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Beitrag vom 29. September 2010 | Rubrik: E-Books, Literarisches Leben, Literatur online

Outsourcing im Lektorat: Droemer Knaur geht mit neobooks neue Wege

neobooks von Droemer KnaurSeit einiger Zeit bekommen Autoren, die ihr Manuskript an den Verlag Droemer Knaur schickten, selbiges wieder zurück. Nicht mit dem üblichen Standard-Absageschreiben, sondern mit der Bitte, es doch auf der neuen Bewertungsplattform neobooks einzustellen, die seit Ende Juli in der geschlossenen Betaphase ist und zur Frankfurter Buchmesse ihren öffentlichen Start haben wird.

Die Kosten für die Entwicklung und Unterhaltung einer solchen Plattform scheinen sich für den Verlag zu rechnen. Bei ca. 30 unverlangt eingesandten Manuskripten pro Tag wird einiges an Ressourcen gebunden (SekretärInnen, PraktikantInnen, LektorInnen), die nun frei werden. Denn die Arbeit sollen sich gefälligst die User machen. Als Begründung muss folgende Überlegung herhalten: die zukünftigen Leser wissen am besten, was sie lesen wollen. Also fragen wir sie und verlegen dann das, was die meiste Zustimmung bekommt.

Und was erhalten die Leser (Rezensenten) als Dank für ihre Mühe? Oder anders gefragt: Was sollte ein »normaler« Leser für einen Grund haben, seine wertvolle Zeit mit einem Manuskript zu verbringen, das vielleicht nie den Sprung zwischen zwei Buchdeckel schaffen wird?

Claqueure und Freunde der Autoren?

Wie will man überhaupt »nur« Lesende, die keine Bekannten, Claqueure und Freunde der jeweiligen Autoren sind, auf die neobooks-Seite locken? Sicher nicht mit den vom Verlag in Aussicht gestellten Buch- und eBook-Prämien.

Und welchen Grund sollten die Autoren haben, ihre wertvolle Zeit zu opfern, um »Werke« der Konkurrenz zu lesen und zu bewerten? Autoren wollen schreiben und selbst gelesen werden.

Ein weiteres Problem scheint mir zu sein, dass keinerlei Einschränkungen bei der Art der Literatur gemacht werden. Es kann Lyrik genauso eingestellt werden wie Kurzgeschichten, Romane oder Sachbücher. Alles wetteifert nun miteinander darum, am Stichtag unter den bestbewerteten und empfohlenen 10 Texten zu sein, die es auf den Tisch des Lektorats des Droemer Knaur Verlages schaffen. Das heißt, hier werden völlig unterschiedliche Dinge miteinander verglichen. Äpfel mit Birnen und Orangen.

Ein interessanter Schachzug des Verlages besteht darin, Kritiker wie Nicole Rensmann und andere Autoren, die mir durch verschiedene Literaturforen bekannt sind, durch Aufnahme in den »inneren Zirkel« zur Mitarbeit bei der Beurteilung und Verbesserung der Plattform zu gewinnen und damit ruhig zu stellen. Von ihnen war keine Stellungnahme zu neobooks zu erhalten.

Ein Angebot zwischen Verlagssite und Literaturplattform

Auf den ersten Blick sieht alles ganz übersichtlich und einfach zu handhaben aus, ein Zwischending zwischen Verlagssite und Literaturplattform. Doch der Teufel steckt im Detail. Wer ein eigenes Manuskript hochladen will, sollte sich viel Zeit nehmen. Das teilweise Nicht-Funktionieren mancher Buttons oder der lifebook-Funktion (die eine sehr mühsame Angelegenheit ist, weil man ständig den Text hin- und herziehen muss) ist sicher der Beta-Phase geschuldet und dürfte mit Öffnung der Vergangenheit angehören.

Ein weiteres Problem ergab sich, als ich in der Abteilung »vernetzen« bei »Autoren« schaute und das, was ein bestimmter Autor eingestellt hatte, lesen wollte. Als ich aber den Namen des Autors in die Suchmaske eingab, erschien »keine Werke vorhanden«.

Warum es zwei Buttons »schreiben« und »veröffentlichen« gibt, obwohl sich hinter beiden exakt dasselbe verbirgt, erschließt sich mir ebenfalls nicht.

Wer prüft die Qualität der Texte?

