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»Druckfrisch« endlich als Video-Podcast

Druckfrisch als PodcastDie neue ARD-Mediathek, die an Pfingsten online gegangen ist, kommt bei Bloggern und Zeitungen überaus schlecht weg. Alles wirke wenig durchdacht und es sei ein »unübersichtlicher Clip-Salat«.

Doch die ARD-Mediathek hat im wahrsten Sinne des Wortes auch ihre guten Seiten, denn endlich kann man dort die Büchersendung »Druckfrisch« mit Denis Scheck ansehen und sogar als Video-Podcast abonnieren. Vorbei also die Zeiten, an denen man sich geärgert hat, weil man diese gut gemachte Literatursendung am Sonntagabend um 23:30 Uhr verpasst hat und sie auch im Netz nachträglich nicht abrufen konnte.

Jetzt kann man Autoren-Interviews, Buchtipps und -kritiken auch unterwegs auf dem iPod »nachsehen«. Die Sendungen liegen dabei nicht jeweils als komplette Datei vor, sondern sind unterteilt, was den Vorteil hat, dass man Interviews wie z.B. mit Ray Bradbury oder Siri Hustvedt auch gezielt auswählen und ansehen kann.

Eine feine Sache!

Folge 31: Pfarrer Menzel isst

Als Pfarrer Menzel aß, tat er solches überaus zungenfertig und gemach zur vollen Freude seines HNO-Arztes. Übrigens waren lediglich Eier ihm nicht geheuer.

Folge 30: Pfarrer Menzel wäscht

Wäscht Pfarrer Menzel sich, fängt er nach der Entkleidung unten an und hört erst auf, wenn er oben angekommen ist. Umgekehrt und in der Regel auch unter Verzicht auf eine Entkleidung geht er vor beim Waschen von Geschirr und Wäsche.

Willms‘ Woche: Abgefeimte Lügner

Vor 75 Jahren wurden im Mai und Juni die Werke von vielen deutschen und internationalen Autoren von den Nationalsozialisten öffentlich verbrannt. Zwar hatte dieses perverse Spektakel am 10. Mai seinen Höhepunkt, jedoch zogen die Scheiterhaufen freien Denkens noch wochenlang durchs ganze Land:

  • 12. Mai: Erlangen und Halle (Saale)
  • 13. Mai: Hamburg und Neustrelitz
  • 14. Mai: Neustadt an der Weinstraße
  • 17. Mai: Heidelberg und Köln

Und das sind nur die traurigen Jahrestage, die uns diese Woche beschäftigen. Traurig vor allem auch deshalb, weil ein großer Teil der Bücher von Studenten und Professoren in die Flammen geworfen wurde. Es ist müßig und unmöglich, sich vorzustellen, wie man sich als Autor in diesem Moment gefühlt haben muss. Daher sollte jemand zu Wort kommen, der es selbst erlebt hat.

Textkritik: Betrug – Lyrik

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Wir fischten
zusammen im Morgentau
im
klaren Wasser des Sees
als Dein Betrug
unser Netz in Stücke riss
und mich
in den Abgrund stürzte
fingen andere mich auf
hielten mich
knüpften ein Freundschaftsband

Und doch
tauche ich
nächtens im Schlaf
im trüben Wasser des Sees
nach
Deinem Bild

© 2008 by Margarete Wandersleb. Unerlaubte Vervielfältigung oder Weitergabe - gleich welcher Art - verboten.

Zusammenfassende Bewertung

Schon die Überschrift spricht die Warnung aus: Ja nicht weiter lesen! Ein lyrisches Ich kommt mit einer Trennung nicht zurecht und pappt verschiedene Sprachbilder zusammen, womit es noch weniger zurecht kommt.
Das stimmige Anfangsbild wird verschenkt, stattdessen wird unvermittelt hochdosierter Trennungskitsch verabreicht (Abgrund, Absturz, Auffangen, ungestilltes Sehnen trotz Betrogen-worden-Seins) – hach, jammer, Elend!

