
Frau Westermann war krank. Daher stritten beim literarischen Quartett diesmal nur zwei Teilnehmer im ZDF darüber, ob sie das Leben anderer Menschen doof finden.

Frau Westermann war krank. Daher stritten beim literarischen Quartett diesmal nur zwei Teilnehmer im ZDF darüber, ob sie das Leben anderer Menschen doof finden.

Vielleicht liegen alle Antworten schon im ersten Satz. Denn bei vielen Lesern dürfte der Roman »Weit über das Land« von Peter Stamm einige Fragen aufwerfen. Was verdammt noch mal ist da los?
Der Rideau-Kanal im kandischen Ottawa zählt zum UNESCO-Weltkulturerbe – und im Winter wird er zur längsten Schlittschuhbahn der Welt, denn dann friert der Kanal auf 8 km zu.
Folgen Sie daher Wolfgang Tischer zunächst aufs Eis, wo er Biberschwänze isst. Danach besucht er Liam McGahern, der ein Antiquariat betreibt und der zwei Erstausgaben von Jack London vorrätig hat.

Am Freitag, 26. Februar 2016, lesen Lilian Wilfart und Wolfgang Tischer wieder Bram Stokers »Dracula«. Das blutsaugende Original, das bis heute unübertroffen ist – eine fulminante Horrorstory und zwei Stunden Text, die sie atemlos zurücklassen werden.
Und diesmal hätte man keinen bessern Ort dafür finden können, denn die Lesung findet im Fleischereimuseum Böblingen statt. Beginn ist um 19:00 Uhr. Das Grauen ist nah und in der Pause gibt es eine Bloody Mary.

In unnachahmlicher Weise werden wir zu Beginn dieses Romans sogleich hineingezogen in die Welt der englischen oberen Bürgerklasse des vergangenen Jahrhunderts.
Die Reise zu Jack London beginnt unerwartet: In Kanadas Hauptstadt Ottawa ist es derzeit kälter als im Yukon. -29 Grad zeigt das Thermometer, gefühlt sind es bis zu -43 Grad.
Dennoch macht sich Wolfgang Tischer in der ersten Video-Folge auf den Weg in Kanadas schönsten Raum voller Bücher, danach geht es mit ihm ziemlich schnell bergab und am Schluss besucht er eine gnadenlos leidenschaftliche unabhängige Buchhandlung.
In Kanadas Hauptstadt Ottawa, nur wenige Gehminuten vom Parlamentsgebäude entfernt, befindet sich die kleine Buchhandlung »Perfect Books«. Man sei »Fiercely Independent«, also aus tiefster Überzeugung unabhängig, steht über dem Eingang.
Das Besondere an dieser Buchhandlung: Hier stellt man einige Regalmeter für örtliche Self-Publisher zur Verfügung. Im Interview erzählt Geschäftsführer Michael Varty, wie das Konzept funktioniert und welchen Herausforderungen sich eine kleine Buchhandlung in Kanada stellen muss.

Erstmals wird im Jahr 2016 der Gerlinger Lyrikpreis der Petra Schmidt-Hieber Literatur-Stiftung vergeben. Der mit 5.000 Euro dotierte Preis soll künftig alle zwei Jahre verliehen werden.
Wir sprachen mit der Initiatorin Petra Schmidt-Hieber über den Preis und was Lyrikerinnen und Lyriker bei der Einreichung beachten sollten.


Allein die fünf neu übersetzten Romane von Jack London wiegen zusammen 1,5 Kilogramm. Bei einer winterlichen Kanada-Reise ist dieses Gewicht besser für warme Kleidung reserviert.
Stattdessen nimmt Wolfgang Tischer einen E-Reader mit. Der wiegt nur rund 200 Gramm und transportiert Hunderte von Büchern. Aber welches Gerät genau? Kindle oder Tolino? Was sollte man sonst bei einer Auslandsreise mit elektronischem Lesegerät beachten? Wolfgang Tischer gibt Tipps – auch in einem Video.

