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Das Literatur-Café
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Welche Verlage und Literaturagenten wir Ihnen empfehlen können

Verlag sucht Manuskripte!Die Meinung der Literatur-Café-Redaktion ist eindeutig: Wer sein Buch bei einem Unternehmen veröffentlicht, das sich »Verlag« nennt, der sollte dafür kein Geld bezahlen. Ein Verlag trägt das finanzielle Risiko der Buchveröffentlichung allein.

Ebenso arbeiten seriöse Literaturagenten auf Erfolgsbasis. Erst wenn der Autor verdient, erhält der Agent einen Anteil daran.

Doch seit wir vermehrt vor Abzockern warnen, die sich als Literaturagentur ausgeben, aber es nur darauf abgesehen haben, eine maschinelle Rechtschreibprüfung teuer als »Lektorat« zu verkaufen, erreichen uns regelmäßig eMails mit der Frage: Welche Literatur-Agenturen und welche Verlage empfiehlt das Literatur-Café?

Gerade bei Verlagen werden wir oft um gezielte Bewertungen gebeten: »Ich habe hier ein Angebot von Verlag XY vorliegen? Kennt ihr den?«

Schade, dass Verlag XY nie Rowohlt, Kein & Aber, Voland & Quist oder KOOKbooks heißt. Dann könnten wir uns mit der Autorin oder dem Autor freuen und sagen: Natürlich! Herzlichen Glückwunsch!

In der Regel kennen wir die genannten Verlage nicht. Das muss jedoch nichts bedeuten. Ein erstes Anzeichen, dass hier die Autoren zu Kasse gebeten werden, ist es jedoch meist, wenn sich der Verlag auf der Website gezielt an Autoren statt an Leser wendet (»Veröffentlichen Sie Ihr Buch bei XY«).

Fragt man beim Autor nach, ob denn der Verlag Geld für die Veröffentlichung will, und kommt als Antwort ein »Ja«, so ist der Fall klar: In unseren Augen und in den Augen vieler Autorenverbände ist das dann kein »richtiger« Verlag. Überhaupt sind wir der Meinung, dass es nicht sonderlich seriös ist, wenn nicht bereits vorab klar und deutlich auf der Website steht, dass der Verlag ein Zuschussverlag ist und sich der Autor an den Kosten »beteiligen« muss.

Zuschussverlage sind nicht automatisch ein Hort des Bösen. Es gibt durchaus Unternehmen in dieser Branche, da ist der Zuschuss tatsächlich ein Zuschuss. Doch wenn ein Unternehmen einen »Zuschuss« im fünfstelligen Eurobetrag verlangt, sollte sich eigentlich jeder ausrechnen können, dass hier für das Unternehmen ein satter Gewinn abfallen dürfte. Welches Interesse soll dieses Unternehmen noch haben, sich für den Titel in Sachen Werbung stark zu machen? Und für wie ehrlich halten Sie die Bewertung Ihres Manuskripts?

Wer uns also nach der Seriosität eines Verlages fragt, dem werden wir keine klare Antwort oder Bewertung geben. Aber wir werden ihm die genannten Rückfragen stellen und Hinweise geben. Und künftig werden wir auf diesen Artikel verweisen. Ansonsten steht es uns nicht zu und wäre es unseriös, über Verlage zu urteilen, die wir nicht kennen. Entscheiden muss die Autorin oder der Autor selbst.

Oftmals fragen uns dann die Autoren ratlos und nicht selten verzweifelt: Aber was soll ich denn sonst machen, wenn mich kein »normaler« Verlag nimmt und die anderen alle Geld von mir wollen?

Hinter dieser Frage steckt ein reichlich naives Bild des Buchmarktes. Viele Autoren glauben offenbar, dass es reicht, wenn Bücher nur produziert werden, damit sie wahrgenommen und gekauft werden. Dies mag auch damit zusammenhängen, dass ein Autor im Bekanntenkreis selbst zu einem schlechten Text eine positive Rückmeldung erhält. Man will ja niemandem weh tun. In seinem kleinen Universum rechnet sich der Schriftsteller so bereits massenhafte Abverkäufe aus.

Kommt in diesem Moment ein Unternehmen und sagt: »Sie haben recht! Zahlen Sie uns 8.000 Euro, und wir drucken Ihr Buch!«, dann scheint der gesunde Menschenverstand auszusetzen.

Bei den zweifelhaften Literaturagenten ist es ähnlich, und wird es für die Abzocker noch einfacher.

Agentur sucht Manuskripte!Nach wie vor registrieren wir mit Schrecken und Ungläubigkeit, dass es für die Abzocker reicht, sich unter falschem Namen eine wohlklingende Website zu erstellen und sich einen Briefkasten anzumieten, um über Google-Anzeigen dutzendweise hoffnungsvolle Autoren anzulocken und ihnen das Geld für eine angeblich notwendige Vorab-Lektorierung aus der Tasche zu ziehen. Man verspricht ihnen sogar in einem Angebot eine hochtrabend klingende Lektorierung nach DIN-Norm und DUDEN-Richtlinien. Das Perfide daran: Im Klartext bedeutet es, dass man den Text durch den DUDEN-Korrektor maschinell prüft und dafür einen vierstelligen Betrag verlangt. Die Software selbst kostet in der Basisversion keine 20 Euro und das »Lektorat« dauert fünf Minuten. So verwerflich diese Abzocke ist, dürfte sie juristisch nicht als Betrug zu werten sein.

»Ihr warnt immer vor gewissen Literaturagenten«, schrieb uns neulich ein Leser, »aber könnt ihr nicht mal eine Liste mit seriösen Agenturen veröffentlichen, die ihr empfehlen könnt?«

Zum einen gibt es bereits zwei Ratgeber, die solche Listen pflegen: Das ist der Uschtrin Verlag mit seinem Handbuch für Autorinnen und Autoren und der Autorenhaus Verlag mit dem Jahrbuch für Autorinnen und Autoren. Beide Werke sollten in keinem guten Autoren-Haushalt fehlen.