Die Kritik im Einzelnen

Bis hier haben wir ein klares Bild: Ein frischer Morgen, ein klarer See, eine gemeinsames Fischen; oder: Ein Beginn, eine klarer Blick in die Zukunft, denn beide wollen füreinander da sein, miteinander leben. Das alles liegt allerdings in der Vergangenheit. zurück
Jetzt wird die Bildebene völlig unvermittelt zerstört, indem Dein Betrug als Netzzerfetzer das Gedicht betritt. Betrug hat nichts mit Fischen zu tun. Folglich stellt sich heraus, dass es bei diesem Text in erster Linie gar nicht um ein Gedicht geht, sondern um eine mit schrägen Bildern verbrämte Schuldzuweisung: »Dein böser Betrug hat unser schönes Netz zerrissen!« Wie aber kann welcher Betrug auch immer ein Netz zerreißen? Haben sie gemeinsamen einen zu sperrigen Betrug gefischt? Hat das angefeindete Du seinen Teil des Netzes zerrissen, so dass das lyrische Ich mit dem Rest allein fischen musste? Schade um den schönen Anfang! zurück
Wie tief lag der See unter ihnen, als sie gemeinsam mit einem Netz fischten, damit das lyrische Ich auch nur die geringste Chance hat, in den Abgrund zu stürzen? Und warum stürzt es darein, wenn das Du das Netz zerrissen hat? Ist hier ein ganz anderes Netz gemeint, nämlich das, in dem man sich geborgen fühlt, z. B. das soziale? Das Zwischennetz, auch unter dem Pseudonym Internet bekannt? Hat das Du nach dem lyrischen Ich gefischt, und wir fischten zusammen ist nichts als ein Euphemismus dafür, das sich jemand jemanden geangelt bzw. an Land gezogen hat und die geangelte Person das im Nachhinein als eine gemeinschaftliche Glanzleistung betrachtet?
Es ist halt nicht so einfach, bei 1 Bild zu bleiben, wenn man vor allem eine Botschaft loswerden will – und dann kommt jede beliebige Assoziation offenbar gerade recht! Noch schaderer um den schönen Anfang!
Gelungen ist die grammatische Verschränkung des Nebensatzes mit riss und stürzte, da er zum ersten Satz gehören könnte, obwohl er zum letzten dieses Abschnittes gehört, was man aber erst beim Weiterlesen bemerkt. zurück
Falls der Abgrund jetzt doch der See sein sollte, müssen die Auffänger Seejungfrauen oder Seejungmänner sein; sollte sich der See in einen Abgrund verwandelt haben, sind das bestenfalls Trolle oder – eine Etage tiefer – allerlei Teufelszeug. Wer auch immer diesen ominösen Absturz behindert hat, sie alle knüpften jedenfalls 1 Freundschaftsband; das ist zwar dünner als ein Netz, aber immerhin geknüpft! Es existiert übrigens ein abschreckendes lebendes Beispiel dafür, was passiert, wenn sich einzelne Freundschaftsbänder zusammenrotten. zurück
Jetzt sind wir in der Gegenwart angekommen, und was geschieht? Nix Betrug, nix Abgrund! Dafür ist der See wieder See, aber inzwischen trübe geworden (da schwimmen wohl zu viele Netzteile drin), und das lyrische Ich taucht trübselig nicht nach dem Betrüger oder der Betrügerin, sondern nach dem Bild des/der Betreffenden. Wie dieses Bild in den See kommt, weiß allein der Geier, Träume sind bekanntlich Schäume. zurück

Zwei literarische Websites für den Grimme Online Award 2008 nominiert – aber warum?

Grimme Online AwardGestern wurden die Nominierungen für den Grimme Online Award 2008 bekannt gegeben. Seit Jahr 2001 werden mit diesem Preis durch das Adolf-Grimme-Institut qualitativ hochwertige Websites ausgezeichnet.

Leider bröckelte das Ansehen des Preises im letzen Jahr gewaltig, nachdem aufgrund einer technischen Panne die Gewinner vorab im Internet zu lesen waren und der Eindruck entstand, dass sich die Jury die Preise gegenseitig zuschanzt.

