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Kindle Scribe im Test: Lesen und Schreiben mangelhaft

Der Kindle Scribe im Test

Der Kindle Scribe ist ein großer E-Reader, der mit Stift geliefert wird. Auf dem Display kann man nicht nur lesen, sondern auch schreiben und zeichnen. Wir haben getestet, wie gut das funktioniert. Der Scribe kann viel, aber aufgrund der mangelhaften Software nichts davon wirklich gut.

Unser Test erfolgte wie immer mit einem selbst gekauften Seriengerät. Beim Test war die Software-Version 5.16.1 aktuell.

Video: Der Kindle Scribe im Test

Großes 10,2-Zoll-Display

Als Zubehör werden ein USB-Kabel, ein Stift und Ersatzspitzen mitgeliefert. Das war's ein Ladeadapter und eine Transporthülle muss man sich bei Bedarf dazukaufen. (Foto: literaturcafe.de)
Als Zubehör werden ein USB-Ladekabel, ein Stift und Ersatzspitzen mitgeliefert. Das war’s. Einen Ladeadapter und eine Transporthülle muss man sich bei Bedarf dazukaufen. (Foto: literaturcafe.de)

Der Kindle Scribe fällt durch seine Größe auf. Während der normale Kindle eine Lesefläche mit 6-Zoll-Diagonale besitzt, ist die des Kindle Scribe 10,2 Zoll groß. Das entspricht in etwa dem DIN-A5-Format. Das mit 300 ppi sehr scharfe E-Ink-Display reagiert schnell und ist trotz seiner Größe gleichmäßig ausgeleuchtet.

Die Zeilen auf dem großen Display sind mitunter sehr leseunfreundlich lang. (Foto: literaturcafe.de)
Die Zeilen auf dem großen Display sind mitunter sehr leseunfreundlich lang. (Foto: literaturcafe.de)
Die Displaygröße entspricht in etwa dem DIN-A5-Format (Foto: literaturcafe.de)
Die Displaygröße entspricht in etwa dem DIN-A5-Format (Foto: literaturcafe.de)
Die Farbtemperatur des Displays in der Einstellung Weiß.(Foto: literaturcafe.de)
Die Farbtemperatur des Displays in der Einstellung Weiß.(Foto: literaturcafe.de)
Die Farbtemperatur des Displays in der Maximaleinstellung Sepia (Foto: literaturcafe.de)
Die Farbtemperatur des Displays in der Maximaleinstellung Sepia (Foto: literaturcafe.de)

Die Helligkeit kann manuell geregelt werden, sie passt sich aber auch automatisch an die Umgebungshelligkeit an. Ebenfalls kann die Farbtemperatur von Weiß bis Sepia eingestellt werden. Dieser Wechsel kann auch automatisch nach Tageszeit erfolgen, sodass der Blaulicht-Anteil, der den Schlaf beeinträchtigen kann, in den Abendstunden reduziert wird. Die beleuchtungstechnische Ausstattung des Scribe-Displays entspricht dem Kindle Paperwhite in der Signature Edition (siehe Test).

Gehäuse, Griffrand und Gewicht

Der Kindle Scribe ist mit einer Abmessung von insgesamt 19,6 x 22,9 Zentimeter sehr groß. Auf einer Seite befindet sich ein breiterer Griffrand. Wird das Gerät um 180 Grad gedreht, dreht sich der Text nicht mit, sodass man den Kindle Scribe problemlos rechts oder links halten oder umgreifen kann. Um im Querformat zu lesen, muss die Ausrichtung manuell geändert werden. Das ist sinnvoll, damit sich der Text beim liegenden Lesen im Bett nicht dreht. Mit 5,1 mm Höhe ist das Gerät sogar flacher als Amazons »kleine« Kindle-Geräte (Paperwhite: 8,4 mm).

Allerdings ist das Gerät aufgrund seiner Größe mit 433 Gramm auch mehr als doppelt so schwer wie der Paperwhite. Hinzu kommt das Gewicht des Stiftes mit rund 15 Gramm.

Der Kindle Scribe als Lesegerät

Kleiner Kindle und großer Kindle Scribe (Foto: literaturcafe.de)
Kleiner Kindle und großer Kindle Scribe. Die Zeilenlängen sind mitunter leseunfreundlich lang. (Foto: literaturcafe.de)

Bevor wir zu den Schreibfunktionen kommen, stellt sich zunächst die Frage: Wie liest es sich auf dem Gerät?