Zum anderen ersetzen auch diese Listen nicht kritisches Nachfragen und Überprüfen der Agenturen. Die Listen sind kein Freibrief, dass man den dort aufgeführten Literaturagenturen bedingungslos trauen sollte. So gab sich seinerzeit die Agentur Lindbergh & Well überaus seriös und landete auf der Liste des Uschtrin Verlags. Natürlich wurde sie rasch entfernt, als offenbar wurde, dass diese Agentur keinesfalls als seriös zu betrachten war.

Kurz und gut: Wir empfehlen solche Verlage, bei denen der Autor nichts für die Veröffentlichung zahlt, und Literaturagenten, die ausschließlich auf Erfolgsbasis arbeiten. Spätestens ein wie auch immer gearteter und begründeter Versuch, vom Autor Geld zu verlangen – z. B. durch ein bezahltes Lektorat -, sollte stutzig machen. Allerdings kann es dann schon zu spät oder problematisch werden, wenn bereits ein Vertrag geschlossen wurde.

Daher unser allgemeiner zweiter Ratschlag: Lassen Sie sich Referenzen geben und sprechen Sie mit diesen. Letzteres ist wichtig, da wir Fälle kennen, bei denen dubiose Literaturagenten klingende Verlagsnamen nannten und eine dortige Nachfrage ergab, dass diese Agentur dem Verlag völlig unbekannt ist.

Verweigert man Ihnen die Nennung von Referenzen – egal mit welcher Begründung -, sollten Sie nicht unterschreiben.

Dies sind  klare und deutliche Kriterien.

Aber wieso zahlen dennoch so viele Menschen Geld, um veröffentlicht zu werden?

Die Antwort ist oft schmerzlich und erfordert eine realistische Sicht auf die eigene Arbeit: Die meisten Texte sind einfach zu schlecht oder nur für eine so kleine Zielgruppe interessant, dass ein normaler Verlag völlig zu Recht keine wirtschaftliche Grundlage für eine Veröffentlichung sieht.

Wenn aber dann ein Unternehmen, das sich Verlag nennt, dem Text ein gewisses Potenzial bescheinigt, fühlt sich der Autor endlich bestätigt und verstanden und wirft jedes Misstrauen über Bord.

Es ist, als würden Sie einem wildfremden Menschen 100 Euro in die Hand drücken, wenn dieser Ihnen bescheinigt, dass Sie einfach umwerfend gut aussehen.

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Kommentare

  1. Roentgen, Hans Peter schrieb:

    Hallo,

    danke für den Artikel, da wäre sicher ein Beispiel interessant, das gerade im Montsegur Forum diskutiert wird:

    http://autorenforum.montsegur.de/cgi-bin/yabb/YaBB.pl?num=1232533480/0

    Hans Peter Roentgen

  2. Joachim Berke schrieb:

    Sehr berechtigt und gut dargebotene Notiz. Eskann nicht genug vor Dienstleistungsverlagen und ähnlichen Geschäftsmodellen gewarnt werden.
    Leider ist es fast unmöglich als unbekannter Autor von renommierten Verlagen ein Angebot zu erhalten. Ausnahmen sind sicherlich alle erotischen, nach Nöglichkeit drastischen Szenen, Publikationen.
    Mit freundlichen Grüßen
    Joachim Berke

  3. Joachim Berke schrieb:

    In Ordnung… JB

  4. vve schrieb:

    Moin, alles richtig.
    Ganz einfach: Nie was voraus bezahlen!
    Die Behauptung, die Verlage würden nur Ami-Hits und Bestseller verlegen, wird durch Wiederholung nicht richtiger – die Verlage suchen händeringend nach richtig guten Manuskripten.
    Was sie nicht suchen ist “me too”, also Bücher die “sind wie …” – sondern Eigen-Art.
    Und, nee, die Sache mit der Erotik stimmt so auch nicht. Da gibt’s zwar eine Welle Frauen-Erotik – aber auch da wird Spreu vom Weizen getrennt.
    Auch Trivialität muß gekonnt sein – gerade das Einfache ist besonders schwer!
    So long
    Vito von Eichborn

  5. Roentgen, Hans Peter schrieb:

    Ich möchte auch Vito von Eichborn zustimmen. Seit Jahren sinken die Lizenzen aus Amerika, veröffentlichen VErlage mehr deutsche Autoren. Aus dem ganz banalen Grund, weil ameerikanische Verlage keine Wohltäter sind, sondern für die Rechte mittlerweile hohe Lizenzgebühren verlangen.

    Deutsche Autoren sind billiger. In den Neunzigern musste ein deutscher Thriller- oder Science Fiction Autor noch ein amerikanisches Pseudonym annehmen. Heute haben Andreas Eschbach, Sebastian Fitzek und viele andere längst bewiesen, dass sich deutsche Autoren verkaufen. Mittlerweile kaufen amerikanische VErlage deutsche Lizenzen und verfilmen sie sogar – siehe Tintenblut.

    Dieses Bla-Blah der VErlage, die abzocken möchten, ist einfach widerlich.

    Hans Peter Roentgen

  6. Paul Spinger schrieb:

    Danke für diesen Beitrag. – Es ist schon richtig: wirklich gute Qualität findet sich leider selten. Außerdem, wer kauft schon z.B. eine Lyrikanthologie mit lauter unbekannten Autoren, wenn er keinen Bezug dazu hat?
    Aber ich kann Vito von Eichborn nicht ganz recht geben. Die Verlage suchen zwar händeringend nach guten Manuskripten, dieses “gut” deffinieren sie aber zunehmed über die Verkaufbarkeit, und nicht über die litararische Qualität. Ausnahmen gibt es zwar, aber die sind noch seltender als richtig gute neue Literatur.

