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Ein Jahr nach Hegemann: Hat auch Guttenberg abgeschrieben?

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Haare von Karl Theodor Maria Nikolaus Johann Jacob Philipp Franz Joseph Sylvester Freiherr von und zu Guttenberg (Quelle: Wikipedia)
Foto: Wikipedia / Gel: unbekannt

Die Süddeutsche Zeitung berichtet, dass Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg Teile seiner Doktorarbeit offenbar von anderen Quellen übernommen habe, ohne in den Fußnoten darauf hinzuweisen. Die Süddeutsche spricht von »eklatanten Lücken«. Die betreffenden Stellen seien »teilweise über eine Seite lang«.

Der SPIEGEL zitiert Guttenberg mit den Worten: »Ich … würde dies bei einer Neuauflage berücksichtigen«.

Berichte von geklauten Textpassagen und angeblich vergessene Quellenangaben, die in einer Neuauflage nachgereicht werden? Das erinnert fatal an Helene Hegemann, der vor genau einem Jahr nachgewiesen wurde, dass sie Textpassagen aus einem anderen Buch geklaut hatte.

»Lisa« von Thomas Glavinic: Webradio und Drogen für alle

Lisa von Thomas GlavinicTom nimmt Drogen und betreibt ein Internet-Radio. Mit seinem Sohn hat er sich in einem einsamen Ferienhaus in den Bergen verschanzt. Tom ist überzeugt davon, dass ihn die brutale Serienmörderin Lisa umbringen will. Das Webradio ist sein einseitiger Kontakt zur Außenwelt.

»Lisa« ist ein irrer Radio-Monolog und der neue Roman von Thomas Glavinic, der sich erneut in die dunklen und gruseligen Randgebiete des Alltäglichen begibt.

literaturcafe.de hat Toms Webradio Wirklichkeit werden lassen. Man kann es auf der eigenen Website einbinden – mit einer markanten und bekannten Stimme, die Ihnen sehr bekannt sein dürfte.

Eine Liste unvergessener Lyrikerinnen

Paula Beer als Oda Schaefer im Film »POLL« (Foto: Piffl Medien)
Paula Beer als Oda Schaefer im Film »POLL« (Foto: Piffl Medien)

Zum Kinostart von POLL haben wir Kinogutscheine und Soundtrack verlost. Da der Film lose auf den Tagebüchern der heute vergessenen Lyrikerin Oda Schaefer beruht, wollten wir von den Gewinnspielteilnehmerinnen und Teilnehmern wissen, an welche Lyrikerin sie sich besonders erinnern.

In guter Tradition veröffentlichen wir die interessantesten Antworten auf die Gewinnspielfrage.

Für viele mag es gar nicht so einfach sein, auf Anhieb den Namen einer Dichterin zu nennen. Da könnte unsere Liste den berühmten: »Achso, klar, logisch, natürlich!«-Effekt auslösen.

Content-Autor: Rezension, Fachaufsatz, Gegendarstellung? – Ich erfinde alles!

Auch dieser Screenshot einer Content-Agentur ist erfundenIch bin Autorin. Ich bin nicht jung, aber ich brauche das Geld. Ich erfinde Geschichten fürs Internet.

Das Internet bietet Chancen, die in Centbeträgen berechnet werden. Ich schreibe im Akkord, schaffe 14 Stunden am Tag, ich brauche mehr.

Ich schreibe Rezensionen und Leserkommentare zu Romanen, die ich nicht gelesen habe – und auf Wunsch auch Forendialoge.

Lyrikerin Oda Schaefer: »Es war der Garten des Gutes Poll in Estland, in dem ich nur kurz verweilen durfte.«

POLL: Ausschnitt aus dem FilmplakatEin Gutshaus auf dem Meer – es ist ein beeindruckendes Filmset, das Silke Buhr für »Poll« erschaffen hat. Der visuelle Mittelpunkt des Films entstand nicht am Computer, sondern tatsächlich in sechsmonatiger Bauzeit an der Ostseeküste.

Mit dem Historien- und Familiendrama »Poll« setzt Regisseur und Drehbuchautor Chris Kraus seiner Großtante Oda Schaefer ein filmisches Denkmal. Die Lyrikerin und Journalistin, die von 1900 bis 1988 lebte, ist heute vergessen, ihre Bücher werden nicht mehr aufgelegt.

