
Erleichterung. Nachdem sich der Rat für deutsche Rechtschreibung gegen die Getrenntschreibung ausgesprochen hat, schreibt man in Deutschland endlich wieder zusammen.

Erleichterung. Nachdem sich der Rat für deutsche Rechtschreibung gegen die Getrenntschreibung ausgesprochen hat, schreibt man in Deutschland endlich wieder zusammen.
freundin, der Fischer Taschenbuch Verlag, Hugendubel und das Krimifestival München vergeben den Agatha-Christie-Krimipreis 2006 und suchen den besten deutschsprachigen Krimiautor. Ihre Chance: Gewinnen Sie den Agatha-Christie-Krimipreis 2006. Eine hochkarätige Jury sucht die beste und spannendste Krimi-Kurzgeschichte zum Thema „Gefährliche Gefühle“. Ob tödliche Liebe, perfide Rache oder rasende Eifersucht – Ihre Story sollte maximal 10 Manuskriptseiten (je 30 Zeilen á 60 Anschläge) lang sein und darf noch nicht veröffentlicht sein. Alle weiteren Infos gibt es auf der Website der Fischer Verlage.
Frauen verkaufen mehr Bücher. Frauen kaufen mehr Bücher. Frauen lesen mehr Bücher. Und wenn man manchen Literaturkritikern glauben darf, sind die Hoffnungsträger der deutschen Literatur ausschließlich weiblich. Und was haben sie davon, die Frauen? Alles mögliche. Nur allzu wenige Literaturpreise. Kaum ein Zehntel der Literaturnobelpreisträger ist weiblich. Weiterlesen im Artikel von Elmar Krekeler, Die Welt, 9.06.2005. [via Litartworld]
Liebe Medien, Presseabteilungen und PR-Verantwortliche,
die folgenden Formulierungen wollen wir demnächst nicht mehr hören oder lesen. Wir bitten freundlichst, darauf zu verzichten.
Herzlichen Dank für Ihr Entgegenkommen!

Ups! Folgende Fehlermeldung zierte gerade unseren Bildschirm. Sprachlich und wahrscheinlich auch politisch alles andere als korrekt.
Die Wolken hingen tief im Tal. Warum hängen Wolken eigentlich manchmal tiefer als sonst? Wollen sie uns den Weg zu den Sternen versperren? Er hob seinen Arm, erreichte aber keine Wolke, um sie zu fragen. Wie fragt man denn Wolken eigentlich? Natürlich, man muss erst in den Himmel, um sie fragen zu können. Doch wie dort hochkommen? Er sprang hoch und fiel hart auf die Erde zurück. Er war ganz nah dran gewesen. Nur noch ein Stück. Er versuchte es noch einmal. Doch er verirrt sich in den Wolken und stieß gegen etwas. Was das wohl war?
Er hielt sich seinen Kopf. Aber ihm tat nichts weh. Er sah erneut hinauf in den Himmel, aber da war nichts. Nur die Wolken, die tief hingen in der Dunkelheit. Woran hatte er sich gestoßen? Er sah hinauf, sah aber nichts als die Wolken. Weiß waren sie. Wie konnten Wolken in der Dunkelheit weiß sein? Er musste sie fragen. Aber um sie zu fragen, musste er hinauf. Hoch in den Himmel. Er hielt den Blick oben. Aber er fand den Himmel nicht. Wo war er hin? Er musste ihn suchen. Eine Welt ohne Himmel war keine Welt für ihn. Er musste ihn im Blick haben. Den Himmel mit den Wolken. Er musste sie fragen. Auch nach den Sternen. Er musste sie finden. Die Wolken. Wo sie wohl waren? Er sah unter sich, doch die Erde stand nicht fest. Sie wackelte und er drohte zu fallen. Er fiel lang und weit. Es schien sehr tief zu gehen. Sehr tief. Als er aufkam, spürte er immer noch keinen Schmerz. Er musste in den Himmel gefallen sein. Kann man nach oben fallen? Und wo waren nun die Wolken. Er sah hinauf. Die Wolken hingen tief. Warum hingen die Wolken bloß so tief? So tief hingen die Wolken. Warum bloß? Egal, er nahm noch ein Bier.
Ein surrealistischer Versuch, ansatzweise gelungen.
Dieser Fünfzehnjährige will es zu genau machen – dadurch schleichen sich Fehler und Ermüdungserscheinungen beim Leser ein.