  7. Markus Dosch schrieb:

    Vor etlichen Jahren hatte ich als selbstgedachter ‘Nobelpreisaspirant’ ebenfalls eine agentur entdeckt, sogar kostenlos. Nun, ich gab ihnen meine gesammelte Kurzprosa, die die Agentur dann fast kommentarlos an einen Schweizer Verlag schickte. Natürlich schwebteich in höheren Literaturregionen, bis eines Tages ein Paket aus der Schweiz bei eintrudelte. Ich war aus dem Häuschen. Kaum geöffnet kam die kalte Dusche: Dieser Verlag meinte, schon lange habe er keinen solchen Schrott mehr gelesen! Das war natürlich für meine Agentur bestimmt. Da reißt es dir schon den Arsch auf. Natürlich habe ich weiter geschrieben aus einem bösartigen Trieb heraus, komme mir vor wie ein Sadomachotyp, der sich selbst geißelt und dann noch um Gnade winselt. So kann es einem mit Agenturen ergehen. Ciao Markus Dosch München

  8. Eduard Rosenzopf schrieb:

    Guter Bericht ¨
    @ v v e
    Einige Verlage bescheinigten mir ein “gut & spannend geschriebenes MS”,
    lehnten eine Veröffentlichung jedoch mit der Begründung ab ” kein Oel ins Feuer …”
    Der Plot: Pädophile Priester / Kindsmissbrauch-und -missshandlung /
    Sex im kath.Priesterseminar.
    Es braucht halt auch Mut.
    So long
    Eduard Rosenzopf

  9. Tasso J. Martens schrieb:

    Dem Artikel wäre – nichts hinzuzufügen – nur wenn er allgemein nicht an der Literaturlandschaft und im Speziellen an den vorzufindenden Gegebenheiten für die Lyrik vorbeiginge. Lyrik ist tot; es gibt hierfür nurmehr eine kleine eingeschworene Gemeinde, die (gute) Lyrik schreibt oder liest bzw. hört.
    Buchauflagen von mehr als 300 Exemplaren sind selten. Leider gilt auch für diese Sparte, ein Manuskript verkauft sich nur:
    a) wenn der Autor einen bekannten Namen hat (z.B. ein bekannter Sportler ist)
    b) wenn der Autor zudem jung ist (wegen der Folgebücher)
    c) das Manuskript dem Publikumsgeschmack entspricht und damit hohe Verkaufszahlen erzielt werden können.
    Nun ist es eher selten, dass ein Lyriker ein bekannter Sportler ist, noch entspricht Lyrik dem Geschmack des breiten Publikums. Damit dürfte die Verlegung von Lyrik aus wirtschaftlicher Sicht eigentlich abgehakt sein. Um die notwendigen Lyrikwerke bei Lesungen (in irgendwelchen Kellern, “Industriebrachen” oder an sonstigen unmöglichen Plätzen) auflegen zu können, muss deshalb der Lyriker “in Vorkasse” gehen bzw. sein Buch selbst finanzieren. Eine ISBN-Nummer ist in diesem Falle auch nicht notwendig, da sein Werk von der Öffentlichkeit ohnehin nicht beachtet wird und die eingeschworene Lyrikgemeinde ihn ohnehin kennt. In diesem Zusammenhang ist auch auf die Arroganz der deutschen Literaturhäuser hinzuweisen, die auf Leseanfragen von Autoren nicht einmal antworten.
    Tasso J. Martens

  10. Lisa schrieb:

    Hallo,
    der Bericht ist bis auf eine Kleinigkeit schon richtig: Bei Axel Poldner bekommt man Referenzen von vielen Prominenten, die sich leider für seine Werbezwecke hergeben, damit die Literaturagentur Axel Poldner noch unbekannte Autoren mit Versprechungen und teuren Lektoraten, die in meinem Fall nicht einmal stattgefunden hat, betrügen kann! Selbst Prominenten kann man nicht mehr trauen! Wie soll man dann Referenzen anderer überprüfen können?

    Gruss Lisa

  11. Jedimeister schrieb:

    Hallo,
    die Berichte in diesen Beitrag die ich mir in Ruhe durchgelesen habe sind sehr Interessant. Ich bin auch ein angehender Autor und versuche schon seit über 5 Jahren inklusive meiner Schreibarbeit Verlage und auch Literaturagenten zu finden die meine Werke veröffentlichen sollen.
    Leider bis Dato heute,, Erfolglos,,.
    Dubiose Literaturagenten gibt es wie Sand am Meer. Ich war auch ein Opfer einer solchen Agentur. Herauskam das ich für Leistungen bezahlt habe die absolut für nichts waren. Das macht schon jemanden ziemlich frustrierend. Aber es gab auch einige Literatur Agenten die Seriös waren und mir ein klares Nein zum Werk gaben mit der Begründung ,,keine Käuferkraft,,.
    Aber dennoch finde ich das gute Skripte von vielen gar nicht richtig gelesen werden, sondern landen prompt wieder zurück an den Absender, mit der Begründung kein Wirtschaftlicher Erfolg…
    Mir bleibt nichts weiter übrig als mein Werk selbst drucken zu lassen über die vielen BOD Angebote was zur Zeit im Internet angeboten werden.
    Deshalb rate ich jedem der sein Werk veröffentlichen will alles sorfälltig prüfen zu lassen, und nicht im Vorraus zu zahlen.

    Gruß

    Milan Zivojinovic

  12. Birgit schrieb:

    Leider wird von Seiten der Medien noch immer viel zu wenig Aufklärungsarbeit in Hinblick auf Buchveröffentlichungen bei sog. Zuschussverlagen geleistet. Hierzu möchte ich ausdrücklich der Redaktion des Literatur-Cafés für die umfassende und ausgezeichnete Berichterstattung danken! Das Literatur-Café trägt mit seinen ausgezeichneten Berichten und sorgfältiger Recherche viel zur Aufklärung bei.

    Fast jeden Monat lese ich in der Lokalzeitungen von irgendwelchen Autoren, die es “geschafft” haben und einen Verlag für ihr Manuskript “gefunden” haben. Ja, sogar zur Lesung auf die Frankfurter Buchmesse wurden sie eingeladen! Was in keiner Zeile zu erfahren ist: Wie viel 1000 Euro sie für diese Veröffentlichung hingeblättert haben. Natürlich regen solche Berichte andere Leser dazu an, es nun endlich auch einmal mit einer Veröffentlichung bei einem Verlag zu versuchen, so schwer scheint es ja wohl nicht zu sein….