Facebook: Dieser Beitrag wurde anonymisiert

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Eine Facebook-Anwendung will Zugriff auf Ihre DatenHier stand ein Artikel, der anhand eines prominenten Beispiels aus dem Verlagsbereich erläuterte, welchen Zugriff sogenannte Facebook-Applikationen auf die Datenprofile der dortigen Mitglieder haben.

Obwohl im Artikel deutlich darauf hingewiesen wurde, dass eine solche Datengewinnung in keiner Weise illegal oder »ungesetzlich« sei und die im Beispiel genannte Firma sich verpflichtet hat, die Daten nicht an Dritte weiterzugeben, haben wir uns dazu entschlossen, den Artikel in dieser Form vom Netz zu nehmen.

Losgelöst von diesem anschaulichen Beispiel – und somit leider auch von dem für uns relevanten Buch- und Verlagsbereich, lesen Sie daher hier die allgemeinen Passagen aus dem Artikel.

Konkursbuch Verlag: Vom Pornoverdacht zum Landespreis

Bildbände im Lager des KonkursbuchverlagsAlle Jahre wieder wird der baden-württembergische Landespreis für literarisch ambitionierte kleinere Verlage vergeben. In diesem Jahr, so teilte Kunststaatssekretär Dr. Dietrich Birk mit, erhält den mit 12.000 Euro dotierten Preis der Tübinger Konkursbuch Verlag.

Die Preisverleihung wird am 28. Februar im Zimmertheater in Tübingen stattfinden, verbunden mit einer Lesung von Yoko Tawada.

Wer hätte das gedacht? Noch vor 10 Jahren musste sich ebendieser Verlag des Verdachts erwehren, Pornografie zu produzieren und die deutsche Jugend zu verderben. Müssen jetzt die Politiker befürchten, zur Preisverleihung Schweinkram zu hören zu bekommen?

Schwarzer Wald: Von blässlichen Beamten und strengen Schwestern

Holger Montag: Schwarzer Wald (Coverausschnitt)Der Schwarzwald ist bekannt für Schwarzwälder Kirschtorte, Schwarzwaldmädels in Tracht mit roten Bollenhüten und für seine unverwechselbare Landschaft, die das Herz eines jeden Wanderers höher schlagen lässt.

Einen ganz anderen Schwarzwald bekommt man in Holger Montags Roman »Schwarzer Wald« zu Gesicht. Der Klappentext verspricht einen »außergewöhnlichen Thriller abseits von genreüblichen Krimiplots« der in einer »typisch Schwarzwälder Winterlandschaft« spielt. Das klingt vielversprechend, bietet der Schwarzwald doch allerlei Mythen und Sagen und interessante Schauplätze.

Lane Smith: Das ist ein Buch! Aber das Video ist besser!

Lane Smith: Das ist ein Buch!Die englische Version eines Werbefilmchen für das Bilderbuch »It’s a book!« ist auch bei deutschen Buchliebhaberinnen und -liebhabern längst Kult. Jetzt erscheint das Büchlein von Jane Smith auf deutsch. Daher gibt es jetzt auch eine deutschsprachige Fassung des Videos.

Es entbehrt jedoch nicht einer gewissen Ironie, dass das Video die Botschaft weitaus besser als das Buch transportiert, obwohl dieses für das gedruckte Medium werben soll.

Außerdem gibt es in der deutschen Fassung einen kleinen aber feinen Unterschied.

Google Analytics: Drohen Bußgelder für Verlage und Autoren? [Nachtrag II]

Screenshot-Ausschnitt: Google AnalyticsWebsites lassen sich wunderbar mit Google Analytics auswerten. Wie fast alle Dienste des US-Konzerns ist auch dieses Statistik-Werkzeug kostenlos.

Doch der Auswertungsdienst steht in der Kritik. Einige Datenschützer und Juristen sind der Meinung, dass Google Analytics gegen das deutsche Datenschutzgesetz verstößt.

Hamburgs Datenschutzbeauftragte Johannes Caspar droht mit Musterprozessen gegen deutsche Unternehmen, die die Statistiksoftware einsetzen. Firmen und Bloggern drohen Bußgeldzahlungen und Abmahnungen.

Betroffen wären auch viele deutsche Buchverlage, Autoren- und Branchenwebsites.

literaturcafe.de hat nachgeschaut, wer die umstrittene Auswertungssoftware einsetzt.

