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Self-Publishing mit Tolino: Thomas Forstpointner über die neue Plattform

Thomas Forstpointner, Director Tolino Publishing

Als Director Tolino Publishing verantwortet Thomas Forstpointner die neue Self-Publishing-Plattform tolino-media.de, die nun in Konkurrenz zu Amazon antritt.

Unmittelbar nach dem Start wollten wir von Thomas Forstpointner wissen, was bei Tolino Media anders ist als beim großen US-Konkurrenten und welche Pläne es für den weiteren Ausbau gibt.

Attacke auf Amazon: Tolino startet Self-Publishing-Plattform

Screenshot der Tolino-Media-Website

Tolino Media ist am 28. April 2015 mit einer eigenen Self-Publishing-Plattform online gegangen. Selbstverleger können nun E-Books in den wichtigsten deutschen Online-Shops wie hugendubel.de, thalia.de, weltbild.de oder ebook.de direkt veröffentlichen und von 70% Tantieme profitieren.

Existiert nun endlich eine ernst zu nehmende Konkurrenz für Amazon?

Textkritik: Lyrik mit Schuhwerk, leicht geflickt

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Heute gingen meine Schuhe
mir einen Schritt zu weit,
sie streckten sich die Zunge raus,
gerieten bald in Streit.

Du gehst mir auf den Senkel, sprach
der eine zu dem andern.
Sie wollten sich ans Leder gehen,
und aus war’s mit dem Wandern.

Ich habe meine Schuhe nun
dem Schuhmacher empfohlen,
der soll sie beide kurzerhand
mal richtig fest versohlen.

© 2015 by Manfred Ende. Unerlaubte Vervielfältigung oder Weitergabe - gleich welcher Art - verboten.

Zusammenfassende Bewertung


Eine unterhaltsame Sprachspielerei mit einem klitzekleinen, schnell behobenen metrischen Fehler!

Die Kritik im Einzelnen


Gleich zu Beginn findet sich der Fehler im sonst sauberen Metrum: Die erste Zeile fällt mit ihren 4 Trochäen aus dem sonst üblichen metrischen Rahmen, nämlich jeweils vier Jamben in den Zeilen 1 und 3! Aber das ist leicht zu retten:

Es gingen meine Schuhe mir
heut’ einen Schritt zu weit (…)

Was so gelungen ist: Das Spiel mit Doppeldeutungen – sofern man die Bedeutungen noch kennt: Schuhe haben tatsächlich Zungen! Und wenn Schuhe »einen Schritt zu weit« gehen, ist das geradezu grotesk, denn die gehen ja nicht, die werden gegangen! zurück

Die Schnürsenkel kommen ins Spiel –  aber in einer ganz anderen Sinn: »Jemandem auf den Senkel gehen« bedeutet, ihm auf die Nerven zu gehen: Denn wenn ich jemandem auf den Schnürsenkeln stehe, kann der nicht weg! Die Redensart »sich ans Leder gehen« bezieht sich auf die menschliche Haut; sofern sich Schuhe ans Leder gehen, ist das eigentlich selbstredend (sofern man nicht überzeugter Veganer ist oder Sportler mit Plastikschlappen!) zurück

In den guten alten Zeiten bis weit in die Siebziger wurden Kinder – meist von Vätern – aus pädagogischen Gründen gerne »versohlt« (»hat schließlich noch nie jemandem geschadet!«); heute heißt das »verprügelt« und ist (endlich) gesetzlich verboten. Schuster »besohlen« normalerweise; wenn sie einen Schuh jedoch »versohlen«, dann tun sie das Gleiche, aber mit besonders heftigen Schlägen!

Dieses Gedicht kommt locker-flockig daher, will nichts anderes, als unterhalten! Davon gibt es leider zu wenige … zurück

Buchcover-Designerin Carolin Liepins: Worauf Autoren achten sollten

Carolin Liepins (Foto: Bettina Weinberger)
Carolin Liepins (Foto: Bettina Weinberger)

Die Designerin Carolin Liepins, 1983 in Nürnberg geboren, gestaltet Buchcover für Verlage und Selfpublisher.