  13. Rob schrieb:

    ein wiklich lehrreicher bericht. zum glück hat bei mir der gesunde menschenverstand nicht ausgesetzt nach dem der verlag fast 5000 euro für das verlegen verlangt hat. zwei wochen später sind sie dann runter gegangen diese schweine, natürlich auch noch viel zu hoch. man muss wirklich vorsichtig sein.

    warum ist es diesen verlagen (gerade die, die kein wort über die kosten verlieren) überhaupt erlaubt den leuten so das geld aus der tasche zu ziehen, das man da nichts tun kann. offenbar gibt es preislich keine grenzen für diese abzocker…..

    mfg rob

  14. Cornelia Lotter schrieb:

    Lieber Rob, diese “Verlage” sind keine Verlage, denn der Name kommt von “vorlegen”, d.h., die Verlage gehen in Vorleistung und hoffen, dass ihre Kosten durch den Verkauf des Buches wieder reinkommen.

    Auf der Website aller Verlage, die keine sind, gibt es deutliche Signale dafür. Man muss nur genau hinsehen und lesen. Im Zweifel eine kurze Mail und fragen, ob sie mit wie auch immer gearteten “Zuschüssen” von den Autoren arbeiten. In den meisten Fällen wirst du auf so eine mail nicht mal eine Antwort erhalten, dann ist eh alles klar. Aber niemals ein Manuskript wegschicken, wenn du Zweifel diesbezüglich hast. Und du tust geradeso, als wäre dir die Rechnung erst hinterher präsentiert worden. Du machst doch normalerweise einen Vertrag und da steht ja alles drin, was dich erwartet.

    Einfach Augen aufmachen, dann wird niemand gelinkt!

    Gruß C.L.

  15. Matthias schrieb:

    Guter Artikel,

    Ich bin mir manchmal gar nicht bewußt, für wen wir gerade drucke. So sollte es aber nicht sein. Unser Preis für ein Buch ist äußerst niedrig, und davon sollte der Autor natürlich seine Vorteile beim Verkauf haben.
    Die Alternative ist, das Buch selbst zu verlegen und die Herstellung/Produktion selbst zu veranlassen.
    Nachteil: Man muß selbst die Werbung/Vermarktung übernehmen.
    Bei einer begrenzter Leserschaft von Vorteil, wenn aber das Buch ein Highlight ist, ist natürlich ein guter Verlag der bessere Partner.

    Als Tipp: Im Internet recherieren und die beste Wahl für sich persönlich auswählen.

    Gruß und viel Erfolg an die Autoren

    Matthias

  16. Janine Musewald schrieb:

    Thema Verlage und Kosten. Ich habe mich selbst durch einen Dschungel von Verlagen gewälzt. Ein Verlag aus Frankfurt hat mir ein Angebot für das verlegen meines Sachbuch mit einer Summe zwischen 12 – 18 Tausend Euro angeboten. Der nächste Verlag liegt bei 2 – 4 Tausend Euro. Ich habe auch schon gehört, dass einem Autor für sein Buch keine Kosten entstehen sollen. Nun dann soll es auch so sein und der passende Verlag wird sich finden. Allen anderen Autoren wünsche ich von Herzen viel Glück und Freude.

    Herzensgrüße

    Janine Musewald

  17. Freude schrieb:

    Selbst ist der Schriftsteller

    Zunächst hat jeder Autor, wie es ein Recht auf freie Bildung gibt, ein Recht auf Veröffentlichung.
    Er muss sich bewähren. Ob er sich zuerst einem Knebelvertrag eines Großverlages unterwirft oder eine seriöse Lösung zum Druck gegen gerechte Bezahlung einsteigt, bleibt ihm überlassen. Wir wollen doch wirklich nicht behaupten, der namhafte Verleger achtet auf Qualität. Er glaubt an junge Talente, die er billig erwirbt um sie groß (im wahrsten Sinne) herauszubringen (selber den Markt machen) oder er zählt auf reißerische Namen oder er verlegt den längst Verstorbenen ohne zusätzliche Honorare. In jedem der drei Fälle bestimmt der Verleger den Markt! Aber bittschön, wo bleibt dann der Künstler, wo bleibt der gute Autor der sich aus der Masse verdichtet? Da wartet der Verleger doch lieber bis dieser gestorben ist und mindestens 70 Jahre tot ist. Der Dichter hat überhaupt keine Chance wenn er sich nicht nach dem Vorbild selbst herausbringt und das auf jeder Ebene. Sich selber herausbringen, das ist die Aufgabe des Dichters. Da jammern Verleger, die Lyrik verkauft sich nicht, dabei findet man überall Lyrik und nur wenig in den Lyrikabteilungen, da gibt es nur ein kleines Regal aber die komplette Buchhandlung ist von der Reiseabteilung über Belletristik bis zur Philosophie und Biografien voller Lyrik. Würde man alle Lyrik wegstreichen, wären die Büchereien und Bibliotheken nur halb so groß. Und dann dieses ewige Besserwissen der Germanisten in den Verlagen. Wie man schreibt und wo man seine Jota setzen muss. Welcher anständige Schriftsteller will das schon? Ich kann nur jedem Kreativen empfehlen seine Dinge selber in die Hand zu nehmen. Der Dichter kann sich doch nicht von einem Verleger zeigen lassen wohin er sein Komma und seinen Doppelpunkt zu setzen hat. Wie der Schriftsteller schreibt, so hat er es gewollt. Das ist eine klare Tatsache. Nicht der Dativ ist dem Genitiv Freund, der Dichter ist sich selbst genug. Warum also nicht selber machen. Das haben alle Großen Dichter und Schriftsteller vorgemacht. Nicht nur Selbstverlag, auch selbst das Wort setzen und selber den Akut, das bringt auch noch Spass und selber Befriedigung. Die Arroganz der Dichter ist ihre falsche Bescheidenheit. Andere töten, aber nur mit Freundlichkeiten. Bessersein? Ich weiß es nicht! In einer gewissen Qualität gleicht sich die Qualität der Menge an. Man findet keine Unterschiede. Es ist Vage, es ist ein Sorietes-Problem. Ab welchem Kriterium beginnt ein Gedicht Lyrik zu sein? Der Interpret wird zum Richter. Das Gedicht ist schuldlos. Der Dichter selber kennt seine Qualität. Der gute Dichter schätzt sich richtig ein. Derjenige der auswählt kann nicht über seine eigene Qualität hinaussteigen. Der Bauer erkennt den guten Apfel nicht. Seine Beurteilung ist eingeschränkt. Er kennt die Produktion eines Apfels aber, welcher Bauer hat schon einen guten Geschmack und welcher Bauer kennt etwas von Urteilen und Argumenten? Der Apfelbauer aber produziert den gewünschten Apfel oder den außergewöhnlichen Apfel. Ein Gedicht ist Ästhetisch oder Philosophisch zu betrachten oder Beides. Diese Lyrikzeitschriftverlage und die Etablierten bleiben unter sich, kein anerkennendes Wort, kein Urteil. Nur nicht die eigene Gruppe stören, etwa durch die Hereinnahme eines der besser sein könnte. Doch dann gibt es noch immer die Möglichkeit zu kontern, das dieser sich überschätzt und das die Neuen immer beleidigt wären. Es müsse ja nach dem Prinzip gehen: Abwarten. Alle mussten sie warten bis sie drankamen; außer natürlich die jungen Spatzen, die da im Frühling zwitschern. Man entdeckt einen Superstar! Die bourgeoisen Kulturbanausen nehmen es enthusiastisch zur Kenntnis. Mitentdecker eines neuen Goethe, soweit reicht der Lyrikhorizont. Qualität? Was ist das? Wo beginnt Qualität, wo hört sie auf? Vage, ein Sorietes-Problem, sie wissen schon.