Die Antwort: Leider, nicht so gut wie auf den anderen Kindle-Geräten!

Aufgrund des großen Displays ist die Zeilenlänge bei der üblichen Schriftgröße sehr lang. Typographen wissen, dass dies nicht optimal ist, da der Blickwinkel der Augen relativ groß ist. Daher erscheinen Bücher nicht im Format DIN A4 und Zeitungen haben Textspalten.

Wie auf den anderen Kindle-Geräten kann man u. a. Zeilenabstand, Ränder und Ausrichtung einstellen. Doch leider bietet der Kindle Scribe keine zweispaltige Darstellung. Sie wäre perfekt, um beim Lesen im Querformat eine buchähnliche Darstellung mit rechter und linker Seite zu haben. Ebenfalls negativ beim Lesen ist das Gewicht des E-Readers.

Das große Display mag einzig für Menschen mit Sehschwäche interessant sein. Sie können sich eine große Schriftgröße einstellen ohne dass – wie auf den anderen Geräten – nach wenigen Worten ein Zeilenumbruch erfolgt.

Identische Einstellungen beim großen Scribe und dem kleinen Kindle. (Foto: literaturcafe.de)
Identische Einstellungen beim großen Scribe und dem kleinen Kindle. (Foto: literaturcafe.de)

Von den Software-Funktionen ist der Scribe nahezu vollständig selbst mit dem kleinen Einsteigermodell des Kindle identisch. Per WLAN kann auf den Amazon-Shop zugegriffen werden, das Gerät erlaubt Notizen, Markierungen, ein Nachschlagen von Wörterbüchern und der Wikipedia. Hinzu kommen Übersetzungshilfen und eine Konfiguration für Kinder. Dann sind gewisse Funktionen eingeschränkt und die Kleinen können sich virtuelle Leseabzeichen verdienen.

Als reines Lesegerät ist der normale Kindle oder der Kindle Paperwhite daher dem Kindle Scribe vorzuziehen. Es ist zu hoffen, dass Amazon mit einem Update wenigstens eine lesefreundliche zweispaltige Darstellung fürs Querformat nachliefert.

Notizfunktionen mit Stift

Der Premium-Stift mit belegbarer Umschalttaste (Foto: literaturcafe.de)
Der Premium-Stift mit belegbarer Umschalttaste (Foto: literaturcafe.de)

Kann der Kindle Scribe die Defizite als Lesegerät mit seiner Schreibfunktion ausgleichen?

In zwei Varianten kommt die handschriftliche Notizfunktion zum Einsatz: Man kann in einem E-Book handschriftliche Notizen machen oder in der Notizbuchfunktion die volle Displaygröße für Zeichnungen und Notizen nutzen. Dann kommt man sich vor, als halte man ein Klemmbrett in der Hand.

Handgeschriebenere Text. Es ist fast, als schreibe man auf Papier. (Foto: literaturcafe.de)
Handgeschriebenere Text. Es ist fast, als schreibe man auf Papier. (Foto: literaturcafe.de)

Haptisch ist die Schreib- und Zeichenqualität des Kindle Scribe phänomenal! Man hat tatsächlich den Eindruck, als würde man mit einem dünnen Filzstift auf Papier schreiben. Dazu trägt die nicht vollkommen glatte Displayoberfläche bei. Bei einem Tablet oder dem iPad hat man den Eindruck, man schreibe auf einer Glasplatte und der Stift gleitet viel zu schnell über die Oberfläche. Nicht so beim Kindle Scribe. Die Papierillusion wird durch das schnell reagierende E-Ink-Display perfektioniert.

Manuelle Notizfunktion im E-Book (Foto: literaturcafe.de)
Manuelle Notizfunktion im E-Book (Foto: literaturcafe.de)

Natürlich kann auf einem E-Ink-Display nur schwarz auf weiß geschrieben werden. Die Strichstärken von Stift und Marker können angepasst werden, indem man mit dem Stift länger auf den Button mit der jeweiligen Funktion bleibt. Zusätzlich kann man auf eine Marker- und eine Radierfunktion umschalten.