Krisenvideo: Gefällt 66, gefällt 6 nicht

Unser Video aus dem Jahre 2009: 66 gefällt's und 6 nichtDie Vertonung einer Bibelstelle aus der Offenbarung des Johannes mit der berühmt-berüchtigten Zahl 666 war seinerzeit unser satirischer Beitrag zum »Krisenjahr« 2009, der genau vor zwei Jahren online ging. Über 44.000 mal wurde das Video auf YouTube mittlerweile abgerufen.

Wundern muss man sich, über was sich die Kommentatoren unter dem Video so alles zoffen und wie sie sich beschimpfen. So Zeug mit Religion und Bibel sät offenbar immer Zwietracht.

Doch heute gab’s unter den Kommentatoren einen genauen Beobachter, der festgestellt hat, dass exakt 66 Leute auf den »Gefällt«-Button geklickt haben und 6 auf den »Gefällt nicht«.

Na, wenn das mal kein Zeichen ist 🙂

Übersicht: Diese Franzosen lesen potenzielle Gewinner am liebsten

Szene aus dem Film »Das Labyrinth der Wörter« mit Gérard Depardieu (Foto: Concorde Filmverleih)
Szene aus »Das Labyrinth der Wörter« (Foto: Concorde Filmverleih)

Welches Buch eines französischen Autors oder Autorin, das Sie in Ihrem Leben gelesen haben, ist Ihnen besonders im Gedächtnis geblieben und warum?

Diese Frage mussten alle beantworten, die ein Buch- und Kinokartenpaket zum heute in den Kinos anlaufenden Film »Das Labyrinth der Wörter« mit Gérard Depardieu gewinnen wollten.

Wir präsentieren Ihnen die Liste der interessantesten Antworten. Welches Werk am häufigsten genannt wurde, erstaunte uns wenig. Dennoch birgt die Ansammlung auch ein paar Überraschungen – und originelle Begründungen.

Die besten Wünsche für 2011 mit unserem literarischen Jahresrückblick 2010!

Collage 2010: So sah das literarische Jahr fürs literaturcafe.de ausDas Team des literaturcafe.de wünscht Ihnen ein glückliches, friedvolles, erfolgreiches und gesundes Jahr 2011!

Wie in den Vorjahren präsentieren wir gleichzeitig unseren persönlichen literarischen Rückblick auf das vergangene Jahr 2010.

Erinnern Sie sich noch an die Plagiatsdebatte, die Helene Hegemann auslöste? Oder an das gescheiterte Experiment mit einem kostenlosen Hörbuch? Tipps zu Apples iBooks und Warnungen vor Facebook waren im literaturcafe.de die am häufigsten gelesenen Artikel des vergangenen Jahres.

Protest gegen Stuttgart 21: Ein Bauzaun in zwei Büchern

Protestdokumente am Stuttgarter BauzaunDer Bauzaun vor dem abgerissenen Nordflügel des Stuttgarter Bahnhofs ist zum kreativen Symbol des Widerstands geworden. Am Stahlgitter wurden unzählige Plakate, Zettel und Transparente angebracht, um Unmut, Ohnmacht und Wut gegenüber Politik und Bahn auszudrücken. Als Kunstwerk soll die Absperrung demnächst im Stuttgarter Haus der Geschichte ausgestellt werden. Laut Medienberichten kostet die »Umsiedelung« und Restaurierung 30.000 Euro.

Zwei Bücher versuchen, die unzähligen Protest- und Kunstwerke zu dokumentieren. literaturcafe.de hat sich die unterschiedlichen Werke angesehen.

Nur am 30. Dezember 2010: Apple verschenkt den Thriller »Cobra« von Frederick Forsyth

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Frederick Forsyths »Cobra« am 30.01.2011 kostenlos als eBookWie bereits im letzten Jahr verschenkte Apple zum Jahreswechsel 2010/2011 zwölf digitale Produkte. Vom 26. Dezember 2010 bis zum 6. Januar 2011 gab es täglich ein Video, eine Musikdatei oder ein Spiel gratis.

Da Apple neuerdings auch elektronische Bücher anbietet, gab es am 30. Dezember 2010 eine Premiere: Zum ersten Mal wurde ein digitales Buch verschenkt.

Bemerkenswert ist, dass das Werk nicht aus der antiquarischen Mottenkiste stammte. Gratis gab’s Frederick Forsyths Thriller »Cobra«, der erst im November 2010 erschien und als gedruckte Ausgabe derzeit immerhin 22,99 EUR kostet.