    Diese Lyrikszene ist abartig
    Die heutige Literaturszene, insbesondere die Lyrikszene ist anormal abnormal. Wie mir ein Verleger im Vertrauen hinter hohler Hand versichert: „ wir suchen nur junge Mädchen als Talente für unsere Zeitschrift, ergänzen mit hochbekannten Preisträgern und mischen darunter unsere Freunde„. Das ist der Lyrikbetrieb, so läuft das Geschäft. Da suchen die „Lecktoren“ in Verlagen, die Herausgeber von Anthologien und Lyrikzeitschriften diese jungen, nackten Vögelchen und hacken mit ihren Spitzen in die jungen Leiber. Sie beschnäbeln das junge Gefieder in abartiger Perversität. In ihren Verlagen und Zeitschriften halten sie eine Brutstätte alternder, veralterter Abnormer Verehrer der Poesie, die ihre Lektorate dazu benützen, sich selber und ihre untalentierten Ergüsse, mit diesem jungen Federvieh, sowie mit Hochbetagten Ordensgeschmückten Pfauen, zu garnieren. Sie sammeln, organisiert von einer Not, die jungen Hungrigen und Dürstenden, und bieten ihnen kulturbeflissen Champagner und Kuchen für zweifelhafte Dienste; um in ihrer Sprache zu bleiben: alles Lyrikspanner.

    Die vertrauten gierigen Lyrikverleger
    Die netten freundlichen Manuskriptprüfer
    Die feisten stillen Rezensenten
    Die kleinen Vögelchen zwitschern

    Die alten Spanner warten
    Und geben gut die Achtern
    Ein Loch im System…
    Bringen sie groß raus

    Pornographische Halbwüchsige
    Zur Tarnung : Alte Preisträger
    Drüberhermachen aller Sauereien
    Hinten und Vorne mit Vergewaltigungen

    Unschuldig alle
    Wenn kleine Vögelchen zwitschern
    Im Frühling
    Und krächzen im Herbst

    Was veranlasst sie zu diesem Verhalten? Selber talentlos, sind sie frustriert, kommen nicht an im Lyrikbetrieb zwischen Sonntagsdichtung und großer Lyrik. Was liegt näher als selber die Rolle einer Jury anzunehmen. Ihr wahres unbestätigtes und gehasstes Vorbild: und ihre Auffassung, der schöne und geliebte, der kann sie alle haben. Wie in der Gruppe 47, … alle hingen bei der Bachmann im Schoß. Vergleichbar mit denen die sich seitenweise Schund im Internet herunterladen, dort lassen sie ihre Kindlein ebenfalls zu sich kommen. Und anschließend? Da beklagen die alternden Emporgekommenen, das in den großen Anthologien nur noch Männer vertreten sind. Ja, was war denn vorher? Was war denn mit den Entdeckern? Wir haben die Talente entdeckt und gefördert schreiben Literaturzeitschriftenverleger. Da meinen Verleger, wenn man nur ihre Produkte kauft, würde man Entdeckte finden und manche Entdeckung machen! Ja was glauben die denn? Man erkennt doch gerade an ihren Produkten was sie entdecken und vermarkten. Wo bleibt denn der kaufmännische Verstand? Es bleibt eben kein Geld mehr für den großen Wurf wenn man nur wie Trittbrettfahrer hinter den Anderen herläuft. Das gilt aber für beide Seiten, für den Verleger und für den Schriftsteller. Wer aber erkennt sich schon selbst?

