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Rakuten statt Telekom: Was wird aus den Tolino-Geräten und der Self-Publishing-Plattform? [Update]

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Wird der Tolino zum Kobo? (Fotomontage)
Ungewiss: Wird der Tolino zum Kobo? (Fotomontage)

Zum Jahresanfang 2017 hat die Telekom ihren Ausstieg aus der sogenannten Tolino-Allianz verkündet. Zusammen mit den großen deutschen Buchhandelsketten hat die Telekom hierzulande mit den Tolino-Geräten eine ebenbürtige Konkurrenz zu Amazons Kindle-Welt aufgebaut. Die Telekom war für die Hard- und Software der Geräte verantwortlich.

Neuer Technologiepartner der Buchhändler wird der japanische Rakuten-Konzern. Der hat jedoch hierzulande bereits die wenig bekannten Kobo-Reader im Portfolio. Stehen die Tolino-Reader damit in Deutschland vor dem Aus?

Update: Das Kartellamt hat der Übernahme am 20.01.2017 zugestimmt (siehe Nachtrag).

Textkritik: Gedankenspiel aus einer zufälligen Berührung

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und alles was ich an dir fände
bleibt ein unerwünschtes rempeln
in der menge
und wenn ich dich küsste
(ich wüsste schon wohin)
wenn ich dich liebte
es bleibt auch nur beim »wenn«

© 2016 by Sorytoc Residence. Unerlaubte Vervielfältigung oder Weitergabe - gleich welcher Art - verboten.

Zusammenfassende Bewertung

Feines Gedankenspiel, das sich aus einer zufälligen Berührung entwickeln könnte.

Die Kritik im Einzelnen

Das und zu Beginn weist darauf hin, dass davor schon etwas geschehen sein muss, denn das lyrische Ich wendet sich an eine andere Person, mit der es sich bereits duzt. Und es bringt einen Einwand vor, was im Irrealis fände deutlich wird. zurück

Das war also der Anlass: In einer Menschenmenge haben sich zwei Personen (versehentlich? Oder absichtlich?) angerempelt. zurück

Das Spiel geht weiter: Das lyrische Ich erwägt eine intimere Kontaktaufnahme als das Anrempeln, es stellt sich vor, die andere Person zu küssen! Das heißt, die andere Person hatte das lyrische Ich schon beeindruckt! zurück

Das Küssen wird jetzt sehr konkret in der Vorstellung vom lyrischen Ich, aber es behält die Details für sich, denn das geht niemanden etwas an, vor allem nicht die betreffende Person! zurück

Das lyrische Ich weicht wieder zurück, bändigt seine Fantasie: Es darf die andere Person nur küssen, wenn (oder falls?) es die andere Person lieben würde. Offen bleibt, ob es die andere Person bereits liebt (die berüchtigte Liebe auf den ersten Blick) oder sich dagegen wehrt. zurück

Der schöne Augenblick ist vorüber, die Begegnung ist vorbei, die Fantasie ist ins Leere gelaufen, denn es bleibt beim »wenn«. zurück

Die besten Wünsche für 2017 mit unserem Jahresrückblick 2016!

Die besten Wünsche für 2017 mit unserem Jahresrückblick 2016!
Fotos: Birgit-Cathrin Duval, X-Verleih, Wolfgang Tischer

»Sie mögen sich die Köpfe spalten, (…) Doch nur zu Hause bleib’s beim alten«, steht schon im Faust. Und hätte es da draußen im Jahre 2016 nicht so viele Idioten gegeben, hätte alles so schön sein können. Noch besteht wenige Hoffnung, dass deren Zahl 2017 abnimmt.

Dennoch wünschen wir Ihnen ein gutes, gesundes, glückliches und friedvolles Jahr 2017 mit unserem traditionellen persönlichen literarischen Jahresrückblick auf 2016.

Hinter Büschen: Ältere Frauen, junge Männer – und was ist mit der NSA?

Feines Detail beim Buch von Zora del Buono …
Ein feines Detail am Buch von Zora del Buono zeigt sich erst, wenn man den Schutzumschlag entfernt …

Eine Frau will in die USA einreisen. Doch am Zielflughafen wird sie ohne Angabe von Gründen festgehalten, eingesperrt, verhört, menschenverachtend bis aufs Innerste durchsucht und schließlich sofort nach Europa zurückgeschickt.

Zora del Buono hätte einen verstörenden und grotesk-ironischen Roman zur NSA-Überwachung und über absurde politische Korrektheit schreiben können.

Doch leider verliebt sich ihre Protagonisten in einen wesentlich jüngeren Studenten.