Diese Ortsangabe spielt im weiteren Text keine Rolle mehr: also weg damit! zurück
Wenn man jemanden fragen will: Wozu sollte man dann den Arm heben? Wieso spricht man die Wolke nicht einfach an: »He, alter Wattebausch, hätte da mal ne Frage …«? Würde er aber um Wolkes Aufmerksamkeit heischen, wäre ein Armheben, verbunden mit spitzen Schreien, heftigem Wedeln und Hüpfern, wesentlich wirkungsvoller. Keinesfalls genügt ein Armheben, sei es auch, um jemanden anzustupsen oder gar festzuhalten: mit fragen hat das nichts zu tun. zurück
Auf dieses denn kann verzichtet werden, ohne dass dem Sätzlein Wesentliches fehlte. zurück
Wissen wir: weil er fragen will, muss er hochspringen, muss nicht wiederholt werden: weg mit der Infinitivkonstruktion! zurück
Schon wieder springt er hoch, das wird jetzt zum dritten Male dem Leser ins Auge gedrückt: weg damit, denn warum sollte er plötzlich weit springen? zurück
Wie kann man sich beim Hochsprung verirren? Man will im Stadion über eine Hochsprunglatte hüpfen und landet überraschend im Kino? Glaub ich kein Wort von: hinfort mit dieser geistigen Verirrung! Es genügt vollständig, wenn der Protagonist gegen etwas stößt, das ist überraschend genug! zurück
Die Frage kommt später erneut, sollte hier unbedingt gestrichen werden, sonst wird das zu penetrant mit der Fragerei! zurück
Um den Zusammenhang nicht zu zerstören – was dem Protagonisten selbst unterlaufen ist, denn er hat prompt vergessen, dass er bereits am Hochschauen war -, würde ich diese Frage unmittelbar nach Aber ihm tat nichts weh anschließen. zurück
Wie oft kann man zusätzlich nach oben schauen, wenn man es bereits tut??? Dass er nur die Wolken sieht, ist ebenfalls gerade erst gesagt worden – also: den ganzen Satz streichen! zurück
Wieso sind denn plötzlich die Wolken verschwunden – er sieht sie doch gerade, er schaut doch nach oben? Streichen, diesen ganzen Komplex streichen! zurück
Erstens: Man kann der längelang hinfallen, aber man kann nicht lang fallen, allenfalls lange. Zweitens: Man kann nicht weit fallen – das merkt der Protagonist auch, denn bereits im nächsten Satz fällt er korrekterweise tief – also weg mit weit. Drittens: Er drohte zu fallen hieß es, der Übergang zu tatsächliche Fallen fehlt, ließe sich aber leicht herstellen, wenn der Anschluss lautete: … und er drohte zu fallen. Er fiel. Lange. Das Lange habe ich durch Punkt getrennt, um den Zeitverlauf zwischen drohte zu fallen, dem Fallen und der Feststellung, dass das Fallen dauert, zu betonen. zurück
Seltsam, warum ausgerechnet jetzt die Kopfschmerzen beginnen sollten, denn jetzt müsste er logischerweise einen anderen Schmerz spüren, da es ein anderer Aufprall gewesen wäre, wenn es denn überhaupt einer war: Er prallte nicht auf, sondern kam auf – das ist geradezu sanft! Dieses Rätsel mag ich nicht lösen, plädiere aber für ein wieder statt dem immer noch. zurück
Die letzten drei Sätze würde ich gnadenlos streichen: Die Wiederholungen ermüden zusehends, und am Ende folgt diese Pseudo-Auflösung, mit der der Protagonist beweisen will, dass diese Erzählung doch einen Sinn hat und nicht bloß so dahingeschrieben ist. Als Leser gehe ich davon aus, dass sich ein Schriftsteller Gedanken macht, bevor er etwas schreibt – aber als Leser möchte ich mir meine eigenen Gedanken machen darüber, was in dem Text eigentlich los ist. Wenn ein Leser diese Chance nicht bekommt, taugt der Text nichts.
Das Ergebnis nach Einarbeitung meiner Kritik sähe im Zusammenhang folgendermaßen aus:
Die Wolken hingen tief. Warum hängen Wolken eigentlich manchmal tiefer als sonst? Wollen sie uns den Weg zu den Sternen versperren? Er hob seinen Arm, erreichte aber keine Wolke. Wie fragt man Wolken eigentlich? Natürlich, man muss erst in den Himmel. Doch wie dort hochkommen? Er sprang und fiel hart auf die Erde zurück. Er war ganz nah dran gewesen. Nur noch ein Stück. Er versuchte es noch einmal. Doch er stieß gegen etwas.
