Wolfgang Herles über die neue Literatursendung des ZDF – Buchmesse-Podcast Leipzig 2011

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Wolfgang Herles (ZDF)Wolfgang Herles ist Redaktionsleiter und Moderator der ZDF-Kultursendung »aspekte«. In Leipzig führt er auf dem »Blauen Sofa« zahlreiche Gespräche mit Autorinnen und Autoren. In unserem Podcast berichtet er, wie man sich auf so viele Interviews vorbereitet und verrät, wie man mit Autoren spricht, deren Bücher man zuvor nicht ausführlich lesen konnte.

Demnächst übernimmt Wolfgang Herles eine neue Aufgabe. Nachdem »Die Vorleser« mangels Quote eingestellt wurden, konzipiert Herles eine neue Literatursendung fürs ZDF, die er selbst ab September moderieren wird. Im Gespräch mit literaturcafe.de gibt er exklusive Einblicke, was Literaturbegeisterte von dieser Sendung erwarten können.

Literatursendungen müssen »erbarmungslos subjektiv« sein

Literatursendungen müssen »erbarmungslos subjektiv« sein, so Herles. Man könne kein theoretisch ideales Format entwickeln. Man müsse von den Charakteren ausgehen. In diesem Fall also von Herles. Er könne nicht Marcel Reich-Ranicki oder Elke Heidenreich imitieren.

Entscheidend sei, was den Moderator selbst interessiere. Gespräche mit Autoren müssen authentisch sein. Man dürfe alles, nur nicht langweilen. Allerdings: Gute Unterhaltung dürfe auch anstrengend sein und fordern. Schließlich habe man auch am Sport sein Vergnügen, obwohl man dabei schwitze.

Auf die Frage, ob man statt Herles – Jahrgang 1940 – für eine neue frische Literatursendung nicht auch mal jüngere Moderatoren ranlassen sollte, meint der ZDF-Mann, dass dies im Gegensatz zu anderen Formaten bei Literatursendungen eher unerheblich sei. Er sei zwar »ein alter Sack«, doch Marcel Reich-Ranicki haben man schließlich auch nie sein Alter vorgeworfen.

Aber warum sind Literatursendungen im Fernsehen immer so »buchkonzentriert«? Wolfgang Herles sieht keine Chancen, eine Literatursendung zu einer Art »Creative-Writing-Kanal« zu machen. Ein solches Format wäre höchstens in einem digitalen Seitenkanal denkbar.

»Von mir erwartet man eine Million Zuschauer«

»Von mir erwartet man eine Million Zuschauer«, so Herles. Ein ambitioniertes Ziel, denn die neue Sendung bleibt weiterhin auf dem gleichen Sendeplatz: Freitagabend um 23 Uhr. Vielleicht könne sie jedoch ein Paar Minuten länger sein, als die bislang üblichen 30 Minuten, hofft Herles.

Der Titel der Sendung sei noch nicht spruchreif. Zwar habe Herles schon eine Idee, doch noch müsse der Name juristisch geprüft werden.

Im September 2011 geht es los, dann werden wir sehen, ob Wolfgang Herles genug Schwung und Engagement rüberbringt, um die Zuschauer zum Abschalten des Fernsehers und Aufklappen der Bücher zu bewegen.

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