Der digitale Bleistift

Das Gerät wird entweder mit einem einfachen Stift geliefert, dann erfolgt das Umschalten zwischen den Stiftfunktionen über ein Menü, oder man wählt den teureren »Premium-Eingabestift«. Über einen Knopf am Schaft des Stiftes lässt sich dann zwischen Schreib- und Markerfunktion umschalten. Dreht man den Stift um 180 Grad, so kann man mit dem anderen Ende das Geschriebene ausradieren. Auch das macht die Schreibillusion perfekt und intuitiv. Die Knopfbelegung des Stiftes lässt sich in den Einstellungen auch ändern. Sehr positiv ist, dass der Stift selbst keine Stromversorgung benötigt und nicht aufgeladen werden muss.

Einstellungsmöglichkeiten des Premium Stifts (Foto: literaturcafe.de)
Einstellungsmöglichkeiten des Premium Stifts (Foto: literaturcafe.de)

Wer jetzt aber meint, man könne beim Lesen eines E-Books intuitiv Textstellen markieren oder unterstreichen oder gar am Rand Korrekturen vermerken, wird bitter enttäuscht.

Am Rand wird das Notizmenü angezeigt. Es kann rechts oder links platziert werden. (Foto: literaturcafe.de)
Am Rand wird das Notizmenü angezeigt. Es kann rechts oder links platziert werden. (Foto: literaturcafe.de)

Will man handschriftliche Notizen zu einer Textstelle hinterlegen, so muss man in einem kleinen Menü neben dem Text zunächst die Notizfunktion aktivieren und dann die Textstelle antippen. Nun wird auf gut einem Drittel der Displayfläche ein Eingabefeld angezeigt, in das man mit dem Stift schreiben kann. Danach muss man es schließen und nur eine ganz kleine Grafik zeigt an, dass an dieser Stelle eine Notiz hinterlegt ist. Zum Lesen muss man sie wieder antippen und öffnen. Schade.

Manuelle Notizfunktion im E-Book (Foto: literaturcafe.de)
Manuelle Notizfunktion im E-Book (Foto: literaturcafe.de)
Leider werden die handschriftliche Notizen des Scribe nicht auf die anderen Geräte synchronisiert, nur die getippten. (Foto: literaturcafe.de)
Leider werden die handschriftliche Notizen des Scribe nicht auf die anderen Geräte synchronisiert, nur die getippten. (Foto: literaturcafe.de)

Dies entspricht im Prinzip dem Vorgehen auf den anderen Kindle E-Readern, bei denen man eine Notiz über eine virtuelle Tastatur eintippen kann. Auch der Scribe bietet diese alternative Möglichkeit.

Hat man mehrere Kindle-Geräte oder nutzt man die Kindle-App, so werden die Textnotizen zwischen den Geräten synchronisiert. Nicht aber die handschriftlichen Notizen des Scribe. Das erstaunt, da die Notizbücher sehr wohl mit anderen Geräten synchronisiert werden (siehe unten).

Hinzu kommt, dass der Kindle Scribe keinerlei Texterkennung (OCR) bietet. Auf Geräten wie dem iPad werden handschriftliche Notizen auf Wunsch sofort in Text umgewandelt. Der Scribe kann so etwas nicht.

Will man seine Notizen exportieren und anderswo weiterverarbeiten, kann man sie komplett als PDF-Datei ausgeben lassen. Allerdings nicht direkt. Über einen Teilen-Button kann man eine Empfänger-E-Mail-Adresse eingeben. Die Notizen werden dann an den Amazon-Server geschickt und von dort kann sie der Empfänger über einen Download-Link herunterladen. Natürlich kann man die Notizen auch an sich selbst versenden. Nach derzeit sieben Tagen verfällt dieser Link.

Notizen können nur via E-Mail exportiert werden. Dazu werden diese jedoch auf dem Amazon-Servern abgelegt. (Foto: literaturcafe.de)
Notizen können nur via E-Mail exportiert werden. Dazu werden diese jedoch auf dem Amazon-Servern abgelegt. (Foto: literaturcafe.de)

Will man die PDF-Datei danach weiterverarbeiten, muss man ein weiteres Manko feststellen: Die Notizen sind als Grafiken in der PDF-Datei eingebettet und nicht etwa als skalierbare Vektorzeichnungen. Das schränkt die Weiterverwendung der Notizen extrem ein.

Die Notizbuchfunktion

Alternativ kann man Notizen oder Zeichnungen auch »frei« über die Notizbuchfunktion des Gerätes eingeben. Erstellt man eine neue Seite, wird eine Vielzahl von Layouts angeboten: liniert und kariert in verschiedenen Größen, liniert mit Rand, Tagesagenda und sogar Notenlinien. Ein digitales Notizbuch kann mehrere Seiten umfassen. Man kann es mit einem Namen versehen, den man aber über die virtuelle Tastatur eingeben muss, weil die Software kein OCR beherrscht.

