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Beitrag vom 31. März 2010 | Rubrik: Buchkritiken und Tipps, Schreiben

Titus Müller: Vom Abenteuer, einen Roman zu schreiben

Buch: Titus Müller: Vom Abenteuer, einen Roman zu schreibenDieses Büchlein macht einfach Freude! Alleine, es zur Hand nehmen, es anzufassen, lässt das Autoren – und Leserherz höher schlagen. Ein Buch, eher ein Büchlein, im Format eines Notizkalenders, dazu in Leinen gebunden und mit Lesebändchen versehen. So etwas kann sich sehen lassen. Denn die Textmanufaktur hat nicht nur ein Faible für gute Texte, sondern schön gemachte Bücher.

Für den Inhalt zeichnet sich Titus Müller, Autor zahlreicher historischer Romane, verantwortlich. Der Klappentext empfiehlt das Buch für »Schreibanfänger und für fortgeschrittene Autoren, die sich ihrer Fähigkeiten wieder versichern wollen.«

Doch das kleine Bändchen ist weit mehr als nur ein Leitfaden zum Schreiben. Titus Müller versteht es auf meisterhafte Weise, seine Tipps und Erfahrungen in Geschichten zu packen. So liest sich das Buch nicht wie ein Ratgeber, sondern eher wie ein Roman.

Seine Anekdote, wie er als Kind vor Weihnachten im Kleiderschrank seiner Mutter nach seinen Geschenken sucht, sie findet und sich damit die Vorfreude auf das Weihnachtsfest ruiniert, beschreibt sehr bildhaft, die Aufgabe des Autors, Antworten so lange wie möglich herauszuzögern. Es sind diese kleinen Geschichten aus seinem Leben, die er erzählt und mit denen er einen Kontext zum Schreiben herstellt, die die Lektüre so bereichernd und vergnüglich machen. Doch der Autor ist sich nicht zu schade, auch seine Schattenseiten ins Licht zu rücken. Mit jedem Buch, das er veröffentlicht hat, lernte Titus Müller dazu. Fehler, die er in früheren Büchern gemacht hat, werden nicht verschwiegen. Vielmehr zeigt der Autor auf, was er falsch machte und wie er heute solche Fehler vermeidet.

Erfrischend liest sich die Einleitung, die er »Zehn Arten, sich zum Schreiben zu motivieren« nennt. Und Titus Müller verrät ein Geheimnis: »Habe ich schon erwähnt, dass das größte Geheimnis des Schreiben ist, dass man dranbleibt, weitermacht, nicht aufgibt? Ein schlechtes Manuskript kann man am nächsten Tag überarbeiten. Ein leeres Blatt Papier nicht.«

Und damit das Schreiben besser gelingt gibt er auf 81 Seiten seinen Erfahrungsschatz weiter. Der Leser erfährt, wie man Spannung aufbaut, Figuren Leben einhaucht und wie ein Manuskript durch Überarbeiten den richtigen Schliff erhält.

Ergänzt wird das Buch durch Interviews mit Andreas Eschbach, Rebecca Gablé und Kai Meyer. Dem schließen sich etliche leere Seiten für Raum für eigene Notizen. Vielleicht um sie bei einem Schreibseminar mit Titus Müller zu füllen?

»Vom Abenteuer, einen Roman zu schreiben« ist ein Bändchen, von dem Schreibanfänger wie auch fortgeschrittene Autoren profitieren werden. Sei es, um neue Inspirationen zu erhalten oder einfach nur, um zu erfahren, dass selbst angesehenen Autoren das Schreiben nicht immer leicht fällt. Denn, um mit Titus Müller Worten zu enden: » Es ist verdammt schwer, einen Roman fertigzustellen. Andererseits, wenn es leicht wäre, wäre es kein Abenteuer.«

Birgit-Cathrin Duval

Titus Müller: Vom Abenteuer, einen Roman zu schreiben. Taschenbuch. 2015. epubli. ISBN/EAN: 9783737527347. EUR 9,99 » Bestellen bei Amazon.de
Titus Müller: Der Kuss des Feindes: Historischer Roman. Gebundene Ausgabe. 2012. FISCHER KJB. ISBN/EAN: 9783596854455. EUR 14,99 » Bestellen bei Amazon.de
Titus Müller: Vom Abenteuer, einen Roman zu schreiben: Mit Interviews mit Andreas Eschbach, Rebecca Gablé und Kai Meyer. Kindle Edition. 2015. epubli » Herunterladen bei Amazon.de
Titus Müller: Der Kuss des Feindes: Historischer Roman. Kindle Edition. 2012.  » Herunterladen bei Amazon.de

2 Kommentare zu diesem Beitrag lesen

  1. marsav schrieb am 12. April 2010 um 19:47 Uhr

    Hab mir das Buch bestellt bei Amazon. Es ist wirklich sein Geld wert.
    Der Autor hat mich doch wirklich dazu gebracht, dass ich nun seit ich das Buch gelesen habe, täglich fast eine Stunde an meinem Buch weiterschreibe. Nach fast einem Jahr “Schreibblockade” (oder Faulheit??).
    Auch die Aufmachung des Büchleins ist einfach super. Es fällt in der Handtasche überhaupt nicht auf und nimmt auch keinen wichtigen Platz darin weg. Das rote Bändchen als Lesezeichen – einfach klasse!
    Nur einen Nachteil hat dieses Format: Ich brauchte eine neue Lesebrille, da meine bisherige Brille mit dieser Schriftgröße nicht so ganz klar kam.
    Als nächstes kam ich mir zwischendurch vor, wie ein Erstklässler …. der Autor gebraucht Fachausdrücke (Wörter), von denen ich vorher noch nie etwas gehört habe – zumindestens nicht bewußt. Es waren nicht sehr viele – aber da ich von Natur aus sehr neugierig bin und immer gerne wissen will, wovon geredet (geschrieben) wird … ok, nun weiß ich es.
    Aber ansonsten ist das Büchlein super zu lesen und sehr kurzweilig.
    Fazit: sehr empfehlenswert.

    Viele Grüße
    Marsav

  2. Oliver Plöger schrieb am 18. April 2010 um 13:30 Uhr

    Ich glaub, es heißt nicht “zeichnet sich für” etwas verantwortlich, sondern “zeichnet verantwortlich”. Ansonsten: super Beitrag!

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Blogs, die auf diesen Beitrag verlinken

  1. www.ensafh.nl verlinkte am 31. März 2010 um 17:19 Uhr

    […] Lês fierder by literaturcafe.de […]

  2. takkiwrites » Vom Abenteuer, einen Roman zu schreiben verlinkte am 31. März 2010 um 17:39 Uhr

    […] zu schreiben” empfehlen. Warum? Das könnt ihr meiner Rezension entnehmen, die heute im literaturcafe.de erschienen ist. Teile und […]

  3. Schreibhandbuch für Autoren von Titus Müller « Wortwellen verlinkte am 1. April 2010 um 13:12 Uhr

    […] Schreibhandbuch für Autoren von Titus Müller 1 04 2010 Was Nachwuchsautoren sich oft am meisten wünschen und leider selten finden, ist ein Handbuch, ein “HOW TO des Schreibens” sozusagen, das ihnen ein paar erste Tipps vermittelt. Nun, jetzt gibt es wieder eins, eins aus deutschen Landen sogar. Verfasst von Titus Müller, also von keinem Unbekannten sozusagen. Gedacht ist der Leitfaden für »Schreibanfänger und für fortgeschrittene Autoren, die sich ihrer Fähigkeiten wieder versichern wollen.« Mehr dazu gibt es drüben bei Literaturcafé.de. […]