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lesen! mit Osama Bin Laden

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Nicht nur die Werke, die Elke Heidenreich empfiehlt, werden zu Bestsellern. Auch den Literaturtipps von Osama Bin Laden folgt man gerne. So gab Bin Laden den Amerikanern auf dem am Donnerstag ausgestrahltem Band den Tipp, doch mal William Blums „Rogue State“ (Schurkenstaat) zu lesen. In diesem Buch greift der Autor die amerikanische Außenpolitik scharf an. Auf der Hitliste von Amazon.com schnellte das Werk nach der Veröffentlichung des Tonbands von Platz 205.763 auf Platz 26 vor, berichtet der Standard.

Bei Amazon.de ist der Titel aktuell (22.01.2006/22:45) auf Platz 305.

William Blum: Rogue State: A Guide to the World’s Only Superpower. Taschenbuch. Oktober 2005. Common Courage Press. ISBN 1-56751-374-3. EUR 17,95 (Bestellen bei Amazon.de)

Alice Schwarzer wird ein Mann

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Alice Schwarzer wird als „Journalist (sic!) des Jahres“ in Berlin geehrt.

Toter Hacker legt wikipedia.de lahm

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Einem Hackerangriff der besonderen Art ist derzeit die deutsche Web-Adresse der freien Enzyklopädie Wikipedia ausgesetzt. Wer wikipedia.de aufruft, landet derzeit nicht mehr auf der Startseite des digitalen Nachschlagewerkes, sondern bei einem Hinweis auf ein juristisches Verfahren.

Allerdings ist die deutsche Ausgabe von Wikipedia nicht abgeschaltet. Sie ist nachwievor unter der alternativen Adresse https://de.wikipedia.org erreichbar.

Eine juristische Auseinandersetzung ist der Grund, warum die Weiterleitung der de-Adresse derzeit deaktiviert ist. Die Eltern des 1998 verstorbenen Hackers „Tron“ wollen verhindern, dass sein wirklicher Name Boris Floricic in einem Wikipedia-Artikel genannt wird. Damit verbunden ist die Frage, ob Floricic eine Person der Zeitgeschichte ist oder nicht. Floricic alias Tron wurde 1998 in einem Park erhängt aufgefunden. Seitdem ranken Verschwörungstheorien um seinen Tod. Nach den offiziellen Ermittlungen war es Selbstmord, was jedoch von einigen angezweifelt wird. Selbst ein Buch ist über den Tod Trons geschrieben worden. Sein wirklicher Name ist also alles andere als ein Geheimnis.

Dennoch ist es den Eltern mit einer Einstweiligen Verfügung gelungen, wegen eines Artikels und der Nennung eines Namens die komplette Weiterleitung von wikipedia.de auf de.wikipedia.org zu verhindern.

Was Hacker, Dummschwätzer und Saboteure nicht schaffen, das besorgen scheinbar am Ende die Gerichte und Rechtsanwälte. So wird vermutet, dass der von Floricics Eltern beauftragte Anwalt Friedrich Kurz natürlich ein erhebliches Eigeninteresse an dem Fall hat. Siegt er vor Gericht, so wird er sich vor Aufträgen von anderen Personen und Firmen nicht retten können, die dann ebenfalls unliebsame Passagen in der Wikipedia juristisch verbieten lassen wollen.

Update: Mittlerweile darf von wikipedia.de wieder weitergeleitet werden. Das Ende des Rechtsstreits bleibt jedoch weiterhin offen.

Stephen King am Telefon

Stephen King: PulsAm 24. Januar 2006 erscheint das neue Buch von Stephen King mit dem Titel „Cell“. Und diejenigen, die Handys immer schon als Teufelszeug abgetan haben, werden darin bestätigt.

Ein spezielles Signal – the pulse – lässt Handy-Besitzer zu Mordmaschinen werden. Die Welt versinkt im Chaos und die wenigen Nicht-Handy-Besitzer, die „Normies“, kämpfen um ihr Leben.

Die Veröffentlichung des neuen Werkes wird von einer massiven mobilen Werbekampagne begleitet. Was normalerweise eher in der Musikbranche üblich ist, erreicht dank Stephen King nun auch die Buchwerbung. Auf einer Website können sich (amerikanische) Handy-Nutzer Klingeltöne und Handy-Hintergrundbilder herunterladen. Zur Auswahl stehen zwei Sprüche von Stephen King: „Beware. The next call you take may be your last.“ und „It’s okay, it’s a normie calling.“ Das Hintergrundbild ist nichts weiter als das Buchcover.

Mit banalen Klangschnipseln und Hintergundbildern, die man üblicherweise auf vielen Werbesites kostenlos herunterladen kann, versucht man nun erstmals, neben den Einnahmen aus dem Buchverkauf zusätzliche Geldquellen zu erschließen. Sue Fleming, Marketingleiterin beim Verlag Simon & Schuster, sieht hier Dank der Popularität Kings durchaus hohe zusätzliche Einnahmen. Pro Klingelton oder Wallpaper-Motiv werden immerhin 1,99 Dollar fällig.