Der digitale Notizblock bietet eine Reihe von Vorlagen. (Foto: literaturcafe.de)
Das digitale Notizbuch bietet eine Reihe von Vorlagen. (Foto: literaturcafe.de)
Eine weitere Notizblockvorlage: Das Storyboard (Foto: literaturcafe.de)
Eine weitere Notizbuchvorlage: Das Storyboard (Foto: literaturcafe.de)
Die Notizblockfunktion bietet auch Notenlinien an (Foto: literaturcafe.de)
Die Notizbuchfunktion bietet auch Notenlinien an (Foto: literaturcafe.de)

Wie schon erwähnt: rein haptisch ist das Schreiben und Zeichnen auf dem Gerät phänomenal!

Nur: Was macht man mit den erfassten Inhalten? Wie bei den Textnotizen lassen sich die Inhalte lediglich als in eine PDF-Datei eingebettete Grafiken via Amazons Server exportieren. Anders als Notizen in einem E-Book, werden die Notizbücher auf der Kindle-App angezeigt (unter dem Menüpunkt »Mehr«), können dort aber nicht bearbeitet werden.

Was aber nützt ein Gerät, auf dem man wunderbar Schreiben und Zeichnen kann, wenn die Software so rudimentär ausgestattet ist, dass man die Inhalte nicht in sinnvollen Formaten weiterverarbeiten kann?

Die Notizblockfunktion bietet auch Notenlinien an (Foto: literaturcafe.de)
Die Notizbuchfunktion bietet auch Notenlinien an (Foto: literaturcafe.de)

Auch hier kann man nur hoffen, dass Amazon eine Texterkennung und die Vektorisierung der Inhalte mit einem Software-Update nachliefert.

PDF- und Word-Dateien bearbeiten

Wie alle Kindle-Geräte unterstützt der Kindle Scribe das PDF-Format und das Word-Format (docx) indirekt. Der normale Kindle oder der Kindle Paperwhite sind mit ihren kleinen Displays in der Praxis für die Lektüre von PDF-Dateien im DIN-A4-Format nur sehr eingeschränkt zu verwenden. Ein Vergrößern und Hin- und Herschieben verläuft auf den E-Ink-Displays nicht wirklich flüssig.

Das ist auf dem Kindle Scribe mit seinem größeren Display nur bedingt besser. Wer auf dem Display eine DIN-A4-Seite anzeigt, muss sich bewusst machen, dass sie um 50% verkleinert ist.

Es ist für Verlagsmitarbeiterinnen oder Pressevertreter eine Option, auf dem Scribe sogenannte digitale Fahnen im PDF-Format durchzusehen. Sind diese zweispaltig gesetzt, kann man sie im Querformat einigermaßen lesen. Man kann PDF-Dateien via Amazon per Mail auf das Gerät senden oder per Kabel übertragen.

Beim Testen waren wir zunächst irritiert, dass wir mit dem Stift direkt im PDF-Dokument keine Anmerkungen machen konnten. Lediglich getippte Notizen waren möglich. Amazon verspricht in der Werbung aber ein direktes Bearbeiten von PDF-Dateien. Dann fanden wir den Grund heraus: PDF-Dateien, die per USB-Kabel auf das Gerät kopiert wurden, werden zwar angezeigt, können aber nicht mit dem Stift bearbeitet werden. Nur PDF-Dateien, die via Amazons Server per E-Mail und WLAN an das Gerät geschickt wurden, können bearbeitet werden. Die individuelle Mail-Adresse des Gerätes findet sich unter »Mehr/Einstellungen/Mein Konto«.

Die so mit Anmerkungen versehenen Dateien kann man sich via Amazon wieder als E-Mail zurücksenden lassen. Jedoch mussten wir feststellen, dass unsere Notizen im Dokument nicht dort angezeigt wurden, wo wir sie auf dem Scribe notiert hatten.  Sie waren um einige Zeilen verrutscht. Die PDF-Bearbeitung ist in der aktuellen Software-Version mangelhaft.

Auf die gleiche Weise können per Mail auch Word-Dateien an das Gerät geschickt werden.  Hier sind allerdings nur Notizen wie in einem E-Book möglich. Beim Rück-Import wird aus der Word-Datei eine PDF-Datei und die Notizen werden lediglich angehängt. Auch das ist alles andere als optimal. Nachtrag von Ende 12/2022: Amazon kündigt »in Kürze« eine bessere Word-Unterstützung an.

