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Beitrag vom 26. Januar 2018 | Rubrik: Literarisches Leben, Schreiben

Tops und Flops beim Blogbuster: Ein Blick auf die eingereichten Manuskripte

Blogbusger 2018 - Preis der Literaturblogger

Die Judeninsel

Ups! Bei dem Titel zucken wir kurz zusammen. Der Madagaskarplan fällt uns ein, jener nie realisierte Plan der Nazis, alle Juden nach Madagakar zu deportieren. Ob es darum in diesem Roman geht? Ausnahmsweise schauen wir gleich mal ins Exposé:

Im Reich der Töne wie im Schicksal der Menschen entscheidet die kleinste Trübung in den Schwingungen über Harmonie oder Missklang, Erfüllung oder Scheitern.

Der Zirkel der Quinten, der Zwölf Apostel der Harmonia Mundi, schließt sich nur durch präzises Stimmen. Unbereinigt weichen die Tonhöhen um ein Winziges voneinander ab: um das Komma des Pythagoras, Vierundsiebzig zu dreiundsiebzig.

Verteilst du diese Differenz gleichmäßig auf die zwölf Quinten, so trifft sich der Kreis der Tonarten im Ausgangspunkt: dort, wo Erhöhung und Erniedrigung, Spannung und Lösung eins werden …

Hä? Wie soll bei so einem Exposé der dazugehörige Text sein? Also schauen wir mal, wie der Text beginnt:

Erste Abteilung

I Jobst Hellenthal

Ein Philosoph an der Macht

Aus einem Artikel von Maria Corradin, erschienen im Oktober 2000 in der Aurora di Milano:

Und wieder blickt in diesen Tagen die Welt auf Deutschland

Und wieder beginnt ein Manuskript mit einem Pseudo-Dokument. Schon ein interessanter Zufall, dass der erste Satz mit der blickenen Welt fast wortwörtlich im Pseudo-Dokument des ersten von uns begutachteten Textes steht.

Diesen Satz wollen wir dem Autor nachsehen, schließlich ist es nicht seine Wortwahl, sondern der übliche sensationsgeile Ton der Standardpresse, die aus jeder Mücke eine Horde Elefanten macht!

nachdem Hohen-Ville, Balthasar Neumanns berühmtes Barockschloss vor den Toren Kölns, seit einem Jahrzehnt die Residenz des Staatspräsidenten, von einem neuerlichen Attentat erschüttert wurde. Wir sind vor Ort, können jedoch über Hergang und Hintergründe, Täter und Opfer vorerst nur spekulieren, da die Behörden eine strikte Nachrichtensperre verhängt haben.

Schon im April dieses Jahres, als Jobst Hellenthal, der deutsche Diktator,

Diese Einführung ist misslungen: Hier entschuldigt sich der Autor quasi, dass er den Diktator noch gar nicht eingeführt hat, und holt das nach! Viel besser wäre es, wenn es SO hieße: »Schon im April dieses Jahres, als der deutsche Diktator Jobst Hellenthal (…)«.

im Ehrenhof seines Schlosses allein einer aufgeputschten Menge entgegentrat, war die Autorin neben Hellenthals Gattin Gundi und Alexander (eigentlich brasilianisch Alexsandro) Larünn, Gundis erstem Ehemann, Jugendfreund und Nebenbuhler des Präsidentenpaares in seltsamer Ménage à trois, am Fenster von Hohen-Ville Augenzeugin des Geschehens. Solange der Kalk frisch ist, möchte sie, der deutschen Sprache und Kultur aus Familientradition in kritischer Sympathie verbunden, fresco buono ein vorläufiges Porträt Hellenthals versuchen, dieser für uns Italiener ebenso anziehenden wie irritierenden Gestalt.

Als Larünn, promovierter Völkerkundler und Greenpeace-Aktivist, vor Jahren unter nie geklärten Umständen mit seiner Cessna spurlos im amazonischen Regenwald verschwunden war,

Um einer besserer Lesbarkeit willen die Unterbrechung des Satzes zu vermeiden, wäre auch hier einfach umzustellen: Als der promovierter Völkerkundler und Greenpeace-Aktivist Larünn vor Jahren unter nie geklärten Umständen mit seiner Cessna spurlos im amazonischen Regenwald verschwunden war,

hat Gundi auffallend lange gezögert, den Verschollenen für tot erklären zu lassen und in Hellenthals Werben einzuwilligen. Warum tat sie sich so schwer? Sicher nicht, weil ihr die kurzzeitig aufflackernden Gerüchte über gewisse Machenschaften zu Ohren gekommen wären, in die angeblich neben internationalem Big Business auch deutsche Regierungsstellen und sogar der Diktator persönlich verstrickt waren. Mit dieser Hypothek wäre sie kaum seine Frau geworden. Aber hat Gundi Jobst Hellenthal geliebt? Hat sie am Ende nur nachgegeben, weil sie einsam war? Oder geschah es aus Sorge um ihn? Hellenthal hat selbst einmal gesagt, dass Fürsorglichkeit – »human nature being what it is« – eine der korrumpierendsten Masken unseres Machtstrebens sei.