»Schreiben ist zu 90% Handwerk und zu 10% Inspiration« – ich weiß nicht mehr, wer diesen  Satz von sich gegeben hat, doch er trifft meines Erachtens zu. Und Orthografie und richtige Grammatik gehören zweifelsfrei zum Handwerk. Warum mutet man den gutwilligen Rezensenten derartig grauenvolle, fehlerstrotzende Pamphlete zu? Wäre hier nicht eine Vorkontrolle, die nur diejenigen Manuskripte »durchlässt«, die die Mindeststandards erfüllen, eine nette Geste an diejenigen, die sich die Mühe machen wollen, dem Droemer Knaur Verlag die Arbeit abzunehmen?

Hierbei könnten auch die – fern von literarischer Verarbeitung angesiedelten – »ich habe was erlebt«-Geschichten aussortiert werden. Denn wenn der Autorin einziges Motiv für eine Veröffentlichung ist, wie man mit/trotz einer Krankheit/Behinderung sein Leben meistert, sollte man wohl eher zu einer Selbsthilfegruppe oder einem entsprechenden Online-Forum raten als zu einem Verlag. Und selbst wenn von dem Opfer eine Vergewaltigung naturgemäß als ein furchtbarer Einschnitt in das eigene Leben empfunden wird, ist deren Schilderung sicher ebenfalls für ein Verlagsportal ungeeignet. Denn unter der Rubrik »Drama« sind nun einmal nicht die persönlichen gemeint, sondern es darf vermutet werden, dass es sich hierbei um das literarische Genre handelt.

Auch die Beziehung einer 56-jährigen Frau zu einem 26-jährigen Türken, geschrieben in einem Deutsch, das weit unter Realschulniveau ist, gehört wohl eher auf Seiten, die sich mit dem Phänomen des »Bezness« befassen, als auf eine Literaturplattform.

Verlagsmitarbeiterin Ina Fuchshuber schreibt zwar, dass TopRezensenten (pro vollständig ausgefüllter Rezension erhält der Rezensent 5 Punkte, hat er sehr viele Punkte gesammelt, steigt er zum TopRezensenten auf) Werke melden können, »die nicht den Mindestansprüchen genügen«, doch es scheint noch niemanden in den 2 Monaten der Betaphase gelungen zu sein, die entsprechenden Punkte zusammenzubekommen.

Wie können Manipulationen verhindert werden?

Eingedenk dessen, was ich oben schrieb, wundert es nicht mehr,  wenn man sieht, was aktuell so auf Platz 1 bis 10 zu finden ist. Am 24.09. sind das beispielsweise 5 Fantasie-Werke, darunter 3 von demselben Autoren, und ich habe läuten hören, dass sich jener zusätzlich noch mit Pseudonymen dort tummelt. Auf Platz 6 ist ein übler Verschnitt auf Seifenopernniveau, bei dem es mir nicht gelang, zu Ende zu lesen, so grauenvoll klischeehaft und unoriginell war die Geschichte. Ein Kinder- und Jugendbuch und 3 Romane komplettieren die Liste. Das sollen nun die besten Texte sein, die auf neobooks eingestellt sind? Mitnichten! Anscheinend konnten einige der AutorInnen genügend Claqueure verpflichten, die ihre »Werke« mit 5 Sternen und einer Empfehlung belohnten. Liest man die Rezensionen zu solchen Werken, fragt man sich regelmäßig, ob hier wirklich von demselben Text gesprochen wird. Frau Fuchshuber, die verantwortliche Mitarbeiterin des Droemer Knaur Verlages meint zum Thema Manipulationen »Die Votings zu manipulieren sei aus mehreren Gründen schwer.

  1. Zählen Empfehlungen von bewährten Mitgliedern mehr als Empfehlungen von Neulingen, d.h. 100 Freunde einzuladen, die nur das eigene Werk bewerten bringt nicht viel.
  2. Zudem haben wir eine sog. Trendsetter-Verfahren entwickelt, indem Rezensenten mehr Gewicht bekommen, die gute Werke als erste entdeckt haben.
  3. Sind in unserer Community offen und verdeckt Lektoren von Droemer Knaur unterwegs und der besagte Community-Manager.
  4. Werden die Top10 ja erst vom Lektorat geprüft (vierteljährlich) und spätestens dann sehen wir, wenn sich ein nicht so qualitativ hochwertiges Werk eingeschlichen hat.«

Zweifel am Funktionieren dieser durchaus löblichen Methoden seien an dieser Stelle erlaubt.