Zum Start des Buches werden außerdem 100.000 SMS-Nachrichten verschickt, die für die Website www.cellthebook.com werben.

King selbst äußert sich kritisch über Handys. Für ihn sind sie die Sklavenketten des 21 Jahrhunderts. Wenn man ein Handy besitze, werde man davon abhängig, so King. Und die Leute können dich immer finden.

Praktisch zusammenlaufen

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Klare Sprache zeichnet den überzeugenen Redner aus. Und keiner redet besser als der bayerische Landesvater. Wir liegen jetzt noch Tränen lachend unter dem Tisch. Unbedingt anhören!
Stoiber erklärt den Transrapid (MP3-Datei, 0,5 MByte) [via Werbeblogger]

Update: Laut Mario Sixtus stammt der Ausschnitt vom Neujahrsempfang der Münchner CSU am 21.01.2002 im alten Rathaus.

Märchen auf Wunsch

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Sehr schön ist der Comic „Die Lösung von Kringeln“ von Zeichner Haggi. Der Comic-Strip mit 12 Bildern ist auf der Website des SPIEGELs zu finden.

Das erinnert an die Qualität so manchen Buches oder Films. Nur, dass sich im echten Leben der Erzähler oder Autor in der Regel nicht – wie im Comic – schlecht vorkommt (was in Ordnung ist), sondern sein Werk ob des „großen Erfolgs“ sofort an einen Verlag schickt.

Und ich dachte, es sei Liebe

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Frau Berg schreibt uns heute u.a. in ihrem Newsletter:

liebe quarktaschen.
ich möchte nicht versäumen ,euch dringend zu raten, das bei dva erscheinede buch: und ich dachte, es sei liebe—abschiedsbriefe von frauen–zu kaufen, das bald erscheint.einige von euch , geschätzte bratschen, haben dazu briefe ehm, gespendet, ander haben vielleicht freude, an anderer leuts kummer.

Und das klingt wirklich interessant, sodass sich die Café-Redaktion das Buch sofort vorbestellt hat.

Sibylle Berg: ‚Und ich dachte, es sei Liebe‘. Gebundene Ausgabe. Dva. ISBN 3-421-05920-9. EUR 17,90. Ersch.: Februar 2006 ((Vor-)Bestellen bei Amazon.de)

Bücher bleiben bei 7

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Der ermäßigte Mehrwertsteuersatz von 7 Prozent für Kulturgüter (also auch für Bücher) bleibt auch nach der geplanten Erhöhung des Regelsatzes von 16 auf 19 Prozent zum 1. Januar 2007 gleich. Der kulturpolitische Sprecher der Unionsfraktion, Wolfgang Börnsen (CDU), sprach von einer «kleinen Sensation» und einer guten Botschaft für alle Bereiche der Kultur. Der ermäßigte Steuersatz betreffe vor allem auch den Kunst- und Buchhandel, das Kino sowie Eintrittskarten in Theater und Museen.

Eindeutig übernommen

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Martina Kieninger gewann 1996 den ersten Internet-Literaturpreis, der damals von der ZEIT vergeben wurde und die derselben weit voraus war. Kieninger war mit ihrem Beitrag „Der Schrank. Die Schranke.“ der erste Literatur-Star einer neuen Literaturszene. Nur hat es keiner gemerkt, und heute ist man sich nicht mal mehr sicher, ob das Internet überhaupt eine neue Literaturform geschaffen hat.

Im Jahre 2000 nahm Martina Kieninger dann am renommierten Showlese-Wettbewerb, dem Ingeborg-Bachmann-Preis“, teil. Die Kritikerrunde war über ihrem Text „Die Leidensblume von Nattersheim“ sehr geteilter Meinung.

Nun hat Martina Kieninger ihr erstes gedrucktes Buch veröffentlicht, dass ebenfall die Geschichte der „Leidensblume von Nattersheim“ schildert. Wenn ein Autor die Kontrolle über seinen Stoff verliert, kann ein Meisterwerk entstehen vorausgesetzt, er gewinnt sie irgendwann wieder. Das vorliegende Buch erscheint dagegen eher als Ergebnis einer bloßen Wucherung; allzu willkürlich, zu wenig reflektiert ist der Umgang mit den Figuren und der Handlung. (…) Mit dem Versuch, gleich drei Exempel der hartnäckigen Liebe zum Irrationalen vorzuführen, hat sich Martina Kieninger in ihrem Debüt aber eindeutig übernommen. So schreibt es Christoph Haas in der Süddeutschen. Schade.

Martina Kieninger: Die Leidensblume von Nattersheim. Gebundene Ausgabe. August 2005. Liebeskind. ISBN 3-935890-30-3. EUR 18,90 (Bestellen bei Amazon.de)

Romanschreiben ist in Deutschland Volkssport

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Das Schreiben von Romanen ist nach Ansicht des Literaturkritikers Marcel Reich-Ranicki (85) zu einem „Volkssport“ in Deutschland geworden. „In Deutschland gibt es ja wenige Menschen, die keinen Roman geschrieben haben“ [Weiter beim Standard…]

Aufgepasst, liebe Schüler!

