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Live mit #tddl: Der Bachmannpreis 2015 auf Twitter

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Bachmannpreis 2015 auf Twitter

Mit dem Twitter-Namen @literaturcafe und dem Hashtag #tddl (Tage der deutschsprachigen Literatur) berichtet Wolfgang Tischer auch in diesem Jahr vom 1. bis 5. Juli 2015 vom Bachmannpreis direkt aus Klagenfurt von den Lesungen, den Abendveranstaltungen und der Preisverleihung am Sonntag. Außerdem gibt es täglich den Bachmannpreis-Video-Podcast.

Doch auch andere twittern von den Tagen der deutschsprachigen Literatur 2015.

Bachmannpreis-Podcast 2015: Rubinowitz ist nicht Fehr (Folge 2)

Bachmannpreis-Podcast Folge 2

Wolfgang Tischer ist in Klagenfurt angekommen und mit dem Fahrrad an den Wörthersee gefahren.

Am Seeufer gibt es in Folge 2 des Bachmannpreis-Podcast zunächst einen Nachtrag zu einem der Literaturpreise, der in diesem Jahr nicht mehr verliehen wird. Sodann gibt es Anmerkungen zu den aktuellen Romanen »Irma« von Tex Rubinowitz, Bachmannpreisträger 2014, und »Simeliberg« von Michael Fehr, Kelagpreisträger 2014.

Ausführlicher Test: Der neue Kindle Paperwhite 3 von Amazon (2015/18)

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Der Kindle Paperwhite 3 (Modelljahr 2015)
Der Kindle Paperwhite 3 (Modelljahr 2015)

Überraschend hat Amazon mitten im Sommer 2015 ein neues Modell des Kindle Paperwhite angekündigt. Und nicht weniger überraschend wird der Kindle des Modelljahres 2015/2018 schon wenige Tage später – seit dem 30. Juni 2015 – weltweit ausgeliefert.

Nachdem wir bereits das erste Paperwhite-Modell des Jahres 2012 und die minimal veränderte Version des Jahres 2013 unter die Lupe genommen haben, schauen wir auch beim 2015er-Modell wieder genau hin.

Was ist neu beim Kindle Paperwhite 3 (Modelljahr 2015/2018)? Lohnt sich Kauf oder Umstieg? Was sind die Unterschiede zu den anderen Amazon-Kindle-Geräten?

Bachmannpreis-Podcast 2015: Ein erster Blick nach Klagenfurt

Bachmannpreis-Podcast: Folge 1

Zum vierten Mal gibt es 2015 den Bachmannpreis-Videopodcast des literaturcafe.de direkt aus Klagenfurt. Wolfgang Tischer wird wieder nach Österreich reisen, um vom 1. bis zum 7. Juli 2015 direkt vom bekanntesten deutschen Literaturpreis zu berichten.

In der ersten Folge – noch nicht vom Wörthersee und kurz vor der Abreise – berichtet Wolfgang Tischer, was sich in diesem Jahr alles ändern wird.

Bachmann und Brockmann V – Videoporträts 2015 (3): Drinnen und draußen

Screenshot aus dem Video von Jürg Halter
Screenshot aus dem Video von Jürg Halter

Vom 1. – 5. Juli 2015 finden in Klagenfurt die »39. Tage der deutschsprachi­gen Literatur« statt. Im Mittelpunkt steht der Wettbewerb um den Ingeborg-Bachmann-Preis. Vierzehn Autorinnen und Autoren aus der Schweiz, Öster­reich und Deutschland sind eingeladen, einen Prosatext von zwanzig Minu­ten Lesedauer vorzutragen.

Dass die WettbewerbsteilnehmerInnen sich zu­vor in einem dreiminütigen Videoporträt vorstellen, ist Tradition, wenn­gleich nicht zwingend gefordert. Zwölf TeilnehmerInnen haben ihre visuel­len Visitenkarten abgegeben. Die können bereits online angeschaut werden. Frau Brockmann hat das getan und hier und hier schon darüber berichtet. Die noch fehlenden letzten vier Porträts kommentiert sie nun hier.

