Startseite Website Seite 136

Willms‘ Woche: Kleines Thomas-Mann-Quiz

Er war nicht nur Nobelpreisträger, sondern hat mit »Die Buddenbrooks« und »Der Zauberberg« einige der bekanntesten deutschen Werke verfasst.

Anlässlich des 133. Geburtstages von Thomas Mann am 6. Juni 2008 haben diese Woche alle Fans des Schriftstellers die Gelegenheit, ihr Wissen bei einem kleinen Quiz unter Beweis zu stellen. Unter allen Teilnehmern, die uns die richtigen Antworten nennen können, verlosen wir drei Pakete mit literaturcafe.de-Tasse und einem Überraschungsbuch. Nachtrag: Einsendeschluss war der 7. Juni 2008, 18 Uhr.

Insgesamt müssen Sie die folgenden sechs Fragen beantworten.

Aufbau Verlag meldet Insolvenz an – aber doch ganz anders

Bücher des Aufbau VerlagsMeldungen, dass der Aufbau Verlag kurz vor der Insolvenz stehe, Insolvenz angemeldet habe oder insolvent sei, beachtet man fast gar nicht mehr. Dass es dem Verlag finanziell nicht gut geht, ist schließlich keine Neuigkeit mehr. Zuletzt ging das Gerücht vom Aufbau-Ende vor fast einem Jahr durch die Presse, als der Spiegel in seiner Ausgabe vom 2. Juli 2007 titelte: »Aufbau baut ab«.

Und heute nun tatsächlich eine Pressemeldung des Verlags mit dem Titel »Aufbau Verlag meldet Insolvenz an«. Also muss es stimmen. Verständlich, knapp und klar legt uns die Meldung die Sachverhalte dar:

Der bisherige Verleger der Aufbau Verlagsgruppe Bernd F. Lunkewitz hat heute im Namen des Verlages eine dpa-Meldung über die Insolvenz der Verlagsgruppe veranlasst. Die Geschäftsführung stellt anlässlich dieser nicht abgestimmten Meldung am heutigen Freitag einen Insolvenzantrag, da der Verleger damit deutlich gemacht hat, zu seinen Zusagen über eine Freistellung des Verlages von den Ansprüchen gegen die Treuhand sowie über die Finanzierung des Verlages nicht stehen zu wollen.

Die zwei Sätze klingen nach Juristen und nicht nach Literaten. Denn als Unbeteiligter versteht man nichts.

Folge 42: Pfarrer Menzel beschließt

Eines Morgens beschloss Pfarrer Menzel noch vor dem Frühstück für den so überraschend nun doch auch wieder nichtigen Fall eines plötzlich z.B. missionarsmäßig sich notwendig erweisenden Auslandsaufenthaltes sich eine Fremdsprache anzueignen. Die Entscheidung aber zwischen Mchedruli, Lallans, Bihari, Maurodarb, Wendagisch, Sargassisch, Ubychisch, Solonisch oder etwa Kumükisch, ja Kyp-tschakisch gar, geschweige denn Telugu oder Belgisch, war schlechterdings nicht zu fällen. Aufsprang da aber Pfarrer Menzel einer plötzlichen Eingebung folgend und fand in den Regalen der Gemeindebücherei versteckt das Universal-Sprachenlehrbuch seines bereits verstorbenen Amtsbruders Pfarrer Schleyer: »Söls palestimöl elilädob in gased zifa olsik das nedols konodelü sevöl pläbukamau flentänapuki.« Genau das war es! Die nach diesem Rezept angefertigten Ölknödel waren allerdings eine bitterherbe Enttäuschung.

Wolfgang Tischer liest »Der Spieler« von F. M. Dostojewskij in Karlsruhe

0

Der Spieler von F. M. DostojewskijDer Inhaber und Herausgeber des literaturcafe.de, Wolfgang Tischer, liest am kommenden Samstag (31.05.2008) aus dem Roman »Der Spieler« von F. M. Dostojewskij. Die Lesung findet statt anlässlich der »Nacht des Glücks« im Badischen Landesmuseum, Karlsruhe.

Von 19 bis 1 Uhr kann man zudem die Glücksspiele Roulette, Black Jack und Poker ausprobieren, denn das Museum im Karlsruher Schloss verwandelt sich in dieser Nacht in einen Spielsalon, in dem die Spiele von Croupiers aus Baden-Baden erklärt werden. Zusätzlich gibt es Sonderführungen durch die Ausstellung »Volles Risiko«, die sich mit dem Glücksspiel von der Antike bis heute beschäftigt.

