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Beitrag vom 26. Oktober 2012 | Rubrik: E-Books

Ausfühlicher Test: Der Kindle Fire HD – Lohnt sich der Kauf für Leser?

Kindle Fire HD mit teurer HülleSeit dem 25. Oktober 2012 ist der Kindle Fire HD auch in Deutschland erhältlich. Amazon bleibt damit seiner Strategie treu, neue Kindle-Geräte erst verzögert in Europa anzubieten.

Der Kindle Fire HD ist anders als die anderen Kindle-Modelle. Er hat ein Farbdisplay, man kann darauf Filme ansehen, Spiele spielen und er bietet virtuellen Dolby-Surround-Sound.

Aber macht ihn das auch zum besseren Lesegerät? Wir haben den Kindle Fire HD ausführlich getestet.

Lesekomfort: Lassen Sie sich nicht von Zahlen täuschen

Den Kindle Fire gibt es als normale und als HD-Variante. Das HD steht für High Definition, also für eine bessere Bildschirmauflösung. Während der Kindle Fire eine Pixelzahl von 1024×600 bietet, sind es beim Fire HD 1280×800. Damit ist seine Auflösung sogar höher als die des neuen iPad mini von Apple, das nur 1024×768 Pixel bietet.

Von diesen drei Geräten zeigt der Kindle Fire HD das schärfste Schriftbild und scheint daher für Leserinnen und Lesern die beste Wahl sein.

Vergleicht man die Auflösung des Fire HD mit dem 69-Euro-Kindle, der nur 800×600 Pixel darstellt, so könnte man anhand der bloßen Zahlen meinen, dass der Kindle Fire HD das bessere Lesegerät sei.

Doch diese Zahlen täuschen, denn wer das Display des Kindle Fire HD mit dem Kindle oder dem Kindle Paperwhite (ausführlicher Test hier) vergleicht, der vergleicht die viel zitierten Äpfel mit Birnen.

Galerie: Das Wichtigste in 12 Bildern

Lesen im Sonnenlicht nahezu unmöglich

Der Kindle Fire besitzt kein so genanntes E-Ink-Display, sondern eine leuchtende LCD-Anzeige. Während die Darstellung auf einem E-Ink-Display an das Erscheinungsbild einer gedruckten Seite erinnert, ist ein LCD-Display mit der Anzeige eines Notebooks vergleichbar. Die LCD-Anzeige ist ohne Beleuchtung nicht sinnvoll und verbraucht deutlich mehr Strom. Der Akku des Kindle Fire ist selbst bei ausgeschaltetem WLAN schon nach 11 Stunden am Ende, während man auf einem E-Ink-Kindle mit einer Akku-Ladung mehrere Wochen lesen kann.

Subjektiv empfinden viele Leser die Lektüre auf einem E-Ink-Gerät als weitaus angenehmer, da die Anzeige buchähnlicher ist. Der Nachteil dieser Geräte bestand bislang in der fehlenden Beleuchtung – ein Nachteil, der mit dem Kindle Paperwhite der Vergangenheit angehört, da dieser sowohl E-Ink als auch Beleuchtung bietet und mit einer Akkuladung immer noch wochenlang durchhält.

Klares Vorab-Ergebnis: In Sachen Lesequalität und Akkulaufzeit haben die E-Ink-Modelle wie der kleine Kindle, der Kindle Touch, der Kindle Paperwhite und auch der alte Kindle Keyboard die Nase vorn. Das Lesen im Sonnenlicht ist mit dem Fire so gut wie unmöglich. Zudem stören die extreme Spiegelung des Fire-Displays und die deutlich erkennbaren Fettspuren der Tippfinger.

E-Books sind für den Fire-Nutzer ein Medium von vielen

Amazon verdient sein Geld mit Inhalten, und davon stellen elektronische Bücher nur einen Teil dar. Über Amazons Online-Videothek lovefilm.de kann man sich Filme ausleihen, die Amazon-Tochter Audible bietet Hörbücher, und natürlich kann man bei Amazon auch Musik herunterladen.