Audio-Wiedergabe

Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass der Kindle Scribe – wie derzeit alle lieferbaren Kindle-Modelle – Audiodateien des zu Amazon gehörenden Anbieters Audible abspielen kann. Hierzu ist ein Audible-Account erforderlich. Normale MP3-Dateien werden nicht abgespielt. Da das Gerät selbst keine Lautsprecher hat, sind zum Anhören Bluetooth-Kopfhörer oder Lautsprecher erforderlich.

Fazit: Kindle Scribe, derzeit niedriger Nutzwert

Dreht man den Stift um, kann man damit radieren. (Foto: literaturcafe.de)
Dreht man den Stift um, kann man damit radieren. (Foto: literaturcafe.de)

Als Lesegerät zu groß, zu schwer und typografisch mangelhaft. Hier sind der normale Kindle und der Kindle Paperwhite überlegen. Einzig für Menschen mit Sehschwäche könnte das große Display hilfreich sein.

Als Schreibgerät taugt der Kindle Scribe aufgrund der mangelhaften Software in der Praxis ebenfalls nicht. Es fehlen eine Texterkennung (OCR) und sinnvolle Export- und Weiterbearbeitungsmöglichkeiten von Notizen und Zeichnungen. Bearbeitete PDF-Dateien werden zum Teil falsch ausgegeben.

Das ist schade und bedauerlich, denn rein haptisch macht das Schreiben auf dem Gerät großen Spaß, und man hat die Illusion von Papier.

In Anbetracht des hohen Preises lohnt sich der Kauf des Kindle Scribe derzeit nicht. Es ist völlig unklar, für welche Zielgruppe dieses Gerät gedacht sein soll. Es bleibt zu hoffen, dass Amazon sinnvolle Funktionen und Korrekturen mit Softwareupdates nachliefert. Sollte dies irgendwann geschehen, werden wir es hier nachtragen und das Fazit ggf. ergänzen.

Nachtrag: Kommt bald eine bessere Software?

Aktuell (Ende Dezember 2022) hat Amazon die Produktbeschreibung des Kindle Scribe um folgenden Hinweis ergänzt:

»In Kürze verfügbar: Kindle Scribe bietet regelmäßige kostenlose Softwareupdates, welche auch neue Funktionen umfassen. Innerhalb der nächsten Monate kommen folgende Optionen zu Kindle Scribe: mehr Schreibwerkzeuge, einschließlich neuer Pinselarten und Kopierwerkzeuge, zusätzliche Organisationsoptionen für Notizbücher und die Möglichkeit, Dokumente direkt in Microsoft Word an Kindle Scribe zu senden.«

Hinweis: In einer früheren Version hieß es, die Strichstärke des Stiftes könne nicht angepasst werden. Tatsächlich ist dies bei Stift und Marker möglich. Wir haben dies im Beitrag entsprechend angepasst.

Pro und Contra

Pro Kindle ScribeContra Kindle Scribe
  • Schnelles Display mit automatischer Anpassung von Helligkeit und Farbtemperatur
  • Enorm papierähnliches Schreibgefühl
  • Stift benötigt kein Strom
  • Größe
  • Gewicht
  • Preis
  • Keine zweispaltige Textformatierung
  • Keine Texterkennung (OCR)
  • Kein Export als Vektorgrafik
  • Keine direkten Notizen im Text
  • Export nur via Amazon-Server
  • Fehlerhafte PDF-Bearbeitung

Beispielvarianten des Kindle Scribe

Den Kindle Scribe gibt es mit 16, 32 oder 64 Gbyte Speicher. Wer viele große PDF- oder Audio-Dateien von Audible aufs Gerät laden will, sollte mehr Speicher wählen, fürs Lesen von E-Books und gelegentlichen Notizen reichen 16 Gbyte locker. Außerdem kann man zwischen dem einfachen Stift und dem Premium-Stift wählen, der ein schnelles Umschalten zwischen verschiedenen Zeichenoptionen erlaubt.