Bookerly: Die neue Typografie des Kindle Paperwhite 2015 im Test

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Die Einstellungsmöglichkeiten des neuen Kindle Paperwhite 2015 mit der Schriftart Bookerly

Mit dem neuen Modell des Kindle Paperwhite (2015) bewirbt Amazon erstmals im großen Stil eine verbesserte Textdarstellung. Hauptelement ist die eigens für die Lesegeräte entwickelte Schriftart Bookerly. Demnächst sollen die typografischen Verbesserungen auch älteren Geräten bereitgestellt werden. Endlich! Denn bislang hatte man den Eindruck, dass am Kindle nur Techniker und Programmierer arbeiten – aber keine Typografen.

Wir zeigen in diesem Artikel, wie die Verbesserungen aussehen – und dass sie nicht immer automatisch bereitstehen, sondern ein Eingreifen des Lesers erfordern.

Aktueller Nachtrag: Seit August ist das hier beschriebene Update nun kostenlos erhältlich. Klicken Sie hier, um zu erfahren, wie Sie Ihr Gerät aktualisieren.

Hauen und Stechen: Amazon startet Self-Publishing-Kampf um 10.000 Euro

Amazon Kindle Storyteller Award

Um die Zahl der Focus-Abonnenten zu erhöhen und Amazons Self-Publishing-Plattform KDP noch populärer zu machen, starten Amazon, das Nachrichtenmagazin FOCUS und der Freie deutsche Autorenverband (FDA) einen eigenen Schreibwettbewerb unter dem Namen Kindle Storyteller, der sich »Deutscher Self Publishing Award« untertitelt.

Die Schreib-Gladiatoren müssen sich der Gunst der Publikumsmeute im Amazon Kolosseum stellen. Prominente auf der Ehrenloge wie Schauspielerin Andrea Sawatzky und das Autorenduo Klüpfel und Kobr recken anschließend die Daumen – und auf den Sieger regnen 10.000 Euro Preisgeld.

Lasst das Hauen und Stechen beginnen!

Bachmann und Brockmann IV – Videoporträts 2015 (2): Maskiert und unmas­kiert

Screenshot aus dem Video von Monique Schwitter
Screenshot aus dem Video von Monique Schwitter

In einer Woche beginnt der Wettbewerb um den Bachmannpreis 2015. Wer nach Klagenfurt reisen möchte und angesichts des eigenartigen Sommerwet­ters nun ratlos vor Koffer und Kleiderschrank sitzt, denen kann dies weiterhelfen.

Wer etwas über das Selbstverständnis der WettbewerbskandidatInnen erfah­ren möchte und nun ratlos vor den Videoporträts sitzt, jedoch Zeit und Mühe scheut, immer wieder vorzuspulen oder an schlecht verständlichen Worten herumzurät­seln, denen kann Frau Brockmann helfen. Wie schon bei der ers­ten Sichtung beschreibt sie, was sie in den Clips gesehen oder gehört hat, transkribiert Originalzitate und ist mitunter ebenfalls ratlos, weil auch sie nicht alles versteht.

Bachmann und Brockmann III – Videoporträts 2015 (1): Heimliches Beobachten

Screenshot aus dem Video von Dana Grigorcea
Screenshot aus dem Video von Dana Grigorcea

Gut eine Woche vor Beginn der »39. Tage der deutschsprachigen Literatur« (#TDDL) sind am 22. Juni die Videoporträts der Autorinnen und Autoren online gestellt worden, die in diesem Jahr in Klagenfurt lesen werden. Bis auf Ronja von Rönne und Peter Truschner haben alle KandidatInnen ge­liefert. Ob die beiden in Berlin lebenden Autoren noch eine visuelle Visiten­karte nachreichen werden, ist nicht bekannt. Wenden wir uns einstweilen dem zu, was bekannt ist.

Sprachbilderfrisch: Der Roman »Altes Land« von Dörte Hansen

Dörte Hansen: Altes Land

Die Geschichte des ostpreußischen Kriegsflüchtlings Vera Eckhoff im Elbmarschland bei Hamburg und ihrer Nichte Anne, die der großstädtischen Ökoszene entflieht, findet viel Anklang, seitdem das Buch im Februar 2015 erschienen ist. (Nachtrag: Mittlerweile auch als ZDF-Zweiteiler verfilmt. Zur Filmkritik »)

Das mag in erster Linie inhaltliche Gründe haben, aber auch sprachlich hat das literarische Debüt von Dörte Hansen seinen Reiz.

