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Startseite Bachmannpreis 2014 Longlist Deutscher Buchpreis 2020: Für jede etwas

Longlist Deutscher Buchpreis 2020: Für jede etwas

Die Longlist zum Deutschen Buchpreis 2020 wurde verkündet

Die 20 Titel der Longlist zum Deutschen Buchpreis sind verkündet. Selten war die Titelliste so ausgewogen wie in diesem Jahr. Da kann man fast nichts falsch machen. Das Buch eines Bestseller-Autors erstaunt jedoch. Aber selbst das ist schon wieder ausgewogen.

Die Jury des Deutschen Buchpreis’ 2020 hat die folgenden Titel auf die Longlist gesetzt, die am 18. August 2020 um 10 Uhr verkündet wurde:

  • Helena Adler, Die Infantin trägt den Scheitel links (Jung und Jung, Februar 2020)
  • Birgit Birnbacher, Ich an meiner Seite (Paul Zsolnay, März 2020)
  • Bov Bjerg, Serpentinen (Claassen, Januar 2020)
  • Arno Camenisch, Goldene Jahre (Engeler, Mai 2020)
  • Roman Ehrlich, Malé (S. Fischer, September 2020)
  • Dorothee Elmiger, Aus der Zuckerfabrik (Carl Hanser, August 2020)
  • Valerie Fritsch, Herzklappen von Johnson & Johnson (Suhrkamp, Februar 2020)
  • Thomas Hettche, Herzfaden (Kiepenheuer & Witsch, September 2020)
  • Charles Lewinsky, Der Halbbart (Diogenes, August 2020)
  • Deniz Ohde, Streulicht (Suhrkamp, August 2020)
  • Leif Randt, Allegro Pastell (Kiepenheuer & Witsch, März 2020)
  • Stephan Roiss, Triceratops (Kremayr & Scheriau, August 2020)
  • Robert Seethaler, Der letzte Satz (Hanser Berlin, August 2020)
  • Eva Sichelschmidt, Bis wieder einer weint (Rowohlt Hundert Augen, Januar 2020)
  • Anne Weber, Annette, ein Heldinnenepos (Matthes & Seitz Berlin, Februar 2020)
  • Olivia Wenzel, 1000 Serpentinen Angst (S. Fischer, März 2020)
  • Frank Witzel, Inniger Schiffbruch (Matthes & Seitz Berlin, Februar 2020)
  • Iris Wolff, Die Unschärfe der Welt (Klett-Cotta, August 2020)
  • Jens Wonneberger, Mission Pflaumenbaum (Müry Salzmann, Oktober 2019)
  • Christine Wunnicke, Die Dame mit der bemalten Hand (Berenberg, August 2020)

Der kurze Blick auf die Statistik zeigt eine Gleichverteilung von je 10 Autorinnen und Autoren*. Es sind Titel von großen Konzernverlagen und von kleinen unabhängigen Verlagen dabei. 17 Verlage sind es insgesamt, S. Fischer, Suhrkamp und Kiepenheuer & Witsch sind mit je 2 Titeln gelistet. Mit Frank Witzel ist ein ehemaliger Gewinner des Deutschen Buchpreis’ mit dabei. Der unabhängige Verlag Matthes & Seitz ist ebenfalls mit zwei Titeln auf der Liste vertreten.

187 eingereichte Titel aus 120 Verlagen hat die 7-köpfige Jury begutachtet. Jury-Sprecherin Hanna Engelmeier fasst die Auswahl der Shortlist folgendermaßen zusammen:

Im Gegensatz zur Lektüre der Nachrichten der vergangenen Monate bot die Beschäftigung mit den über 200 eingereichten Titeln vielfältige Lichtblicke. Der Jury eröffnete sich ein Panorama von überwiegend realistisch angelegten Romanen. Besonders viele Romane nutzen das (auto)biographische Erzählen, stark vertreten sind zudem Titel, die sich mit historischen Themen auseinandersetzen. Die Longlist spiegelt diese Schwerpunkte wider, greift aber zusätzlich Romane auf, die sich jüngeren identitätspolitischen Debatten widmen. Es freut uns, dass auch Bücher vertreten sind, die die Form des Romans aufbrechen und mit ihr experimentieren. Die Longlist repräsentiert so nicht nur eine Vielfalt von Themen, sondern auch die Vielfalt poetischer Ausdrucksformen dieser Saison.

So gesehen ist für jeden was dabei.

Merkwürdig mutet es an, dass Robert Seethaler mit »Der letzte Satz« auf der Liste steht, denn das Werk überzeugt weder inhaltlich noch erzählerisch. Schade, dass stattdessen nicht der starke Titel »Aus und davon« von Anna Katharina Hahn auf der Longlist steht. Fein jedoch, dass es Bov Bjerg mit »Serpentinen« und Leif Randt mit »Allegro Pastell« auf die Liste geschafft haben. Beide Bücher sind starke Titel aus dem Frühjahrsprogramm. Ungefähr die Hälfte der Titel stammt aus der ersten Jahreshälfte. Der bereits von der Leipziger Buchmesse »verpreiste« Titel »Stern 101« von Lutz Seiler ist nicht auf der Liste.

Am 15. September 2020 bleiben mit der Verkündung der Shortlist nur noch 6 Titel auf der Shortlist übrig. Der mit 25.000 Euro dotierte Buchpreis wird am 12. Oktober 2020 vergeben. Wie immer im Kaisersaal des Frankfurter Römers, in diesem Jahr jedoch ohne Publikum, aber als Livesendung und Livestream. Die übrigen 5 Autorinnen und Autoren auf der Shortlist erhalten 2.500 Euro.

In den kommenden Tagen wird unser Kritiker Malte Bremer hier im literaturcafe.de wieder mit allen 20 Titeln der Longlist den legendären »Buchhandelstest« machen. Was taugen die Romananfänge? Will man die Bücher wirklich weiterlesen? Schauen Sie also weiterhin regelmäßig vorbei und abonnieren Sie den Newsletter des literaturcafe.de.

*Korrektur: In der ersten Version des Beitrags haben wir anhand der Namen fälschlicherweise 11 Autoren und 9 Autorinnen gezählt, da Deniz sowohl ein weiblicher als auch männlicher Vorname sein kann. Bei Deniz Ohde handelt es sich jedoch um eine Autorin. Es sind also 10 Autorinnen und 10 Autoren auf der Liste. Wir bitten den Fehler zu entschuldigen.

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