Im Interview mit dem literaturcafe.de spricht sie über ihren Beruf, über gute und schlechte Buchcover, warum einige Cover-Entscheidungen von Angst getrieben sind und zu viele Hausfrauentests nicht hilfreich sind.

Das Ende: John-Sinclair-Erfinder Jason Dark über 40 Jahre Geisterjäger, Heftromane und Hörspiele

Vater des Geisterjägers: Jason Dark (Helmut Rellergerd) im Interview

Hunderte sind unlängst in der Kapelle des Leipziger Südfriedhofs zusammengekommen, um das Ende von Geisterjäger John Sinclair zu feiern. Doch es sind keine Hexen, Zombies und Dämonen, sondern die Fans von Heftroman und Hörspiel.

Außerdem wird in dieser Nacht hauptsächlich einer gefeiert und geehrt: Der Autor Jason Dark hat die berühmte Figur des Londoner Geisterjägers vor über 40 Jahren erfunden.

Ein Gespräch mit einem Mann, dessen literarische Figur bekannter ist als er selbst.

»Aus manchem verschwindet der Mensch, wenn er alt ist und krank.«

Sabine Peters, Abschied

Ein guter Freund legte mir dieses Buch auf den Tisch. Ich vertraue seinem Urteil, er vertraut meinem – und ich war hingerissen: Sabine Peters war mir bislang entgangen (weitaus die meisten Schriftsteller entgehen mir): Wie die mit der Sprache umgeht, ist einfach phänomenal!

Der Mann mit dem schönsten Anfangssatz: Günter Grass ist tot

Günter Grass
Günter Grass im Jahre 2007 (Quelle/CC: flickr, Das Blaue Sofa)

Der Tod eines Nobelpreisträgers – bekannt gegeben auf Twitter. »Im Alter von 87 Jahren ist heute morgen der Literaturnobelpreisträger Günter Grass in einer Lübecker Klinik gestorben.«, schreibt der Steidl Verlag am 13. April 2015.

Erschreckendes Hörerlebnis: Jan Weiler liest »Kühn hat zu tun«

Jan Weiler: »Kühn hat zu tun« als Hörbuch

»Gelesen vom Autor« wirkt beim Hörbuch meist abschreckend. Die Stimme des Autors hat eher authentischen Charakter, wenn beispielsweise Martin Walser liest. Doch an einen Profisprecher ragt kein Autor ran.

Oder doch? Jan Weiler hat seinen Roman »Kühn hat zu tun« auf 7 CDs ungekürzt eingelesen. Und das ist erschreckend. Weil der Autor erschreckend gut liest und weil sein Text erschreckend abgründig ist. »Gelesen vom Autor« wird bei »Kühn hat zu tun« zu einem beunruhigenden Hörerlebnis.

Simone Regina Adams: »Schreiben lernen heißt Zuhören lernen«

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Simone Regina Adams (Foto: Margrit Müller)
Simone Regina Adams (Foto: Margrit Müller)

Seit vielen Jahren unterrichtet die Freiburger Autorin Simone Regina Adams literarisches Schreiben. Demnächst wird auch im Stuttgarter Schriftstellerhaus eine von ihr geleitete fortlaufende Schreibwerkstatt starten.

Wir haben mit Simone Regina Adams über die alte Frage gesprochen, ob man Schreiben wirklich lernen kann und warum sie selbst von der Arbeit mit ihren Teilnehmerinnen immer wieder begeistert ist.

Lesetipp übers Lesen 3.0: Wie wir in Zukunft lesen

Screenshot Borromäusverein

Wie sieht das Lesen in der Zukunft aus? Und wie das Schreiben und Veröffentlichen? Die Bundesakademie in Wolfenbüttel widmete diesem Thema im Herbst des letzten Jahres eine Konferenz mit dem Titel »Gedruckt war gestern«.

literaturcafe.de-Herausgeber Wolfgang Tischer war einer der Referenten der zweitägigen Veranstaltung – gleichzeitig aber auch Besucher und Beobachter.

