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Stichwort: Charlotte Roche

Alle Beiträge, die von der literaturcafe.de-Redaktion mit dem Stichwort »Charlotte Roche« versehen wurden.

Beitrag vom 17. Oktober 2015 | Rubrik: Buchkritiken und Tipps, Literarisches Leben

Cybris: Lobos Lob war eine Lüge

Screenshot aus dem Video mit Sascha Lobo und Volker Weidermann, in der die beiden über das angebliche Buch Cybris diskutieren.

Screenshot aus dem Video mit Sascha Lobo und Volker Weidermann, in der die beiden über das angebliche Buch Cybris diskutieren

Am Buchmesse-Freitag am Stand des SPIEGEL treffe ich Sascha Lobo. Ich erkundige mich nach seinem Projekt Sobooks und den neuesten Kooperationen. Ob er jetzt auf die Bühne am SPIEGEL-Stand müsse?, frage ich. Nein, sagt Lobo, da sei er gerade gewesen.

Zusammen mit Literatur-Redakteur und Quartett-Moderator Volker Weidermann habe er soeben aufgelöst, dass seine hymnische Besprechung des Romans Cybris im LITERATUR SPIEGEL eine Fake gewesen sei. Weder die Autorin Carol Felt noch das Buch existieren. Auch die Website des österreichischen Verlag der Illusionen ist ein potemkinsches Dorf.

Beitrag vom 28. September 2015 | Rubrik: Buchkritiken und Tipps, Literarisches Leben

Blattkritik: Der LITERATUR SPIEGEL auf der Couch

Wolfgang Tischer sieht sich den LITERATUR SPIGEL an

Erstmals liegt dem SPIEGEL in dieser Woche der LITERATUR SPIEGEL bei (Ausgabe vom 26.09.2015). Wolfgang Tischer hat es sich am Sonntag auf dem Sofa gemütlich gemacht und blättert mit Ihnen im Video die neue Literaturbeilage durch.

Beitrag vom 16. August 2011 | Rubrik: Buchkritiken und Tipps

Schoßgebete von Charlotte Roche: Gruppensex mit Alice Schwarzer

Stapel: »Schoßgebete« von Charlotte Roche in einer Buchhandlung»Schoßgebete« ist da. Das zweite Buch von Charlotte Roche und der Nachfolger von »Feuchtgebiete« ist seit einer Woche in den Buchhandlungen erhältlich. Und genauso zuverlässlich, wie der Medienhype beginnt, nervt das Gejammer derer, die das Geschreibsel schrecklich, den Rummel verächtlich und das perverse Buch ohnehin nicht als Literatur bezeichnen.

Ob es klug war, das Werk mit einer 15-seitigen Sex-Szene zu beginnen, in der sich Fans und Feinde in ihren Vorurteilen bestätigt sehen?

Beitrag vom 25. Juni 2008 | Rubrik: Buchkritiken und Tipps

Feuchtgebiete für alle! Literaturkritik für alle!

Feuchtgebiete und Mieses KarmaWir müssen reden. Und zwar darüber, wie aktuell über Literatur geredet wird.

Feuchtgebiete ist derzeit nicht nur Nummer 1 der Bestsellerliste, sondern auch bei Google der Suchbegriff Nummer 1, mit dem die Leute auf das literaturcafe.de stoßen. Die Kommentare zu einer Kritik des Debutromans von Charlotte Roche sind zahlreich.

Wörter wie »Ekel« und »widerlich« beherrschen die Diskussion. Und natürlich nicht nur im literaturcafe.de, sondern auch in anderen Medien. Ich habe Leute in meinem Bekanntenkreis, von denen ich nicht einmal geglaubt habe, dass sie wissen, dass es Fachgeschäfte für Bücher gibt. Doch selbst die haben sich »Feuchtgebiete« gekauft. Natürlich nur, um das Buch nach wenigen Seiten angeekelt und angewidert wegzulegen und hinterher immer und überall zu erzählen, dass man es nicht verstehe, dass derzeit immer und überall über dieses widerliche Machwerk geredet werde. »Literatur«, so hört man es laut und deutlich, »Literatur sei so was ja wohl nicht.«

Und plötzlich werden an den viel zitierten Stammtischen dieselben Fragen erörtert wie in den Feuilletons.

Ist das nicht großartig!

Beitrag vom 22. März 2008 | Rubrik: Buchkritiken und Tipps

Gegen alle Tabus: »Feuchtgebiete« von Charlotte Roche

Feuchtgebiete von Charotte RocheHelen Memel ist spektakulär. Helen ist 18 und hat einen roten Riesenpo, aus dem Hämorrhoiden und eine Wundblase heraushängen, und zwar so, dass jeder es sieht – seit sie nach einer missglückten Intimrasur seitwärts im Krankenhausbett liegt und auf ihre Operation wartet.

So kauert sie im Hospital und lenkt sich ab von ihrer Angst vor der OP. Es kommt der Pfleger Robin, es folgen OP und Schmerzen, die Heilung, dann noch eine OP und zwischendurch Besuch von Mama, von Papa sowie jede Menge absolut laut gedachter Gedanken und Spleens rund um Sex und Körperlichkeit. Um genau zu sein, geht es um »Kackeschwitzen«, Muschischleim, trüffeligen Smegmageschmack & Co.

Der Handlungsort des Romans ist das Krankenhaus, ein Ort, an dem per se jeder Mensch auf seine körperlichen Vorgänge heruntergebrochen wird – von außen, also seitens des Klinikpersonals, wie von innen, d.h. in Hinsicht auf Angst, Scham und widerwillige Kooperation: Offenbarung der Regelmäßigkeit des Stuhlgangs. Das psychologische Gerüst der Geschichte fußt auf Helens irrwitzigem Glauben, sie könne durch ihre Arsch-OP ihre geschiedenen Eltern am Krankenhausbett wieder vereinen – des Scheidungskindes sehnlichster, zarter Wunsch.

Beitrag vom 17. März 2008 | Rubrik: Willms' Woche

Willms’ Woche: Intimrasur, Sex und virtuelle Welten

Willms' WocheJede Woche blickte Jennifer Willms in den Jahren 2007/2008 knapp und subjektiv auf die aktuellen literarischen Jahrestage.

Die Zeiten, in denen Helden zum Mond oder zum Mittelpunkt der Erde reisten, sind längst vorbei. Mit dem Einzug des PCs in den Alltag eroberte ein neues Medium die Literatur: der Cyberspace. Geprägt wurde der Begriff von William Gibson, der 1984 – im Geburtsjahr des Macintosh – den Hacker Case in das virtuelle Abenteuer »Neuromancer« schickte. Der Roman ist der Auftakt zu einer Trilogie, die als Vorreiter des Cyberpunk gilt, eine Art Film Noir der neuen Sci-Fi-Literatur – dunkel, brutal und aussichtslos. Natürlich hat Gibson das Genre nicht neu erfunden, bereits in den 60er Jahren schuf Philip K. Dick mit »Träumen Androiden von elektrischen Schafen?« (aka »Bladerunner«) eine Dystopie von Kultstatus, auf die seitdem viele Cyberpunk-Autoren gerne zurückgreifen. Mit »Neuromancer« beschritt William Gibson, der am 17. März 60 Jahre alt wird, jedoch ganz neue Wege. Menschen, die ihre Nerven mit dem Cyberspace vernetzen – so etwas hatte es in der Form noch nie gegeben. Noch immer liest sich das Abenteuer extrem spannend und schwindelerregend schnell – auch für Computerlaien.

Neue Wege schlägt auch Charlotte Roche ein – neue Wege des Ekels könnte man sagen.