Dostojewskijs Werk über den tragischen Niedergang eines Spielsüchtigen wird in insgesamt 4 Abschnitten zu jeder vollen Stunde gelesen. Der erste Teil beginnt um 20 Uhr. Was in dieser »Nacht des Glücks« noch geboten ist, kann auf der Website des Badischen Landesmuseums nachgelesen werden.

Und wer am Samstag sein Glück nicht in Karlsruhe finden möchte, der kann die spezielle Hörversion des Spieleres auch im literaturcafe.de als MP3-Dateien herunterladen.

Folge 41: Pfarrer Menzel hat Bedenken

Pfarrer Menzels Beichtvater hielt es wenn überhaupt für eine lässliche Sünde, Aschermittwochs glücklich sich zu fühlen, denn nur er, Pfarrer Menzel, wisse ja mit Sicherheit zu sagen, ob dieses Glücksgefühl Ursach finde in sündhaften Erinnerungen oder mithilfe von Sack und Asche entstehe, und deswegen könne er, der Beichtvater, da nichts auftragsgemäß vergeben, sondern ihn, Pfarrer Menzel, allenfalls in sein, des Beichtvaters, allabend- und -morgendliches Gebet, Abteilung Fürbitten, einschließen. Pfarrer Menzels Bedenken gegen dieses sein Glücksgefühl werden damit aber nicht ausgeräumt.

Textkritik: apex – Lyrik

0

Wohin die Stunden weichen
– ergeben keinen Sinn

Wenn Tag, dem Andren gleichen
in Nebel schmilzt,aus Stein dahin

Woran Minuten eichen;
dreht sich am Kern um Sinn
?

Im Hagel der Sekunden
– prallt schon, weit draußen hin
das klingt – was Trommeln gleichen –
nicht mehr, bis an uns in

hauchlos, strahl_ohne Wind
– wattiert

binn Zeit und Raum gekrümmt sind,
– taub, blind –
dreht ArmbandUhr,
mit mir, im wir
am Brennpunkt;

.. seiend Kind.

© 2008 by KOLLAPSiMPULS. Unerlaubte Vervielfältigung oder Weitergabe - gleich welcher Art - verboten.

Zusammenfassende Bewertung

Apex: Ist es der Sprengstoff Acetonperoxid? Die Zungenspitze? Die Zahnwurzelspitze? Wird hier gesprengt? Verkostet? Schmerzt etwas? Apex ist in jedem Fall ein komplexes, ein spannendes Gedicht, lässt viel Raum für Assoziationen, lädt ein zur Dekonstruktion – und tatsächlich gibt es viel zu entdecken! Einige Hinweise seien gegeben, die geneigte Leserin beiderlei Geschlechts möge selbst weiter suchen …

»Wer nicht denken will, fliegt raus [sich selbst]« soll Beuys 1977 Studenten in einer Vorlesung angedonnert haben, wurde mir mal anlässlich einer Ausstellung seiner Frühwerke erzählt (ich übernehme keine Gewähr für den Wahrheitsgehalt dieser Behauptung!). Daran musste ich zunächst denken, als mich dieses Gedicht anschaute. Wörter sind da, aber sie geben zunächst wenig Sinn: was z. B. ist binn zu Beginn des vorletzten Abschnittes? Binnenschifffahrt, binnen dreier Tagen, ich bin, binär … das gibt alles keinen so rechten Sinn.
Die Sprache allein gibt also wenig her, die Kombination mancher Wörter zunächst auch nicht (bis an uns in). Auffallend aber sind die Reimwörter: weichen – gleichen – eichen – gleichen; Sinn – dahin – Sinn – hin (wobei die identischen Reime in meiner Aufzählung mal an zweiter und vierter, mal an erster und dritter Position stehen); Wind – sind – blind – Kind (hierbei stehen die großgeschriebenen an Position 1 und 4, die kleinen an 2 und 3) : Wir finden hier eine ähnliche Struktur, die streng wechselt. Der 5zeiligen Abschnitt beginnt mit besagtem binn, was wiederum ein Reimwort der ersten Gruppe (Sinn) ist und somit eine Verbindung schafft zu dem vers-abschließenden Wind. Es wäre ein 5tes Reimwort der Sinngruppe und steht zu Beginn des 5zeiligen Abschnitts, unterbricht gleichzeitig die letzte Reimgruppe (es gibt übrigens keine weiteres :in-Wort im Text, das ins Stammbuch derer, die das alles für Zufall halten).
Die ersten vier Abschnitte beginnen mit einem Großbuchstaben, der erste und dritte mit einem Fragewort (Wohin – Woran); das dazugehörige Fragezeichen bekommt eine eigene Zeile am Ende des dritten Abschnittes. Der zweite Abschnitt enthält in der Mitte ein Leerzeichen zuviel, beide Zeilen beginnen vorne; im vierten Abschnitt wird ein Leerzeichen durch einen Unterstrich ersetzt, beide Zeilen beginnen zurückgesetzt; Abschnitt 4 und 6 sind analog gebaut, was die Einrückungen betrifft (wenn man die die binn-Zeile mal nicht berücksichtigt, was man wegen ihrer Besonderheit ruhig einmal tun kann!).
4 Zeilen beginnen mit einem Gedankenstrich
Die beiden Abschnitte mit ungerader Zeilenzahl (3 und 5) enthalten identische Wörter: dreht und am sowie die inhaltlich verwandten am Kern und am Brennpunkt. Die Abschnitte mit gerader Versanzahl haben zusammen genauso viele wie die beiden anderen: nämlich 8.
Wir haben die Folge Stunden – Tag – Minuten – Sekunden, die so nicht logisch ist: auch hier ist eine Struktur unterbrochen.
Weiter: Die letzte Zeile fällt in jeder Beziehung aus dem Rahmen: Sie steht allein, ist weiter entfernt vom Seitenrand als die normale Einrückung, hat als einzige ein Partizip, das einen aktiv andauernden Zustand bezeichnet: seiend (im Gegensatz zu dem passiven Zustand gekrümmt sind.) Es scheint eine Art Resümee, eine Schlussfolgerung zu sein, eine Flucht, eine Hoffnung: Kind sein und bleiben. In diesem Gedicht schafft Sprache eine eigene, eine andre Wirklichkeit; man könnte auch sagen, die Sprache zerbricht an der Wirklichkeit. Oder: Was ist eigentlich Wirklichkeit?