Für die den Borromäusverein, dem Dachverband der katholischen öffentlichen Büchereien, hat Wolfgang Tischer nun seine Eindrücke vom letzten Jahr aufgeschrieben und mit persönlichen Einschätzungen ergänzt. Sein Beitrag ist der Auftakt einer Reihe über die Zukunft des Lesens auf borromaeusverein.de.

Frohe Ostern: Selfpublishing-Ratgeber zum halben Preis und Kindle mit Gutschein

E-Book an Ostern

Das Team des literaturcafe.de wünscht Ihnen frohe Ostertage. Außerdem gibt es über die Feiertage den Ratgeber »Amazon Kindle: Eigene E-Books erstellen und verkaufen« statt 2,99 Euro nur 1,49 Euro.

Bis einschließlich Ostermontag ist der Preis des Standardwerke in Sachen Selfpublishing herabgesetzt, danach hat es wieder den vollen Preis. Der Ratgeber ist als E-Book bei Amazon erhältlich. Ein Kindle-Gerät brauchen Sie für die Lektüre nicht zwingend, denn es gibt für alle Plattformen kostenlose Lese-Apps.

Im übrigen gibt es bei Amazon den Kindle Paperwhite (siehe Test) für nur 79 Euro, da über Ostern im Gesamtpreis von 99 Euro ein E-Book-Gutschein für 20 Euro enthalten ist – so erhalten Sie unseren Ratgeber quasi gratis.

Blind Date mit Blind Book und einem Werwolf im Schwarzwald

BLIND BOOK (ISBN wurde von uns unkenntlich gemacht)

Buchhändlerin und Buchhändler – so der Mythos der Branche – verfügen über eine hohe Beratungskompetenz, und sie können ihren Kunden zielsicher Buchtipps geben. Während man noch skeptisch Cover und Klappentext betrachtet, beteuern sie: »Das könnte Ihnen gefallen!«

Aber was, wenn Sie Buchtitel, Cover, Verlag, Klappentext und nicht mal die erste Seite des Romans sehen könnten? Würden Sie dieser Empfehlung der Buchhändlerin auch blind folgen? In Calw habe ich mich darauf eingelassen.

Die Autoren-Galerie – Bilder von Menschen, die schreiben – Edition 2015

Autoren-Galerie 2015
Fotos: Birgit-Cathrin Duval

Wie bereits im Vorjahr hat Fotografin Birgit-Cathrin Duval auf der Leipziger Buchmesse 2015 bekannte und unbekannte Autorinnen und Autoren porträtiert – vom Verlagsautor bis zum Self-Publisher, vom Hobby-Schriftsteller bis zum Bestseller-Autor.

Unsere Autoren-Galerie zeigt die besten Aufnahmen 2015, die sich diesmal ganz anders präsentieren.

Wenn Sie keine Krimis mögen, mögen Sie diesen vielleicht schon

Jakob Nolte: ALFF

Mögen Sie Krimis? Wenn nicht: diesen vielleicht schon – sofern Sie vor allem Literatur jenseits des Mainstream mögen, d. h. jenseits von Prologen, zusammengepfuschten Thrillern, fantasieloser Fantasy, Pseudo-Vampiren, SM-Ergüssen und deren Mixturen  – also wenn Sie Literatur mögen, die vor allem Sprache beim Wort nimmt und/oder mit ihr spielt.

Wie in diesem Fall!

12 Dinge, die Autorinnen und Autoren bei Facebook schreiben könnten

Beispiel: Facebook-Beitrag »Haar färben«

Unlängst haben wir einen Beitrag veröffentlicht, in dem Anika Bühnemann der Frage nachging, ob sich soziale Netzwerke für Autoren/Autorinnen lohnen und worauf man bei der Benutzung achten sollte.

Heute geht Annika Bühnemann tiefer in die Materie und fragt: Was können Autorinnen und Autoren auf ihren Pinnwänden und Timelines überhaupt veröffentlichen, wen interessiert das und wie steigert man seine Reichweite? Beispielhaft wird das Netzwerk »Facebook« untersucht.