Sommeranfang und T-Shirt-Tag

Literatin mit T-Shirt
Literatin mit T-Shirt

Am Sonntag, 21. Juni 2015, ist Sommeranfang – und gleichzeitig internationaler T-Shirt-Tag 2015. Mindestens zwei Gründe also, um wieder einmal auf unseren Shop mit literarischen T-Shirts und Fanartikeln hinzuweisen. Bis Sonntag gibt es zudem 15%-Rabatt. Mit dem Kauf unserer Produkte unterstützen Sie das literaturcafe.de.

Eine Bildergalerie zeigt eine Auswahl unserer T-Shirt-Motive.

Amazon Kindle: Das ist neu beim Paperwhite 2015 – Preis des Vorgängers gesenkt

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Der neue Kindle Paperwhite 2015
Der neue Kindle Paperwhite 2015 (Foto: Amazon)

Amazon hat heute das neue Modell des Kindle Paperwhite vorgestellt. Der erfolgreichste E-Reader im Amazon-Sortiment – und vermutlich auch generell – soll dank besserem Display und besserer Schriftart noch lesefreundlicher werden.

Bereits in zwei Wochen, am 30. Juni 2015, werden die Geräte des Modelljahres 2015 ausgeliefert. Der Vorgänger ist zudem ab sofort im Preis gesenkt.

Wir erläutern, was neu ist beim neuen Kindle Paperwhite 2015. Nachtrag: Zudem finden Sie nun hier unseren ausführlichen Test des Paperwhite 2015.

Harry Rowohlt (1945-2015) – der Papageno der Abschweifung

Harry Rowohlt bei einer Lesung im Jahre 1998 - noch mit Whiskeyflasche auf dem Tisch
Harry Rowohlt bei einer Lesung im Jahre 1998 – noch mit Whiskeyflasche auf dem Tisch

Harry Rowohlt ist tot. Im Alter von 70 Jahren starb er nach langer Krankheit am 15. Juni 2015. Einen Tag später – am Bloomsday – wurde sein Tod bekanntgegeben. Vielleicht hätte ihm das gefallen, lästerte der doch gerne über seinen Übersetzer-Kollegen Hans Wollschläger, dass selbigem mit dem Ulysses eine gute Rohübersetzung ins Deutsche gelungen wäre.

Ein Wunsch frei: Idioten. Fünf Märchen von Jakob Arjouni

Jakob Arjouni: Idioten. Fünf Märchen

Was würden Sie tun, wenn in einer kritischen Situation plötzlich eine Fee auftaucht und Ihnen erklärt, Sie hätten einen Wunsch frei? Wüssten Sie spontan, was Sie antworten würden – einmal ganz davon abgesehen, dass ja jede(r) behaupten könne, eine Fee zu sein?

Textkritik: Voll in den historischen Roman reingeritten

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Iasi, Hauptstadt des Fürstentums Moldau, 5. Juli 1579

Es waren die Osmanen, Muskowiten und Wallachen, die zu Pferd bis an die Verkaufsstände ritten und den Staub aufwirbelten, der die ganze Stadt überzog. So war der Marktplatz bereits zur Mittagszeit von einem sandigen Schleier durchtränkt. Zusammen mit den ockergelben Häusern, die das Stadtbild prägten, wurde den Besuchern ein fast monochromer Schauplatz geboten, der lediglich von grauen Kapellen und einer Moschee, dieses illegale Symbol der Vorherrschaft, nuanciert wurde. Obwohl die Moldau bekannt war für ihre hochwertigen Pelze, Textilien, Falken und Zuchtpferde, waren die meisten Käufer wegen des hiesigen Sklavenmarktes hergekommen. Heute war der Andrang besonders groß, denn die neueste Ware bestand aus vorwiegend jungen, kräftigen Tscherkessen, die gute Arbeit im Haus wie auch auf den Feldern zu verrichten versprachen. Trotz der Ketten an ihren Füßen und Händen wirkten sie stolz und erhaben, geradeso, als nahmen sie nicht teil an ihrer eigenen Versteigerung.

