0
Startseite Website Seite 117

Bewerben für »Romanzo Criminale«: Wir suchen Testleserinnen und Testleser für einen Polit-Thriller

Giancarlo De Cataldo: Romanzo Criminale (Folio Verlag)Dieser Roman ist mehrfach ausgezeichnet. »Romanzo Criminale« von Giancarlo De Cataldo wurde in Italien bisher 24 Mal aufgelegt.

Der Autor ist Richter in Rom und in seinem Polit-Thriller zeichnet er den Aufstieg einer Jugendgang in der italienischen Hauptstadt in den 70er- und 80er-Jahren nach. Eine authentische Geschichte, die damals einen traurigen Höhepunkt in der Ermordung Aldo Moros fand.

De Cataldo zeichnet in seinem Roman ein korruptes System zwischen Staat und Mafia, das für viele bis heute fortbesteht. Drogen, Sex und Glücksspiel.

Der Folio Verlag Wien/Bozen bringt den spannenden 600-Seiten-Thriller, der in Italien bereits 2003 erschien, nun in deutscher Übersetzung von Karin Fleischanderl in die Buchhandlungen.

Zusammen mit dem Folio Verlag probieren wir etwas Neues aus: Sie können sich für diesen Roman als Testleserin oder Testleser bewerben! Fünf Exemplare im Wert von je 24,90 EUR werden kostenlos vergeben. Alles, was sie dafür tun müssen: Schreiben Sie nach der Lektüre eine Rezension des Buches, die wir auf literaturcafe.de veröffentlichen werden.

LIMIT live mit Frank Schätzing: Von Steve Jobs über Joachim Bublath zu Mario Barth

LIMIT live: Frank Schätzing im Gespräch mit seiner Romanfigur»Und warum bist du dann heute überhaupt hier?«, fragt mich eine Bekannte erstaunt, die ich im Foyer des Hegelsaals der Stuttgarter Liederhalle treffe.

Frank Schätzings »LIMIT live« soll es heute Abend geben. Keine Lesung, sondern eine multimediale Show auf Basis seines neuen Bestsellers.

Ich hatte gestanden, dass mich Schätzing-Romane nicht interessieren. Zweimal – an Buch und Hörbuch – hatte ich mich vergeblich am »Schwarm« versucht. LIMIT liegt noch eingeschweißt im Buchregal, nachdem im Oktober ein Interview für den Buchmesse-Podcast platzte.

Es ist also nicht der Roman LIMIT oder der Schriftsteller Schätzing, die mich interessieren, sondern es ist die Neugier, wie der Werbe-Mensch und Profi der medialen Selbstinszenierung, Frank Schätzing, an diesem Abend sich und seinen 1.300-Seiten-Wälzer präsentieren wird.

Fernab der Zukunft: Der Roman »Unterwegs in einem kleinen Land« von Philip K . Dick

Cover: Philip K. Dick: Unterwegs in einem kleinen LandPhilip K. Dick gehört zu jenen Autoren, die von ihren Büchern mehr schlecht als recht leben konnten. Dick war zwar bereits zu seinen Lebzeiten als renommierter Science-Fiction-Autor bekannt, doch der große Ruhm kam erst nach seinem Tod im Jahre 1982. Und ironischerweise ist er vielen als der Autor bekannt, nach dessen Romanen und Kurzgeschichten großartige Filme wie Blade Runner, Total Recall oder Minority Report gedreht wurden.

Philip Kindred Dick war ein Schriftsteller, der leider viel zu sehr in der SF-Schublade verkantet war. Am Anfang seiner Laufbahn, in den 1950er-Jahren, schrieb er auch »normale« Romane, so genannte »Mainstream Novels«, die ganze ohne SF-Elemente auskamen.

Dem kleinen Münchner Verlag »Liebeskind« ist es zu verdanken, dass über 25 Jahre nach Dicks Tod das beeindruckende Werk »Unterwegs in einem kleinen Land« in deutscher Sprache vorliegt.

Textkritik: Vom Romanausschnitt zum guten Romananfang

Diesmal hat sich unser Textkritiker Malte Bremer einen Romanausschnitt angesehen. Für die SchreibStar-Kooperation des literaturcafe.de mit dem Verlag Nagel & Kimche wird Malte demnächst speziell sechs Romananfänge begutachten und analysieren. Jede und jeder kann mitmachen und einen selbst geschriebenen Romananfang über das Formular auf SchreibStar.tv einsenden. Den Roman dazu muss es noch nicht geben, Malte will nur die ersten 5.000 Zeichen.