Günstigste Ausführung des Kindle Scribe mir 16 GB Speicher und normalem Eingabestift:

Kindle Scribe, der erste Kindle mit Schreibfunktion, mit 10,2-Zoll-Paperwhite-Display mit 300 ppi, mit Standard-Eingabestift | 16 GB. Elektronik. Amazon. ISBN/EAN: 0840080520308. 369,99 €  » Vorbestellen bei amazon.de Anzeige

Teuerste Ausführung des Kindle Scribe mit 64 Gbyte Speicher und Premium-Eingabestift:

Kindle Scribe, der erste Kindle mit Schreibfunktion, mit 10,2-Zoll-Paperwhite-Display mit 300 ppi, mit Premium-Eingabestift. Elektronik. Amazon. ISBN/EAN: 0840080595184. 449,99 €  » Bestellen bei amazon.de Anzeige

Sinnvolles Zubehör

Die Geräte werden nur mit USB-Kabel und Stift geliefert. Ein Ladeadapter für die Steckdose und eine Schutzhülle sind daher sinnvolles Zubehör, das man dazu erwerben sollte.

  • Offizielles Amazon PowerFast 9 W-USB-Ladegerät und Netzteil für Kindle eReader, Fire-Tablets und Echo Dot. Elektronik. 2021. Amazon. ISBN/EAN: 0841667116433. 19,99 €  » Bestellen bei amazon.de Anzeige
  • Kindle Scribe-Stoffhülle – Schwarz – nur geeignet für Kindle Scribe. Zubehör. Amazon. ISBN/EAN: 0840080586915. 62,99 €  » Bestellen bei amazon.de Anzeige

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14 Kommentare

  1. mag ja sein, das man mit einem kleinen Blickwinkel schneller ließt, aber für Fachbücher waren die kleinen Kindel absolut ungeeignet, da ich nur am vor und zurück blättern war, und nichmal kurze Bespielprogamme auf eine Seite passten. Daher bin ich über das große Display sehr glücklich.

  2. Für mich nicht recht nachvollziehbar, was die Funktion als Lesegerät betrifft.

    Der Scribe entspricht im Gewicht einem etwas dickeren Taschenbuch, oder einem durchschnittlich dicken gebundenen Buch. Durch die Größe kann man ihn außerdem bequem aufstützen. Ich finde das Lesen kein bisschen unbequemer als mit dem Oasis, im Gegenteil.

    Auch die Zeilenlänge ist näher an einem üblichen Buch, selbst beim „großen“ Oasis sind die Zeilen dagegen eigentlich zu kurz und daher mit viel zu wenig Text pro Zeile, wenn man nicht gerade Schriftgrösse 1 einstellt, so dass die Augen häufig die Zeile wechseln müssen.

    Einfach mittleren Rand beim Scribe einstellen gibt ein wunderbares Buch-Gefühl. Mein Oasis kommt mir jedenfalls nach einer Woche mit dem Scribe vor wie ein Pixie-Buch. :)

  3. Dass der Lesekomfort hier in Frage gestellt wird, kann ich nicht nachvollziehen. Es handelt sich bei dem Scribe um einen E-Reader und nicht um ein gedrucktes Buch, bei dem das Schriftbild fest ins Papier geschwärzt wurde.

    Es versteht sich von selbst, dass ich bei einem extrem größeren Display, auch mein bisher gewohntes Schriftbild meinen Lesegewohnheiten anpasse, sprich: Ich wähle die Schriftart größer aus als gewohnt und lese nicht mit den gleichen Einstellungen wie auf einem 7″ oder gar 6″-Gerät.

    Da der Scribe mit 300 dpi immer noch die höchste Auflösung im E-Reading-Segment bietet, ist mit ihm vom Schriftbild genauso gut zu lesen, wie auf jedem anderen Kindle, speziell dem Oasis und dem aktuellen Paperwhite S.E.

    Die Frage ist nur, ob das größere Gerät einen vergleichbaren Komfort in Sachen Handlichkeit und Gewicht bietet, wie die kleineren Geräte.

  4. Die Behauptung es gäbe nur eine Strichdicke ist leider falsch, es gibt nämlich mehrere Strichdicken sowohl beim Stift als auch beim Radierer (und anderes). Nur sind die etwas umständlich über das “fliegende” Menü zu erreichen. Dort einfach mal auf dem Stifticon oder Radierericon kurz verharren und schon kann eine andere Option gewählt werden.