In der Beta-Version besteht eine Möglichkeit, sich unerfreulicher Kritiken zu entledigen, darin, sein Werk kurzzeitig von der Plattform zu nehmen und wieder neu einzustellen, wie es die Autorin des oben erwähnten deutsch-türkischen Beziehungsdramas gleich dreimal tat. Dies hat zum Ergebnis, dass das Werk  auf der Liste der Neuerscheinungen wiederholt ganz oben steht und entsprechende Aufmerksamkeit der Leser bekommt. Allerdings habe ich hier zum ersten Mal das Wirken eines Verlagsmitarbeiters beobachten können: Nach zwei empörten Kommentaren von Rezensenten darüber, dass mit dem Neueinstellen auch ihre Rezensionen verschwunden sind, war folgender Hinweis von neobooks zu lesen: »Wir verstehen die Aufregung sehr gut! In diesem Fall mussten wir jedoch die Autorin bitten, das Cover zu ändern. Das hat sie auch getan. Allerdings musste dazu das Werk neu eingestellt werden, weil eine Coveränderung an bereits veröffentlichten Werken technisch nicht möglich ist.«

Es gibt zu denken, dass man sich zwar um das Cover, nicht jedoch um die Qualität der eingestellten Texte sorgt.

Zusammenfassend sei gesagt: Sollte es den Betreibern nicht gelingen, Gefälligkeitsgutachten aus dem Freundes- und Familienkreis zu unterbinden, sowie andere Schlupflöcher für findige Autoren zu schließen, wird es nach Öffnung der Plattform noch viel stärker in diese Richtung gehen.

Was unterscheidet neobooks von literarischen Online-Foren?

Autoren, die z.B. bei der Leselupe ihre Texte einstellen, tun dies, um konstruktive Kritik zu erhalten, um sich als Autoren weiterzuentwickeln. Diese Kritik ist oft auch hart. Viele von den neobooks-Texten würden dort und anderswo gnadenlos verrissen werden. Läge es Droemer Knaur also nur daran, gute Texte und Autoren zu finden, so müssten sie nur einen Lektor abstellen, um auf den gängigen Literaturplattformen nach Talenten zu suchen. Es gibt sie zuhauf! Ob man sie bei neobooks finden wird, wage ich zu bezweifeln. Da müsste schon viel Sand gesiebt werden, um an ein Krümelchen Gold zu kommen.

Außerdem darf die Frage erlaubt sein, ob es den Autoren, die bei neobooks in Erscheinung treten, nicht ausschließlich darum geht, veröffentlicht zu werden. Wären sie nämlich in der Lage, konstruktive Kritik umzusetzen, hätte sich ihre Schreibe sicher durch aktive Mitarbeit in einem der Literaturforen bereits so verbessert, dass es ihren Texten auch anzulesen wäre. Es bleibt das Gefühl, dass sich bei neobooks all jene tummeln werden, die über die –zigste Standardabsage von Verlagen frustriert und unfähig sind, die Schwächen ihrer Schreibe zu erkennen und daran zu arbeiten. Würden sie sich z.B. in der Leselupe der Kritik stellen, wären sie bald verschwunden, um weiter im stillen Kämmerlein ihre Wunden zu lecken. Bei neobooks jedoch dürfen sie sich eine Weile der Hoffnung hingeben, eine reelle Chance zu haben, einen Bestseller zu landen. Zitat: »Wir entdecken die Bestseller von morgen!« Das klingt für mich ein wenig nach falschem Spiel, um es gelinde zu sagen. Und zwar von Seiten des Verlages, der mit den Hoffnungen der Möchtegern-Autoren spielt.

Was also ist das Ziel von neobooks, was verspricht sich der Verlag Droemer Knaur von dieser Akquise-Plattform. Ina Fuchshuber dazu: »Ziel der Plattform ist es, online-affine Autoren zu akquirieren (für eBooks, Apps und Bücher), gemeinsam neue Produktformen zu entwickeln sowie Autoren, die ihre Werke als eBook vertreiben wollen, eine Plattform zu bieten.«

Tatsächlich ist es möglich, kostenlos sein Buch als eBook anzubieten; hier bestimmt allein die Nachfrage auf der Plattform, ob das Buch verkauft wird oder nicht. Interessanterweise wird neobooks dadurch auch zur Konkurrenz für bereits bestehende »Bau-dir-dein-eBook-selbst«-Plattformen wie Bookrix oder Triboox. Vielleicht ist das für diejenigen Autoren interessant, die der ewigen Standardabsagen der Verlage leid sind.

