werden können, hätte niemand etwas geboten. Es waren aber 36 Bieter. Dass ich mit einer solchen Aktion nicht reich werden würde, war mir von Anfang an klar; darum geht es mir ja auch nicht. Ich bin auch ganz froh darum, dass es nun eben nur eine Nebenfigur wurde; so bleibt in jedem Fall mein poetisches Konzept, insbesondere bei ARGO, gewahrt.
Ich stehe mit Herrn Richter, der in Wien lebt, seit heute morgen in einem ersten Kontakt. Was er sich genau vorstellt, kann ich im Augenblick noch nicht sagen. Wir werden sehen.

ebay bietet uns – natürlich haben wir auch mitgeboten – per eMail eine „ähnliche“ Auktion an: „Werden Sie „Chef“ einer Wohnanlage mit 25 Einheiten!“ Nein Danke! Dann lieber Romanfigur.

Podcasts sofort hören

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Wir haben einen neuen Service auf unserer Podcast-Seite eingebaut. Ab sofort gibt es dort bei jedem Eintrag einen neuen Button, über den man die Podcastfolgen ohne lange Download-Zeit sofort anhören kann. Praktisch für Leute mit langsamer Internetverbindung oder um mal kurz in eine Folge reinzuhören. Selbstverständlich können die Folgen nachwievor auch komplett als MP3-Datei heruntergeladen werden, um sie auf dem iPod oder auf jedem beliebigen MP3-Player anzuhören. Wir empfehlen natürlich das automatische Abonnement über den RSS-Feed oder direkt über Apples iTunes, sodass Sie keine Folge verpassen.

Brüste

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Typisch Stern! Vornehmlich bei Gesundheitsthemen müssen verkaufsfördernde nackte weibliche Brüste auf das Titelbild. So auch in dieser Woche. Ups, ist ja gar nicht der Stern, ist ja der SPIEGEL…

Pionier des Podcasting

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Das Branchenmagazin „buchreport“ berichtet in seiner aktuellen Monatsausgabe 2/2006 auch übers Podcasten in der Welt der Bücher. Neben Arik Meyer von audible.de und Ulrike Schwermann vom Rowohlt Verlag kommt im Artikel auch Wolfgang Tischer, der Chefredakteur des literaturcafe.de, zu Wort und wird als „Pionier des Podcasting in der Bücher-Branche“ bezeichnet. Das freut uns natürlich sehr. Zu unserem Podcast geht’s hier lang.

Der Artikel steht als pdf-Datei kostenlos zum Download bereit (70 kByte).

Ein Autor braucht Hilfe

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Die Versteigerung einer Romanfigur durch Alban Nikolai Herbst (wir berichteten) hat offenbar ernsthafte existenzielle Hintergründe. So schreibt die FAZ: Er appelliert dringend an einen möglichen Mäzen, der ihm für ein Jahr die Miete von 155 Euro bezahlt. Und auch die Scham, die ihm noch den Brief des Freundes als so peinlich erscheinen ließ, hat er sich abgewöhnt: Ich habe bei diesem Anliegen kein schlechtes Gewissen, sondern stehe da in einer Tradition, der man, so bitter sie auch ist, stolz ins Auge sehen kann.

Also mitsteigern!

Schreibtrainer

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Der Schreibtrainer, die elementare Arbeitshilfe für alle, die in Hochschule und Beruf schreiben. Von der Vorbereitung bis zur Textüberarbeitung wird das ganze Spektrum des Schreibens in acht Kapiteln behandelt. [via Duftender Doppelpunkt]

Auf der Suche nach dem Unwort

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"Entlassungsproduktivität" heißt das Unwort des Jahres. Sie haben dieses Wort zuvor noch nie gehört? Wir hier in der Redaktion auch nicht. Und Thomas Knüwer vom Handelsblatt auch nicht. Und das Handelsblatt müsste es ja eigentlich kennen. Knüwer hat sich auf die Suche begeben. Merkwürdig, wenn ein Wort so un- ist, dass es keiner kennt. [via Martin Röll]

Selbst durch ebay zur Romanfigur werden

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Bislang hatte er es eher schwer, wenn er reale Personen in seine Romane eingebaut hat. Der Schriftsteller Alban Nikolai Herbst kämpfte in mehreren Instanzen darum, dass sein Buch „Meere“ wieder im Handel erscheinen darf. Eine ehemalige Lebensgefährtin hatte geklagt, dass sie in diesem Werk zu genau zu erkennen sei und dies ihre Persönlichkeitsrechte verletze. Sie bekam Recht und „Meere“ darf seitdem nicht mehr verkauft noch darf daraus öffentlich zitiert oder vorgelesen werden.

Nun geht Herbst den umgekehrten Weg: Bei ebay versteigert er eine Romanfigur in seinem nächsten Werk. Die Rolle kann Ihren Wünschen entsprechen und Ihren Namen tragen; Sie können etwas sein, was Sie immer schon sein wollten, so Herbst in der „Artikelbeschreibung“ bei ebay.

Die Idee freilich ist nicht mehr ganz neu. Zuletzt versteigerten einige US-amerikanische Autoren, darunter auch Stephen King, Figuren ihrer Romane für einen wohltätigen Zweck.