Die beiden Freunde hatten in den Anfangssemestern gemeinsam Germanistik und Anglistik belegt. Als Larünn jedoch in Venedig eher zufällig in einen Vortrag Professor Lucottos über Alternative Ökologie geriet, verschrieb er sich fortan der Rettung des Regenwaldes und der letzten Indianer, bis er Gundi, immerhin seine Ehefrau, in Deutschland zurückließ und an den Amazonas ging.

Und auch hier wieder die in deutschen Texte so beliebten Satzunterbrechungen, um ein Verständnis zu erschweren: »ließ er seine Ehefrau Gundi in Deutschland zurück und ging an den Amazonas«.

Kann es sein, dass er die Spuren seines Vaters suchte? Dieser hatte ihn auf den Namen Alexsandro taufen lassen und sich kurz darauf, Enthüllungen seiner NS-Vergangenheit fürchtend, ohne Frau und Kind nach Südamerika abgesetzt …

Das setzt sich nahtlos fort mit diesen Unterbrechungen, aber auch mit brillanten Formulierungen und überraschenden Bildern. So heißt es beispielsweise weiter unten im Manuskript:

Die Rosenstöcke sahen fröstelig drein;

oder

Das neue Jahrhundert, Jahrtausend ist drei Monate jung, und du bist ein ausgelatschter Schuh?

oder auch

Und jetzt gab es in der Unendlichkeit des Amazonas nicht einmal ein Grab, an dem sie sich gesundweinen konnte …

Eine Frage bleibt offen: Inwieweit sind Leser bereit, sich auf intellektuelle Diskurse einzulassen, die immer wieder geführt werden? Doch das sollen diese selbst entscheiden! Jedenfalls ist dieser Anfang amüsant, schräg und spannend! Hier kann jemand mit Sprache umgehen und hat Spaß daran.

Übrigens erklärt das Exposé auch den Romantitel. Bei der Judeninsel handelt es sich um Giudecca, die sich im Süden Venedigs befindet. Hierhin flüchtet später einer der Protagonisten des Romans. In der Wikipeda ist zu lesen: Von dem venezianischen Patrizier Giorgio Emo ist zudem bekannt, dass er dem Senat des Stadtstaates im Jahr 1515 vorgeschlagen hatte, die Juden der Stadt auf Dauer und ausschließlich auf der Giudecca anzusiedeln. Gewisse krude Ideen scheint es in allen Jahrhunderten gegeben zu haben.

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18 Kommentare zu diesem Beitrag lesen

  1. Eva Jancak schrieb am 27. Januar 2018 um 19:51 Uhr

    Ich glaube nicht, daß man die Qualität eines Textes nach dreißig Sekunden beurteilen kann, finde eine solche Behauptung immer etwas überheblich und merke regelmäßig beim Lesen, daß man das nicht kann!.
    Es gibt es eine ganze Reihe von Beispielen, wie beispielsweise “Schlafes Bruder”, die das beweisen und ich würde es beispielsweise sehr spannend finden, wenn sie ein von ihnen abgelehntes Manuskript vielleicht doch noch als der große Erfolg erweist, liebe Grüße!

  2. Eva Jancak schrieb am 27. Januar 2018 um 20:01 Uhr

    Nach der Durchsicht Ihrer Kommentare zu den Textproben kann ich nur wiederholen, bitte nicht so überheblich!
    Das ist ja noch ärger als weiland Marcel Reich Ranicki beim Bachmannpreis!
    Da kann ich nur froh sein, daß ich Ihnen keinen Text geschickt habe. Haben sich die, die getan habe, eigentlich damit einverstanden erklärt, daß Ihre Texte öffentlich verissen werden können?
    Und wenn man bösartig ist, könnte man bei der Auswahl von Doris Brockmann, gut, daß sie gut schreibt, hat sie ja schon beweisen, eine gewisse Befangenheit vermuten und hätte ihr vielleicht raten sollen, ihren Text bei jemanden anderen einzureichen!
    Also mir gefällt das nicht!