Die Kritik im Einzelnen

Hier ist die einzige Stelle, die mir nicht behagen will – aber das ist wohl eher ein persönliches Problem: Das Gedicht wird mir hier zu bombastisch, zu gewaltig und damit zu flach! Krümmung von Zeit und Raum ist ein physikalisch notwendiges Phänomen, gleichzeitig aber außerhalb unseres Vorstellungsvermögens und damit Verständnisses. Damit sollte sich ein Gedicht nicht befassen, sowenig wie mit der Unendlichkeit, dem All, dem Nichts und dergleichen Wort-Ungetümen. zurück

Maltes Meinung: Raum für Assoziationen

Maltes MeinungWas macht ein gutes Gedicht aus? Eine Frage, dich nicht einfach zu beantworten ist. Ist das auch eine Geschmackssache? In seiner heutigen Textkritik zeigt Malte Bremer, dass ein gutes Gedicht auf jeden Fall viel Freiraum lassen und dem Leser Assoziationsmöglichkeiten bieten sollte. Und die handwerkliche Ausführung muss stimmen.

Zur aktuellen Textkritik von Malte Bremer »

Folge 40: Pfarrer Menzel feiert

Es ist Pfarrer Menzel ein großes Bedürfnis und eine große Freude, am Fasnachts-Dienstag als Papst sich zu kostümieren und inmitten der einfachen Menschenbrüder deren harmlosen Freuden und Vergnügungen sich hinzugeben getreu dem allerdings eigentlich ja nicht ganz christlichen, aber trotzdem Motto »Hier bin ich Mensch, hier darf ich sein!«. Aschermittwochs darauf ist Pfarrer Menzel erfahrungsgemäß redlich erschöpft und ziemlich glücklich.

Literarischer Ausgleichssport: Unsere T-Shirts zur Fußball-EM

4

T-Shirt, Modell AusgleichssportIn wenigen Tage ist es wieder soweit, und für viele gibt es dann nur noch ein Thema. Doch egal, ob Sie Fußball und die Literatur lieben oder ob Sie Fußball hassen und die Literatur lieben: unsere T-Shirt-Kollektion ist für alle da. Da gibt es das Modell »Ausgleichssport« in der Variante mit deutschen Bündchen oder aber mit Schriftzug in den Nationalfarben. Ebenso das Modell »Literatur-Mannschaft« mit Bündchen und mit bunten Farben.

Wer jetzt bestellt, hat die T-Shirts rechtzeitig zur Eröffnungsfeier.

Und wer partout nix Schwarz-rot-Goldenes tragen will, der oder die erfreut sich vielleicht an unserer unparteiischen Kollektion »Literat« oder »Literatin« oder an unseren klassischen Modellen.