Doch möchte ich stark bezweifeln, dass der Slogan »Wir entdecken die Bestseller von morgen« ausgerechnet mit einer solchen Plattform umgesetzt werden kann. Was sollte dort veröffentlicht werden, was nicht schon auf dem Tisch des Lektorats gelegen hätte?

Um Talente zu suchen, wäre es außerdem kostengünstiger, einen Lektor abzustellen, der sich in den zahlreichen Literaturforen umsieht, in denen ernstzunehmende Autoren ihre Texte veröffentlichen und sich harter, aber konstruktiver Kritik stellen.

Man wird abwarten müssen, wie sich die Plattform nach Öffnung weiter entwickelt, wenn voraussichtlich noch mehr »Möchtegernautoren« diese Gelegenheit nutzen werden, um ihren Namen wenigstens auf einem virtuellen Buchrücken gedruckt zu sehen. Wenn es die Betreiber der Plattform nicht schaffen, den schlimmsten Müll auszusieben, wird sich bald kein ernstzunehmender Autor mehr auf neobooks bewegen.

Cornelia Lotter

Das Interview führte Cornelia Lotter. Sie veröffentlicht unter ihrem Namen sowie verschiedenen Pseudonymen Kurzgeschichten und Romane. Im November 2011 erschien im fhl Verlag Leipzig ihr Erzählband »Das letzte Frühstück«. Sie ist Mitglied im VS und im Montsegur-Autorenforum. Im Dezember 2011 erhielt sie den Selma-Meerbaum-Eisinger-Literaturpreis in der Sparte Lyrik.

Nachtrag vom 1. Oktober 2010:

Ab heute beginnt die öffentliche Beta-Phase von neobooks und nun hat jede und jeder Zugang zum Angebot. Im Rahmen unseres Buchmesse-Podcast wird demnächst auch ein Interview mit Projektleiterin Ina Fuchshuber zu hören sein. Von Droemer Knaur erreicht uns zum Artikel vorab folgender Hinweis, den wir hier gerne veröffentlichen:

Letztendlich entscheidet selbstverständlich nach wie vor unser Lektorat, wer und was bei Droemer Knaur und auch bei neobooks erscheint. Die Rezensenten empfehlen uns auf neobooks Werke zur Veröffentlichung und wir prüfen vierteljährlich die Top10 und veröffentlichen daraus die besten Werke.

Auch die Möglichkeit, Manuskripte weiterhin per Post einzuschicken bleibt bestehen.

17 Kommentare zu diesem Beitrag lesen

  1. Eva Jancak schrieb am 29. September 2010 um 13:24 Uhr

    Ich halte es trotzdem für eine interessante Idee, die man weiter verfolgen könnte und würde mir von obrigen Forum mehr Wertschätzung und Aufmerksamkeit wünschen, um eventuelle Anfangsschwierigkeiten und Fehler zu beseitigen, statt von vornherei den Unkenruf “Ist nur für Dilettanten und daher schlecht!”, auszustoßen.
    Ich jedenfalls halte es für interessant was andere schreiben und habe von persönlichen Erfahrungsberichten schon viel gelernt, die manchamal viel offener und ehrlicher, als das sogenannte Profischreiben sind.

  2. Thomas Michalski schrieb am 29. September 2010 um 13:53 Uhr

    Ein sehr interessanter Bericht. Ich finde das Konzept an sich auch sehr spannend und ich bin ohnehin gerne der Erste, der Loblieder auf die gesteigerten Selbstbestimmungsmöglichkeiten der Autoren anno 2010 singt, dennoch hinterlässt neobooks bei mir zunächst noch einen schalen Beigeschmack.
    Ich halte regelmäßig Vorträge zum Thema Selbstverlag und das eines der Argumente, die ich dennoch immer gerne zu Gunsten von “festen” Verlagen bringe, ist die gesteigerte Möglichkeit, Qualität durch ein Lektorat zu erkennen und zu sichern.
    In Zeiten großer Sparmaßnahmen überall dort, wo es um Gedrucktes geht, wirkt ein Testlauf wie neobooks ein wenig so, als würde man erste Schritte unternehmen, sich von diesem Klotz am Bein, Lektorat, ein wenig zu befreien.
    User driven content ist eine gute Sache; aber nicht ausschließlich…

    Viele Grüße,
    Thomas Michalski

  3. Lissa Ays schrieb am 29. September 2010 um 22:07 Uhr

    “…die es auf den Tisch des Lektorats des Droemer Knaur Verlages schaffen.”