  3. Olaf Lahayne schrieb am 27. Januar 2018 um 20:22 Uhr

    Modeunfug? Vor dem Kritiker hätte also auch Goethes “Faust” keine Gnade gefunden: Der enthält ja einen “Prolog im Himmel”, der integraler Bestandteil der Handlung ist, während der Autor den Teil, der sich direkt an den Leser wendet, als “Zueignung” bezeichnet. Pfui, böser Goethe!

  4. Uli schrieb am 28. Januar 2018 um 12:18 Uhr

    Ich stimme Eva Jancak uneingeschränkt zu! Es zeugt von maßloser Überheblichkeit, sich schon nach ein paar Sätzen ein Urteil bilden zu wollen. Aber eben typisch Malte Bremer. Mir wird es ein ewiges Rätsel bleiben, warum der Mann immer und immer wieder die Möglichkeit bekommt, hier seine ncht vorhandene Kompetenz zu beweisen. Einen Text mit einem Kuchen vergleichen … ne is klar!

  5. Maria Kraus schrieb am 28. Januar 2018 um 23:53 Uhr

    Ob der Tonfall so sein muss, sei einmal dahingestellt…
    Wie man sich aber zum Beispiel mit einem Text mit Prolog bewerben kann, nachdem die Herrschaften bei Ihrer Vorstellung ausdrücklich darauf hinwiesen, dies nicht gerne haben zu wollen, ist mir unerklärlich. Und immerhin kann man so den Entscheidungsprozess nachvollziehen und sicher sein, dass die Texte überhaupt zumindest angelesen wurden. Ein Vorgehen wie man es sich für die anderen Blogger auch wünschen würde, bei denen die Auswahlkriterien oftmals eher undurchsichtig bleiben.

  6. Eva Jancak schrieb am 29. Januar 2018 um 01:13 Uhr

    Auch die Qualität eines Kuchens läßt sich nicht auf den ersten Bissen erkennen, man beißt hinein und er erscheint zu süß, zu trocken und erst später gewöhnt man sich an ihn und er beginnt zu schmecken oder man merkt vielleicht erst dann, das er verdorben ist.
    Das nennt man, glaube ich, Achtsamkeit, daß man sich Zeit läßt die Dinge erst zu erkunden, zu riechen und zu schmecken, die Bücher, wie das Essen und ich kann mich gut an den Chocalateur Joseph Zotter erinnern, der bei seinen Führungen immer bedauert, daß die ungeduldigen Menschen, die Schokolade zerbeißen, statt sie auf der Zunge zergehen zu lassen, um den Geschmack zu spüren.
    Bei Büchern und Manuskripten ist das, glaube ich, auch so und es zeugt von Qualität, das zu erkennen und sich Zeit zu lassen, liebe Grüße

  7. Björn Bischoff schrieb am 29. Januar 2018 um 17:33 Uhr

    “Ziel dieses Wettbewerbes ist es, ein neues, herausragendes literarisches Talent im Bereich Gegenwartsliteratur zu entdecken.”

    Das heißt: Der Preis richtet sich an unbekannte und unerfahrene Autoren. Ob es dann im Sinne des Wettbewerbs ist, die Teilnehmer hier vorzuführen, halte ich für fraglich. Der Tonfall der Kommentare zu den Texten ist an mehr als einer Stelle unangenehm und arrogant: “Argh! Klammheimlich ersetzen wir das Wort Wind durch das Wort Furz, lachen »eher innerlich«, sammeln uns wieder und schauen mal, wie es losgeht.”

    Obwohl es keine Samthandschuhe braucht, sollte zumindest trotzdem Fingerspitzengefühl vorhanden sein. Denn die Kommentare treten deutlich nach unten. Das ist weder schicklich noch stilvoll. Texte auf diese Art und Weise in der Öffentlichkeit hinzustellen, bringt weder den Autoren noch den Lesern etwas. Als konstruktive Kritik geht nicht ein einziger Kommentar für mich durch.

