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Beitrag vom 26. April 2008 | Rubrik: Literarisches Leben, »Bis Klagenfurt anruft«

Buchmesse für Anfänger LITERA 2008 in Linz

Eintrittskarte LITERA08Wenn Zwei bei etwas zusammentreffen, das für Beide das erste Mal ist, dann kann das mitunter schiefgehen. Oder es wird als erfolgreich empfunden, bis spätere Erkenntnisse die Qualität relativieren. Wie ist das nun, wenn eine junge Autorin mit ihrem ersten Buch zum ersten Mal auf der ersten Buchmesse Österreichs unterwegs ist?

Zuerst muss man sagen, dass die Bahnfahrt mit dem ÖBB-Eventticket, welches auch verbilligten Eintritt garantierte (nicht dass lesende Autoren Entritt zahlen hätten müssen), günstig und im deutschen ICE von Wien nach Linz auch sehr komfortabel war. Ungewohnter Luxus irgendwie. Am Bahnhof Linz konnte man ohne Probleme beim »Infopoint« die Buslinie bis zum Design-Center erfragen, praktischerweise gab es gleich drei Buslinien. Der Busticketautomat war da schon etwas unübersichtlicher, allerdings kann man das nicht den Messeveranstaltern anhängen. Die fehlende Werbung hingegen schon. Das erste Buchmesseplakat hing nämlich genau vor der dem Design-Center, das sich etwas hinter einem riesigen, leeren und rundherum begrünten Parkplatz verstecke. Es regnete.

Zu meiner Ankunftszeit, gegen 13 Uhr, war – gelinde gesagt – nicht viel los. Beim Hineingehen war das Erste, was man sah, der lange Stand des August von Goethe Zuschussverlags. Leicht erkennbar am großen »Wir suchen Manuskripte«-Schild. Ob die Autoren wissen, dass von ihrem Geld dermaßen überdimensionale Messestände und vier unterbeschäftigte Standbetreuerinnen bezahlt werden? Wahrscheinlich nicht.

Cornelia Travnicek

berichtet im literaturcafe.de seit 2006 von ihrer bisherigen Autorenlaufbahn und davon, wohin es führen kann, wenn man eines Tages beschließt zu schreiben. Interessant für alle, die Ähnliches selbst erlebt haben, noch erleben wollen oder sich vielleicht nach der Lektüre entschließen, es doch besser zu lassen. Seinerzeit schrieb Cornelia unter dem Motto »Bis Klagenfurt anruft« sieben Berichte und einige Bonusfolgen u.a. über Veröffentlichungen, Preise, Lesungen, Literaturforen und die eigene Website.

Cornelia Travnicek: Chucks (Buchcover)Im Frühjahr 2012 erscheint Cornelia Travniceks erster Roman »Chucks« in der Deutschen Verlags-Anstalt (DVA). Wie ergeht es einem als österreichische Autorin, wenn man zu einem großen deutschen Verlag wechselt? Erfüllt sich ein Autorinnentraum? Ist es der Karrieredurchbruch?

Unter dem Titel »Bis Klagenfurt anruft. Reloaded« setzt Cornelia Travnicek 2012 ihre Berichte im literaturcafe.de fort.

Im Juli 2012 las sie dann tatsächlich in Klagenfurt und gewann den mit 7.000 Euro dotierten Publikumspreis. 2012 ist sie Stadtschreiberin in Kärnten.

Klicken Sie hier, um alle bislang erschienenen Teile zu lesen »

www.corneliatravnicek.com

Cornelia Travnicek: Chucks: Roman. Broschiert. Deutsche Verlags-Anstalt. ISBN/EAN: 9783421045263. EUR 14,99. Ersch.: 2012 (Bestellen bei Amazon.de)

Zu meiner Lesung gab es einen Druckfehler im Programm, es hieß, ich würde im Forum der Messe lesen, was aber ganz am anderen Ende der Halle lag – vom eigentlichen Ort der Lesung aus betrachtet. Darüber kann man gelassen hinwegsehen, denn die Lautsprecherstimme, die aktuelle Lesungen ankündigte, war nicht zu überhören. Das Programm kauften die meisten Leute wohl sowieso nicht, wegen der dafür veranschlagten 3 Euro. Und so groß, das man die Übersicht hätte verlieren können, war die Veranstaltung ebenfalls nicht.