Während Kindle und Kindle Paperwhite für textbasierte E-Books optimiert sind, ist der Fire HD als Konsumgerät für Amazons gesamte digitale Produktpalette konzipiert. Er spielt Filme in HD-Qualität ab, die man via WLAN herunterladen oder streamen kann, und das Dolby-Soundsystem überrascht mit einem verblüffend guten Klang, der auch bei Musikwiedergabe überzeugt. Die Höhen sind etwas überbetont und der Bass etwas schwach, aber mehr kann man von einem solchen Gerät klanglich nicht fordern. Digitale Equalizer-Einstellungen bietet der Fire HD nicht. Wer mehr will, kann das Gerät via HDMI-Kabel mit TV-Gerät oder Stereoanlage verbinden. Leider gehört ein HDMI-Kabel mit Mini-Stecker nicht zum Lieferumfang.

Sinnvolles und teures Zubehör

Überhaupt: das Zubehör. Hier kommt der Fire HD genauso spartanisch daher wie alle Kindle-Modelle. Nur ein USB-Kabel liegt dem Gerät bei. Wer es an der Steckdose aufladen will, benötigt einen Netzadapter für 20 Euro. Idealerweise bestellt man gleich Amazons leistungsfähigen Spezialadapter, der den Fire-Akku schneller lädt als die Adapter aus dem Elektronikmarkt. Wer das Gerät mit Fernseher oder AV-Receiver verbinden will, benötigt das erwähnte passende HDMI-Kabel für 9 Euro.

Ein Gerät wie den Kindle Fire sollte man darüber hinaus  gut schützen, nicht nur unterwegs. Also braucht man eine Hülle, vielleicht sogar eine Displayschutzfolie. Optimal auf den Fire abgestimmt ist selbstverständlich die Hülle von Amazon. Sie schmiegt sich eng ans Gerät und lässt sich wie ein Buch auf- und zuklappen. Der besondere Clou dieser Hülle: Ein Magnet schaltet das Gerät beim Aufklappen an und beim Zuklappen aus. Das ist so komfortabel und akkuschonend, dass man darauf eigentlich nicht verzichten will. Zumal der normale Einschaltknopf im Gehäuse integriert und schwer sicht- und fühlbar ist. Klappt man den Deckel der Hülle nach hinten um, kann man das Gerät auf einer ebenen Fläche aufstellen und bequem Filme ansehen. Doch beim Preis der Hülle schlägt Amazon wieder mal richtig zu: Das Produkt aus Plastik und Kunstleder, das in verschiedenen Farben erhältlich ist, kostet unglaubliche 43 Euro. Rein gefühlsmäßig hätte man den Preis eher auf 10 bis 15 Euro geschätzt.

Entscheidet man sich für die günstigste Kindle Fire HD-Variante mit 16 GByte-Speicher für 199 Euro, so muss man nochmals 71 Euro für das sinnvolle Zubehör hinzurechnen. Und dann hat man noch nicht einmal einen Kopfhörer für das Gerät.

Was sind »Spezialangebote«?

Es fällt auf, dass der Kindle Fire nicht nur in den Varianten mit 16 und 32 GByte Speicher für 199 bzw. 249 Euro erhältlich ist, sondern dass er ohne »Spezialangebote« sogar 214 oder 264 Euro kostet. Was aber sind Spezialangebote?

»Spezialangebote« ist nichts weiter als der Amazon-Euphemismus für »Werbung«. Noch muss man jedoch nicht befürchten, dass man vor oder zwischen den Filmen oder gar in Büchern Werbung eingeblendet bekommt – schließlich ist Amazon nicht Google. Die Werbung sieht man, wenn der Bildschirm gesperrt ist, also in der Regel nach dem Einschalten des Gerätes, und sie soll zudem als eine Art Werbebanner unten auf der Startseite angezeigt werden.

Letzteres war bei unserem Test (noch) nicht der Fall. Es sind Anzeigen für Produkte aus dem Amazon-Katalog, die in der Regel sofort digital käuflich. Ohne Frage Werbeeinblendungen, die man verschmerzen kann. Wer sein Gerät von den »Spezialangeboten« befreien möchte, der kann die 15 Euro Aufpreis nachträglich bezahlen. Hierzu muss man Kontakt mit dem Kindle-Support aufnehmen.

Amazon schaut nicht nur beim Lesen ständig über die Schulter

Aber vielleicht sollte man die Werbung auch gar nicht entfernen. Denn die wechselnden Einblendungen ermahnen einen daran, dass Amazon ständig und stetig Zugriff auf das Gerät hat und genau mitprotokolliert, welche Medien man wann wie oft nutzt. So schön und einfach die 1-Click®-Kauf-Medienwelt von Amazon ist, so abgeschlossen und kontrolliert ist sie auch. Nicht jedes Produkt sollt man digital erwerben, manchmal mag ein Buch in Papierform oder ein Film auf Blu-ray die besser Alternative sein.