  8. Eva Jancak schrieb am 29. Januar 2018 um 17:55 Uhr

    sehr richtig

  9. Brigitte von Freyberg schrieb am 29. Januar 2018 um 18:41 Uhr

    Ich kann mit dem Kommentar von Björn Bischoff nur anschließen. Hier haben Autoren, die bisher noch keine Veröffentlichung erreicht haben, aus welchen Gründen auch immer, vertrauensvoll Texte an Sie eingesandt, mit dem Wunsch, dass sich jemand ernsthaft damit beschäftigt. Leider passiert das hier nur nicht. Ein öffentliches Abwatschen ist sicher nicht das, was konstruktive Kritik ausmacht. Auch wenn man inhaltlich mit Ihren Bemerkungen d’accord gehen kann, ist die Art und Weise, wie Sie sie tätigen, weder für den Preis noch für die hoffnungsvollen Autoren und auch nicht für die Literaturkritik ein Dienst. Hätten Sie den Mut gehabt, das den Menschen direkt in diesem Ton zu sagen? Und wie Bjönr Bischoff schon schreibt: das ist keine konstruktive Kritik und hält eher Menschen davon ab, weiter zu schreiben, als sich zu verbessern.

  10. Marc schrieb am 29. Januar 2018 um 20:16 Uhr

    Auf Facebook wurde auf diversen Seiten das Thema schon genug durchgekaut, weshalb ich an dieser Stelle allen kritischen Stimmen nur zustimmen kann, dass diese Vorgehensweise mit Kritik am Text beziehungsweise dem Stil nichts mehr zu tun hat.
    Ja, Sie haben angekündigt, die Texte hart zu prüfen. Ja, Sie haben angekündigt, dass eine Einreichung mit Prolog von vornherein zum Scheitern verurteilt ist. Dann sollte man diese Texte stillschweigend an den Absender zurück geben, ein paar Kommentare dazu, warum Sie es ablehnen und jeder ist glücklich. Von mir aus kann auch gern dazu gesagt werden, dass die Autorin/der Autor nicht zum Schreiben geboren ist. Aber bitte nicht so niveaulos drauf hauen.

    Gruß
    Marc

  11. Eva Jancak schrieb am 29. Januar 2018 um 21:27 Uhr

    War das jetzt auch ein Test, ob die Leser Ihre Ironie nicht verstehen?

  12. David Borjak schrieb am 31. Januar 2018 um 06:23 Uhr

    Da gerade bei diesem Wettbewerbsformat die Gefahr besteht, dass der Eindruck erweckt wird, gut vernetzte Blogger schickten einfach befreundete oder ihnen anderweitig bekannte Autoren ins Rennen, sollte jeder Schreibende doch froh sein, wenn der Prozess nachvollziehbar ist. Gelegenheiten, bei denen man nach Einreichung der Unterlagen nie wieder etwas hört, gibt es ja bekanntlich genug, und dass an anderer Stelle Entscheidungen nicht näher begründet werden, hat den einzigen Grund, dass dies weniger Arbeit macht.
    Dass die Vorgehensweise hier arrogant und in Teilen unnötig ist, ist klar, war aber, wenn man mal ehrlich ist, auch nicht anders zu erwarten. Jegliche über die Art und Weise hinausreichende Kritik ist in meinen Augen aber unangebracht, da natürlich (da können Sie jeden (sic!) Verlags- oder Agenturmenschen fragen) wenige Zeilen oder Seiten ausreichen, um die Qualität eines Textes zu beurteilen (zumindest in negativer Hinsicht). Dass anderweitige Texte trotzdem erfolgreich sein können, wurde von den Kritikern auch nicht verschwiegen, derartiges wurde aber sowohl bei dem Wettbewerb als auch und vor allem von diesem Blog nicht gesucht, was vorab auch in aller Deutlichkeit kommuniziert worden ist.