    Sie haben das Wörtchen “angeblich” vergessen, Frau Lotter – und übrigens danke für diesen interessanten Artikel, dem ich nur zustimmen kann.

    Der Slogan “Wir entdecken die Bestseller von morgen” ist so marktschreierisch schrill, daß er ins Gegenteil kippt und man nur angewidert davon ist.

    Warum macht ein seriöser Verlag so was?
    Um Talente zu entdecken, vermutlich eher nicht – es kommen ja tonnenweise Manuskripte per Post ins Haus, da ließe sich genug entdecken.
    Nein, es ist, wie Sie schreiben, ein (man muß schon sagen: cleveres) Spiel mit Hoffnungen.

    Zum einen braucht man keine Absagen mehr zu schreiben, also Kunden zu verärgern, man schickt sie elegant weiter zu diesem Portal, wo sie sich gebauchpinselt fühlen dürfen; zum anderen kann man, wenn die Sache mal läuft, etliche Mitarbeiter entlassen und Personalkosten einsparen.

    Also eine ganz clevere Idee. Die vermutlich eine ziemlich teure Marketingagentur ausgearbeitet hat.

    In Anbetracht der Unmengen Schrott, mit denen Verlage zugeschüttet werden, kann man es im Grunde nicht mal verdenken, wenn man sich eine Möglichkeit überlegt, das etwas zu kanalisieren.
    Sofern dadurch die Mitarbeiter mehr Zeit haben für lohnende Manuskripte.
    Aber ich fürchte, das ist eine schöne Illusion

  4. Sascha schrieb am 30. September 2010 um 10:34 Uhr

    Hallo Frau Lotter,

    ein interessanter und augenöffnender Artikel. Vielleicht wird auf der Plattform ein Filter eingesetzt, der die eingestellten Texte crawlt und dann nur noch die Guten durchlässt, die anderen wandern ins Kröpfchen statt Töpfchen. So ist das Lektorat dann mehr als entlastet und kann sich seiner Arbeit widmen.

  5. Kai König schrieb am 1. Oktober 2010 um 15:49 Uhr

    Liebe Frau Lotter,
    interessanter Bericht über die Lösung von Droemer Knaur oder soll ich besser Droemer Klauer sagen, denn diese Idee ist keine neue. Auf der Literaturplattform triboox sind diese Möglichkeiten seit 2008 zu nutzen. Gehen die Verantwortlichen von Droemer Knauer genauso mit den Urheberrechten eingestellter Inhalte hoffnungsvoller Autoren um und rühmen sich mit Dingen die eigentlich gar nicht von Ihnen sind? Ausgeschlossen ist dies wohl nicht. Um einem Internetportal seine Inhalte zur Verfügung zu stellen bedarf es mehr als NUR einer kopierten technischen Lösung. Ich kann keinem meiner Seminarteilnehmer einen solchen abenteurlichen Ausflug ins Ungewisse empfehlen. Mit literarischen Grüßen, Ihr Kai König

  6. nachgetragen schrieb am 1. Oktober 2010 um 17:53 Uhr

    Die Überschrift trifft es doch ganz gut. Hier werden schlicht und einfach Kosten eingespart (was ja der Sinn jedes Outsourcings ist). Das steht ganz in einer Reihe mit Leserreportern oder Preisausschreiben für Werbeslogans. Und wie immer wird es genügend Menschen geben, die meinen sich durch unbezahlte Arbeit besonders profilieren zu können (wofür eigentlich?).

  7. Ovo Maltine schrieb am 3. Oktober 2010 um 10:25 Uhr

    Bei allen zweifellos vorhanden Schwächen der neuen Droemer-Knaur-Plattform: Dieser Artikel lebt vorwiegend von ungeprüften Behauptungen, Unterstellungen, und unrealistischen Forderungen an die Betreiber von neobooks. Zudem ist er sprachlich und stilistisch dürftig verfasst, was mir stellenweise das Lesen vergällte. Auch entbehrt dieser Text jeglicher konstruktiver Änderungsvorschläge des gegenwärtigen modus operandi bei neobooks. Schade um die vergebenen Möglichkeiten. In der vorliegenden Form höre ich nur das frustrierte Bellen einer mäßig begabten Autorin, die nach literarischer Anerkennung giert.

