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Buch-Tipp: J. R. R. Tolkien war der Weihnachtsmann

Das Buch im wertigen Schuber

Er schrieb »Der Herr der Ringe« und »Der Hobbit«, doch für seine vier Kinder wurde J. R. R. Tolkien zum Weihnachtsmann. Regelmäßig traf im Hause Tolkien Post vom Nordpol ein. Schön, dass wir heute alle die Briefe Tolkiens … Pardon: des Weihnachtsmanns lesen können.

Der erste Brief kam an Weihnachten 1920 an. Er war an »Mrs Tolkien & Master John Francis Reuel Tolkien« adressiert. Die schöne Schrift war seltsam zittrig und auf dem Umschlag klebte eine Briefmarke der Nordpol-Post.

Lieber John,
Du hast Deinen Vater gefragt, was ich für einer bin und wo ich wohne. Also habe ich mich und mein Haus gemalt, extra für Dich. […]
Heute Nacht fällt am Nordpol dichter Schnee.
Dein Dich liebender Weihnachtsmann

Bis ins Jahr 1943 trafen immer vor Weihnachten und teilweise schon im Oktober Briefe vom Weihnachtsmann ein.

Mit liebevollen Details verfasste Tolkien diese Briefe und fügte ihnen oftmals wunderschöne Zeichnungen bei. Die Schrift des Weihnachtsmanns war zittrig, weil es am Nordpol nun mal kalt ist. In den Briefen erfuhren die Kinder, wie es am Nordpol so zugeht und dass der Weihnachtsmann sehr beschäftigt ist, beim Versand der vielen Geschenke oftmals etwas schiefgeht, aber dass der Weihnachtsmann auch mit den Schnee-Elfen und Roten Zwergen feiert.

Nach und nach erweitert Tolkien das Personal des Weihnachtsmanns. Von Anfang an sein wichtigster Gehilfe ist der etwas tapsige Polarbär, der sich in den Briefen oftmals einmischt und in seiner ganz eigenen Schrift Bemerkungen an den Rand schreibt.

Es ist rührend zu sehen und zu lesen, welche Mühe sich Tolkien gab und welche Liebe zu seinen Kindern aus diesen Briefen und Zeichnungen spricht. Bewegend, wenn der Weihnachtsmann in den Kriegsjahren schreibt, dass er in diesem Jahr vielleicht nicht alle Wünsche erfüllen und alle Geschenke beschaffen könne.

Die Briefe waren nie zur Veröffentlichung vorgesehen, doch J. R. R. Tolkiens Schwiegertochter, die zweite Frau seines Sohnes Christopher, veröffentlichte sie 1976. In den folgenden Jahren wurde die Buchausgabe immer wieder erweitert.

Übersetzt von Anja Hegemann, Hannes Riffel und Joachim Kalka erschienen die Briefe auch im deutschen Tolkien-Verlag Klett Cotta. 2020 schließlich kam dort eine liebevoll und detailreich gestaltete Schmuckausgabe im Schuber heraus, auf dem sogar eine von Tolkiens Nordpol-Post-Briefmarken klebt. Alle Briefe und Zeichnungen sind im englischen Original als Faksimile abgedruckt, daneben oder darunter befindet sich die Übersetzung.

Diese herrliche Ausgabe ist ein wunderschönes Weihnachtsgeschenk, und man kann die Briefe den eigenen Kindern oder Enkeln vorlesen oder sich selbst darüber freuen.

So schuf J. R. R. Tolkien, ohne es beabsichtigt zu haben, einen ganz besonderen Weihnachtsbuch-Klassiker, den man jedes Jahr vor Weihnachten neu aufschlagen kann.

J.R.R. Tolkien; Anja Hegemann (Übersetzung); Hannes Riffel (Übersetzung): Briefe vom Weihnachtsmann: Luxusausgabe im Schuber. Gebundene Ausgabe. 2020. Klett-Cotta. ISBN/EAN: 9783608983852. 35,00 €  » Bestellen bei amazon.de Anzeige oder im Buchhandel

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