Bei der Lesung der Willemer Preisträgerinnen herrschte mäßiges Interesse, doch eine Schulklasse ließ die Reihen etwas voller aussehen und tatsächlich bekundeten die Schülerinnen im Anschluss Interesse an meinem Buch. Überhaupt scheinen Schulklassen die lebensnotwendige Basis für funktionierende Buchmessen zu sein, denn Kollegen bescheinigten mir, am Vormittag hätte es vor Schülern hier nur so »gewuselt«. Um diese Uhrzeit waren mit der Eröffnungslesung von Peter Turrini und der Verleihung der Literaturpreise zwei der größten Programmpunkte angesetzt.

Meine zweite Lesung fand praktischerweise in einer Art Café in einer Ecke der Halle statt. Praktisch, weil man die Leute, die nur zum Essen gekommen sind, auch gleich zum Zuhören zwingt. Leider überzog Peter Turrini bei seiner Nachmittagslesung etwas, und ich musste ca. zehn Minuten gegen die Geräusche von der Hauptbühne in der Mitte des Saales anlesen, was sich aber dank ständig anwesendem Tontechniker nicht so schwierig gestaltete. Auch nach dieser Lesung waren die Reaktionen der Zuhörer durchweg positiv, und ich wurde sogar gebeten, mein Buch zu signieren. Bei Widmungen bin ich ehrlich gesagt immer noch etwas nervös: In dieser einen Minute erwartet der Leser auf den Punkt genau jetzt etwas Originelles und doch Persönliches von der Autorin. Das funktioniert nicht immer. Vor allem nicht unter Druck. Ich glaube, ein Mann zu sein könnte sich manchmal so anfühlen.

Der Initiator und Veranstalter der Messe (ich bin mir ziemlich sicher, dass er es war) wirkte auf jeden Fall entspannt und positiv bei seiner Flasche Sekt im oben erwähnten Cafe. Zwar ist nicht wirklich etwas schief gegangen, ich denke aber, dass einige Kritikpunkte durchaus berechtigt und angebracht sind: Zu wenige namhafte Verlage um ernst genommen zu werden, eine seltsame Standordnung (ein Reinigungsmittelmagazin neben Kunstgeschichte u.ä.) und fehlende Werbung und Information für die Presse, die Lesenden und auch für die Ausstellenden. Außerdem weiß ich, dass einige der Autoren für ihre Lesung keine Bezahlung erhalten. Meine – ich hoffe, man darf so ehrlich sein – wurde vom Land Niederösterreich vermittelt über die KulturAG getragen und hatte somit wenig mit der LITERA zu tun.

Vielleicht hat das Wochenende noch bessere Besucherzahlen gebracht, zumindest wünsche ich das dem Veranstalter, damit diese Messe eine Chance hat zu wachsen und zu dem zu werden, was sie sein könnte. Dann hat hoffentlich ein richtiger Verlag den größten Stand gleich am Eingang.

Cornelia Travnicek

Cornelia Travnicek: Aurora Borealis (edition linz). Gebundene Ausgabe. 2008. Bibliothek der Provinz Verlag für Literatur, Kunst. ISBN/EAN: 9783852528755

10 Kommentare zu diesem Beitrag lesen

  1. S. Heinzelmann schrieb am 29. April 2008 um 11:03 Uhr

    Die kleinen, unabhängigen Verlage waren auf der Litera die Leidtragenden einer Provinzkomödie!