Denn eingegrenzt und geregelt ist auch die Bedienungsoberfläche des Kindle Fire HD. Eigentlich werkelt darunter das Android-Betriebssystem 4.0 von Google. Android präsentiert sich normalerweise mit einer Oberfläche mit vielen kleinen Programm-Logos. Wie auf dem iPad kann man zwischen unterschiedlichen Schirmen wechseln, die Apps per Wischgeste »durchblättern« und umsortieren.

Nicht so beim Kindle Fire. Dessen Oberfläche zeigt sich analog Amazons Verkaufsphilosophie rein medienorientiert. Ein oberer Textbalken ermöglicht die Auswahl zwischen den Medienarten wie Musik, Videos, Bücher, Fotos, Web und Apps. Darunter präsentieren sich die Logos, Cover und Umschläge der jeweiligen Medien. Auf der Startseite sieht man alle zuletzt geöffneten Medien in einer Karussellanimation dargestellt, egal ob Film, E-Book, Spiel oder zuletzt besuchte Website. Nicht möglich ist es daher, sogenannte Widgets auf der Oberfläche abzulegen, die z. B. die aktuelle Wettervorhersage anzeigen. Stattdessen wird zu jeder Mediendatei unten eine »Kunden kauften auch«-Liste aus dem Shop angezeigt. Diese Anzeige lässt sich in den Einstellungen des Gerätes jedoch deaktivieren, was vor unüberlegten Impulskäufen schützt.

Die E-Book-Lesesoftware des Fire enttäuscht

An dieser Stelle und für diesen Test ist die E-Book-Anwendung besonders interessant. Denn Amazon bietet schon seit geraumer Zeit eine kostenlose Lese-App für Android-Geräte an. Da ist natürlich die Frage spannend, ob sich Amazon für das hauseigene Gerät eine modifizierte oder gar bessere Version leistet.

Das ernüchternde Resultat: Die Lese-Anwendung ist geringfügig anders – aber nicht besser. So kann man auf dem Fire HD den Zeilenabstand nicht ändern, dafür aber die Schriftart. Die normale Android-App wiederum erlaubt das Ändern des Zeilenabstands, aber keine Schriftänderung. Dafür unterstützt die Fire-Anwendung Text-to-Speech für englische Titel, die man sich von einer Computerstimme vorlesen lassen kann. Der Lesefortschritt wird weiterhin ausschließlich in Prozent angezeigt und nicht – wie beim Kindle Paperwhite – in noch verbleibender Lesezeit.

Erstmals existiert mit dem Kindle Fire HD ein amazoneigenes Gerät, das Farbgrafiken, Videos und Audiodateien darstellen und wiedergeben kann, egal ob diese in den E-Books eingebettet oder verlinkt sind. Bislang war dies nur auf Drittgeräten wie dem iPad möglich. So kommen mit dem Fire Comic-Fans auf ihre Kosten, falls sie die Werke digital lesen wollen. Beim Download-Versuch auf die E-Ink-Geräte erhielt man für Comics, die das so genannten Panel-View anbieten, nur lapidar die Meldung »Der Artikel ist nicht mit diesem Gerät kompatibel«.

Der Kindle Fire HD kann diese Comics nicht nur in Farbe darstellen, sondern ermöglicht die Panel-View-Funktion. Dies bedeutet, dass man durch die einzelnen Bilder des Comic-Strips »blättert«, indem diese jeweils aus der Seite herauszoomen und vergrößert dargestellt werden.

Audio- und Video-Dateien unterstützen nur wenige Kindle-Bücher. Für Selfpublisher via KDP ist die Einbindung solcher Elemente gar nicht zugelassen. In unserem Ratgeber zeigen wir alternative Lösungen auf.

Mit dem Verschwinden des Kindle Touch ist der Kindle Fire neben dem Uralt-Gerät Kindle Keyboard das einzig verbliebene Gerät, das Audiodateien wiedergeben kann und Text-to-Speech ermöglicht.

Guter Klang und gutes Bild

Wie erwartet und eingangs bereits erwähnt, ist die Text- und Bilddarstellung des Fire HD sehr gut. Das leuchtende Display erlaubt auch ein Lesen in der Dämmerung oder im Dunkeln. Bei direkter Sonneneinstrahlung ist jedoch ein E-Ink-Display überlegen, da das LCD-Display trotz maximaler Helligkeit nicht strandtauglich ist.

