Und wieder ein neuer Glavinic. Der österreichische Autor ist mittlerweile nicht nur einer der vielseitigsten im deutschsprachigen Raum, sondern auch einer der vielschreibendsten.
Hatte Thomas Glavinic gerade noch im Frühjahr dieses Jahres mit »Lisa« einen fulminanten Internet-, Paranoia- und Drogenroman um einen Webradio-Moderator präsentiert, ist er nun »Unterwegs im Namen des Herrn«.
Es ist der scheinbar autobiografische Bericht einer Pilgerbusreise nach Medjugorje in Bosnien. Ein Buch, dem aber leider der göttliche Beistand im entscheidenden Moment fehlte.
Tom nennt sich die Hauptfigur im neuen Roman »Lisa« von Thomas Glavinic. Tom ist davon überzeugt, dass die brutale Serienmörderin Lisa hinter ihm her ist und daher zieht er sich mit seinem Sohn in ein Ferienappartment in den Alpen zurück. Von dort betreibt er ein Internet-Radio und Glavinics Roman ist ein Monolog des Moderators mit Hörer und Leser.
Aus der Perspektive des klassisch unzuverlässigen Erzählers zu schreiben, der Unmengen an Kokain und Alkohol zu sich nimmt, hat Thomas Glavinic großen Spaß gemacht.
Dass Thomas Glavinic auf Facebook nun auch Fans statt Leser hat, findet er doof. Er sei ja schließlich nicht Robbie Williams.
Tom nimmt Drogen und betreibt ein Internet-Radio. Mit seinem Sohn hat er sich in einem einsamen Ferienhaus in den Bergen verschanzt. Tom ist überzeugt davon, dass ihn die brutale Serienmörderin Lisa umbringen will. Das Webradio ist sein einseitiger Kontakt zur Außenwelt.
»Lisa« ist ein irrer Radio-Monolog und der neue Roman von Thomas Glavinic, der sich erneut in die dunklen und gruseligen Randgebiete des Alltäglichen begibt.
literaturcafe.de hat Toms Webradio Wirklichkeit werden lassen. Man kann es auf der eigenen Website einbinden – mit einer markanten und bekannten Stimme, die Ihnen sehr bekannt sein dürfte.
Immer noch ist Thomas Glavinic verwundert darüber, dass viele Leser das wirklich glaubten, was er in seinem letzten Roman »Das bin doch ich« geschrieben hat. Dabei war es nur eine Satire über das Literatenleben. Vielleicht hätte er seinen Ich-Erzähler nicht Thomas Glavinic nennen sollen. Aber dann, so Glavinic im Gespräch, hätte der Roman nicht funktioniert.
Sein neues Werk »Das Leben der Wünsche« ist wieder traditioneller erzählt. Ein Roman, der Protagonist und Leser in dunkle Abgründe reißt. Und alles nur, weil sich die Wünsche der Hauptperson auf mysteriöse Weise plötzlich erfüllen.
Wollte Glavinic den Märchen-Mythos der berühmten drei Wünsche entzaubern? Nein, sagt Glavinic, darum sei es ihm nicht gegangen. Märchen konnte er nie leiden. Er wollte herausfinden, welche Katastrophen entstehen, wenn sich nicht nur die bewussten, sondern auch die unbewussten Wünsche erfüllen.
Kaum ein deutschsprachiger Autor ist wandlungsfähiger als der in Wien lebende Thomas Glavinic. Daher lautet die Antwort auf Frage, ob demnächst von ihm wieder ganz was anderes zu erwarten sein wird, nur kurz: »Ja.«
Thomas Glavinic: Das Leben der Wünsche: Roman. Taschenbuch. 2011. Deutscher Taschenbuch Verlag. ISBN/EAN: 9783423139830. EUR 9,90 (Bestellen bei Amazon.de) Thomas Glavinic: Das Leben der Wünsche: Roman. Gebundene Ausgabe. 2009. Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG. ISBN/EAN: 9783446233904. EUR 21,50 (Bestellen bei Amazon.de) Thomas Glavinic: Das Leben der Wünsche: Roman. Kindle Edition. 2009. Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG (Bestellen bei Amazon.de) Anna Katharina Michalski: Wirklichkeit im Werk von Thomas Glavinic: ,Der Kameramörder' und ,Das Leben der Wünsche'. Broschiert. 2011. AVM - Akademische Verlagsgemeinschaft München. ISBN/EAN: 9783869241852. EUR 34,90 (Bestellen bei Amazon.de)
»Mein nächster Roman wird wieder etwas dunkler und düsterer werden«, sagte Thomas Glavinic auf der Frankfurter Buchmesse 2007. Er hatte seinerzeit das geschafft, worauf der Protagonist seines Romans Das bin doch ich vergeblich hoffte: Glavinic war auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises. Das Interessante dabei: Der Protagonist des Romans ist ein reichlich hypochondrisch veranlagter österreichischer Autor mit Namen Thomas Glavinic!
Witziger, selbstironischer und gnadenloser ist wohl noch kein Autor mit sich umgesprungen, wo man doch weiß, dass der durchschnittliche Romanleser grundsätzlich davon ausgeht, dass ein Autor restlos alles, worüber er schreibt, auch selbst erlebt hat.
Bei der Buchpreisjury konnte Glavinic damit punkten, denn die Branche liebt selbstironische Bücher von Autoren über Autoren.
Und jetzt also das neue, das in der Tat wieder etwas dunklere oder muss ich sagen: das wunderbar dunkle neue Buch?