  18. Freude schrieb:

    …und noch einen Nachtrag:

    Was ist schon ein Verlag? Ein Verlag will Bücher verlegen. Das heißt nicht dorthin wohin der Autor will. Der Verlag verlegt die Bücher dorthin wo sie niemand findet. Deshalb der Name Verlag. Glaubt denn irgendein Schriftsteller er käme bei einem der drei oder sagen wir fünf namhaften Verlage unter? Ehrlich, ob bezahlen oder nicht, insofern stimmt die These, alles andere sind doch keine richtigen Verlage. Wie man einen Verlag wählt, kann man auch eine Partei wählen. Da gibt es die zwei Großen, angeschlossen sind die Kleineren. Alles andere sind Zuschussparteien, so wie es auch Zuschussverlage gibt. Glaubt man denn vielleicht man zahlt bei einem großen Verlag nicht zu? Sicher nicht, wenn man Dieter Bohlen heißt, aber der bezahlt ja auch mit seinem großen Namen. Das heißt die großen Schriftsteller bezahlen mit ihrem großen Namen und die Unbekannten? Die Talente laufen vor verschlossenen Türen. Nur was
    Kommerziell zu vermarkten ist wird angenommen. Hinter den Sätzen liegt eine andere Vorstellungswelt! Natürlich ist, das wer Geld für „quasi NICHTS“ gibt, grundsätzlich selber schuld! Aber das hier angeschnittene Problem liegt doch nicht bei den Verlagen!
    Es geht doch nicht mehr darum! Wer sein Buch bei einem Unternehmen veröffentlicht, das sich »Verlag« nennt, der sollte dafür kein Geld bezahlen. Ein Verlag trägt das finanzielle Risiko der Buchveröffentlichung allein. Dieser Satz enthält doch eine Doppelmoral. Der erste Teil ist ein gewöhnlicher Hergang, eine normale Sprache; der zweite Teil eine selbstverständliche Konsequenz aber, man muss das nicht erzählen, das Wichtige (die Aufgabe eines Verlages) wird verschleiert. Lesen wir uns nur einmal die Autorenlisten der angepriesenen Verlage an. Der weltberühmte Schriftsteller, den auf jeder Straße niemand kennt. Wer richtig nachliest, der sieht doch, das es hier keinen Zweck hat anzuklopfen (wie bei Kafka vor der verschlossenen Tür) und sich dann wie in München am P1 vom Türsteher einen Korb zu holen (die Gäste sind alle geladen und sind bekannt) das ist das Kriterium. Wer als Schriftsteller erkannt hat, das er ein Niemand ist, ist sicher schon auf dem Richtigen Weg, aber bitte sehr, nicht bei einem Verlag anklopfen, der ebenfalls im Verlagswesen NIEMAND ist, sich aber sehr wohl für weltberühmt hält. Die Zeiten der großen Verlage sind vorbei, das muss man einfach so sehen und sie sehen nun ihre Felle wegschwimmen durch die preiswerten Druckverfahren und Vermarktungen denen sie nicht mehr nachkommen. Das wieder wollen sie wettmachen durch eine elitäre Haltung. Die kann aber nur der große Schriftsteller und Dichter haben. Sie steht keinem anderen, auch keinem Verlag zu. Ob man also zu den Auserwählten, oder Ausgezeichneten gehört, das spielt doch wirklich keine Rolle. Wer wirklich gut ist, weiß es mit Sicherheit selber, und darauf kommt es doch nur an. Also, machen und tun, aber nicht so viel anschreiben und vor allen Dingen kein Geld für noch so wenig Leistung zahlen. Alles andere kommt schon von selber.
    Liebe Grüße
    Manfred

  19. ryanjune schrieb:

    Hallo,
    Danke für den Beitrag. Die Nachricht ist eindeutig, und ich denke man
    kommt damit durch, auf dem schwer überschaubaren Markt.
    Ich suche zur Zeit nach einer Agentur für Comics und Karikaturen.
    Habt Ihr Erfahrungen oder Tipps?
    LG, ryan

  20. Julius Franzot schrieb:

    Liebe Frau Kollegin, liebe Leser,
    gestatten Sie, dass ich mich kurz vorstelle: Ich bin ein seltenes Exemplar einer bedrohten und noch nicht vom WWF geschützten Art. Bin deutschsprachiger Schriftsteller (und Übersetzer, von irgendwas muss man doch leben) in Triest. Auf meiner HP steht alles Wesentliche über meine Person, auf Facebook eher viel zu wenig und nicht immer das Richtige.
    Ich muss über frustrierende Erfahrungen mit Literaturagenturen berichten. Von einer ganz unseriösen abgesehem, die mich am Anfang meiner literarischen Karriere so richtig ausnehmen wollte, habe ich gemerkt, dass ein Autor bei einer Literaturagentur gegen eine Wand rennt. Die Ausflüchten sind etwas anders als die der Verlage, aber Positives habe ich nicht erlebt. Wie in guten alten zeiten in der Wirtschaft, geht es auch hier um die “Bewerbungsmappe”, von der ich bezweifle, dass sie immer gelesen wird. Dann hört man, dass die Agentur viel zu viele Manuskripte bekommt, dass man gerne handverlesene Autoren so richtig betreuen will und man daher kaum Zeit für Neuzugänge findet. Dann darf man selbstverständlich nochmal antufen, da die zuständige Dame gerade aus dem Urlaub zurück ist…und Pi-Pa-Po. Und das nach sieben publizierten Büchern und zahlreichen Auftritten auf den Buchmessen und Lesungen.
    Wenn mir jemand sagen würde, dass mein neuer Roman Mist ist, dass die Hauptperson zu kompliyiert denkt, dass es ein Sakrileg ist zu schreiben, dass Kant der Pate des Faschismus und des Kommunismus war, dann würde ich alles verstehen, mir Mühe geben, die beanstandeten Stellen auszumerzen. Aber so? Man bekommt das unschöne Gefühl, kein Mensch interessiere sich mehr für den Inhalt eines Buches, es gehe nur entweder um Vitamin B oder um das Potential zu einem – sei es auch “feuchten” – Verkaufsknüller.
    Da habe ich gedacht, dass ich es lieber über Umwege versuche und habe Bekannte, Schriftsteller, Journalisten, Verleger gefragt, ob sie eine aufnahmebereite Agentur kennen. Natürlich kennt man keine Agentur, ein guter Schriftsteller hat stets seinen Hausverleger, der ihn bemuttert. Kurz gegoogelt und festgestellt, das die meisten doch “on Demand” oder bei einem total unbekannten Verlägchen publizieren und dabei kräftig “Zuschuß” bezahlen.
    Ich hoffe, demnächst einen heitereren Eintrag auf ihrem Blog zu hinterlassen.
    Schöne Grüße aus der hitzigen Adria!