Gibt es ein Rezept für einen guten Romanfang? Wirft man einen Blick auf den Text, den Malte diesmal bespricht, so stellt sich bereits die Frage, warum das – wie die Autorin sagt – ein Romanausschnitt sein soll? Könnte es nicht ebenfalls ein Anfang sein? Und schon haben wir eine mögliche Antwort auf die Frage nach einem guten Anfang: Er macht neugierig, er wirft Leserin oder Leser mitten in die Handlung hinein.

Malte freut sich auf SchreibStar.tv über Ihre Romananfänge »

Und hier geht’s zur aktuellen Textkritik eines Romanausschnitts »

Textkritik: Karina – Prosa

0

Karina saß auf dem Gartenzaun und langweilte sich. So, jetzt war sie also schon zwölf. Fühlte sich so alt werden an?
Gestern an ihrem Geburtstag hatte sie sich ihre Haare schwarz gefärbt. Durch ihr Ohrloch hatte sie eine Büroklammer gesteckt und sich ihre Fingernägel dunkelrot lackiert. Ihre Mutter hatte vor Schreck die Suppenschüssel fallen gelassen und ihr Stiefvater hatte ihr eine Ohrfeige verpasst. Bernhard fand es cool. Bei dem Gedanken daran musste sie schmunzeln.
»So, so, wird meine kleine Nachbarin also erwachsen.« Herr Kleine blieb mit dem Auto vor ihr stehen. Er war mindestens schon dreißig, also uralt.
»Leck mich«.
Er grinste. »Nein, doch ganz die Alte. Du sitzt hier wie bestellt und nicht abgeholt. Kann ich dich irgendwohin mitnehmen?«
Sie rekelte sich gelangweilt. »Ne, danke.«
Als Herr Kleine zwei Stunden später vom Einkaufen zurückkehrte, schwang sie mit dem Gartentörchen hin und her.
Er kam auf sie zu. »Ich habe dir was mitgebracht.«
Sie war gespannt. Herr Kleine war wie ein offenes Buch vor ihr, sie kannte ihn ohne ihn zu kennen. Sie wusste, was in seinem Kopf vorging, wenn er sie sah. Er konnte sich nicht vor ihr verstecken. Sie war ja schließlich kein kleines Kind mehr.
Er griff umständlich in seine Jackentasche und holte einen Lippenstift hervor »Ich dachte, der passt ganz hervorragend zu deiner neuen Haarfarbe.«
Karina drehte den Stift vorsichtig auf. Purpurrot, wie nasse Kirschen.
Herr Kleine war etwas verlegen, wie er so vor ihr stand. Da sie auf dem Gartentor saß, war sie größer als er und blickte auf ihn herab.
»Trägt deine Frau auch so einen?« fragte sie.
»Naja …« Herr Kleine hatte es plötzlich eilig »Ich muss jetzt mal wieder … Ich bin übrigens der Markus.«
Abends vor dem Badezimmerspiegel musste Karina den Lippenstift unbedingt ausprobieren. Sie sah sich lange an. Kirschmund. Danke, Markus.Auf dem Gartenzaun lag sie auf der Lauer. Markus war in seiner Garage.
»Hast du ein neues Auto?« Sie hatte sich angeschlichen.
Er zuckte kurz zusammen. »Ja. Gefällt’s dir?«
»Nein … es ist so … grün. Ich mag lieber schwarze Autos«.
»Und rote Lippen. Steht dir gut, der Lippenstift.«
»Danke.« Sie strich an der Garagenwand entlang. Das Auto zwischen sich und ihrem Nachbarn.
Markus wurde unruhig. »O.k., weswegen bist du hier?«
»Ich … weiß nicht«, stotterte sie, »einfach so halt.«
Er sah sie an. Dann drehte er sich um und schaute, ob jemand in der Nähe war. »Würdest du für mich tanzen?« fragte er leise.
Tanzen … der hat sie doch nicht mehr alle.
»Tanzen? Ne. Ich kann meine Klamotten für dich ausziehen, aber ohne tanzen« bot sie an.
»Nein, nein!« beeilte sich Markus »um Gottes Willen. Nur tanzen. Bitte.«
Spinnt der? »Du bist ja krank!« Schnell lief sie nach Hause.
Er hatte zuerst geblinzelt.