    Als unabhängiger, nicht-österreichischer Verlag mit anspruchsvoller Literatur waren wir erfreut über die Möglichkeit, unser Programm in Linz zu präsentieren, denn wir möchten in Österreich weiter Fuß fassen. Also zahlten wir brav den – nicht billigen – Standpreis, in der Annahme, dass wir unsere Unkosten durch ordentlichen Bücherverkauf wieder hereinholen würden.
    Gleich bei der Anfahrt auf der Suche nach dem Design-Center stellten wir fest, dass in der Stadt NICHTS plakatiert war. Nur vor der Messe selber. Na ja …
    Dann: fünf Tage mehr oder weniger gähnende Leere. Außerdem waren von den vielen auf der Ausstellerliste vertretenen Verlage zwei Drittel gar nicht selbst anwesend – sie ließen eine mehr oder weniger große Regalwand zwischendurch vom Messepersonal betreuen. Noch mehr Leere.

    Da man viel Zeit hatte, sich zu unterhalten, erfuhr man dann so einiges: Die Stadt Linz soll gegen die LITERA gewesen sein, weil der Veranstalter politisch zum falschen Lager gehört, und boykottierte die Messe. Desgleichen österreichische Verlage, weil zwei Messen im Land angeblich zuviel seien (?). Der Lyrikpreis wurde nicht vergeben, weil sich angeblich die Juroren nicht einigen konnten – vielleicht war aber einfach kein Geld da?
    Der wirkliche Skandal aber ist, dass viele der “namhaften” Verlage, die man sowieso schon kennt, offenbar ihren Stand gratis bekamen, damit sie überhaupt vertreten waren und die Messe voll wurde. Genauso die Ländervertretungen, von denen die Sage geht, dass sie zusätzlich mit der Übernahme sogar der Hotel- und Anreisekosten gelockt wurden. Wenn das alles zutrifft – und im Provinz-Schmierentheater traut man irgendwann allen alles zu – haben die Veranstalter und die Stadt Linz der Literatur, die es doch zu fördern galt, einen Bärendienst erwiesen!
    Kleinere, interessante Verlage werden nämlich ganz bestimmt nicht mehr nach Linz kommen. Auf gut deutsch: Verarschen können wir uns selber!

  2. Greif Berthold schrieb am 29. April 2008 um 13:47 Uhr

    Liebe Frau Travnicek,

    wenn Sie mit dem Bus vom Bahnhof zur Messe gekommen sind, können Sie nicht wissen wo sonst noch Plakate angebracht waren!
    Die Messe wurde von insgesamt 10.000 Gästen besucht!
    Schulklassen, Schüler und ander junge Menschen sind NICHT gering zu achten sondern sind IHRE Leser von morgen! Nicht umsonst nennt die Bertelsmann Stiftung Kids als VIPS!
    Wenn Sie mich nicht kennen sollen Sie über mich auch nichts vermuten. Sie hätten dazu bloß Herrn Walter BACO fragen müssen. ICH hatte während der Messe NIE Zeit Sekt zu trinken oder entspannt herumzusitzen. Ich habe mich alle Tage von früh bis spät um den Ablauf der Messe gekümmert.
    Ihre Mutmaßungen über Autorenhonorare sind FALSCH. Richtig ist, dass das Land N.Ö. Autorenhonorare für Auftritte bei der LITERA gefördert hat. So gesehen haben wir also sehr wohle auch etwas damit zu tun, denn ohne LITERA hätten Sie bei dieser nicht lesen können!

    Auch wenn man sich lustig vorkommt sollte man sorgfältig damit umgehen bevor man andere Menschen die sich für eine große Sache abplagen mies macht!

    B. Greif

  3. Johanna Singer schrieb am 29. April 2008 um 14:22 Uhr

    Sg. Frau Travnicek,

    ich habe mich schon sehr gewundert, als ich Ihren Artikel gelesen habe.

    Sie treten bei einer Veranstaltung auf (erhalten hierfür soger ein Honorar!) und im Anschluß daran, machen Sie die Veranstaltung schlecht und sich sogar lustig darüber. Da stellt sich mir schon die Frage ob Sie

    1. nur unprofessionell
    2. einfach rotzfrech oder
    3. lediglich nicht sehr intelligent sind.