Inmitten des Geschehens stand ein Mädchen mit großen Augen und einem dunklen Zopf, Schatten suchend unter einer Eiche. Die Hände, die durch die langen Finger elegant und spinnenartig zugleich wirkten, hatte sie auf ihre flache Brust gelegt, als wollte sie sich vor etwas schützen. Dies gab ihr das Aussehen einer zu Stein erstarrten Figur, die im Moment des Erschreckens oder Erstaunens verwandelt worden war. Der Mund war dabei leicht geöffnet, als könnte sie nicht mehr durch ihre Nase atmen, die fast immer noch so klein war wie bei einem Säugling. Wer anhand all dieser Anzeichen noch nicht überzeugt davon war, dass aus ihr einmal eine grandiose Schönheit werden würde, der brauchte sich nur ihre Lippen anzusehen, die voll und schon jetzt zu einem ewigen Kuss geformt waren. Doch es waren nicht etwa ihre Augen, die die See in sich zu tragen schienen oder ihre würdevolle Haltung, die sie von den meisten Menschen auf dem Marktplatz unterschied. Nein, es war ihre Haut, die nach monatelanger ungeschützter Sonneneinstrahlung die Farbe dunklen Honigs angenommen hatte. Nun hinterließ das Mädchen überall, wo sie hinging, einen Duft, der an Karamell und Milch erinnerte.

Obwohl sie erst vor kurzem ihren elften Geburtstag gefeiert hatte, suchte sie die Plage der Frauen bereits seit einem Jahr monatlich heim. Ihre Mutter hatte ihr zu diesem Einstieg ins Frausein ein violettes Tuch, bestickt mit goldenem Garn, geschenkt. Es sei ein Grund zum Feiern, hatte sie gesagt, doch das Mädchen konnte sich beim besten Willen nicht erklären, warum die pulsierenden Unterleibskrämpfe und das Blut, das ihr dann die Innenschenkel herunterlief, zu bejubeln waren. Trotzdem war sie sich der Einzigartigkeit dieses Tuchs bewusst. Es hatte einst ihrer Großmutter gehört, und ihre Mutter hatte diesen Schatz seit jeher als einziges Andenken an ihre verlorene Familie aufbewahrt. Auf ihrem sackartigen Leinenkleid, das einst weiß gewesen war und nun die Farbe einer Schlammpfütze angenommen hatte, bildete dieses Schmuckstück einen außergewöhnlichen, wenn nicht gar lächerlichen Kontrast. Nun glich sie in Mitten des Schmutzes, in dem sie lebte, einer Adligen und spiegelte so den Stolz wider, den ihre Mutter in all den Jahren der Erniedrigungen niemals verloren hatte.

Es war eigentlich zu heiß, um so seinen Stolz zur Schau zu stellen, doch dies nahm das Mädchen in Kauf. Sie hatte sich sowieso um Wichtigeres zu kümmern. Der Hunger, der sie seit zweieinhalb Tagen quälte, eine Bestrafung für ihren Ungehorsam, raubte ihr den Verstand. Die Mittagsglut trug dazu bei, dass sie sich kaum noch auf den Beinen halten konnte. Dennoch hielt sie tapfer stand und wartete auf die anderen zwei Kinder, die sie losgeschickt hatte, damit sie herausfanden, wo man am besten unauffällig etwas zu Essen entwenden konnte. Ein schlechtes Gewissen hatte sie deswegen noch nie geplagt. Sie war hungrig und würde alles dafür tun, nie wieder mit einem sich schmerzhaft zusammenziehenden Magen zu Bett gehen zu müssen wie gestern Abend. Ihre Mutter wusste, was ihre Tochter tat, wenn sie sich alleine oder mit anderen Kindern heimlich auf den Marktplatz davonschlich, hinterfragte es aber auch nie. Allerdings hatte sie ihr vehement verboten zu betteln. Das Mädchen hatte nie verstanden, warum betteln schlimmer als stehlen war, aber nahm dieses Verbot wiederum ohne nachzufragen hin.

Die süßen, sauren und deftigen Gerüche der Speisekarren in ihrer unmittelbaren Nähe trieben ihr die Tränen in die Augen und verlangten ihr höchste Überwindung ab, sich nicht einfach vor aller Augen so viel zu nehmen, wie sie nur wollte.