© 2010 by Erika Röhrbach. Unerlaubte Vervielfältigung oder Weitergabe - gleich welcher Art - verboten.

Zusammenfassende Bewertung

Spannung knistert gehörig in diesem Romanausschnitt.
Lässliche Sünden sind es, die diesen Text verunzieren, und sie sind leicht zu beheben!

Die Kritik im Einzelnen

Also: Karina ist 12 geworden und denkt nach – und wenn jemand nachdenkt, hat der offenbar Langeweile: Sonst müsste ja nicht betont werden, dass Karina Langeweile hat. Warum darf Karina dann nicht einfach auf dem Gartenzaun sitzen und nachdenken? Hinfort mit der Langeweile! zurück
Da bricht eine Ladung unfreiwilliger Komik über die Leserin beiderlei Geschlechts herein: Durch ihr Ohrloch hatte sie (…) sich ihre Fingernägel dunkelrot lackiert. Eine einfache Umstellung verhindert dieses grammatisch aufdringliche Missverständnis: Sie hatte sich ihre Fingernägel dunkelrot lackiert und durch ihr Ohrloch eine Büroklammer gesteckt. zurück
Das hört sich an, als trüge Herr Kleine ein Spielzeugauto mit sich herum … Es wäre weitaus besser, wenn er sein Auto vor ihr anhielte. zurück
Arme Karina: Sie denkt nach, sie unterhält sich – und das alles aus Langeweile! Warum darf sie sich nicht einfach mal so rekeln? Schließlich ist Herumhocken auf einem Gartenzaun in der Regel nicht allzu bequem, da schreit ein Körper von ganz allein nach zusätzlicher Bewegung! Zudem gäbe es noch ganz andere Gründe, warum Karina sich vor Herrn Kleine rekeln könnte, wie man später erfährt! Folglich sollte sich Karina besser einfach nur rekeln, und den Grund dafür dürfte sich ein Leser beiderlei Geschlechts selbst ausdenken – er wird im weiteren Verlauf dann schon sehen, ob er richtig gelegen hat! zurück
Da ist Zeit vergangen – Warum dann keinen Abschnitt machen wie später auch? Schließlich beginnt etwas Neues! zurück
Da drängeln sich gleich mehrere Fragen auf, keine wichtiger als die andere:
Was ist das Besondere an Herrn Kleine, dass er ein offenes Buch vor ihr war? Ist denn ein offenes Buch jeweils anders offen, wenn es vor, neben, hinter, über, unter, um oder in einem liegt?
Lugt hier ein umgangssprachlicher Fehler oder ein Dialekt herfür, wo vor und für immer mal wieder vertauscht werden, der Satz also korrekt lauten müsste: (…) wie ein offenes Buch für sie?
Oder ist dieses schlaffe Verb Herr Kleine war wie (…) Ursach vor all dem Missverständnis, denn alle bisherigen Fragen hätten sich nicht gestellt, hieße es: Herr Kleine lag wie ein offenes Buch vor ihr. heißa, wie man da ins Grübeln gerät, also Ausdruck von Langeweile pur, sollte man dem Erzähler einerlei Geschlechts trauen.
Ein Problem bleibt jedoch bestehen: Wieso in aller Welt ist Karina gespannt, wenn sie doch weiß, was geschehen wird, schließlich kann sie in Herrn Kleine lesen wie in einem offenen Buch?! Gespannt auf Rechtschreibfehler und unglückliche Sätze? Folge: Entweder sie war gespannt, dann müsste der Rest des Absatzes entfallen. Oder Herr Kleine war wie ein offenes Buch für sie – dann sollte das erste Sätzlein entfernt werden: für mich die eindeutig beste Lösung! zurück
Dickes Lob! Ohne überflüssige Erläuterungen, was jetzt durch Hirn und Blut der Zwölfjährigen tobt, wird Herrn Kleine schlicht zu einem Markus (und bleibt es bis zum Ende dieses Textes)! So soll es sein! zurück
Warum blickt jemand, der auf einem Gartentor sitzt, auf einen herab? Erraten! Warum also muss das nochmals betont werden: »Ey, wenn jemand auf einem Gartentor sitzt, ist er normalerweise größer als einer, der nicht auf dem Gartentor sitzt, sondern davor steht! Haste das getscheckt?« – » Echt nich, kriegste voll die Krise!« Weg mit dem Unfug! zurück
Nur eine Frage: Wieso liegt sie auf der Lauer, wenn Markus in seiner Garage war? Hat sie das nicht einfach so sehen können? Oder hat sie Markus aufgelauert, und der tauchte endlich in der Garage auf? Dann sollte das auch so zu lesen sein, z. B. »Markus erschien in seiner Garage«. Ansonsten ist das Lauern sinnlos! zurück
Nanu? Was heißt so grün? So grün wie Espenlaub? Zu grün? Warum nicht einfach nur grün, warum überhaupt? Wie wäre es mit der karinaschnippischen Art »Ich mag schwarz lieber« Das ist nicht Gravierendes, vielleicht spielt grün für Karina eine ganz besondere Rolle, was in diesem Ausschnitt nicht zur Geltung kommen kann: Es ist ja ein Ausschnitt aus einem Roman! zurück
Das Stottern ist schon im Text durch die Auflösungszeichen angedeutet, brauchte also nicht noch erläutert werden – ließe sich aber noch verstärken: »Ich … Weiß nicht … Einfach so halt.« Zudem geht es auch nicht um ein echtes Stottern, sondern um ein stockendes Sprechen. zurück
Wenn Markus Karina anschaut, muss er ihr nicht frontal gegenüberstehen, folglich ist sein Umdrehen keine lebenswichtige Information zum Verständnis des Textes, zumal er nach dem Umschauen sich auch nicht wieder zurückdreht … Es geht einfacher: Dann schaute er sich um, ob jemand in der Nähe war. zurück
Ich verstehe den Satz, aber nicht den inhaltlichen Zusammenhang: Es gab keinen Wer-zuerst-blinzelt-Wettbewerb, den Markus verloren hätte; Markus hat auch nicht zunächst (in einem anderen Sinne von zuerst) geblinzelt und dann etwas anderes getan. Dieser Satz hängt in der Luft – vermutlich müsste man den Rest des Romans kennen, um ihn zu verstehen. zurück