    Da Sie selbst Anfängerin zu sein scheinen, würde ich Ihnen raten, nicht mit dem Finger auf jemand anderen zu zeigen und hämisch “Anfänger, Anfänger” zu sagen.

    Und wenn Sie jemanden nicht persönlich kennen, sollten Sie in einem öffentlichen Medium nicht über die entsprechende Person (die noch dazu diejenige zu sein schein, die Ihnen diesen bezahlten Auftritt ermöglicht hat) Mutmaßungen anstellen.

    Mit freundlichen Grüssen,
    Johanna Singer aus Linz

  4. Greif Berthold schrieb am 29. April 2008 um 14:34 Uhr

    Sehr geehrte Frau Heinzelmann,

    um allen UNRICHTIGEN Spekulationen betreffend Lyrikpreis (zu dem auch Ihr Verlag Einreichungen getätigt hat), ein für allemal ein Ende zu bereiten, stellen wir in diesen Minuten den gesamten Schriftverkehr mit der Jury auf unsere Homepage.
    Wie Sie sehen ging es der unabhängigen Jury NUR um Qualität.

    In den 5 Tagen der LITERA wurde diese von rd. 10.000 Menschen besucht.,

    Auf unserer Homepage können Sie sich auf Bildern ansehen wieviele Menschen bei Veranstaltungen – wenige Meter von Ihrem Stand entfernt – anwesend waren!
    Darunter mehr als 200 Bibliothekare!

    Ihre Überlegungen betreffend die Stadt LINZ sind völlig aus der Luft gegriffen (siehe auch das Wort des Bürgermeisters im Katalog, die Worte des herrn Stadtrat Mayr beim Empfang und die Tatsache, dass LINZ einen eigenen großen Stand auf der LITERA unterhalten hat)

    Ob jemand die LITERA boykottiert hat weiss ich nicht. Wenn aber, dann muss er sich dafür in Grund und Boden SCHÄMEN!

    Wir alle haben uns redlich bemüht in LINZ ein schönes neues Event zu schaffen, in einer einmaligen Location (Tageslichthalle) mit funkelnagelneuen Möbeln zu einem fairen Preis!
    Das wurde allgemein anerkannt und geschätzt! Wie uns die Fragebögen beweisen!

    Ob 2 Buchmessen für Österreich zuviel sein können will ich nicht werten. Wir aber waren jedenfalls die erste davon!

    Beste Grüße

    Berthold Greif

  5. W. Meilich schrieb am 29. April 2008 um 18:12 Uhr

    Sehr geehrte Frau Singer,
    sehr geehrter Herr Greif,

    wenn ich Ihre Kommentare zu einem Bericht lese, der offenbar bewusst sehr launisch gehalten ist, der aber dennoch der Messe sehr wohlwollend gegenübersteht und dieser abschließend sogar für die kommenden Jahre mehr Erfolg und Besucher wünscht, wenn Sie also diese Autorin angreifen und sie u.a. als “nicht sehr intelligent” bezeichnen, dann wundere ich mich nicht mehr darüber, dass Sie in Linz nicht ernst genommen wurden. Das ist wahrlich ein Umgang und ein Gegenüber, mit dem man nicht unbedingt verhandeln möchte.

    Oder ist es schlichtweg einfacher, auf Frau Travnicek einzuschlagen, weil es gegen den Standard ungleich schwerer ist, dessen Bericht in weiten Teilen die Eindrücke von Frau Travnicek bestätigt?
    http://derstandard.at/?url=/?id=3315163

    Beide Berichte wurden erkennbar vor dem Messeende verfasst. Wenn die Messe abschließen wirklich gut war und die Besucher zufrieden waren, dann ist doch alles bestens! Das ist doch wie mit den Bestsellern: was kümmern den Autor schlechte Kritiken, wenn die Leser das Buch lieben, weiterempfehlen und kaufen? Muss man deswegen einen Kritiker beleidigen? So viele Großbuchstaben und Ausrufezeichen verwenden? Was stört es die starke Eiche, wenn sich ein Wildschwein an ihr kratzt? Es sei denn, sie wüsste, dass sie innen vielleicht doch etwas morsch ist…

    Haben Sie das nötig?