Folge 39: Pfarrer Menzel hat Geburtstag

Pfarrer Menzel hat sich schnell daran gewöhnt, statt mit seiner Haushälterin einmal jährlich mit seinem protestantischem Amtsbruder anlässlich dieses besonderen Festtages Fang-den-Hut zu spielen. Vor allem Pfarrer Menzel kann man dabei von Herzen lachen hören. Dies freut umso mehr, als Pfarrer Menzel seit dem Verlust des Vornamens ja des Namenstages entbehrt.

Willms‘ Woche: Hübsch hässlich habt ihr’s hier

Feierten wir in der letzten Woche noch den Geburtstag des Erfinders von Sherlock Holmes, so jährt sich nun am 29. Mai der Ehrentag des »Vaters« einer weiteren wichtigen Detektivfigur.

Vor fast 100 Jahren schuf Gilbert Keith Chesterton seinen Pater Braun, der dem deutschen Publikum vor allem durch die filmische Verkörperung durch Heinz Rühmann bekannt ist.

Zwar sind die deutschen Verfilmungen gegenüber der Buchvorlage deutlich »entschärft« und müssen mit weniger theologischem Inhalt auskommen, jedoch ist die Figur des neugierigen Geistlichen, der das Ermitteln in mysteriösen Mordfällen »einfach nicht lassen kann«, liebenswert schrullig.

Folge 38: Pfarrer Menzel mogelt

So weit Pfarrer Menzel zurückdenken kann, so lange löst er schon akribisch die Kreuzworträtsel im St. Konradsblatt. Gut und gern erinnert er sich an den Gewinn eines mit einem linken Fuß bunt angemalten Marienbildes, das ihn seither unablässig begleitet. In der letzten Ausgabe nun winkte als Preis eine Pilgerei quer durchs Straßburger Münster, was Pfarrer Menzel zu besonderen Anstrengungen veranlasste; eigenhändig füllte er 72 Postkarten mit dem Losungswort »Mitsubishi« und seinem Absender aus; des nachts verteilte er sie verstohlen auf die verschiedenen Briefkästen im Kreisgebiet, denn irgendwie hatte er ein ungutes Gefühl, so eine Art schlechtes Gewissen.

Folge 37: Pfarrer Menzel schinkelt

Wenn allzu heftige Versuchungen und Angebote Pfarrer Menzel bedrängen, dann schinkelt er gut eins bis zwei Minuten, und alles ist wieder im Lot: das zu beschwören sei Pfarrer Menzel jederzeit bereit. An seinen Worten zu zweifeln steht uns weder an noch zu und sei uns fern!

Folge 36: Pfarrer Menzel erbarmt sich

Wenn Pfarrer Menzel von einem lebendigen Wesen gebeten wird, sich seiner zu erbarmen, dann tut Pfarrer Menzel das unverzüglich. Darüber hinaus erbarmt sich Pfarrer Menzel manchmal sogar ohne entsprechende Aufforderung!

Frankfurter Verlagsgruppe will weiter gegen Wikipedia klagen

Frankfurter Verlgagsgruppe will weiter gegen Wikipedia klagenDie Frankfurter Verlagsgruppe will gegen ein Urteil des Landgerichts Köln Berufung einlegen und weiter gegen die Web-Enzyklopädie Wikipedia bzw. den deutschen Wikimedia Verein klagen, wie heise online heute berichtet.

Die Verlagsgruppe sieht offenbar die Gefahr, dass sie durch kritische Äußerungen im Internet wirtschaftlich geschädigt wird. Da zur Verlagsgruppe Zuschussverlage gehören, bei denen Autoren für ihre Buchveröffentlichungen selbst zahlen, fürchtet man offenbar, die Autoren könnten aufgrund der kritischen Beiträge von einer Veröffentlichung bei der Verlagsgruppe absehen und zu Alternativen wie BoD.de oder Lulu.com wechseln. So zitiert heise aus der Pressemeldung der Verlagsgruppe: »Es kann nicht sein, dass sich im Internet rechtsfreie Räume etablieren, in denen Konkurrenten unter Phantasienamen falsche Tatsachen über missliebige Wettbewerber verbreiten dürfen.«

Damit akzeptiert die Verlagsgruppe das Urteil des Landgerichts Köln nicht, in dem dieses die entsprechenden Passagen im Wikipedia-Artikel als Meinungsäußerung oder wahre Tatsachenbehauptung für zulässig befand (wir berichteten). Der genau Wortlaut kann in der Urteilsbegründung nachgelesen werden (PDF-Download/1,2 MByte).

Nach Meinung von heise online habe die Gruppe daher mit einer Berufung keine große Aussicht auf Erfolg.