»In meinem Himmel« von Peter Jackson und Alice Sebold – Eine Film- und Buchkritik

Regisseur Peter Jackson und Darstellerin Saoirse Ronan am Set (Foto: Paramount)
Regisseur Peter Jackson und Darstellerin Saoirse Ronan am Set (Foto: Paramount Pictures)

Ein neuer Film von Peter Jackson über ein junges Mädchen, ein grausames Verbrechen und himmlische Gestalten läuft sein heute in den deutschen Kinos. Unweigerlich fällt einem Jacksons Film »Heavenly Creatures« aus dem Jahre 1994 ein, der ihm den Weg nach Hollywood ebnete. Zwei Mädchen ermorden darin brutal die Mutter der einen, und die Schriftstellerin Anne Perry outete sich nach diesem Film, dass es ihre wahre Lebensgeschichte sei.

Das aktuelle Werk »In meinem Himmel« schmeckt trotz gleicher Zutaten anders. Wieder einmal hat sich Peter Jackson an eine nicht einfache Literaturverfilmung gewagt. Immerhin hat er mit »Der Herr der Ringe« ein Werk in die Kinos gebracht, das bis dato als unverfilmbar galt.

Erotik-Kalender »Buchhändlerinnen 2011«: Models und Textstellen gesucht – Interview mit Simone Pfeifer

Simone Pfeifer (Foto: privat)

Buchhändlerinnen sind sexy! Um das zu beweisen, ist für das Jahr 2011 ist ein Erotik-Kalender mit Buchhändlerinnen als Models geplant. Eigentlich sollte es ein Projekt der Buchhandelsfachschule in Frankfurt werden, doch dort war man über diese Form des Marketings nicht sehr erfreut.

Der Kalender »Buchhändlerinnen 2011« erscheint nun bei einem großen deutschen Kalenderverlag, und rund um Projektleiterin Simone Pfeifer hat sich ein freies Projektteam gebildet, zu dem auch das literaturcafe.de gehört.

Gemeinsam suchen wir nun weitere Models für den Kunstkalender. Wo und wie Sie sich bewerben können und dass dies alles andere als ein »Nackedei-Kalender« werden wird, das erzählt die Buchhändlerin und Projektleiterin Simone Pfeifer in unserem Interview.