Im übrigen siegen die E-Ink-Kindles auch im Gewichtsvergleich. Ohne Hülle wiegt der Fire HD 359 Gramm und liegt nur knapp unter dem Fire mit 400 Gramm. Der kleine Kindle wiegt hingegen nur 170 Gramm, das Gewicht des Kindle Paperwhite mit 3G-Mobilfunkanbindung wird von Amazon mit 222 Gramm angegeben.

Die Medieninhalte selbst wiegen natürlich nichts, und sie gelangen – wenn es nach Amazon geht – idealerweise direkt aus dem Amazon-Shop auf die Geräte, vorausgesetzt man besitzt eine WLAN-Anbindung. In Deutschland wird keine Fire-Variante mit Mobilfunk angeboten.

Keine namhaften Leseprogramme in Amazons App-Store

Was die Apps betrifft, so hat Amazon erwartungsgemäß den Google Play Store entfernt und setzt auf einen eigenen digitalen Shop, der weniger offen ist. Amazon begründet dies damit, dass man die Programme noch gründlicher auf mögliche Neben- oder Schadwirkungen überprüfe. Natürlich haben wir gleich einmal nachgesehen, ob und welche alternativen E-Book-Reader dort zu finden sind. Das Ergebnis ist bedauerlicherweise wie erwartet: nichts Nennenswertes.

Die Lese-Apps der Konkurrenz wie Kobo oder txtr fehlen. Auch den Aldiko Book Reader, mit dem man DRM geschützte epub-Bücher lesen kann, sucht man im Amazon-Shop vergebens. Auf dem Fire hat man gefälligst bei Amazon gekaufte E-Books zu lesen. Wer freie Epubs lesen will, für den gibt es zumindest den Moon+ Reader zum Download, allerdings nicht in der kostenlosen Basisversion. Oder aber man konvertiert epub-Dateien mit Calibre ins MOBI-Format und überträgt sie mit dem USB-Kabel. Mit Windows-Rechnern geht das problemlos, Mac-User müssen sich für den Datentransfer ein kostenloses Zusatzprogramm herunterladen.

Nachtrag: Einen Tag nach unserem Test war leider auch der Moon+ Reader im Amazon-App-Store verschwunden. Liest Amazon hier mit? Wir haben daher einmal den Härtetest gemacht und eine epub-Datei aus dem Web auf das Gerät heruntergeladen. Die lapidare, auch orthografisch unschöne Meldung, beim Versuch es zu öffnen: Keine unterstützt. Dateien.

Eigenes ist umständlich

Und wie sieht es mit eigenen Film- oder MP3-Dateien aus? Bekommt man sie auch auf alternativen Wegen auf das Gerät?

Ja – aber zum Teil mit Umwegen. Im Test konnten wir MP3-Dateien problemlos übertragen und wiedergeben. MP4-Videodateien, die der Fire HD unterstützen soll, wurden nach der Übertragung nicht in der Bibliothek des Gerätes angezeigt. Allerdings konnten wir den kostenlosen »ES File Explorer« installieren. Hiermit konnten wir die MP4-Dateien im Movies-Verzeichnis auswählen und starten.

Mit dem Fire HD kann man auch im Internet surfen, jedoch wird der gesamte Internet-Verkehr in der Standardeinstellung von Amazon überwacht. Das nennt man natürlich nicht so, sondern spricht von »Cloud-beschleunigtem browsen (sic!) mit Amazon Silk«. Der Silk-Brower von Amazon ist auf Geschwindigkeit optimiert, die Anfragen an Websites laufen über die Amazon-Server, die nach eigener Logik einige Dateien und Seitenelemente optimieren und verkleinern, bevor sie an den Fire gesendet werden. Zudem soll der Silk-Browser das Nutzerverhalten erlernen und Elemente vorladen, von denen relativ sicher ist, dass sie demnächst abgerufen werden.

Amazon surft mit – und Firefox stürzt ab

Man sollte sich der Tatsache bewusst sein, dass Amazon alles mitlesen und mitprotokollieren kann, wenn das schnelle Laden aktiviert ist. Wer dies nicht will, sollte in den Einstellungen die Funktion »Seiten schneller laden« deaktivieren. Subjektiv lässt sich in Sachen Geschwindigkeit kein allzu großer Unterschied feststellen.