    Mit freundlichen Grüßen

    W. Meilich

  6. Greif Berthold schrieb am 30. April 2008 um 07:12 Uhr

    Sehr geehrte(r) Herr/Frau W. Meilich,

    ich kann nur für meinen Beitrag sprechen.
    Dieser ist weder tendenziös noch beleidigend, sondern setzt Dingen die Frau Travnicek aussagt Fakten gegenüber.
    Ich freue mich, wenn Frau travnicek der LITERA viel Glück wünscht, und wünsche auch ihr dasselbe ABER ich habe es nicht gern als Müßiggänger dargestellt zu werden wenn ich mich bis zu 19 Stunden täglich für die Messe zu Tode rackere!

    Leider ist aber auch Ihre Wortmeldung unfair!
    ICH habe mit keinem Wort über die Intelligenz von Frau Travnicek reflektiert!
    Warum verknüpfen Sie dann eine fremde Wortmeldung mit der übrigens völlig unzutreffenden Vermutung ich würde in Linz nicht ernst genommen werden?
    10.000 Besucher haben die Messe ernst genommen! und haben im Fragebogen angegeben sie freuen sich schon auf das nächste Jahr.

    Nochmals: Wenn etwas nicht so ist wie es jemand darstellt, darf es erlaubt sein, dass der Betroffene (höflich, unpolemisch und korrekt) berichtigt.
    Dass andere Personen es langsam satt haben wenn über die neue LITERA nur gemeckert wird läßt sich aus zahlreichen Leserbriefen und Interviews in Tageszeitungen und Fachmedien leicht nachlesen.

    Es würde mich freuen wenn alle konstruktiv mitmachen, damit die LITERA 2009 noch besser, noch schöner wird.

    Herzliche Grüße aus Linz!

    Berthold Greif

  7. Jakob Bögl schrieb am 30. April 2008 um 12:59 Uhr

    ad W. Meilich:

    Wer “launisch” und “launig” nicht auseinander halten kann und Autorinnen mit Wildschweinen vergleicht, sollte vielleicht nicht darüber philosophieren, ob Kritik als Reaktion auf Kritik berechtigt ist.

    MfG,
    Jakob

  8. W. Meilich schrieb am 30. April 2008 um 14:05 Uhr

    Ich merke schon, dass es auch in diesen Kommentaren in erster Linie um persönliche Angriffe geht, was im Rahmen der LITERA offenbar der vorherrschende Umgangston geworden ist.

    Das ist bedauerlich, denn so besteht auch im nächsten Jahr wenig Hoffnung, dass sich in Linz die Leute konstruktiv zusammensetzen und gemeinsam eine gute Messe für das Buch, die Autoren, Verlage und die Leser gestalten.

    Die Fronten scheinen verhärtet, was spätestens dann offensichtlich wird, wenn um die Bedeutung von Wörtern gestritten wird (ich meinte durchaus launisch im Sinne von “unberechenbar” und nicht launig im Sinne von “humorvoll”) oder Bilder überinterpretiert werden.

    Herr Greif, ich muss sagen, dass ich Sie beim Lesen des Berichts – einmal dahingestellt, ob Sie es nun waren oder nicht – vor meinem geistigen Auge mit anderen einfach mit einem Glas Sekt zufrieden auf den Erfolg der Messe anstoßen sah und Sie sich darüber gefreut haben, dass die Kritiker nicht Recht hatten und Sie denen das Gegenteil beweisen konnten.

    Sie selbst sahen sich offenbar von Frau Travnicek als – ich übertreibe leicht – alkoholisierten Müßiggänger bezeichnet, was völlig Unsinn ist.

    Es zeigt mir nur, wie sehr verletzt Sie mittlerweile sein müssen und daher leider auch gar nicht negativ Gemeintes dennoch negativ auf sich beziehen.