SchreibStar und Möchtegern: Nagel & Kimche und literaturcafe.de laden ein ins virtuelle Schreibcamp

SchreibStar - die Show zum Roman »Möchtegern« von Milena MoserEine Casting-Show für Schreibtalente, das fehlt noch im deutschen Fernsehen. Milena Moser hat eine solche Talentshow ins Schweizer Fernsehen gebracht – fiktiv. In ihrem neuen Buch »Möchtegern« lässt sie 10 Schreibtalente in der Show »SchreibStar« auf die knallharte Jury treffen, darunter die alternde Skandalautorin Mimosa Mein, die mit 17 Jahren ihren ersten Roman geschrieben hat, der wegen sexuell allzu anzüglicher Passagen zum Bestseller wurde. Interessant – und tatsächlich nur ein Zufall – eines der Bücher von Autorin Mimosa Mein heißt »Road Kill«.

Mosers Roman ist seit Montag in jeder Buchhandlung erhältlich und in der Schweiz sofort auf Platz 10 der dortigen Bestsellerliste eingestiegen. Trotz ironischer Passagen ist Milena Mosers Roman vor allen Dingen eines: glaubhaft. In mindestens einer der 10 Kandidaten erkennt sich jeder Schreibende wieder – oder man erkennt eine(n) schreibende(n) Bekannte(n). Pflichtlektüre nicht nur für die literaturcafe.de-Redaktion!

Zusammen mit dem Verlag Nagel & Kimche, der zu den Hanser Verlagen gehört, erwecken wir daher im Internet die fiktive Casting-Show »Schreibstar« zum Leben. Das besondere: Wer bei den Schreibaufgaben im Trainingscamp mitmacht, kann einen Schreibkurs bei Milena Moser gewinnen. Und: literaturcafe.de-Kritiker Malte Bremer bespricht in einer Sonderreihe seiner Textkritik Ihre Romananfänge!

»In meinem Himmel« – Wir verlosen Kinokarten und das Buch zum neuen Peter-Jackson-Film

In meinem HimmelDer Verleih hat den deutschen Starttermin mehrmals verschoben, jetzt ist es endlich so weit: Am kommenden Donnerstag, 18. Februar 2010, läuft der neue Peter-Jackson-Film »In meinem Himmel« in den Kinos an.

Anlässlich des deutschen Filmstarts verlosen wir mit freundlicher Unterstützung von Paramount Pictures 3 Kino- und Literaturpakete, jeweils bestehend aus einem Kinogutschein für den Film, einem Filmplakat und dem Roman zum Film von Alice Sebold. Der Kinogutschein kann in jedem deutschen Kino eingelöst werden, in dem der Film gezeigt wird.

Nach »Herr der Ringe« wagt sich Peter Jackson wieder an eine Literaturverfilmung. Alice Sebold erzählt in ihrem Roman, wie die Familie und Freunde der 14-jährigen Susie Salmon damit fertig werden, dass Susie eines Tages spurlos verschwunden ist. Schon auf den ersten Seiten wird dem Leser erzählt, dass Susie von einem Nachbarn vergewaltigt und brutal ermordet wurde.

Was den Roman bemerkens- und lesenswert macht, ist die ungewöhnliche Erzählperspektive: Sebold schildert alles aus der Sicht des toten Mädchens. Susie ist in einer Art Zwischenhimmel, von wo aus sie alles trocken und genau beobachtend kommentiert.

374 Schriftsteller erklären öffentlich: »Wir haben abgeschrieben!«

374 Schriftsteller bekenen im neuen Stern: "Wir haben abgeschrieben"
Klick aufs Bild zum Vergrößern

Eine Satire – Es ist der schrecklichste Literaturbetrug in Deutschland seit den Hitler-Tagebüchern von Konrad Kujau: Die junge, gut aussehende und intelligente Autorin Helene Hegemann hat Teile ihres Romans »Axolotl Roadkill« von einem anderen völlig unbedeutenden Autor abgeschrieben (siehe Kommentar hier) und aus dem Internet zusammenkopiert.

Während deutsche Blogger dies als unhaltbar bezeichnen und von der Politik eine Verschärfung des Urheberrechts fordern, reagiert das deutsche Feuilleton mit einem entsetzten Aufschrei: Abschreiben muss Literatur bleiben!