Und wie sieht es mit alternativen Browsern wie Firefox oder Google Chrome aus? Tja, man möchte fast sagen: erwartungsgemäß schlecht – denn es gibt sie nicht im Amazon App-Store!

Allerdings lässt sich der Fire HD so einstellen, dass er die Installation von Programmen zulässt, die aus anderen Quellen stammen. Auf diese Weise kann man Mozillas Android-Version des Firefox dennoch installieren – und auch andere Apps, die man nicht im Amazon-Shop findet. Doch leider stürzt Firefox kurz nach dem Start ab. Schade.

Und wie sieht es mit Spielen aus?

Auch hier ist das Angebot im Amazon-App-Store etwas beschnitten, doch Klassiker wie Angry Birds sind natürlich vorhanden. Und auch Spiele mit aufwendigerer Grafik wie Blood & Glory sehen schick aus.

Warnung vor Pflichtmitgliedschaft bei Lovefilm – Kein FSK18

Leider arbeitet Amazon mit drückerähnlichen Methoden, um dem Fire-Kunden weitere Zusatzangebote mit laufenden Kosten aufzubrummen. Wer den Kindle-Fire kauft, der sollte wissen, dass er mit dem Einschalten des Gerätes und der Bestätigung seiner Kontodaten automatisch eine 30-tägige Mitgliedschaft bei Amazon Prime und beim Amazon-Videoverleih Lovefilm erwirbt. Das erfährt der Kunde nur durch das Kleingedruckte in der Artikelbeschreibung und durch eine Mail, die er anschließend erhält. Während die Prime-Mitgliedschaft automatisch nach 30 Tagen endet, muss die Lovefilm-Mitgliedschaft aktiv gekündigt werden. Erfolgt dies nicht, so zahlt man nach den 30 Tagen Lovefilm 11,99 Euro im Monat.

Wer den Fire nicht als Filmabspielgerät für Lovefilm nutzen möchte, sollte die Mitgliedschaft am besten sofort wieder kündigen.

Nachtrag: Wer auf dem Fire FSK18-Filme sehen will, wird enttäuscht werden. Trotz Postident-Verfahren und eidesstattlicher Erklärung erscheinen auf dem Gerät keine Filme mit roter FSK-Kennung. Nach Aussagen der Lovefilm-Hotline ist es derzeit (1. November 2012) nicht möglich, diese Filme auf das Gerät zu streamen und anzusehen. Wann und ob dies erfolgt, konnte man uns nicht sagen. Eine peinliche Einschränkung für die eigenen Geräte, wo doch im Web oder via Playstation3 ein Streaming von FSK18-Filmen problemlos möglich ist.

Ein Fazit aus Lesersicht

Lesen in der Sonne unmöglichDer Kindle Fire HD ist im Vergleich zu seinen E-Ink-Brüdern schwerer, teurer, besitzt eine deutlich kürzere Akku-Laufzeit und das fürs Lesen schlechtere, spiegelnde Display: Ein Lesen bei Sonnenlicht ist nahezu unmöglich. Als Nur-Lesegerät sind Amazons E-Ink-Modelle deutlich besser geeignet. Wenn ab November der Kindle Paperwhite in Deutschland erhältlich ist, fällt auch der Fire-Vorteil des beleuchteten Displays weg. Roman- und Belletristik-Leserinnen und -Leser sollten sich besser den günstigen Kindle oder den Kindle Paperwhite bestellen. Diese Geräte halten auch im Urlaub mit einer Akkuladung durch und sind strand(licht)tauglich. Der Kindle Paperwhite mit 3G-Mobilfunkanbindung erlaubt sogar den Überall-Zugang zum Kindle-E-Book-Shop ohne monatliche Mehrkosten.

Der Kindle Fire HD hingegen ist eine Multimedia-Maschine, die ihren Vorteil besonders dann ausspielt, wenn man die Inhalte direkt von Amazon bezieht. Wer damit auch mal Filme sehen, (beim Lesen) Musik hören oder ein Spielchen machen will, für den oder die ist der Kindle Fire HD trotz teurem Zubehör ein gutes und vergleichsweise günstiges Gerät, auf dem man hin und wieder auch mal ein E-Book lesen kann. Nachts sollte jedoch eine Steckdose zum Aufladen für den nächsten Tag in der Nähe sein.