    Auch Frau Heinzelmann sollten Sie ernst nehmen und offen auf Sie zugehen. Ich selbst war persönlich nicht in Linz, daher kann ich die Situation nicht beurteilen. Aber Frau Heinzelmann war da und hat gewisse Eindrücke gewonnen. Wenn sie von “fünf Tage mehr oder weniger gähnende Leere” schreibt, dann ist es doch kein Gegenargument zu schreiben, dass es weniger Meter von ihrem Stand gut besuchte Veranstaltungen gab.

    Sie müssen die Kritiker ernst nehmen, gerade dann, wenn es Kunden (d.h. Aussteller) sind (oder waren). Auf Kundenbeschwerden mit einem “stimmt nicht” zu reagieren ist die schlechteste Form. Das bekommt man in jedem einfachen Verkaufsseminar gelehrt.

    Es wäre meine Empfehlung: Herr Greif, gehen Sie auf die Kritiker zu! Machen Sie den ersten Schritt! Hören Sie sich die Argumente an und lernen Sie daraus für die Zukunft. Gestehen Sie auch eigene Fehler ein.

    Denn normalerweise kommt an diesem Punkt von einem der Kommentierenden das Argument, dass alles sei “typisch deutsch” (Gassner’s Law / http://www.bruhaha.de/laws.html).

    Zum Glück fällt dieses Argument für Linz aus.

    Auch wenn ich jetzt nach Pfarrer oder Psychologe klinge: Hören Sie auf, sich gegenseitig Vorwürfe zu machen. Hören Sie auf, die Dinge negativ überzuinterpretieren. Zeigen Sie nicht auf andere. Arbeiten Sie gemeinsam an einer guten und erfolgreichen LITERA 09! Das wünsche ich der Stadt Linz.

  9. Jakob Bögl schrieb am 30. April 2008 um 14:37 Uhr

    Liebe/r W. Meilich,

    ich kenne Frau Heinzelmann nicht und kann daher die Situation an ihrem Stand nicht beurteilen. Gewiss ist es aber unrichtig, generell von “gähnender” Leere zu sprechen: ich war auf der Messe – und nicht nur einmal – natürlich gab es Zeiten, in denen sie weniger gut besucht war (logischerweise jene Tage, an denen das Gros der Bevölkerung einer Erwerbstätigkeit nachgeht), aber wenn man sich die ersten Bilder der Messe ansieht, dann wird man wohl kaum sagen können, es wäre niemand da gewesen.

    Desgleichen glaube ich, dass niemand, der dort gewesen ist, den VeranstalterInnen vorwerfen kann, sie würden Kritik nicht annehmen. Selbst meine Fragen und Wünsche als Besucher wurden von allen MitarbeiterInnen ernst genommen.

    Gewiss lassen sich noch Dinge verbessern, aber ich denke, dass das bei jeder Erstveranstaltung so ist. Und wer die Berichterstattung hierzulande verfolgt hat, weiß, wie unfair sie der LITERA gegenüber gewesen ist, da ist es doch mehr als verständlich, wenn dem Team, das gegen so viele Widerstände zu kämpfen hatte, einmal der Kragen platzt. Im übrigen war ja Frau Heinzelmanns Beitrag auch nicht gerade in einem unpolemischen Ton gehalten.
    Frau Travnicek wird man vielleicht noch ihr jugendliches Alter zugute halten können, ich hätte ja wirklich gedacht, Sie meinen, ihr Beitrag sei “launig” formuliert.

    Ich selbst kann den VeranstalterInnen nur gratulieren, noch nie waren in Linz gleichzeitig so viele namhafte AutorInnen anwesend, das ist eine beachtliche Leistung, die man nur hochschätzen kann!

    MfG,
    Jakob

  10. Linzer schrieb am 8. Mai 2008 um 12:15 Uhr

    Hätte ich von dieser Buchmesse gewusst, wäre ich sicher auch gekommen. Leider hatte ich aber im Vorfeld davon überhaupt nichts mitbekommen.

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  2. Linzer Buchmesse Litera: Verdacht auf Betrug | Rezension verlinkte am 13. September 2008 um 02:08 Uhr

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