Bedeutende und wichtige deutsche Werke wie »Faust«, die »Buddenbrooks« oder »Nichts als die Wahrheit« wären ohne die »moderne Form der webbasierten Intertextualität« (FAZ) nicht möglich gewesen. Gerade jungen Menschen muss es in der heutigen Zeit erlaubt sein, dass sie Texte von anderen Stellen ungefragt zusammenklauben und unter eigenem Namen veröffentlichen dürfen. »Copy-and-Paste-Literatur hat endlich einen Preis verdient«, sagt daher auch die Jury des Preises der Leipziger Buchmesse konsequent und hat das Hegemannsche Werk heute völlig zu Recht für den Preis der Leipziger Buchmesse nominiert.

Jetzt stellen sich 374 deutschsprachige Autoren hinter Helene Hegemann und bekennen in der kommenden Ausgabe des Magazins Stern: »Wir haben abgeschrieben!«.

literaturcafe.de ist es durch unsere guten Beziehungen zur Kulturredaktion der Zeitschrift und etwas Einschleimen beim Verlag gelungen, dass wir das geplante Titelbild hier vorab und exklusiv zeigen dürfen.

Plagiatsfall Hegemann: Das Feuilleton findet Abschreiben ohne Quellenangabe voll OK

Axolotl Roadkill und STROBOEin Kommentar von Wolfgang Tischer – Bis gestern Abend kannte ich die Autorin Helene Hegemann und ihren Roman »Axolotl Roadkill« nicht. Allein mit diesem Satz oute ich mich als jemand, der die Kulturteile der deutschen Zeitungen nicht (mehr) liest. Ich erinnere mich rückblickend, irgendwo – war es im SPIEGEL? war es im Stern? – beim schnellen Durchblättern ein oder zwei Berichte über eine minderjährige, langhaarige, nicht gerade hässliche Autorin gesehen zu haben. Bessere Homestorys, die mich nicht interessieren, da ich den Automatismus von Verlagsmarketing und Journalisten kenne: Der Verlag bedient mit einem autobiografisch anmutenden Roman die Erwartungen der Presse – und beißt eines der großen Magazine oder Zeitungen an, dann wollen sie sie alle.

So wurde offenbar Helene Hegemann Roman hochgeschrieben, weil eine minderjährige Autorin darin über Drogen und Geschlechtsverkehr mit eindeutigen Worten schreibt, von denen sich die über 30-Jährigen vorstellen, dass das das wahre Leben der Jugend sei, und der fast 50-jährige Maxim Biller warnt kokett in der FAZ in einer lobenden Besprechung die über 30-Jährigen vor der Lektüre. Landauf landab jubeln die Feuilletons.

Doch dann kommt einer dieser bösen »Blogger« (abfällig zu betonen) aus dem »Internet« (mit Ekel in der Stimme vorzutragen) und zeigt, dass die Autorin viele Passagen ihres Werkes einfach abgekupfert hat. Vorbei ist der Kindergeburtstag.

2. Twitter-Lyrik-Wettbewerb gestartet: Ein iPod touch für das beste Gedicht mit 140 Zeichen

2. Twitter-Lyrik-Wettbewerb: Mitmachen und iPod gewinnenDer Twitter-Lyrik-Wettbewerb von literaturcafe.de und BoD (Books on Demand GmbH) geht in die zweite Runde: Ab sofort sind wieder alle aufgerufen, die Spaß am Dichten und Twittern haben, Poesie mit maximal 140 Zeichen zu »zwitschern«. Der Gewinnerin oder dem Gewinner winkt ein iPod Touch. Alle Beiträge werden nach dem Wettbewerb im 2. Twitter-Lyrik-Band veröffentlicht. Der 1. Twitter-Lyrik-Band zum letztjährigen Wettbewerb ist bereits online oder in jeder Buchhandlung erhältlich.