    Julius Franzot

  21. Erika Glatt schrieb:

    Hallo,

    Markus Dusch, kannst dich mal wieder melden, mir geht es genauso mit den Verlagen und Agenturen.

    Frage: Wie heißt denn die Literaturagentur, die kostenlos an den Schweizer Verlag Ihr Manuskript schickte?

    Bitte zurückmailen unter erika.glatt (at) web.de

    Mit freundlichen Grüßen

    Erika Glatt

  22. Brigitte Grote-Addo schrieb:

    Ja, auch ich bin reingefallen mit einem dubiosen Verlag. Mein Buch “schwarz-weiße Ehe oder Rassismus in Deutschland” habe ich 20 Verlagen angeboten. Aber alle wollten sich diesem Thema nicht widmen. Ich fand meine Geschichte aber gelungen und gut geschrieben. Weil ich sie unbedingt an Mann/Frau bringen wollte, habe ich 4.000 € für die Veröffentlichung bezahlt. Aber habe mich natürlich schwarz geärgert, weil ich nur ca. 200 Exemplare verkauft habe. Der Verlag hat natürlich keine Werbung für mein Buch gemacht. Jetzt möchte ich ein 2. Buch veröffentlichen und es diesmal den richtigen Verlagen anbieten. Es wäre schön, wenn mir jemand helfen könnte einen guten Verlag zu finden. Das Buch soll “Nachkriegskind” heißen und eine sehr interessante Geschichte hervorbringen. Mit freundlichen Grüßen Brigitte Grote

  23. andrea schrieb:

    Liebe Brigitte,

    vermutlich mache ich mich mit meiner Antwort bei Dir nicht beliebt, aber ich möchte aufrichtig sein:
    Wenn ich Dich richtig verstanden habe, suchst Du für Dein zweites Buch nach einem Publikumsverlag, der über seine Vertriebs- und Werbeschiene Dein Buch vermarktet. Der Vertag zwischen dem Verlag und Dir würde dann so aussehen, dass Du ein Vorschusshonorar erhältst, das Du auch dann behalten darfst, wenn das Buch sich nicht so gut verkaufen sollte. Wenn das Buch sich gut verkauft, bekommst Du über den Vorschuss hinaus natürlich auch noch ein weiteres Honorar.
    Der Titel NACHKRIEGSKIND lässt auf einen interessanten Stoff schließen, der viele Leser finden kann, wenn er gut und marktgerecht dargeboten wird. Vermutlich sprichst Du damit ein eher älteres Publikum an. Wenn Du also keinen Herz-Schmerz-Roman daraus machen willst, wird es vor allem auf die literarische Qualität ankommen.
    Da Du mit Deinem ersten Buch – wenn ich das richtig verstanden habe – trotz des grundsätzlich interessanten Themas bei Publikumsverlagen abgewiesen worden und schließlich bei einem Bezahl-Verlag gelandet bist, solltest Du Dich meiner Ansicht nach zunächst fragen, ob Dein Manuskript den Anforderungen eines Publikumsverlags mit ausgereifter Vertriebsschiene genügt.

    Mit ganz herzlichen Grüßen

    Andrea

  24. Peter schrieb:

    Hallo,
    ich muss Brigitte zustimmen.
    Auf der einen Seite sind Kriegs- und Nachkriegsthemen immer gut. Man denke nur an die Buchpreisgewinner Arno Geiger oder Julia Franck. In gewisser Weise auch die Nobelpreisträger Grass und Müller.
    Auf der anderen Seite sind Kriegsthemen aber auch das Ödeste und Langweiligste, mit dem Verlage überschwemmt werden, weil viele ältere Leute ihr Leben in dieser Zeit aufschreiben. Und weil die Verwandschaft das meist ganz toll findet, sind sie der Meinung, dass müsste doch auch andere interessieren und da dürfte sich doch ein Verlag finden lassen.
    Leider überschätzen diese Menschen ihre Schreibkünste. Denn es zählt nicht nur der Inhalt, sondern auch die Umsetzung. Ist der Plot gut und interessant? Wie sind die Figuren gezeichnet? Wie kann die Autorin mit Sprach umgehen?
    Leider scheitern hier 99,9% der eingereichten Manuskipte und diese Leute sind ein gefundenes Fressen für Zuschussverlage. Die erwähnen dann nämlich gerne dass, was ich eingangs getan habe: Kriegsthemen sind immer gut. Aber die erwähnen eben leider nicht – wie es ein seriöser Verlag bei der Bewertung macht, weil er das wirtschaftliche Risiko tragen muss – dass das Manuskript leider völlig uninteressant geschrieben ist und außer der eigenen Verwandschaft niemand hinter dem Ofen vorlockt.
    Peter

  25. andrea schrieb:

    Lieber Peter,

    nur zur Klärung: Du schreibst, Du musst Brigitte zustimmen. Aber aus dem, was Du weiter ausführst, nehme ich an, dass Du mir, Andrea, zustimmen möchtest.
    War aber sicherlich nur eine Namensverwechslung Deinerseits. Nichts für
    ungut. Was Du schreibst, Peter, finde ich sehr bedenkenswert. In einem Interview mit Elke Heidenreich habe ich mal gehört, dass sie oft Biografien von älteren Menschen zugeschickt bekomme mit der Bitte, bei der Vermittlung an einen Verlag zu helfen. Soweit ich Frau Heidenreich verstanden habe, liest sie diese Manuskripte gar nicht erst.

    Viele liebe Grüße

    Andrea

  26. Peter schrieb:

    Liebe Andrea,
    du hast Recht: Die Zustimmung galt dir. Bitte entschuldigt die Verwechslung.
    Nun, Frau Heidenreich weiß, dass sie zu 99,9% schlechte Manuskripte lesen würde (oder zumindest die ersten Zeilen davon). Die Zeit kann man sich sparen. Man muss auch sehen, dass sich alte Menschen – sofern ihre Geschichte nicht die 00,1% trifft – sich schlecht vermarkten lassen. Eine junge hübsche Autorin wie Julia Franck ist das für den Verlag besser. Das mag zynisch klingen, aber es ist nun mal so, das echte Verlage vom Verkauf der Bücher leben. Da muss sich Buch und Autorin gut vermarkten lassen. Verlage sind Wirtschaftsunternehmen und keine Wohltätigkeitsorganisationen.
    Viele Grüße
    Peter

  27. Jochen schrieb:

    Hallo liebe Mitautoren,

    ich bin gerade auf dieses Forum gestossen und wollte Euch fragen, ob schon jemand von Euch mit der Berliner Agentur Poldner zusammengearbeitet hat. Ich habe von dort sehr gute Resonanz auf mein Manuskript bekommen, mir wurde sogar ein Vertrag angeboten!!