Zehn Minuten waren erst vergangen, seit sie die beiden Jungen losgeschickt hatte, und doch schien sie schon seit Stunden zu warten. So lange hatten sie noch nie gebraucht. Wahrscheinlich sind alle Waren zu gut bewacht, dachte das Mädchen. Jetzt war Hochsaison und da konnte es sich kein Händler leisten, seine Güter von dreckigen, kleinen tigani -Kindern klauen zu lassen.

Dann, endlich, hörte sie eine schrille Stimme aus der Menschenmenge:

„Ira“, schrie der siebenjährige Radu, der außer Atem zusammen mit seinem fünfjährigen Bruder Vlad angelaufen kam.

© 2015 by Tara Krein. Unerlaubte Vervielfältigung oder Weitergabe - gleich welcher Art - verboten.

Zusammenfassende Bewertung

Grauenhaftes Gestümper
Da passt aber auch gar nichts zusammen! Schon im Romantitel fehlt der Bindestrich zwischen Zigeuner und Rhapsodie …

Die Kritik im Einzelnen

Das fängt ja prächtig an: Diese Menschen sind Moskoviten! Muskoviten ist etwas völlig anderes. zurück

Das geht ja prächtig weiter: Ein Wallach sitzt auf einem Pferd? Ein Wallach ist ein Pferd! Gemeint waren wohl die Walachen, die aus der Walachei stammen. zurück

Die Voll-Prächtigkeit nimmt ihren Lauf: Ein Marktplatz ist von einem sandigen Schleier durchtränkt? Was soll denn das heißen? Wie ist das Feuchtigkeit enthaltene durchtränken mit dem staubigen Staub zu verbinden? Und wie ist der Zusammenhang zwischen Sand und Staub? Was ein Geschwafel! zurück

Die Kapellen müssten wegen dem alles durchtränkenden Sandstaub (oder Staubsand?) ebenfalls ockerig aussehen, und ebenso die ansonsten wohl farblose Moschee. zurück

Von wem oder was wurde die Monochromie durchbrochen?  Von diesem illegalen Dingsbums … So will es die deutsche Grammatik!
Wie ein Grau und eine farblose Moschee einen fast monochromen Schauplatz nuancieren sollen, bleibt das Geheimnis des Erzählers! Fast monochrom ist schon nuanciert genug, aber grau und ocker sind nicht fast monochrom, das ist ziemlich kontrastreich! Zudem passt das Verb nuancieren überhaupt nicht in das sprachliche Umfeld. zurück

Die Moldau ist ein Fluss, und der ist nicht bekannt für seine Pelze und Zuchtpferde, sondern wegen seiner wandernden Steine! Hier ist das Fürstentum Moldau gemeint, es könnte also einfach Moldau heißen, ohne jeden Artikel.
Wenn man nicht alles selbst macht. zurück

Genau: Die restlichen Sklaven waren die alten, schwachen Tscherkessen … Setzte man vorwiegend vor bestand statt dahinter, wäre alles klar. So einfach ist das! Und so schwer.
Und was treiben diese jungen, kräftigen Tscherkessen? Sie biedern sich an! Sie versprechen den potentiellen Käufern, gute Arbeit im Haus wie auch auf den Feldern zu verrichten (wobei wie auch auf wie ein Stottern wirkt und gefahrlos durch und ersetzt werden könnte).
Den Käufern genügt ein Blick: (…) die aussahen, als könnten sie gute Arbeit im Haus und auf den Feldern verrichten. zurück

Blödsinn: Sie können gar nicht an ihrer Versteigerung teilnehmen, genau so wenig wie ein antikes Fabergé-Ei, denn sie haben garantiert kein Geld: Sonst hätten sie sich schon längst frei gekauft. Das wäre das eine.
Das andere ist Folgendes: Nach geradeso folgt ein Irrealis, denn man könnte sich vorstellen, dass es so wäre: dass die Sklaven daran teilnähmen! Kann man aber aus dem genannten Grund nicht. zurück