Self-Publishing-Seminar am 11. Januar 2017 in Stuttgart

Gebäude der MFG Baden-Württemberg in Stuttgart (Foto: MFG)
Gebäude der MFG Baden-Württemberg in Stuttgart (Foto: MFG)

Texte lassen sich auch ohne Verlag schnell und einfach als E-Book veröffentlichen. Viele Einzelautoren sind erfolgreiche Self-Publisher geworden – einige sogar reich. Doch auch für Fach- und Sachbuchautoren und für Blogger können Veröffentlichungen in Eigenregie interessant sein.

Self-Publishing-Experte Wolfgang Tischer zeigt in seinem vielgelobten Seminar, wie Sie Ihre eigenen Romane und Sachbücher erfolgreich veröffentlichen. Diesmal findet es am 11. Januar 2017 bei der bei der MFG Medien- und Filmgesellschaft in Stuttgart statt.

Lesebuch-Kritik: Bücherkuscheln mit der Flow-Frau

Das Flow-Lesebuch

Wenn die moderne intelligente Frau abends gestresst nach der Arbeit und dem Einkauf im Bio-Supermarkt nach Hause gekommen ist, wenn die Reste des veganen Essens im Kühlschrank verstaut sind, dann kuschelt sie sich aufs Sofa und träumt von einem achtsamen Leben. Die Zeitschrift »Flow« hilft ihr dabei. Denn die Flow ist für »Paperlovers« gemacht. Ein raffiniert platzierter Anglizismus, den man nicht gendern muss, denn irgendwann ist auch mal gut damit und die Welt ist trotzdem schön.

Als Paperloverin (geht doch!) liest die Flow-Frau natürlich auch Bücher. »Bücher entspannen, verzaubern und inspirieren uns, aber sie können noch viel mehr«, offenbart uns das neue Sonderheft, das »Flow Lesebuch«, das »BÜCHER SPEZIAL« am Bahnhofskiosk.

Das Literarische Quartett: Der Club der Tote-Dichter-Kritiker

Volker Weidermann (links) und Axel Hacke (Foto: ZDF)
Volker Weidermann (links) und Axel Hacke (Foto: ZDF)
Das vorweihnachtliche literarische Quartett wirkte zum ersten Mal richtig harmonisch, und das, obwohl man über die vorgestellten Bücher nicht immer einer Meinung war. Lag es an der Adventszeit? Nur einer fiel wieder mal auf – wieder mal positiv.

Karg und gewaltig: Weißes Meer von Roy Jacobsen

Roy Jacobsen: Weißes Meer

Literatur aus Norwegen steht im Ruf, karg und melancholisch zu sein. Der Roman »Weißes Meer« von Roy Jacobsen bestätigt dieses Vorurteil auf wunderbare Weise und zählt zu den stärksten Büchern des Jahres 2016.

Wegen Trump: Stephen King will weniger schreiben

Stephen King sehen - und sterben 3
Stephen King (Foto: Wolfgang Tischer)

Es sei die ekelhafteste Wahl, seit er denken könne, schreibt US-Autor Stephen King als klar wurde, dass Donald Trump der nächste US-Präsident werden wird. Bereits zuvor hat King auf Twitter und Facebook sehr deutlich gegen Trump Stellung bezogen.

Aus Protest schweigt King nun auf Twitter und Facebook und wird dort bis auf Weiteres erst mal nichts mehr schreiben. »Keine Buchtipps, Politik oder witzige Hundebilder in naher Zukunft. Ich mache dicht.«

Ein Feuer machen: Eine Reise zu Jack London in den Yukon

literaturcafe.de-Herausgeber Wolfgang Tischer ist bei -30 Grad selbst in den Yukon gereist
literaturcafe.de-Herausgeber Wolfgang Tischer ist bei -30 Grad selbst in den Yukon gereist

Mit der Propellermaschine, dem Auto und per Hundeschlitten: Bei minus 40 Grad reiste Wolfgang Tischer in den Norden Kanadas, auf den Spuren des Schriftstellers Jack London.

Zum 100. Todestag von Jack London ist nun eine der bewegendsten Erzählungen von Jack London in einer Neuübersetzung erhältlich: »Ein Feuer machen«.

Auf den Stuttgarter Buchwochen wird Wolfgang Tischer am 2. Dezember 2016 von seiner Reise berichten und »Ein Feuer machen« vorlesen. Die Geschichte eines erbarmungslosen Kampfes im Yukon – Mann gegen Natur.

Textkritik: Zu große Wörter, inzwischen völlig sinnentleert

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Als die Zeit stehen blieb
blühten Veilchen
Lerchensporn und Schlehen
Maiglöckchen am Winterhang

Die Dämmerung wollte nicht weichen
endlos streifte
dasselbe Wasser
dasselbe Ufer

Als die Zeit stehen blieb
jagte ein Hund seinen Schweif
Menschen jagten Menschen
zu den Waffen
und ein Klerus legte sich in Eisen
schillernd, im Kristall des Spiegels

Als die Zeit stehen blieb
zog ich aus
die Raben zu suchen und die Eulen
Wölfe auf ihrem Beutezug zu begleiten

Dem Nachklang eines Kinderlachens
entgegenzulaufen

© 2016 by Christof Wieland. Unerlaubte Vervielfältigung oder Weitergabe - gleich welcher Art - verboten.