Wer jedoch meint, mit 199 Euro ein günstiges Android-Tablet-Schnäppchen zu machen, wird rasch von den vielen Amazon-Einschränkungen frustriert sein. Noch nie fühlte man sich beim Medienkonsum so merklich überwacht und durchleuchtet wie auf dem Kindle Fire HD.

Das Fazit in Kürze

Leserinnen und Leser sollten besser den Kindle Paperwhite wählen, den wir ebenfalls bereits ausführlich getestet haben.

Kindle Fire bei Amazon

  • Der Kindle Fire HD: Kindle Fire HD 7, 17 cm (7 Zoll), HD-Display, WLAN, 8 GB - Mit Spezialangeboten. Elektronik. Kindle Fire. ISBN/EAN: 0848719020984. EUR 129,00 (Bestellen bei Amazon.de)
  • Der Kindle Fire: Kindle Fire, 17 cm (7 Zoll), LCD-Display, WLAN, 8 GB - Mit Spezialangeboten [Vorgängermodell]. Elektronik. Amazon. ISBN/EAN: 2412437002003. EUR 159,00

Sinnvolles Zubehör für den Kindle Fire HD

  • Ladeadapter: Netzteil für Kindle, PowerFast Ladegerät für eine schnellere Akkuladung, EU (geeignet für alle Kindle eReader und Kindle Fire Tablets). Zubehör. Amazon. ISBN/EAN: 0814916017218. EUR 19,99 (Bestellen bei Amazon.de)
  • Hülle: Amazon Kindle Fire HD 7 Lederhülle [aufstellbar], Onyx-Schwarz (nur geeignet für Kindle Fire HD 7 [Vorgängermodell]). Zubehör. Amazon. ISBN/EAN: 0814916017515. EUR 42,99 (Bestellen bei Amazon.de)
  • Kabel: mumbi Micro HDMI Kabel 1080p - vergoldete Kontakte - HDMI Mikro Type D High Speed Kabel HDMI 1.4 / Verbindungskabel 3 Meter. Elektronik. mumbi®. ISBN/EAN: 4250261424084. EUR 6,99 (Bestellen bei Amazon.de)

Andere Kindle-Modelle

  • Kindle Paperwhite mit WLAN: Kindle Paperwhite, 15 cm (6 Zoll) hochauflösendes Display mit integrierter Beleuchtung der nächsten Generation, WLAN, Schwarz. Elektronik. Amazon. ASIN: B00CTUKFNQ. EUR 109,00 (Bestellen bei Amazon.de)
  • Kindle Paperwhite mit WLAN und Mobilfunkanbindung: Kindle Paperwhite 3G, 15 cm (6 Zoll) hochauflösendes Display mit integrierter Beleuchtung der nächsten Generation, Gratis 3G + WLAN. Elektronik. Amazon. ISBN/EAN: 0848719042221. EUR 189,00 (Bestellen bei Amazon.de)
  • Das günstige 49-Euro-Modell: Kindle, 15 cm (6 Zoll) E Ink-Display, WLAN, Schwarz. Elektronik. Amazon. ISBN/EAN: 0814916017782. EUR 49,00 (Bestellen bei Amazon.de)
  • Kindle Touch mit WLAN: Kindle Touch, WLAN, 15 cm (6 Zoll) E Ink Touchscreen Display. Elektronik. Amazon. ISBN/EAN: 0814916014521. EUR 129,00
  • Das alte 3G-Modell mit Tastatur: Kindle Keyboard 3G, eReader, gratis 3G + Wi-Fi, 15 cm (6 Zoll)  E Ink Display, englisches Menü. Elektronik. Amazon. ISBN/EAN: 0814916010158. EUR 159,00

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7 Kommentare zu diesem Beitrag lesen

  1. Frank Scheizel schrieb am 27. Oktober 2012 um 22:10 Uhr

    Der Kindle Fire HD ist ein reines Amazon Consuming Device, aber wenn man das weiß, ist es ganz lustig. Aber: Seid ihr Euch mit dem Kabel Adapter HDMI AC sicher? Ist es nicht eher ein AMikro D? Denn C Adapter habe ich hier genügend rumliegen…

    lt. Beschreibung:
    Micro-HDMI-Ausgang (Micro-D-Anschluss)

    Gruß,
    Frank
    PS: Ich warte auf den Paperwhite oder ersatzweise kobo Glo zum Lesen. Dafür taugt ein LCD nach wie vor nix :)

  2. Redaktion schrieb am 27. Oktober 2012 um 22:42 Uhr

    Danke für den Kabel-Hinweis! In der Tat war offenbar das falsche Kabel angegeben. Wir haben dies korrigiert und ein passendes Kabel verlinkt. Wir bitten dies zu entschuldigen.