Er hielt sich seinen Kopf. Aber ihm tat nichts weh. Woran hatte er sich gestoßen? Er sah erneut hinauf in den Himmel, aber da war nichts. Nur die Wolken, die tief hingen in der Dunkelheit. Weiß waren sie. Wie konnten Wolken in der Dunkelheit weiß sein? Er musste sie fragen. Aber um sie zu fragen, musste er hinauf. Hoch in den Himmel. Er hielt den Blick oben. Aber er fand den Himmel nicht. Wo war er hin? Er musste ihn suchen. Eine Welt ohne Himmel war keine Welt für ihn. Er musste ihn im Blick haben. Den Himmel mit den Wolken. Er musste sie fragen. Auch nach den Sternen. Er musste sie finden. Er sah unter sich, doch die Erde stand nicht fest. Sie wackelte und er drohte zu fallen. Er fiel. Lange. Es schien sehr tief zu gehen. Sehr tief. Als er aufkam, spürte er wieder keinen Schmerz. Er musste in den Himmel gefallen sein. Kann man nach oben fallen? Und wo waren nun die Wolken? Er sah hinauf. Die Wolken hingen tief. Warum hingen die Wolken bloß so tief? zurück
Neulich haben wir noch gelästert, dass bald wieder der mediale Harry-Potter-Wirbel losgehen wird und wir sicherlich – wie bei Band 5 – Geschichten lesen werden, wie die, dass ein Lastwagen mit Potter-Büchern ausgeraubt wurde, da geht es heute auch schon mit Band 6 los: Mehrere Exemplare des noch unveröffentlichten neuen „Harry Potter“-Romans sind gestohlen und der britischen Zeitung „The Sun“ angeboten worden. Nach Angaben der Polizei und der Zeitung vom Samstag wurden zwei Männer bei der „Übergabe“ festgenommen. So schreibt es der Standard. Es fielen sogar Schüsse: Im Verlauf der „Verkaufsverhandlungen“ wurde der Reporter dann mit einem Revolver bedroht, wobei nach den Angaben ein Schuss in die Decke abgegeben wurde. Besser kann der Medienrummel ja nun wirklich nicht beginnen.
Warum im Frühjahr/Sommer 2005 so viele Zeitungen, Zeitschriften und Online-Medien wieder von einem angeblichen eBook-Trend schreiben
Derzeit gibt es auffallend viele Zeitungs– und Online-Artikel, die verkünden, dass elektronische Bücher voll im Trend lägen. Diese Behauptung liest man seit Jahren regelmäßig. De facto hat sich in der eBook-Welt jedoch in den letzten Monaten und Jahren wenig Neues getan. Im Gegenteil: Der Trend ist eher vorbei. Große Marketingaktivitäten der Branche wie den World-eBook-Award gibt es schon lange nicht mehr. Die eBook-Angebote vieler Online-Händler sind verschwunden oder man muss lange danach suchen (wie z.B. bei Amazon). Die Firma Gemstar, die seinerzeit Lesegeräte ausschließlich für eBooks auf den Markt brachte, hat das eBook-Geschäft mangels Nachfrage und Umsätze im Jahre 2003 eingestellt.
Warum verkünden dann derzeit aber viele Medien, dass eBooks im Trend seien?
Der Duftende Doppelpunkt macht darauf aufmerksam, dass es in der Wikipedia auch eine Übersicht über Literaturpreise in Deutschland und weltweit gibt.
Zum fünften Mal organisieren der «KulturSalon» in Düsseldorf und der Kölner «KunstSalon» das Literaturprojekt mit privaten Gastgebern in den beiden Städten am Rhein. [via Aachener Zeitung (im Bereich Sport!)]
Das ist doch mal ein Schreibwettbewerb der anderen Art, bei dem man seine eigene Geschichte gewinnen kann. Klingt merkwürdig? In der Tat, aber die Zeitschrift denise macht es möglich.
1. Preis: Dein eigener denise-Roman
Aus deiner Story macht unsere Autorin einen richtigen Roman, der in der denise Reihe veröffentlicht wird! Natürlich wirst du ebenfalls als Autorin genannt, und dein Name steht auf der denise Titelseite.
[via Buchblogger]
Die Nominierungen für den Grimme-Online-Award 2005 wurden heute bekannt gegeben. Der Preis zählt zu den renommiertesten deutschen Online-Auszeichungen, auch wenn er im letzten Jahr etwas zur Stars- und Sternchen-Beweihräucherung verkommen ist, wie dies bei anderen Online-Preisen großer Medienkonzerne schon seit längerem üblich ist.
Traditionell dominieren unter den Nominierten auch in diesem Jahr die Angebote öffentlich-rechtlicher Sender, sodass man fast den Eindruck haben könnte, der Grimme-Online-Award muss zur Rechtfertigung von dort eingesetzten Gebührengeldern herhalten. Schließlich sind ab 2007 auch für PCs mit Internet-Anschluss Rundfunkgebühren zu zahlen.