  8. Elisabeth Anders schrieb am 4. Oktober 2010 um 00:09 Uhr

    Ovo Maltine. Schöner anonymer Name. Jemand von neobooks? Hört sich fast so an. Nur zur Klarstellung: Wenn Du/Sie auf der Seite gewesen wärst, hättest Du schnell bemerkt, dass die Behauptungen stimmen – nicht geprüft Schein das von DEINER Seite.
    Der Vorwurf “sprachlich und stilistisch dürftig” verfasst ist Quatsch. Und selbst wenn der Beitrag so wäre: Es geht hier um Inhalte, keinen Sprachwettbewerb. Aber Ovo Maltine ist auch kein Kaffee. Muss wohl erst noch was Ernstzunehmendes werden.

  9. Heidemarie Sattler schrieb am 4. Oktober 2010 um 15:02 Uhr

    Kostenlose Vermarktungsmöglichkeiten sind für weniger bekannte Autoren zumeist interessant. Mit neobooks tritt nun ein weiterer Anbieter hinzu. Die Klasse der eingestellten Werke, durchdachtes Bedienungsfeld und Abwicklung werden die Kriterien der Maßskala sein, an der sich neobooks messen lassen muss.

  10. nachgetragen schrieb am 6. Oktober 2010 um 20:21 Uhr

    @H. Sattler: Wo soll hier bitte eine zusätzliche kostenlose Vermarktungsmöglichkeit entstehen? Das Einzige, was hier passiert, ist, dass das bezahlte Lektorat bei DroemerKnaur die Arbeit an unbezahlte Leser zumindest zum Teil abgibt.

  11. Claudia Martini schrieb am 8. Oktober 2010 um 10:08 Uhr

    Jetzt mal zu einer, die das Portal auch nutzt. Ja, ich habe die ersten 6 Kapitel meines Buches in neobooks vor ein paar Tagen eingestellt und habe mir direkt die erste Klatsche von einer Harry Potter lesenden Hausfrau eingeheimst.
    Natürlich ist das kein Portal, in dem sich „renommierte“ Autoren treffen, denn die haben ja schon den Kontakt zu den Verlagen und müssen den nicht mehr suchen.
    Ich hatte den Kontakt bei Droemer Knaur noch nicht und muss ehrlich zu geben, dass ich ihn über neobooks suche. Dabei gehe ich das Risiko ein, dass sich mein fertiges Werk gegen ein Geschreibsel von Suizid gefährdeten Stadtneurotiker mit ihren drei Seiten Liebesgeschichten über Satansbraut durchsetzten muss. Und was soll’s? Im Notfall geht mein Auszug zwischen Kochtopf und Schreibtisch verloren, aber dann wäre es für mich nur die Niederlage in einer Schlacht, nicht das Ende! Wenn man sein Buch an den Verlag bringen möchte, kann man auch mal Neues ausprobieren. Und was habe ich zu verlieren? Man darf nur nicht so naiv sein und meinen, dass man auf jeden Fall entdeckt wird, dass scheint mir in der Masse der eingestellten Schreibversuche auf neobooks eher unwahrscheinlich…

  12. Wolfgang Aistermann schrieb am 8. Oktober 2010 um 16:17 Uhr

    Vielen Dank für den interessanten Artikel & die spannende Diskussion in den Kommentaren! Das Für & Wider hat mir bei der Entscheidungsfindung geholfen.

    Ich habe heute einen Auszug aus einer meiner Novellen bei Neobooks online gestellt. Vielleicht ist es von Interesse- auf meiner Homepage gibt es einen täglichen Erfahrungsbericht dazu:

    http://www.Aistermann.de

  13. Frank Rawel schrieb am 12. Oktober 2010 um 16:59 Uhr

    Schon die Laminat-Optik lässt mich vor neobooks sehr zurückscheuen. Warum denn dieser Bretterbuden-Look?
    Der sehr gründliche Artikel hier über dieses Portal zeigt auch mal wiede sehr schönr, dass der erfolgshungrige, untalentierte Autor eines der hartnäckigsten Wesen ist, die im Netz unterwegs sind. Alle Literaturplattformen, die ich kenne, müssen da eine Menge aushalten.
    Die Frage bei erfreulich sich vermehrenden Möglichkeiten, wenn nicht als Buch, so als E-Buch-Autor frei zu publizieren (feedbooks, lulu, amazons digital text platform usw.), ist in der Tat die, wie sich Spreu vom Weizen trennen lässt und Leser Qualität finden können. Sonst wird das Internet nur zur verlängerten unbeachteten Schublade.

