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Beitrag vom 5. März 2008 | Rubrik: Buchkritiken und Tipps, E-Books, Notizen

Verlage beginnen zu verstehen: Heyne bietet »Upload« kostenlos zum Download an

Cory Doctorow: UploadPaulo Coelho macht es am Rande der Legalität. Auch die Riesenmaschine hat es schon gemacht. Und jetzt geht der Heyne Verlag in diese Richtung weiter: Kostenlos bietet der zu Bertelsmann gehörende Verlag auf seiner Website die aktuellen Science-Fiction-Romane »Upload« und »Backup« von Cory Doctorow in der deutschen Übersetzung zum Download an. Sogar unter CC-Lizenz! Einfach so, als PDF-Datei. Man muss sich nicht einmal registrieren und seine eMail-Adresse keiner Werbeschleuder anvertrauen. Da ist einfach nur ein Link auf der Website. Unglaublich! Die Verlage scheinen das Internet langsam zu verstehen.

Nun könnte man vermuten, dass der umtriebige Autor und Netz-Aktivist Doctorow, der für ein Umdenken bei Copyright und Verwertungsrechten plädiert, den Verlag zu diesem Schritt gebracht hat. Aber nein, es war die Idee des Heine Verlags, wie Doctorow in einer kurzen Notiz auf boingboing schreibt. Doctorow freut sich jedoch über diesen Schritt und findet ihn »pretty cool«.

Wir auch! Und selbstverständlich muss erwähnt werden, dass man das Buch auch in gedruckter Form kaufen und lesen kann. Allerdings – und das erstaunt dann doch wieder – erst ab Mai 2008.

3 Kommentare zu diesem Beitrag lesen

  1. Uli T. Swidler schrieb am 23. April 2008 um 12:00 Uhr

    “Unglaublich! Die Verlage scheinen das Internet langsam zu verstehen.” Aha. Ein Autor schreibt, das ist meistens extrem viel Arbeit und bringt extrem wenig Geld, und dann soll es auch noch umsonst unter die Leute gebracht werden? So sollen wir also Internet verstehen? Und solch eine Position wird auch noch auf einer Literatur-site vertreten? Ziemlicher bullshit.

  2. Christian von Kamp schrieb am 11. Mai 2008 um 08:23 Uhr

    Schon seit Jahren findet sich im Internet gute Literatur zum kostenlosen Download. Ich selbst veröffentliche seit 2004 Romane im Web – mit zunehmendem Erfolg. Ähnliches gilt für manche andere Schriftsteller.

  3. Johanna schrieb am 8. August 2010 um 20:09 Uhr

    @ Uli: Warum einen Keil zwischen die analoge und die digitale Kultur treiben? Warum nicht zumindest versuchen, die Möglichkeiten des Internets zu erkunden? (Genau wie die Risiken!). Wie ich sehe, gibt es inzwischen auch ein paar deutschsprachige Autoren, die das Netz als Möglichkeitsraum nutzen. Ich denke da nur an Viktor Karpoviak oder Arthur Missa, der seinen – typografisch übrigens sehr aufwendig gestalteten – Prosaband “Formenverfuger” komplett kostenlos und mit einer Creative-Commons-Lizenz versehen ins Netz gestellt hat. http://www.archive.org/details/FormenverfugerFormenverfger.StckeAusProsa
    Ob man freilich – wie Missa es tut – so weit gehen sollte, die Leser nicht nur zum Kopieren, sondern auch zum Verändern bzw. Weiterschreiben der eigenen Texte aufzufordern, sei erstmal dahingestellt, wiewohl zukünftig zu diskutieren.

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