Unter den vier nominierten im Bereich »Kultur und Unterhaltung« finden sich in diesem Jahr gleich zwei literarische Websites. Eine Quote von 50% für die Literatur ist in dieser Rubrik ja schon mal nicht schlecht. Zumindest darüber kann man sich freuen.

Doch ein Blick auf die beiden Angebote lässt die Frage aufkommen, was an diesen Websites denn so herausragend »qualitativ hochwertig« sein soll, dass sie einen Preis verdient hätten.

Folge 29: Pfarrer Menzel stopft

Wenn ein Strumpf von Pfarrer Menzel Löcher aufweist, stopft er selbigen mit einem noch heilen, zumindest allerhöchstens fadenscheinigen. So kommt Pfarrer Menzel gut über die Runden.

Buchtipp: Erinnerungen an den Packraum 2003-2007

Das Beste aus dem Packraum 2003-2007»Der Packraum« wurde 2007 geschlossen. Leider. Es war ein Weblog mit »Notizen aus den Niederungen des Buchhandels«, das es auch nicht ansatzweise ein zweites Mal gab und gibt.

Eine bis heute anonym geblieben Sortimentsbuchhändlerin, die sich selbst »Die Packerin« nennt, schrieb mit wunderbar respektloser Ironie über sonderbare Buchtitel, Klappentexte, Verlage, Kunden und über den Alltag einer Buchhändlerin schlechthin, die überwiegend Bücher auspackt oder an die Verlage zurückschickt und sich dabei so ihre Gedanken macht.

Jetzt gibt es die Texte aus den Jahren 2003 bis 2007 in Buchform. Wer im Buchhandel arbeitet, der muss dieses schmale Bändchen einfach haben. Enthalten sind darin die undatierten Blogeinträge. Es gibt kein Vor- und kein Nachwort, das Cover ist grau und unscheinbar gestaltet. Dafür amüsiert man sich beim Lesen umso mehr.

Folge 28: Pfarrer Menzel röchelt

Kurz vor einem Ausspuck pflegt Pfarrer Menzel noch geschwind und beeindruckend zu röcheln. Der Erfolg giebt ihm recht.

Folge 27: Pfarrer Menzel ist betroffen

Bei dem von ihm selbst wie schon seit Gemeindegedenken vortrefflich organisierten Martinsumzug überwältigte im vergangenen Jahr Pfarrer Menzel eine tiefe Betroffenheit. Der neue Darsteller (der alte war erstaunlicherweise im Zusammenhang mit einer seelsorgerischen Betreuung verblichen) spielte derart überzeugend, dass Pfarrer Menzel ernsthafte Anstalten unternahm, spontan sein zu diesem Anlass fabrikfrisch gekauftes Ornat zu zerrupfen. Rechtzeitig jedoch noch fiel ihm der beklagenswerte Zustand seiner Unterwäsche ein, und er nahm Abstand. Gegen die nachfolgende intensive Beschämung wusste Pfarrer Menzel kein Mittel.

Maltes Meinung: Eine mit schrägen Bildern verbrämte Schuldzuweisung

Maltes Meinung»Gibt es nicht würdigere Gegner für Herrn Bremer?«, wurden wir unlängst gefragt, nachdem unser Textkritiker für ein Gedicht wieder mal 0 Brillen vergeben hatte. Und weiter: »Müssen die literaturcafe.de-Leser denn überhaupt die Besprechung eines Textes lesen, der so schwach ist, dass sich meines Erachtens jede weitere Behandlung desselben von selbst verbietet?«

Offenbar ja, denn abschreckende Wirkung haben diese Besprechungen scheinbar nicht – zumindest nicht bei den Autorinnen und Autoren. Natürlich geht es in der Textkritik nicht darum, schlechte Texte vorzuführen. Tatsache ist jedoch, dass die meisten der an Malte geschickten Texte schlecht sind.

Auch das heute besprochene Gedicht ist exemplarisch für so viele Gedichte, in denen aus einem Reflex heraus eine gescheiterte Beziehung aufgearbeitet wird. Gedichte mit therapeutischer Wirkung, bei denen jedoch die lyrische Qualität auf der Strecke bleibt. Gedichte, die wahrlich besser im Poesiealbum als im Mail-Postfach von Malte Bremer aufgehoben wären.