  13. Eva Jancak schrieb am 31. Januar 2018 um 22:39 Uhr

    Natürlich ist es wichtig, daß die Einsender Rückmeldungen zu ihren Texten bekommen, das sollte eigentlich ganz selbverständlich sein und hat mit Verreißen nichts zu tun!
    Ich würde da schreiben, das und das hat mir gefallen, das und das weniger, weil und deshalb schlage ich den Text wahrscheinlich nicht vor, aber das öffentlich zu machen ist ein bißchen schwierig, weil man da ja die Kritik eher weglassen sollte.
    Gut, beim Bachmannpreis funktioniert das seit einigen Jahren gut, vorher haben sich die Autoren und ihre Interessensvertretungen sehr darüber aufgeregt.
    Aber da wird jetzt niemand mehr fertig gemacht und die Texte stammen von ausgewählten Autoren, die vorher meistens die Literaturschulen absolviert haben.
    Hier höre ich, das Verächtlich und das Heruntermachen und die Häme, “Das ist ein schlechter Text und die Autoren können nicht schreiben!” und das muß nicht sein, weil es ja doch nicht, auch wenn man Rechtschreibfehler erkennt, so einfach ist, das zu entscheiden.
    Wenn ich fünfzehn oder auch fünfzg Texte habe und den “besten” oder den der mir am besten gefällt, am literarischten ist, heraussuchen soll, werde ich das tun und kann bei den anderen trotzdem, “Das sind tolle Texte!”, sagen oder auch,”Damit habe ich Schwierigkeiten!”, denn das ist vielleicht ein Autor der mir zu viel schimpft oder schon wieder seine Midlifekrise beschreibt und da ich seit einigen Jahren die deutschen Buchpreisbücher lese, weiß ich, was da alles eingereicht wird, quer durch alle Genres und Novellen, obwohl das ja eigentlich ein Romanpreis ist.
    Da regt sich niemand auf, während man beim Blogbusterpreis, wo vielleicht auch ungeschulte Anfänger einreichen, päpstlicher als der Papst ist, das finde ich schade und verstehe noch immer nicht, warum man keinen Prolog einreichen darf, wer sagt, daß das schlechte Literatur ist?
    Und ich würde wirklich sehr sehr gerne wissen ob Arno Schmidt, Tomer Gardi, Joshua Cohen, etcetera hier eine Chance gehabt hätten?

  14. Anna Schön schrieb am 5. Februar 2018 um 13:00 Uhr

    Also, ich finde die Verrisse nicht schlimm. Wäre mein eigener Text dabei gewesen, hätte ich mich vielleicht auch geärgert, aber so hätte ich zumindest mal eine Resonanz erfahren. Die Kritikpunkte an diesen Texten waren ja auch begründet und konnte ich größtenteils nachvollziehen. Als künftiger Autor sollte man auch ein dickes Fell haben. Selbst wenn man Erfolg hat, wird es Kritiken hageln. Ich habe jedenfalls diese Textbeispiele und Besprechungen sehr interessant gefunden.

  15. Cornelia Knoesel schrieb am 6. Februar 2018 um 22:31 Uhr

    Auch ich finde die Kritiken absolut berechtigt – gut begründet und nachvollziehbar. Ich habe peinlich berührt weitergelesen, aber auch viel gelacht, weil ich diese Fehler anfangs auch gemacht habe. Wir können nur daraus lernen- zumindest diejenigen die Kritiken annehmen. Nehmt diese Kritiken bitte nicht persönlich, denn als solche sind sie nicht gedacht. Nutzt sie als Chance, so dass ihr euch weiterentwickeln könnt. Es lohnt sich!!!

  16. Bert Stadelmaier schrieb am 7. Februar 2018 um 17:52 Uhr

    Die Äußerungen der selbsternannten „Literaturkritiker“ offenbaren auf erschütternde Weise ihr geistiges Niveau. Angesichts mangelnder Analysefähigkeit trinkt man „einen Hugh Grant Gedächtnisschnaps“ und schleudert mit Stammtisch-Polemik, abgedroschenen Floskeln und dümmlichen Gefühlsausbrüchen um sich. Oha! Oje! Eiwei!
    Gänzlich niveaulos und unentschuldbar ist der – gründlich missglückte – Versuch, sich auf Kosten Anderer profilieren zu wollen.
    Die penetrante Art, in der die Mechanismen des allgegenwärtigen öffentlichen Anprangerns unseres „social media“ Zeitalters bedient werden, zeugt vom Wunsch nach schneller Popularität (der Name „Bohlen“ fiel zu Recht).
    Mit Verantwortung (gegenüber den öffentlich Gedemütigten), mit Kultur hat dies nichts zu tun, mit Humor und Geist (der hier suggeriert werden soll) noch weniger.
    Hier hilft nur: schnell wegklicken.

  17. Eva Jancak schrieb am 7. Februar 2018 um 22:18 Uhr

    Es hilft, hoffe ich sehr, Akzeptanz, Toleranz, Achtsamkeit und gegenseitige Wertschätzung, dann hat man auch mehr davon!

  18. Jo schrieb am 21. Februar 2018 um 16:04 Uhr

    Nun, wer seinen Text an diese Herren sendet, der muss sich halt auf harte Kritik gefasst machen. Vielleicht hätten die Teilnehmer sich einfach mal mit der Jury vertraut machen sollen und schauen, was die einzelnen Personen sonst so treiben. Außerdem verstehe ich nicht, warum man die Kritik der Kritiker meint kritisieren zu müssen. Das ist ein Wettbewerb und eine Jury. Und zugegeben, einige der Texte sind einfach schlecht.

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