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Beitrag vom 3. Januar 2014 | Rubrik: Notizen

Webstatistik richtig lesen: Was die 20 populärsten Beiträge 2013 verraten

Piwik-AuswertungKeine Facebook-Fanseite und kein Twitter-Account ist so wichtig wie die eigene Website! Jede Autorin und jeder Autor sollte ein Blog oder eine Homepage am besten mit dem eigenen Namen als Web-Adresse besitzen. Denn nur über die eigene Website hat man die volle Kontrolle und das Hausrecht. Aktivitäten in den »sozialen Medien« sollten auf die Website verweisen.

Und nur für die eigene Website erhält man verlässliche Statistiken. Doch die nützen nichts, wenn man sie nicht regelmäßig analysiert. Wir werfen einen Blick auf die Top-Beiträge des literaturcafe.de im vergangenen Jahr 2013 und zeigen, worauf man achten und wie man die Zahlen bewerten sollte.

Womit zählen?

Als Quasi-Standard-Werkzeug für die Web-Auswertung hat sich Google Analytics etabliert. Die Nutzung ist kostenlos und die Auswertungen umfangreich. Nach Ansicht von Datenschutzexperten hält Google Analytics mittlerweile auch deutsche Datenschutzrichtlinien ein. Auch große Websites wie SPIEGEL oder ZEIT verwenden die Google-Auswertung.

Dennoch bleiben die Fragen: Warum stellt Google ein solches Tool kostenlos zur Verfügung, und was passiert mit den Daten? Wie profitiert der Suchmaschinenanbieter davon, dass nur er ein ungeheures Vergleichspotenzial zwischen den Websites hat? Darüber kann nur spekuliert werden.

Tatsache ist jedoch, dass die sensiblen Statistikdaten der eigenen Website bei Google auf US-Servern liegen, was nicht nur seit der Untergrabung der Bürgerrechte durch die NSA ein ungutes Gefühl hinterlässt.

Als Alternative zu Google Analytics hat sich daher sei einigen Jahren Piwik etabliert. Piwik ist die in Deutschland nach Google Analytics am häufigsten genutzte Web-Auswertung. Sie bietet gleich drei Vorteile:

  1. Piwik ist Open-Source und daher kostenlos
  2. Piwik kann auf dem eigenen Server installiert werden, sodass Dritte auf die Daten keinen Zugriff haben
  3. Piwik erfüllt deutsche Datenschutzrichtlinien und wird von Datenschützern empfohlen

Mit der Version 2.0, die im Dezember 2013 erschienen ist, hat Piwik auch im Funktionsumfang dicht auf Google Analytics aufgeschlossen.

Im literaturcafe.de setzen wir schon seit Jahren Piwik ein und sind mit dieser Software sehr zufrieden. Es ist beruhigend zu wissen, dass die sensiblen Statistikdaten nicht an Dritte geschickt werden – auch nicht an Statistik-Dienstleister.

Wie bereits vor einem Jahr haben wir uns mit Piwik einmal angeschaut, welche Beiträge im literaturcafe.de im Jahr 2013 die gefragtesten waren.

Die am häufigsten aufgerufenen Beiträge im literaturcafe.de des Jahres 2013

  1. Kindle Bücher kostenlos: Die besten Gratis-Quellen – und was ist noch legal?
  2. Praxistest: Die beste Hülle für den Kindle Paperwhite
  3. Ausführlicher Test: Der neue Kindle Paperwhite 2013 von Amazon
  4. Die Normseite: Dokumentvorlagen zum Download für Ihre Textverarbeitung
  5. Erfahrungsbericht: Das eigene Kindle-E-Book bei Amazon verkaufen
  6. Amazon Kindle: 10 Tipps wie Sie Ihr eigenes E-Book veröffentlichen und 70% Autorenhonorar bekommen
  7. Tolino Shine im ausführlichen Test: Kindle-Killer oder Kindle-Clone?
  8. Welche Verlage und Literaturagenten wir Ihnen empfehlen können
  9. Apples iBooks: 10 Tipps und Warnungen fürs Lesen auf dem iPhone
  10. Ausfühlicher Test: Der Kindle Fire HD – Lohnt sich der Kauf für Leser?
  11. Die Leiden des jungen Werthers als kostenloses Hörbuch
  12. Wie schreibe ich ein Exposé? – Zu Besuch bei der Text-Manufaktur Leipzig
  13. Bitte nicht: Die 5 peinlichsten Romananfänge von Hobby-Autoren
  14. »Ich bin nicht meine Eltern« – Über das Buch »Räuberhände« von Finn-Ole Heinrich
  15. Künftiger Hanser-Verleger Jo Lendle: »Verlage sind nicht mehr nötig«
  16. Kostenloses Hörbuch, E-Book und iBook: »Lenz« von Georg Büchner als Download
  17. Tom Liehr: »Selfpublishing ist keine Alternative – und erst recht kein Allheilmittel«
  18. Zehn Frechheiten, die Selfpublisher unterlassen sollten
  19. The Secret: Das Hochglanzbuch des positiven Denkens
  20. Peter Stamm, Agnes – oder wie man Schülern die Lust am Lesen austreibt