    Was an der Lesequalität bei etwa A5 Format unangenehm sein soll erschließt sich mir nicht mal im Ansatz. Es ist einfach wunderbar! Fast alle meine richtigen Bücher sind in diesem Format und das ist einfach perfekt. Dieser “Kritikpunkt” ist mit verlaub etwas absurd. Der 6 Zoll Reader soll da besser sein? Verzeihen Sie bitte, da kann ich nur mit dem Kopf schütteln…

    Ansonsten stimme ich der aktuellen Sinnhaftigkeit des Stiftes wegen der unterirdisch schlechten Software voll zu. Auch sonst so einige Krücken wie z.B. der jetzt mögliche Import von ePub Dateien sinnvoll nur per Mail möglich und auch nicht bei allen ePub Dateien – manche können einfach nicht in die Blibliothek übernommen werden. Was wirklich nichts (oder nicht nur) mit eventuell hartem DRM zu tun hat, sondern mit der Art und Weise, wie Amazon den ePub Standard interpretiert. Ist die falsche Schriftart eingebettet klappts schon nicht mehr. Dann hilft nur umkonvertieren. Weiterhin werden ePub zusätzlich noch intern umkonvertiert und streng genommen nach wie vor nicht direkt unterstützt.

    Ein weiterer Kritikpunkt ist die Darstellung der Bibliothek. Entweder kann ich Listen wählen (was ich sehr gut finde) oder die Buchcover. Die Listenfunktion geht aber nicht in Sammlungen und gerade damit organisiert man doch seinen Reader! Ich will doch nicht stundenlang durch die Bibliothek scrollen um beim gewünschten Autor anzukommen, das ist einfach nicht zu Ende gedacht.

    Da fällt mir noch mehr ein und trotzdem finde ich das Teil gut. Wenn jetzt noch so EINIGES mit der Stiftfunktion passiert, bin ich fast zufrieden damit. Aber aktuell würde ich ihn in den Zustand wie er jetzt ist nicht erneut kaufen.

    • Vielen Dank für den Hinweis mit der Strichstärke. Dieser Punkt wurde in der finalen Fassung nicht angepasst und ist jetzt aber berichtigt.

      Der ePub-Support ist in der Tat nur ein Pseudy-Support. Tatsächlich unterstützen die Kindle-Geräte weiterhin das ePub-Format nicht nativ. Man kann daher keine ePub-Dateien lesen, die man per Kabel aufs Gerät kopiert hat. Tatsächlich konvertiert Amazon beim Import via Mail ePub-Dateien ohne harten Kopierschutz ins eigene Format um. Bei dieser Konvertierung kann wie beschrieben auch einiges schiefgehen.

  5. Also, wenn’s noch mehrere Stifte und all die anderen angedachten Funktionseigenschaften bekäme, zum gleichen Preis :
    ob die bei Amazon hinter den Bestellungsaufkommen hinterher kommen könnten ?
    Und was dann aus dem übrigen eBook Reader Angeboten (eigene und fremde) werden würde ?

  6. Was mich an dem Gerät wirklich stört ist, dass ich diverse meiner bisherigen Kindle-Bücher auf dem Gerät nicht lesen kann. Dass es farbige Grafiken “nur” schwarz/weiß darstellt – klar. Aber ansonsten sollte das doch kein Problem sein. Einige Bücher tun, andere nicht. Mir erschließt sich so gar nicht, womit das (technisch) begründet sein soll. Die lapidare Auskunft der Amazon-Hotline: ist halt so. Steht doch auch bei den Büchern dabei, wo sie lesbar sind und wo nicht… blöd halt, dass ich die Bücher schon vor dem Reader hatte…
    Aber bei den Büchern, die das Gerät auch darstellt: ich liebe es, endlich mal eine vernünftige Seite sehen zu können. (Für reine Belletristik mag es noch egal sein, aber da ich mittlerweile eben auch diverse Fachbücher mein eigen nenne, mag ich das große Display.) Aber ich gebe zu, die Größe, bzw. das Gewicht sind gewöhnungsbedürftig. Aber da sehe ich, außer in der Umgewöhnungsphase, kein Problem drin.