Also: Wo sind die würdigen Gegner für Malte Bremer? Das Einsendeformular für gute Texte ist hier zu finden.

Zur aktuellen Textkritik »

Folge 26: Pfarrer Menzel klagt

Einmal hub an aus Pfarrer Menzel recht erzürnt ein bejammernswertes Klagen. Das war, als ihm um zweiten Male nacheinander die Sauce Gribiche zusammenklumpte. Nicht aber etwa Unfähigkeit ist Ursache gewesen, sondern telefonisch-seelsorgerische Betreuung. Dass beide Betreute dennoch oder deshalb kurz darauf freiwillig aus dem Leben schieden, füllte Pfarrer Menzel mit schlechtem Gewissen und leiser Genugtuung.

Abzockversuch: Erneute Warnung vor Gedichte-Websites

Betrügerisch: Die Website gedichteonkel.comAus aktuellem Anlass muss erneut vor Websites mit angeblich kostenlosen Gedichten gewarnt werden. Besonders auffällig und verdächtig sind perfiderweise Websites, die bereits auf der Startseite betonen, dass die Gedichte dort »100 % KOSTENLOS« seien.

Namentlich betrifft dies Angebote wie z. B. www.gedichteonkel.com oder www.gedichteservice.com, die von der in Dubai ansässigen Firma Web Content FZE betrieben werden.

Sämtliche Links auf diesen Websites führen nicht auf Gedichte, sondern auf ein Programm namens gedichte.exe. Hierbei handelt es sich mit großer Wahrscheinlichkeit um einen Virus oder ein Dialer-Programm, das den betroffenen Computer schädigt. Das Programm sollte auf keinen Fall heruntergeladen und ausgeführt werden. Mit frei erfundenen Logos wird dreist behauptet, das Programm diene dazu, »die Vorlagen vor unerlaubten Zugriffen von falschen Suchmaschinen oder Seiten die unsere Inhalte böswillig kopieren« zu schützen.

Insbesondere bei Nutzern, die sich nachwievor mit einem Modem ins Netz einwählen, besteht die Gefahr, dass dieses in betrügerischer Absicht auf eine kostenpflichtige Einwahlnummer umgestellt wird. Für die erwähnten Websites wird aktuell mit Google-Anzeigen geworben.

Virenscanner erkennen in der Regel solche Dialerprogramme. Daher ist unbedingt zum Einsatz eines Virenschutzprogrammes zu raten.

Nie sollte man unbekannte Programme von dubiosen Websites herunterladen und ausführen.

Folge 25: Pfarrer Menzel hat Vorzüge

Neben vielgestaltigen Vorzügen hat Pfarrer Menzel auch ein Herz für Kinder. Manche sehen das allerdings ganz anders und betrachten es deshalb mit Misstrauen, was ihr gutes Recht ist und billig zumal.

Mut zur einfachen Form: Die neue Website der Frankfurter Buchmesse

Die neue Website der Frankfurter BuchmesseSeit Anfang Mai 2008 hat die Frankfurter Buchmesse eine neue Website, und es erstaunt zunächst, was da seit letzter Woche unter www.buchmesse.de zu sehen ist.

Wir haben einen Blick auf die neue Website der Messe geworfen und uns mit Marifé Boix-García unterhalten, die als Leiterin der Abteilung eServices der Frankfurter Buchmesse für den neuen Webauftritt verantwortlich ist.

Eine internationale Wirtschafts- und Kulturveranstaltung wie die Frankfurter Buchmesse im Internet abzubilden ist keine leichte Aufgabe. Zielgruppen wie Aussteller, Fachbesucher und Journalisten haben unterschiedliche Anforderungen an eine solche Site. Zahlreiche Kataloge und Datenbanken – vom Ausstellerverzeichnis bis zum Veranstaltungskalender – müssen abrufbar sein. Darüber hinaus ist die Frankfurter Buchmesse ein Service-Unternehmen, das nicht »nur« für fünf Messetage im Oktober zuständig, sondern ganzjährig aktiv ist und die deutsche Buchbranche auf zahlreichen Buchmessen weltweit repräsentiert.