Twitter-Lyrik ist spannend, macht Spaß und bringt witzige, skurrile und durchaus anspruchsvolle Kurz-Poesie hervor. Das hat der erste Twitter-Lyrik-Wettbewerb im Frühjahr 2009 gezeigt. Nach dem unerwarteten Erfolg – mehr als 300 eingesandte lyrische Tweets in nur vier Wochen – heißt es ab sofort wieder »In der Kü liegt die Wü!« Gesucht wird bis zum Tag der Poesie am 21. März 2010 das beste Twitter-Gedicht. Eine Jury aus literaturcafe.de- und BoD-Mitarbeitern kürt den Gewinner, der mit einem iPod Touch (16 GB) belohnt wird. Alle Beiträge werden in einem gedruckten Lyrik-Band veröffentlicht.

Lovelybooks-Event: Betreutes Twittern im Münchner Literaturhaus

Lovelybooks: Das gut gefüllte Münchner LiteraturhausAm Schluss waren 134 Leute auf der Teilnehmerliste des »Lovelybooks-Events« zu finden. Und tatsächlich war der große Saal des Münchner Literaturhauses am 5. Februar 2010 bis auf den letzten Platz gefüllt.

»Social Web: Der direkte Kontakt zum Leser« lautete der Titel der Veranstaltung. In erster Linie wollten die Lovelybooks-Betreiber Verlagen nahebringen, welche wichtige Rolle das Internet und speziell aktuelle Anwendungen wie der 140-Zeichen-Mitteilungsdienst Twitter und die Vernetzungsplattform Facebook spielen.

Die kostenfreie Veranstaltung stand auch Autoren, Buchhandlungen und »Nur-Lesern« offen, und den Organisatoren ist das fast Unmögliche gelungen: Die sonst bei solchen Tagungen enorm hohe Dichte an Beratern, selbst ernannten Experten und Dampfplauderern war hier nicht zu finden.

Seriöse Verlagsautoren: »Nein, wir zahlen nicht!«

Autoren gesucht! Wir prüfen Ihr Manuskript kostenlos! - Die Veröffentlichung kostet Sie jedoch ein Vermögen!Dieser Artikel erschien im Original im Weblog der Autorin Nicole Rensmann. Wir veröffentlichen ihn hier mit freundlicher Genehmigung.

In den letzten Tage stoße ich vermehrt auf Interviews, Artikel, Anzeigen von Verlegern, Verlage, die von den Autoren Geld nehmen und auf »Autoren«, die für eine Veröffentlichung bezahlen. Natürlich wird auf diese kleine Unwichtigkeit nicht hingewiesen. Selbst große Zeitungen und Magazine informieren sich nicht mehr, es wird nur der Text aus der Pressemappe übernommen.

Werden Journalisten von großen Magazinen auch nicht mehr bezahlt? Bezahlen sie dafür, dass sie einen Artikel schreiben dürfen, oder wie darf ich das verstehen?

Es ist ein Schlag ins Gesicht jedes seriösen Verlags, wenn sich große Magazine nicht über den Verlag informieren, der weder Werbung noch ein Lektorat bietet, aber vierstellige Summen für eine Veröffentlichung verlangt. Und es ist ein Stich ins Herz, wenn Rezensionen geschrieben und Pressemitteilungen verfasst werden über Bücher von Menschen, die sich als Autor bezeichnen möchten und dafür gerne einen vierstelligen Betrag bezahlen.

Warten auf die Symbiose: SONY eBook-Lesegerät PRS-600 im Test

SONY PRS-600 im Test mit SpiegeldisplayLohnt es sich, im Januar 2010 noch das SONY PRS-600 eBook-Lesegerät zu besprechen, das im Oktober 2009 auf den deutschen Markt kam?

Drei Monate sind keine lange Zeit, doch das Tempo, mit dem Amazon, Microsoft, Samsung und andere fast täglich neue eBook-Reader ankündigen, können selbst ein neues Gerät schon ganz schön alt aussehen lassen.

Anderseits muss man sich fragen, wie SONY mit dem Vorgängermodell PRS-505 im Jahre 2009 in Deutschland ein neues Lesegerät für digitale Texte präsentiert, bei dem selbst die rudimentäre Suchfunktion fehlt. Da wirkt bereits die Produktpolitik veraltet.

Das PRS-600 verspricht gegenüber dem Vorgängermodell eine Suchfunktion, man soll im Text endliche Anmerkungen und Notizen erfassen können und es hat einen Touchscreen.

Zudem sind beide SONYs derzeit so gut wie die einzigen Lesegeräte, die tatsächlich in vielen Buchhandlungen und Elektronikmärkten vor Ort vorrätig sind. Daher lohnt ein Blick.