        • Danke für die Beispiele. Es scheint sich hier um E-Books mit einem “fixed layout” zu handeln. E-Reader mit ihrem individuell einstellbaren Layout “zerreißen” schon mal im Zusammenhang stehenden Text und Grafiken. Bei den Notenbüchern dürfte es sich ohnehin um Grafiken handeln, bei dem (schon älteren) Programmierbuch, sollten wohl Code-Beispiele und Erklärungen sinnvoll zusammengehalten werden. Gerade vor dem Scribe war die Darstellung auf den üblichen 6-Zoll E-Ink-Displays nicht optimal. Damals hatten Tablets (Kindle Fire) ein größeres Display und eine höhere Auflösung. So löste man das Problem durch künstliche Einschränkungen, indem solche E-Books mit einem fest eingestellten Layout nicht für E-Reader (E-Ink) angeboten wurden.
          Jedoch stellt sich in den Tat im Jahre 2023 die Frage, wie Sie es ja auch schreiben, ob man bei Amazon diese E-Books nicht auch für den Scribe zulässt, der die Inhalte auf dem großen Display problemlos darstellen sollte. Wie Sie ebenfalls schreiben, sollte die fehlende Farbe kein Problem darstellen-

    • Ja, leider sind auch von meiner Spektrum der Wissenschaft Sammlung wenige nicht versendet worden, zu meinem Scribe und Paperwhite.
      Vielleicht liegt es daran, das ich diese Hefte schon auf meinem vorletzten Smartphone Gerät gekauft hatte : ich weiß es nicht !? Jedoch 17 andere Exemplare sind Ordnungsgemäß angekommen .
      Ich bin mit meinen eBook Reader‘n sehr zufrieden !
      Und in den Spektrum der Wissenschaft Heften kann ich rum malen!
      Das Angebot an Ebooks bei Kindle finde ich gut ! Sehr gut wäre vollständig …
      Natürlich sind verlustig gegangene Publikationen ein unzulässiges Problem. Jedoch sind meine Verluste bestimmt mit dem doch recht alten Gerät verbunden ? Wissen kann ich es jedoch leider nicht. Woran es bei ihnen liegt kann ich gar nicht beurteilen… Es fühlt sich ein bisschen an wie bestohlen ?! Jedoch bin ich schon sehr froh, daß von nun an alles immer erschienen und in meinem Besitz ist ! Und ich vertraue daß das in Zukunft problemlos so bleibt.
      Oder : Auf Google Drive und auf Files habe ich meine Hefte gefunden ! Manchmal befinden sich irgendwo… Jedoch waren die paar nicht gesendeten Hefte gefunden und nicht sendbar…

    • Tja, das mag daran liegen, dass das Format nicht wirklich für den Kindle umgesetzt worden ist, sondern allenfalls auf der Kindle App gelesen werden kann. Wenn ich eine kostenlose Leseprobe an den Scribe oder den Paperwhite senden will, klappt das nicht. Schicke ich die Leseprobe an das iPad, dann schon.

      Da kann also der Scribe nichts für, sondern das scheint wohl am Ersteller der Datei zu liegen. Da steht auch kein Verlag hinter, sondern der gute Komponist hat die Stücke selbst verlegt.

      Wenn der Scribe oder auch der Paperwhite “Amateurarbeit” nicht richtig darstellt, ist das ein Problem der Amateurarbeit und nicht des Kindles.

  7. Ich habe selten einen unsinnigeren ‘Test’ gelesen. Das beginnt mit dem Vergleich von iPad und Kindle. Das ist entweder gewollt oder zeigt von Ahnungslosigkeit des ‘Testers’.

    Tests sollen grundsätzlich objektiv sein – das ist hier maximal rudimentär gelunden. Offenbar mag der ‘Tester’ den Kindle einfach nicht. Ist nicht schlimm, aber damit disqualifiziert er sich für einen objektiven Test. Vergleicht man diesen ‘Test’ mit richtigen Tests, fällt auf, dass alle anderen Testergebnisse, abgesehen von der für den Scribe schlechten Software, zu genau konträren Ergebnissen kommt.

    Für mich war dieser schlechte Test jedenfalls eine klare Kaufempfehlung.

  8. @Orti: Ich frage mich ein wenig, ob Sie den Beitrag überhaupt gelesen haben, da Sie von Dingen schreiben, die dort gar nicht erwähnt sind (z. B. ein Vergleich mit dem iPad. Das iPad ist nur zweimal erwähnt, wenn es um die Oberfläche geht und die im Gegensatz zum iPad fehlende OCR-Funktion, die in vielen Test bemängelt wird). Ansonsten sind E-Reader und Tablets wie das iPad eine andere Geräteart, die nur bedingt vergleichbar ist.
    Selbstverständlich schauen wir nach dem Test auch immer, wie das Gerät bei anderen abgeschnitten hat. Und tatsächlich gleicht das Urteil vieler Tester dem unseren: ein Gerät mit Potenzial, das an einer (derzeit) noch rudimentären Software krankt. (WT)

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