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Bevor ihr wieder völlig in Verzweiflung geratet, weil euch euer Lehrer die Aufgabe gegeben hat, bis morgen herauszufinden, wann Goethe geboren wurde („Goethe? Verdammt, wer ist Goethe?“) und wie zwei seiner Werke heißen und ihr wieder ganz aufgeregt eMails an die Redaktion des literaturcafe.de oder Einträge im Forum schreibt (vornehmlich mit dem aussagekräftigen Betreff „Brauche Hilfä!!!!“), solltet ihr euch mal diese wirklich gut gemachte Broschüre aus der Schweiz anschauen (PDF-Format 1,4 MByte). Da steht nämlich drin, wie man im Netz recherchiert und Informationen findet. Also, liebe Schüler, runterladen und lesen! Und wer’s nicht macht, der schreibt 100 Mal an die Tafel „Ich suche auf google.de, bevor ich überflüssige Fragen stelle!“ [via netbib]

Eichborn Verlag startet Autorenwettbewerb

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Aus Anlass seines 26jährigen Bestehens veranstatet der Eichborn Verlag einen Autorenwettbewerb. Egal, ob es ein Roman ist oder eine originelle Erzählung, der Verlag freut sich über neue „eichbornige“ Autoren. Was das ist, erklärt der Verlag in seiner Pressemitteilung: geschrieben mit Intellekt und Humor aus spitzer Feder und von einem verfasst, der sprachlich virtuos, ein literarisches Kaliber, aber dennoch nicht bierernst zu nehmen ist. Der Text sollte mindestens 150 und maximal 350 Seiten lang sein. Eine kompetente Jury sichtet die Texte und der Gewinner oder die Gewinnerin erhält 26×26 Euro Preisgeld – und die Chance, dass das Werk vielleicht beim Eichborn Verlag erscheint. Der Gewinner wird auf der Frankfurter Buchmesse 2006 bekannt gegeben.

Übrigens: Falls Sie jetzt Ihren 700 Seiten starken Roman einreichen wollen, den Sie schon seit Jahren in der Schublade haben und die Schrift auf 6 Punkt runtersetzen, damit er unter 350 Seiten kommt: das wird nicht funktionieren. Bei solchen Angaben sind stets Normseiten gemeint.

Einsendeschluss ist der 26. Mai (Poststempel). Der Text muss per Post eingereicht und eindeutig mit dem Stichwort: „Jubiläumsautor“ (Eichborn Verlag / Kaiserstr. 66 / 60329 Frankfurt a.M.) versehen werden.

Bitter!

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Innenminister Schäuble sagt, er wolle auf Erkenntnisse durch Folter nicht verzichten. Kein Wunder, seine Beine kann man ruhig brechen, er merkt es ja nicht. [Autor Hermann Mensing am 6.1.2006 in seinen Alltagsbetrachtungen]

Kreatives Schreiben für den Tagesspiegel

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Wer schon immer mal eine Sensationsgeschichte für eine große Tageszeitung schreiben wollte, kann dies nun beim Tagesspiegel tun. Freilich nicht für die echte Ausgabe, sondern beim kreativen Schreibspiel „Sensation!“. Als Autor steht man hier vor der Aufgabe, innerhalb von nur fünf Minuten eine mögichst originelle Meldung zu vorgegebenen Begriffen zu schreiben. Andere Nutzer wiederum müssen diese Werke bewerten, sodass sich dann die Startseite eine fiktiven Online-Zeitung zusammensetzt, auf der sich die besten Beiträge wiederfinden.

Sowohl konzeptionell als auch technisch ist dieses kleine kreative Schreibprojekt hervorragend umgesetzt und es macht Spaß, gegen die unerbittlich tickende Uhr anzuschreiben und die Beiträge der anderen Nutzer zu lesen.

Kompliment an den Tagesspiegel, denn solche witzigen Online-Projekt sind selten. Aber das sind die Websites und Aktionen, die wir gerne in unsere Linkliste aufnehmen.

Bedrohte Wörter

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Bodo Mrozek hat es sich zur Aufgabe gemacht, im Internet unter Mithilfe von Lesern eine Liste von Wörtern zusammenzustellen, die vom Aussterben bedroht sind. Er ist nicht der einzige, aber er macht es öffentlich.
Aber offenbar ist den Lesern nicht immer zu trauen: Einspänner z. B. findet sich zuhauf in vielen österreichischen Getränkekarten, auch der Elchtest begegnet einem immer noch, während wir beim noch nie gehörten Düffeldoffel alle Segel streichen – es muss sich wohl um eine ziemlich triefelige oder bescheuerte Person handeln.
Das scheint nicht ganz falsch, denn dieses Wort stammt laut einem Flinx2000 von Herbert Wehner, der legendär beim Erfinden von Schmähwörtern war.