Viele waren im letzten Jahr erstaunt darüber, dass das Buch »Die Arbeit der Nacht« von Thomas Glavinic nicht einmal auf der Longlist zum Deutschen Buchpreis stand. In diesem Jahr hat er es geschafft und landete – durchaus zum eingenen Erstaunen – auf der Shortlist, d.h. unter den nach Meinung der Jury sechs besten Romanen des Jahres 2007.
»Das bin doch ich« zu lesen macht Spaß und es ist ein mutiges Buch. Darin spielt ein hypochondrischer, von vielen Ängsten geplagter Buchautor die Hauptrolle, der für sein neues Werk einen Verlag sucht und schließlich findet. Dennoch hält er sich für unterschätzt, denn: »Der weltbeste Schriftsteller, das bin doch ich!« Die Hauptfigur des Romans trägt den Namen Thomas Glavinic, das Buch heißt »Die Arbeit der Nacht« und der Verlag Hanser.
Eine der häufigsten Leserfragen lautet: »Wieviel im Buch ist autobiografisch?«. Es besteht also die akute Gefahr, dass viele den Thomas Glavinic im Buch mit dem Autor Thomas Glavinic gleichsetzen. Aber wer stellt sich schon gerne als von Neurosen geplagter Hypochonder dar? Thomas Glavinic, der literarisch einer der wandlungsfähigsten deutschsprachigen Autoren ist, macht dieses Spiel offenbar Spaß.
Mehr über Thomas Glavinic ist auf seiner Website www.thomas-glavinic.de zu erfahren, auf der nachwievor der Podcast zu »Die Arbeit der Nacht« zu hören ist, in dem Glavinic und Wolfgang Tischer vom Literatur-Café durch ein menschenleeres Wien laufen.
Thomas Glavinic: Das bin doch ich: Roman. Taschenbuch. 2010. Deutscher Taschenbuch Verlag. ISBN/EAN: 9783423138451. EUR 9,90 (Bestellen bei Amazon.de) Thomas Glavinic: Das bin doch ich: Roman. Gebundene Ausgabe. 2007. Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG. ISBN/EAN: 9783446209121. EUR 19,90 (Bestellen bei Amazon.de)
Die Arbeit der Nacht von Thomas Glavinic ist für mich ein ganz besonderer Roman. Noch bevor er in den Feuilletons überaus positiv besprochen wurde, verbrachte ich zusammen mit dem Autor einen Tag in Wien, um den Podcast www.die-arbeit-der-nacht.de zu produzieren. Ich bemerkte damals, dass in der Herbstvorschau des Hanser Verlags noch kein Hörbuch zu diesem Roman angekündigt wurde. Da dies bei anderen Titeln durchaus geschah, nahm ich es als Indiz, dass auch der Verlag nicht sicher war, ob das Buch ein Erfolg werden würde. Aber es wurde einer.
Jetzt, gut ein halbes Jahr später, hat sich HörbucHHamburg die Rechte gesichert und veröffentlicht Die Arbeit der Nacht als Hörbuch, gelesen von Heikko Deutschmann. Es gab in letzter Zeit kein Hörbuch, auf das ich mit größerer Spannung gewartet hätte. Wie gut hat man Glavinic’ grandiosen Roman akustisch umgesetzt?
Vermute, dass die Typen, die tagsüber am Hauptbahnhof Abos der Süddeutschen verticken, nachts als Türsteher arbeiten.10.02.2012 12:54 Uhrfrom Tweetings for iPhone
Vermute, dass die Typen, die tagsüber am Hauptbahnhof Abos der Süddeutschen verticken, nachts als Türsteher arbeiten.10.02.2012 12:54 Uhrfrom Tweetings for iPhone
Die Veranstaltungen sind vorbei. Die Abschlussfeier läuft. Danke an alle Besucher. Bis zum nächsten Jahr!17.09.2011 22:36 Uhrfrom web
Zum Abschluss heute abend: Susanne Heinrich, Thalstroem und das Eb: „WIR“ - eine Performance. Es gibt noch Karten! http://t.co/SRwkjbL817.09.2011 16:17 Uhrfrom web
Und das Forum des BBC World Service: Warum Grün das neue Rot ist mit Paul Harding, Tanja Dückers & Luis Berrios-Negron http://t.co/BmqLrM8d17.09.2011 09:58 Uhrfrom web
Um 14 Uhr beginnen wir mit 2 Veranstaltungen: THEATERTREFFEN: NEUE DRAMATIK AUS EUROPA. Lesungen und Autorenportraits http://t.co/yMu9bUpj17.09.2011 09:56 Uhrfrom web
Der letzte Festivaltag ist angebrochen. Letzte Chance dieses Jahr eine der tollen ilb-Veranstaltungen zu besuchen! #ilb201117.09.2011 08:59 Uhrfrom web
Forum d. BBC World Service: Gedanken der erfolgreichsten Schriftsteller und Denker: Warum Grün das neue Rot ist. Infos: http://t.co/2yZgqEts15.09.2011 16:58 Uhrfrom web
Das Forum des BBC World Service in Berlin! "Gedanken der erfolgreichsten Schriftsteller und Denker" Ist Berlin ein kulturelles Wunderkind?15.09.2011 16:56 Uhrfrom web
RT @literaturwelt: Gary Shteyngart mit „Super Sad True Love Story“ auf dem Berliner Literaturfestival: „I thought that Russia would... h ...15.09.2011 13:45 Uhrfrom web
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