    Das kling alles sehr gut und positiv. Dennoch wollte ich mich noch etwas umhorchen.

    MfG
    Jochen

  28. andrea schrieb:

    Lieber Jochen,

    in diesem Forum findest Du jede Menge Hinweise als Antwort auf Deine Frage. Guck Dich einfach mal um.

    Schöne Grüße
    Andrea

  29. Beate Eickelmann schrieb:

    Lieber Jochen,
    Du kannst Dich hier auf dieser Seite unter dem Forum:
    “So erkennen Sie dubiose Literaturagenten und Literaturagenturen”
    erkundigen. Dort haben viele Autoren über ihre Erfahrungen mit Axel Poldner berichtet. Du solltest die Einträge sehr genau lesen, bevor Du Dich entscheidest!!!!

  30. Julius Franzot schrieb:

    Lieber Jochen,
    Mit der Agentur, die du ansprichst, habe ich die schlechstmögliche Erfahrung gemacht, allerdings im Jahre 1996, als sie noch in München war. Zuerst wurde mir ein Vertrag über die Lektorierung angeboten (etwa 6.000 Euro), ohne jede Verpflichtung seitens der Agentur, sich um die Vermarktung zu kümmern. Monatelang führte ich eine Korrespondenz mit einem Lektor, der mir suggerierte, ganze Kapitel umzuschreiben, was ich auch tat. Vor der Zurücksendung des unterschriebenen Vertrages machte ich noch den Vorschlag, auf einen Teil des Autorenhonorars zu verzichten und dafür weniger Geld für die Lektorierung zu bezahlen. Seitdem eisernes Schweigen, nicht einmal die Anständigkeit, “nein” zu sagen. Mag sein, dass heute die Agentur ihren Umgang mit Kunden verbessert hat, dass sich mehr Einsicht breit gemacht hat… ich will nicht pauschal urteilen, aber Vorsicht wäre schon geboten!
    Schöne Grüße und viel Glück!
    Juliu´s

  31. Jochen schrieb:

    Hallo liebe Mitautoren,

    vielen Dank für eure Antworten, besonders für Frau Eickelmanns Hinweis auf das andere Forum. Ihr habt mich vor einer großen Dummheit bewahrt.

    Ich werde einen großen Bogen um diesen Herrn Poldner machen!

    Danke nochmals!!!!!!!!!

    Jochen

  32. andrea schrieb:

    Lieber Jochen,

    mach ruhig noch ein paar große Bögen mehr, es gibt nämlich noch weitere schwarze Schafe im Agenturenmarkt. Lass Dich niemals auf einen Vertrag ein, in dem Du Geld an die Agentur zahlen musst. Auch nicht für ein Lektorat oder eine Übersetzung in eine andere Sprache (weil in dem betreffenden Land angeblich die Verkaufs-Chancen besser sind). Nicht mal 99 Euro “Aufwandsgebühr”. Auch dann nicht, wenn Dir darüber eine Verrechnung mit Deinem späteren (wortreich in Aussicht gestellten!) Verkaufs-Honorar angeboten wird.

    Beste Grüße
    Andrea

  33. Jochen schrieb:

    Liebe Andrea,

    vielen Dank für die Tipps, derartiges habe ich nun schon auch in anderen Foren gelesen. Gibt es denn in irgendeinem Formum eine Liste mit unseriösen Agenturen, damit ich weiss, um wen ich meine Bögen zu machen habe?

    MfG
    Jochen

  34. andrea schrieb:

    Lieber Jochen,

    eine solche Liste gibt es sicherlich, aber sie steht nicht offen im Internet.
    Leider versuchen Bezahl-Verlage/Agenturen immer wieder, bei warnenden Stellungnahmen die entsprechenden Forenbetreiber zu verklagen. Einige solcher Verlage/Agenturen gehen sogar so weit, durch “Spione” kritische Kommentare von anderen Forumsmitgliedern zu provozieren, um später vom Forumsbetreiber Schadensersatz fordern zu können.

    Aber Du hast ja jetzt jede Menge Tipps, wie Du seriöse von unseriösen Agenturen unterscheiden kannst.

    Beste Grüße
    Andrea

  35. Sabine schrieb:

    Vielen Dank für diesen Thread. Ihr habt auch mir eine “Poldner-Erfahrung” erspart!

  36. mike ries schrieb:

    Hallo, liebe Kollegen
    Klinken putzen, anders gehts nicht, leider.
    In der Zwischenzeit selbstverlägerisch on demand tätig werden.
    Den Eigenvertrieb organisieren.
    Das geht schon mit wenigen Euros.
    Kopf Hoch, das wird schon.
    viele Grüße
    mike

  37. Ferdinand Moors schrieb:

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    leider finde ich das oben genannte Forum “So erkennen Sie dubiose Literaturagenten und Literaturagenturen” mit den Erfahrungen über die Agentur Poldner nicht. Ich habe selbst einen Vertrag mit dieser Firma und würde gerne lesen, was andere erlebt haben.
    Können Sie die Seite vielleicht noch einmal verlinken?

    Vielen Dank!

    F. Moors

  38. Michael Groß schrieb:

    Ich denke auch, dass die großen Agenturen die Manuskripte überhaupt nicht lesen. Als kleiner Autor zu einer kleinen Agentur, einem kleinen Verlag, oder?
    Vielleicht klappt es ja mit dieser – neuen – Agentur: http://www.schoneburg.de

    Gibts da Erfahrungen?

    Viele Grüße
    Michael Groß

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