Ach, das Mädchen hatte große Augen? Wie groß denn? Wenn schon, denn schon! Und der Zopf war dunkel? Also nicht ockergelb? Und das Mädchen stand und suchte Schatten (wohl mit  ihren großen Augen) unter einer Eiche? Warum stellt sie sich nicht einfach in deren Schatten? Was gibt es da groß zu suchen?
So viel Fragen wegen so viel überflüssigen Geschreibsels! Offenbar sollte eine wichtige Person weiblichen Geschlechts eingeführt werden, und das ginge z. B. so: Das Mädchen stand im Schatten einer Eiche. Durch den bestimmten Artikel wird das Mädchen zu einer wichtigen Person.
Augengröße und Haartracht sind nebensächlich, das sollte – wenn überhaupt – erst dann erwähnt werden, wenn sie eine Rolle spielen, z. B. als Wahrnehmung einer anderen Roman-Figur. zurück

Wie nicht anders zu erwarten bei »historischen« Romanen (oder bei all den Machwerken der Genres Horror, Fantasy, Krimi, Soft-Porno, Liebe, Arzt usw.), beginnt jetzt eine unbeschreibliche Beschreibung der Protagonistin. Nicht der Leser darf sich ein Bild machen von diesem Mädchen, sondern es wird ihm vor den Latz geknallt: Lange Finger hat das Wesen, elegant und spinnenartig zugleich: Wie, bitteschön, sehen denn spinnenartige Finger aus? Hat etwa jeder Finger acht Beine?
Flachbrüstig ist das Mädchen. Schön. Und? Weil sie Finger mit acht Beinen hat und eine flache Brust, deswegen sieht sie aus wie eine zu Stein erstarrte Figur? zurück

Der Dummfug treibt immer verkrüppeltere Blüten: Der Mund war dabei leicht geöffnet, als könnte sie nicht mehr durch ihre Nase atmen.
Sie könnte doch trotz offenem Mund durch die Nase atmen: Was hat das denn mit dem offenen Mund zu tun? Ist das eine ganz spezielle Art von leicht offenem Mund? zurück

Jetzt haben wir erfahren, was der auktoriale Erzähler für eine grandiose Schönheit hält: Flachbrüstig, Finger, die wie Spinnen aussehen, leicht geöffneter Mund und verstopfte Nase: Toll! zurück

Offensichtlich ist der Erzähler selbst noch nicht so ganz überzeugt von seinem Schönheitsideal; denn er bessert verschlimmernd nach (ob er wohl beim Schreiben irgendwas bemerkt, sich aber nicht getraut hat, das gerade Erzählte nochmals zu überarbeiten?):
Das flachbrüstige Wesen hat nicht nur einen leicht geöffneten Mund wegen seiner verstopften Nase: Die Lippen sind sogar voll (leere Lippen: Das wäre mal interessant!) und zu einem ewigen Kuss geformt.
EWIG! Dieses immer gern bemühte Unwort, das nichts weiter ausdrückt als die Unfähigkeit, sich auszudrücken!
Ewiger Kuss – was für eine grauenhafte Vorstellung: Nach spätestens 14 Tagen wären die beiden verhungert, wenn sie nicht schon viel früher verdurstet wären! zurück

Ach: Nicht die Augen schienen die See in sich zu tragen? Schade! Wäre doch ein schon so hübsch tot getretenes Bild!
Dafür gibt es jetzt etwas völlig Überraschendes: Das Auge trägt nämlich jetzt ihre würdevolle Haltung in sich, also die Spinnenfinger auf der flachen Brust samt leicht geöffnetem Mund in Kombination mit der verstopften Nase. So sieht sie aus, die würdevolle Haltung!
Stünde nach schienen ein Komma, wäre alles bestens! Dann müssten die Augen nicht die würdevolle Haltung tragen! zurück

Soso: Die Haut trug also die See in sich! Na, warum nicht? Wäre vielleicht ein bisschen viel Moisture – aber sei’s drum! zurück

Das Mädchen ging nirgendwo hin, das stand im Schatten einer Eiche! Und dort duftete es vor sich hin, nach was auch immer. zurück

Liebe Leserinnen und Leser: Im Rest dieses Romananfangs dürfen Sie selbst graben und sich an den Fundsachen erfreuen! Sowohl der Kitsch als auch die Unbeholfenheit des Erzählers blühen enthemmt weiter … und immerhin erfahren Sie endlich, dass die Regelblutung monatlich eintritt! zurück