  14. Thomas Kress schrieb am 19. Oktober 2010 um 10:36 Uhr

    Wenn es um Exposés und nicht um ganze Manuskripte gehen würde, könnte das mit dem Slogan funktionieren und entspräche dabei mehr der eigentlichen Funktion eines Verlages. Dann könnten die Top Autoren dem üblichen Filterprozessen zugeführt werden. Aber so wurde nur ein Angebot mehr ins Netz gestellt, bei dem ausschließlich die Betreiber profitieren, die gebeutelten Autoren wieder einmal leer ausgehen und die Leser damit überfordert sein werden. Neobooks.de ist kein Konzept für die Zukunft sondern nur eine Verlagerung von verlagsinternen Prozessen in das bereits überfüllte World Wide Web. Was fehlt ist ein Angebot, das die grundlegenden Bedürfnisse der Autoren und der Leser erfüllt – Einen nachvollziehbaren Weg zu beschreiben, wie sich Autoren ein Publikum erarbeiten und sich weiterentwickeln können und eine Auswahl zu generieren der dem Leser hilft, sich für ein Buch zu entscheiden.

  15. Sabrina Kirnapci schrieb am 1. November 2010 um 20:12 Uhr

    Hallo Cornelia Lotter,

    ich habe einen Erfahrungsbericht zu neobooks verfasst. Vielleicht möchte ja jemand reinschauen.

    http://www.sabrina-kirnapci.com/erfahrungen-mit-neobooks

  16. Sabrina Kirnapci schrieb am 17. November 2010 um 17:03 Uhr

    Hier der zweite Bericht: Jetzt wehren sich die Autoren:
    http://www.sabrina-kirnapci.com/neobooks-jetzt-wehren-sich-die-autoren-und-rezensenten

  17. Thomas Kristott schrieb am 7. März 2011 um 01:50 Uhr

    Ein Neuautor, mit dem ich zu tun habe, wies mich auf die Seite Neobook hin. Dass der Verlag Droemer & Knaur dahinter steckt, erschien mir zunächst weder schlüssig noch glaubhaft. Kaum ein schwergewichtiger Verlag hat sich bis jetzt herabgelassen, selbst offen auf die Autoren zuzugehen.
    Recherchen bestätigten mir das jedoch, und nun rundet dieser Artikel hier für mich das Bild ab. Da geht ein echter und nicht gerade unbekannter Verlag tatsächlich neue Wege. Während sich namenlose Betreiber ähnlicher Plattformen sehr schwer tun, melden sich nahezu täglich Leute, die ihr Werk gern veröffentlichen wollen, auf Neobook an (natürlich auch, weil es außerdem kostenlos ist).
    Hintergrund: Der Name Droemer & Knaur steht für mögliche Verlagsverträge, vielleicht für einen Bestseller.
    Die Idee ist nicht schlecht – eine gute Ergänzung zum langwierigen, unübersichtlichen Postweg, bei dem Autoren mitunter nicht nur monatelang auf Antwort warten müssen sondern auch schon mal gar keine bekommen.
    Ich denke, das könnte Schule machen, doch die fachliche und technische Umsetzung, die Probleme mit der Übersichtlichkeit und garstige Softwarefehler machen den Neobookbetreibern und Autoren sichtlich noch zu schaffen.
    Bei der Nutzung stellt sich bei mir das Gefühl ein, dass ich mich hier genau so schwerfällig in einem muffigen Rahmen bewege, als wenn ich mich mit der Webseite einer amtlichen Stelle bzw. auf der Plattform eines Amtes, der Post etc. befasse. Es ist auch nicht jedermanns Sache, auch nicht meine, über Wettbewerbe, bei denen man das Gefühl der Vetternwirtschaft und bestimmter Inkompetenzen nicht los wird, zum Erfolg zu kommen.
    Mal abwarten und Kaffe trinken. Thomas Kristott

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