Neben bekannten und hochwertigen Nominierten wie dem BILDblog in der Kategorie Information und der deutschen Ausgabe des Online-Lexikons Wikipedia im Bereich Wissen und Bildung, scheint insbesondere in der Kategorie Kultur und Unterhaltung ohne Ton und Bild nichts mehr zu gehen. Neben multimedialen Websites zu Fernsehserien und Filmen (wie waaahnsinnig originell!), finden sich dort aber zum Glück auch interessante alternative Originalproduktionen.
In dieser Rubik sind zudem zwei Literatur-Websites nominiert, die beide vertonte (logisch!) Literatur anbieten. Dies ist zum einen das Angebot lyrikline.org, bei dem man Gedichte in der Originalsprache anhören und lesen kann (aber leider nicht herunterladen) und die Website vorleser.net. Letztere hat sich mittlerweile zu dem Downloadportal für kostenlose Hörbücher entwickelt. Nach Angaben der Betreiber beträgt das monatliche Downloadvolumen zwischenzeitlich ein Terabyte, was täglich bis zu 1.000 Stunden heruntergeladener Hörbücher entspricht. Ein Angebot, das ohne Sponsoren undenkbar wäre.
Schade nur, dass solche lobenswerten Angebote von den künftigen Web-Zwangsabgaben nicht profitieren werden.
Wer heute am 25. Mai das Haus verlässt, sollte nicht vergessen, ein Handtuch über die Schulter zu werfen, denn der 25. Mai ist der Tag des Handtuchs (Towel Day).
In der Wikipedia ist darüber zu lesen: Der Towel Day (der Handtuch-Tag) ist ein Gedenktag für den Autor Douglas Adams, der am 11. Mai 2001 verstarb. Der Towel Day findet jedes Jahr am 25. Mai statt.
An diesem Tag tragen seine Fans den Tag über ein Handtuch mit sich herum. Dies ist eine Reminiszenz an das Buch Per Anhalter durch die Galaxis, in der Handtücher vom Autor als ungemein praktische Dinge beschrieben werden, die so ziemlich das nützlichste sind, was man bei Reisen durch das Universum mit sich führen kann.
Bei der Auswahl des Termins spielte kein besonderes historisches Datum eine Rolle. Vielmehr war er ein Kompromiss aus dem Wunsch, möglichst bald nach seinem Tod diesen Gedenktag zu begehen und der Notwendigkeit, genügend Vorlaufzeit zu haben, um die Nachricht um die Welt zu bekommen. Interessanter Nebeneffekt: Es ist der letzte Tag eines Jahres, bei dem der Tag genau der Monat zum Quadrat ist (25.5.: 52 = 25). Der 25. Mai hat sich seitdem als Gedenktag etabliert.
Weitere Infos und Bilder aus den letzten Jahren gibt’s auf der Towel Day Homepage.
Die Berliner Morgenpost über das zehnjährige Firmenjubiläum der Literaturagentur Graf & Graf im Mai 2005:
Etwa 120 Autoren werden heute von der Agentur Graf & Graf betreut, man arbeitet mit 50 bis 60 Verlagen zusammen, und von 100 Projekten führen 95 zum Erfolg, also zum fertigen Buch. Das ist eine erstaunliche Bilanz. Wer nun allerdings meint, einfach seine Texte dort abgeben zu können und prompt berühmt zu werden, sei gewarnt: Unaufgefordert eingesandte Manuskripte haben keine Chance. Da bedarf es schon einer Empfehlung oder der Entdeckung. Ansonsten werden im wesentlichen die Hausautoren gepflegt. Auch literarischer Ruhm, so scheint es, ist in nicht unerheblichem Maße das Ergebnis solider Bodenarbeit.
[via LITERATURWORLD Weblog]
Eine wahre und lesenswerte Geschichte findet sich im Tagesspiegel. Die Tochter der unlängst verstorbenen Maria Schell berichtet von der Treibjagd der Boulevardpresse: Der Gang nach der Messe war der schwerste. Ich war die Erste, die hinter dem Sarg gehen sollte. Ich versuchte, würdevoll zu schreiten, wohl wissend, dass hinter dem Tor die Journalisten lauerten. Ich ließ es geschehen, bog um die Ecke und hoffte auf Ruhe. Aber weit gefehlt: 25 Journalisten und zwei Kamerateams hatten sich jenseits der Friedhofsmauer auf einem provisorischen Gerüst postiert fünf Meter von meiner Nase entfernt. Ich fühlte mich nackt bis auf die Seele. Als der Sarg in die Erde gelassen werden sollte, ging ein Blitzlichtgewitter los, meine Nerven waren am Ende, und ich bat flehentlich darum, wenigstens für wenige Minuten mit dem Knipsen aufzuhören.
Eine Geschichte, die vielleicht diejenigen etwas nachdenklich macht, die ab und zu mal die Bildzeitung so zum Spaß kaufen, weil da so witzige Dinge drinstehen.