Zusammenfassende Bewertung

Das Gedicht stimmt einfach nicht, denn die Zeit ist nicht stehen geblieben, wie behauptet wird. Da wären ein ganz anderer Titel nötig mit entsprechenden Strophen-Anfängen und geändertem Inhalt.

Die Kritik im Einzelnen

Tja, das ist so eine Krux mit der Zeit: Bliebe die Zeit tatsächlich stehen (wie in diesem Gedicht Strophe für Strophe wiederholt wird), dann könnte nichts von dem geschehen, was da geschildert wird, denn Zeit ist definiert als Bewegung im Raum, und bleibt die Zeit stehen, gibt es eben keine Bewegung im Raum mehr. Hier treffen wir auf das alte Problem der zu großen Wörter, die inzwischen völlig sinnentleert sind, aber herrlich kitschen, so wie Ewigkeit oder All oder Unendlichkeit oder etwa die ganze Welt, die angeblich trauert, weil irgendein Spinner andere umbringt oder die aus dem Häuschen gerät, weil jemand ein Tor geschossen hat. zurück

Ein Klerus? Es kann nur einen geben, nämlich DEN Klerus, also die komplett versammelte katholische Geistlichkeit. Diese soll sich also in Eisen legen, und zwar schillernd im Kristall des Spiegels? Welcher Spiegel denn? Rätsel über Rätsel … zurück

Warum will das Lyrische Ich Raben suchen – die sind doch überall? Und Eulen sind nachtaktiv, im Gegensatz zu den Raben. Oder sind hier Raben als Aasfresser und Eulen als Symbol für Weisheit gemeint? Und wenn ja, warum? Ach ja, dann noch die Wölfe, die das lyrische Ich auf deren Beutezug begleiten will: Haben die das Kind erbeutet, das kurz davor noch gelacht hat? Das ist alles höchst seltsam … zurück

Martin Eden von Jack London: Ich will Schriftsteller werden! – 6 Video-Besprechungen

Wolfgang Tischer bespricht Martin Eden von Jack Lodon

Martin Eden ist verliebt. Doch hat er Chancen bei Ruth? Schließlich ist er ein ungebildeter Arbeiter und Seefahrer, und sie stammt aus besseren Kreisen. Doch Martin will es sich, ihr und der Welt beweisen, dass er zu Höherem berufen ist. Er will Schriftsteller werden! Er will Ruhm! Er will Reichtum!

»Martin Eden« gilt als Schlüsselroman zum Leben des amerikanischen Schriftstellers Jack London. Zum 100. Todestag ist er jetzt in einer Neuübersetzung erschienen.

Wie liest sich London? Sechs Leserinnen und Leser erzählen es per Video.

Anmelden zum Self-Publishing-Seminar in Südtirol

Panorama von Brixen (Foto: Wikipedia, CC BY-SA 3.0)
Panorama von Brixen (Foto: Wikipedia, CC BY-SA 3.0)

Braucht es heute noch einen Verlag? In einem zweitägigen Seminar zeigt Wolfgang Tischer die Möglichkeiten und Grenzen des Selbstpublizierens auf. Das Self-Publishing- und E-Book-Seminar findet am 25. und 26. November 2016 in Brixen in Südtirol statt. Die Anmeldung ist ab sofort möglich.

Montségur Akademie: Warum noch eine Schreibausbildung, Herr Wilhelm?

Andreas Wilhelm - Romanautor und Gründer der Montségur Akademie (Foto: privat)
Andreas Wilhelm – Romanautor und Gründer der Montségur Akademie (Foto: privat)

Seit Jahren ist das Montségur Autorenforum die erste Anlaufstelle für Autorinnen und Autoren im Netz. Hier tauscht man sich zu allen Aspekten des Autorendaseins aus.

Nun hat Betreiber Andreas Wilhelm die »Montségur Akademie« ins Leben gerufen, eine intensive zweijährige Schreibausbildung mit hohem Anspruch. Ein Platz wird zudem als Stipendium vom Förderkreis der Autorinnen und Autoren in Baden-Württemberg vergeben.

Ein Gespräch mit Andreas Wilhelm.

Widerfahrnis von Bodo Kirchhoff: Mit der Verve betulicher Altherrenerotik

Widerfahrnis von Bodo Kirchhof

Bodo Kirchhoffs Roman ist auf den ersten Blick sicherlich eine positive Überraschung, weil die Sprache ungewöhnlich ist. Auf den zweiten Blick aber wird genau diese ungewöhnliche Sprache, die ein Aneinanderreihen von Stakkato und bruchstückhaften Einschüben darstellt, langweilig.