Und was bedeutet das?

Für die Liste ausschlaggebend sind so genannte »einmalige Seitenansichten«, bei der – so gut es geht – versucht wird, Mehrfachaufrufe durch dieselben Nutzer auszuschließen.

Es zeigt sich deutlich, dass der Kindle und E-Book-Themen die Liste beherrschen. Der Spitzenreiter vom Vorjahr ist es auch diesmal: Tipps für kostenlose Kindle-Bücher. Auf Platz 2 folgt interessanterweise unser Test von Kindle-Schutzhüllen, gefolgt vom Test des neuen Kindle Paperwhite. Der Test des Konkurrenten Tolino hat es immerhin auf Platz 7 geschafft, ein (älterer) Beitrag zu Apple iBooks folgt auf Platz 9.

Mit dem Werther und dem Lenz stehen auch zwei kostenlose Hörbuch-Downloads auf der Liste.

Weit nach oben haben es die 5 peinlichsten Romananfänge gebracht. Die erste Buchrezension ist dann auf Platz 14 zu finden: »Räuberbande« von Finn-Ole Heinrich. Diese Besprechung findet sich schon seit über 4 Jahren im literaturcafe.de, jedoch ist das Buch Pflichtlektüre in der Schule, sodass viele Schüler danach suchen werden. Ähnlich verhält es sich auch mit dem kontroversen Beitrag zu Peters Stamms »Agnes«, der Sternchenthema an Baden-Württembergs Gymnasien ist. Mittlerweile, so ist uns zu Ohren gekommen, wird unser Text bereits von einigen Deutschlehrern im Unterricht eingesetzt.

Erstaunt hat uns, dass es die ebenfalls schon über 4 Jahre alte Besprechung des Lebenshilferatgebers »The Secret« auch unter die Top-20 geschafft hat.

Müssen wir keine neuen Beiträge mehr schreiben?

Blickt man auf die Liste, so stellt man fest, dass über die Hälfte der Beiträge gar nicht im letzten Jahr erschienen sind. Einige sind sogar mehrere Jahre alt. Besonders Dauerbrenner wie die Normseite oder eben Tipps zu Gratis-Büchern und Downloads generieren viele Zugriffe via Google. Muss man also gar nicht so viel neue Beiträge verfassen?

Denn umgekehrt erstaunt es, dass Beiträge des literaturcafe.de, die in der Diskussion waren und die bei Facebook und Twitter sehr oft weiterempfohlen wurden, in der Liste gar nicht auftauchen. Bei näherer Betrachtung ist dies jedoch nicht verwunderlich: Der Grund liegt im Jahreszeitraum, bei dem Beiträge mit einem gleichmäßigen monatlichen Abruf am Jahresende mehr Zugriffe zusammenbringen als Artikel, die ein oder zwei Monate heiß diskutiert werden, die in dieser Zeit auf Platz 1 standen, deren Zugriffe dann aber abflachten.

Der zweite Grund, warum es einige oft aufgerufene Beiträge nie auf die Liste schaffen werden, liegt am Datum der Veröffentlichung. Wenn Artikel zum Jahresende hin erscheinen, haben sie es schwerer, auf eine solche Top-20-Liste zu kommen. Und selbst wenn der Beitrag am Anfang des darauffolgenden Jahres noch sehr häufig gefragt ist, kann es sein, dass er es auch im Folgejahr nicht auf die Top-20-Liste schafft.

Eine Jahresliste, die einen Zeitraum von Juli bis Juni abdeckt, kann also ganz andere Beiträge an der Spitze zeigen. Wie immer sollte man Statistiken mit Bedacht lesen – das gilt natürlich auch für Web-Statistiken.

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