    Verlinkt ist nun exemplarisch ein 3-Meter-Kabel. Bei der Länge sollte man berücksichtigen, dass man das Gerät idealerweise noch bequem auf dem Sofa bedienen können sollte, wenn es mit dem Fernseher verbunden ist. Über die Wiedergabequalität z.B. eines 5-Meter-Kabels können wir keine Aussagen machen.

    Vielleicht hat ja schon jemand Erfahrungen mit unterschiedlichen Kabeln gemacht und kann eines besonders empfehlen.

  3. Juergen schrieb am 28. Oktober 2012 um 10:36 Uhr

    Und immer wieder versuchen sie es.
    Ich verstehe nicht, wie ansonsten sehr kundenorientierte Unternehmen mit großen Rechtsabteilungen es immer wieder versuchen Kunden quasi “per default” Zwangsmitgliedschaften aufs Auge zu drücken. Das ist nicht nur schlechtes Karma sondern darüber hinaus aus noch illegal.
    Danke für den Hinweis. Habe mir den Kindle Fire bestellt, um darauf die Ebooks aus meinem Verlag zu testen.

  4. Paul Sandmann schrieb am 5. November 2012 um 07:29 Uhr

    Danke für den Test. Hier noch ein passender Artikel zum Thema Amazon und Büchermarkt: http://buchundebook.blogspot.de/2012/11/gastbeitrag-die-youtube-isierung-des.html

  5. Mathias schrieb am 10. November 2012 um 12:53 Uhr

    Ich finde den KFHD großartig. Man muss sich ja nicht von Amazon so einschränken lassen. Whatsapp, Google Play Store, Chrome, Instagram, alles schöne Apps die man ohne große Umwege auf dem Gerät installieren kann. Performance ist absolut in Ordnung und lesen (das tue ich viel) ist auch kein Problem. Der KFHD hat ein Anti Glossy Bildschirm, was man merkt. Ich hatte auf jeden Fall noch nicht einmal das Gefühl, das es schwierig ist was zu erkennen :) Ich lese auch ausschließlich mit der Einstellung “Sepia” was wirklich sehr angenehm ist.

    “Leserinnen und Leser sollten auf den Kindle paperwhite warten”, finde ich absolut nicht.

    Das es schwierig ist eigene Filme und Musik auf den Kindle zu spielen stimmt auch nicht. Airdroid installieren und den Kindle bequem vom PC Browser verwalten.

    Bücher aufs Gerät kopieren? Mit Calibre (was quasi ein MUSS ist) oder die Datein per Emailanhang.

    Wenn man bereit ist mehr tun zu wollen als Karton auf und ein super tablet (was zum Glück kein Eiprodukt ist) bekommt man hier für 199 Euro ein super Tablet.

    Wen es interessiert wie man o.g. Apps auf den Kindle bekommt klickt hier.

    Ansonsten guter Beitrag. Ich finde nur das der Kindle ruhig positiver bewertet werden darf. Gestern bei Galileo wurde er auch so schlecht geredet das man denken konnte das da Geld geflossen ist.

  6. Cornelia Warnke schrieb am 15. November 2012 um 23:49 Uhr

    Der Beitrag hat mir sehr gut gefallen. Vor allem hat mich überrascht, daß ich Mitglied bei Lovefilm bin, ohne tewas davon zu wissen. Am Kindle-Telefon sagte man mir, das hätte beim Fire HD im Angebot gestanden. Ich habe es mir danach angesehen – es stimmt! Allerdings hatte ich das beim Kauf überlesen, da mich nur das Gerät interessiert hatte. Danke für die – sehr nützliche – Info! Ein schönes Wochenende wünscht Cornelia Warnke

  7. Cornelia Warnke schrieb am 16. November 2012 um 10:28 Uhr

    Gestern hatte ich ja bereits in meinem Kommentar über Lovefilm geschrieben. Habe heute gekündigt. Geht wirklich schnell und unkompliziert. Wen es interessiert, hier die kostenlose Nummer von Lovefilm: 08006647981
    Schönes Wochenende wünscht
    Cornelia Warnke

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