Gerade ruft mich eine Hörfunkredakteurin an, was ich von der heute gesetzlich beschlossenen Buchpreisbindung für E-Books halte. Ich hatte die Nachrichtenlage des Vormittag nicht verfolgt und war erstaunt: »Buchpreisbindung für E-Books? Das ist doch nicht Neues, die gilt in der Praxis doch schon längst. Meinen Sie vielleicht nicht eher den Mehrwertsteuersatz?«
Verwirrung an beiden Enden der Telefonleitung.
Wochen und Monate hat man gefeilt und Zeit und Herzblut in das Manuskript gesteckt. Endlich ist das Buch auf dem Markt. Und dann – bamm! – gibt es eine 1-Sterne-Bewertung auf amazon.de. Und auch eine Bloggerin hat nichts Gutes über das Buch geschrieben.
Wie geht man mit negativer Kritik um? Wie reagiert man angemessen? Was kann man dagegen tun, und was sollte man besser vermeiden?
Laut pochten meine Adern
bei diesen Luftgeschwadern.
Ich zitterte und schrie.
Sirenen heulten in der Nacht, als Häuser brannten
und Menschen um ihr Leben rannten.
Der Himmel spie
die Flugzeugteile und die Bomben,
wir saßen in den Katakomben,
die Erde bebte.
Es ging ein Zittern durch den Raum,
in Angst der letzte Abschiedstraum,
der leise, still entschwebte.
Ich fiel und fiel in weite Tiefen
vorbei an Kindern, die da schliefen
im Wolkenmeer.
Ich spürte, wie die Tränen liefen
zwischen den Lidern, die noch schliefen
und weinte sehr.
Zusammengepfuschter Betroffenheitsmatsch
Bereits bei der wichtigtuerischen Überschrift ahnt man schon, wo’s lang gehen wird: Weite Tiefen! Warum nicht Tiefe Weiten? Wo ist da der Unterschied? Und welch rätselhafter Beginn: Wieso pochen des lyrischen Ichs Adern bei den Luftgeschwadern? Ist es etwa von allen guten Adern verlassen? Und was fangen die Geschwader mit den Adern an, während das lyrische Ich zittert und schreit? zurück
Mo-ment! Die ersten drei Verse boten 1 dreihebigen Jambus, 2x klingend, 1x voll. Damit ist eine Struktur vorgegeben, auch was das Reimschema betrifft (aabccb). Jetzt aber folgt ein sechshebiger Jambus: Soll das etwa die Zerstörung durch Bomben symbolisieren? Dann doch bitte weder Rhythmus noch Reim, sondern nur Fragmente!
Vers vier hatte 6 Jamben, Vers fünf hat 4, Vers sechs nur noch 2, dafür voll und mit einem Enjambement.
So geht’s halt zu beim Stümpern: Hauptsache, es reimt sich irgendwie, sonst ist es ja wohl kein Gedicht. Und der Inhalt spielt eh keine Rolle. zurück
Immerhin wird das Reimschema eingehalten; das Metrum wechselt in 2x vierhebig und 1x zweihebig.
Das rettet jedoch nicht den absonderlichen Inhalt: »Der Himmel spie« DIE Flugzeugteile und DIE Bomben? Welche denn? Bislang dachte ich, Flugzeuge haben die Bomben abgeworfen – Irrtum: Hier ist der HErr persönlich am werkeln, schmeißt Bomben und auch noch Flugzeugteile wie Seitenruder, Flügel und Fahrgestelle auf die rennenden Menschen. Was soll das?
Erstaunlich ist das Verhalten der Menschen: Da sie in den Katakomben sitzen, müssen sie folgerichtig sitzend um ihr Leben rennen durch die Straßen in den Katakomben oder wie oder was? Ist egal, denn die Erde bebte (und hat wohl nebenbei die Wörter durcheinander gewirbelt!). Aber warum? Wegen der aufprallenden Fahrgestelle? Bebten die Katakomben mit? zurück
Reim stimmt, Metrum hat Neues zu bieten: 2x vierhebig und 1x dreihebig.
Ein Zittern geht durch den Raum? Das ist nur zu verstehen, wenn man sich erinnert an den dritten Vers, da zitterte nämlich das lyrische Ich (und schrie dabei); folglich geht jetzt das ent-aderte lyrische Ich rennend & Raum-erzitternd & sitzender Weise durch die Katakomben (den einzig bekannten Raum).
Jetzt wird’s mystisch: In Angst der letzte Abschiedstraum, der leise, still entschwebte. Seit wann sind Träume laut? Seit wann haben Träume Angst? Entschwebte folglich ein erster Abschiedstraum, ein lauter, geschwätzig?
Selbst Umstellproben ergeben keinen Sinn: Die Abschiedsangst, die leise, entschwebte still im letzten Traum oder die stille Traumangst, die letzte, entschwebte im leisen Abschied. Klingt auch nicht schlecht und ist inhaltlich genau so leer. zurück
Reim stimmt, Metrum stimmt mit dem letzten Dreierpack überein.
Warum das in den Katakomben herumzitternde lyrische Ich jetzt unvermittelt in tiefe Weiten – pardon: weite Tiefen stürzt, vorbei an Kindern, die da schliefen im Wolkenmeer, bleibt ungeklar, so dass sich Leser/in selbst einen Reim darauf machen muss/darf/kann:
Das lyrische Ich hat sich zu Tode gezittert, wollte dann in den Himmel und wurde dort vom HErrn in die Hölle geschickt – es handelt sich also letztlich um eine Höllenfahrt. Denn dann und nur dann könnte das lyrische Ich das Reich der ungetauften Kinder durchqueren, die ja gemäß katholischem Magieverständnis weder erlöst noch verdammt werden können, weil halt das Taufritual fehlt, und die sich deswegen zwangsweise in einem Zwischenreich aufhalten müssen wie z. B. dem Wolkenmeer. zurück
Reimschema ändert sich (aabaab), auch das Metrum liefert Neues: 2x zweihebig; in der vorletzten Zeile nervt der Daktylus, denn verzichtete man auf den Artikel vor Lidern, wäre alles im Rahmen. Selbst solch leicht zu behebenden Fehler werden nicht bemerkt.
Erst wird das lyrische Ich seine Adern los, jetzt pennen – weil blutmäßig unterversorgt – seine Lider und merken deshalb nicht, dass sich zwischen (sic!) ihnen die Tränen die Füße wund laufen, weil sie nicht raus können! Wenn das mal nicht zum Weinen ist … zurück
Es wird extrem – und ziemlich kalt. Das Yukon Territorium liegt hoch im Norden Kanadas, grenzt an Alaska. Im Winter sinkt dort das Thermometer auf bis zu minus 40 Grad. Von Kanadas Hauptstadt Ottawa aus wird Wolfgang Tischer im Februar an den Ort reisen, an dem im Jahre 1897 der bekannteste Goldrausch der Geschichte ausbrach. Einer, der damals dem »Lockruf des Goldes« folgte, war der Schriftsteller Jack London.
Im Video stellt Wolfgang Tischer Jack Londons Roman »Der Ruf der Wildnis« vor, die brutale Geschichte eines Hundelebens.
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