In der Rubrik »Notizen« finden Sie interessante Fundstücke und Hinweise, die in keine der anderen Rubriken so recht hineinpassen wollten.
An Halloween, der Nacht auf den 1. November, kramen wir traditionsgemäß in unserem Archiv, um Ihnen die besten Grusel- und Horrorgeschichten zu präsentieren, die wir im Laufe der Jahre gesammelt haben. Und zunächst sei auf die Erklärung hingewiesen, was es mit Halloween auf sich hat. Dazu gibt es ein kleines Gedicht.
Zum Hören gibt es die Gruselgeschichte »Nur eine Amsel« von Birgit-Cathrin Duval, die just am 31. Oktober spielt. Sie sollten heute besser nicht im Wald joggen gehen! Gelesen wird die Story von Nadia Zaboura.
Ebenfalls als MP3-Download steht im Literatur-Café ein Klassiker bereit: Edgar Allan Poe – »Das verräterische Herz«, gelesen von Wolfgang Tischer.
Zur Lektüre empfehlen wir gruselig Merkwürdiges: Peter Jüde: »Der Antiquar«, Susanne Sakel: »Die Wahrheit« und Wolfgang Tischer: »Eiskalt«.
Wir wünschen eine wohlige Gänsehaut beim Lesen und Hören!
Na sowas: In gleich vier Rubriken berichtet der aktuelle SPIEGEL 44/2008 darüber, dass die ARD das Buch »Ich bin dann mal weg« von Hape Kerkeling verfilmen will. Und Hellmuth Karasek hat offenbar einiges zum Rauswurf seiner Kollegin Elke Heidenreich beim ZDF zu sagen und zwar in den Rubriken TV-Kultur, ZDF, Fernsehstars und Journalisten. Klar, passt ja alles. Oder wie sonst ist die aktuelle Inhaltsangabe des SPIEGEL auf SPIEGEL ONLINE zu interpretieren?
Gestern Nachmittag ein Anruf des Kultursenders arte in der Redaktion des Literatur-Cafés.
»Ich habe Ihre Telefonnummer vom Eichborn Verlag. Sie interviewen doch auf der Messe auch Sven Regener.«
»Ja.«
»Ich wollte nur fragen, ob es in Ordnung ist, wenn wir das filmen?«
Der Angerufen ist kurz verwirrt. arte will unser Interview mit Sven Regener filmen? Womöglich dann auch noch gleich im Abendprogramm ausstrahlen?
»Äh ja.«
»Wir machen nämlich einen Film über Sven Regener auf der Messe und wollen auch zeigen, wie oft er interviewt wird.«
»Achso ja, klar, filmen Sie nur.«
Und ab heute bloggt Regener auch auf SPIEGEL ONLINE über die Buchmesse. Unter anderem auch darüber, dass arte ihn bei Interviews filmt. Was er wohl noch machen muss? Strichliste darüber führen, wie oft er welche Frage von den Interviewern gestellt bekommt? Das ist aber alles meta Meta. Am besten wir fragen ihn im Interview, wie es ist zu bloggen, dass man gefilmt wird, während man Interviews gibt. Meta, meta, meta in dieser Woche im Buchmesse-Podcast 2008 des Literatur-Cafés.
Der Schriftsteller Hermann Mensing war und ist immer ein gern gesehener Gast im Literatur-Café. Mit zahlreichen kreativen literarischen Aktionen und Texten fiel er nicht nur im Literatur-Café auf, denn auch seine eigene Website ist immer wieder einen Besuch wert und daher schon länger bei unseren Linktipps zu finden.
Jetzt ist Hermann Mensings Kurzhörspiel »Die Prinzessin« für den ARD-Newcomer-Wettbewerbs »Premiere im Netz« nominiert. Sein Hörspiel und die der zehn anderen Nominierten können auf der Website der ARD angehört werden. »Die Prinzessin« wurde von Hermann Mensing produziert, der gleichzeitig auch als Sprecher auftritt. Die Musik des 12 Minuten langen Hörstücks stammt von Marc Brenken, Sven Otte und Bernd Gremm.
Eine Fachjury kürt nun unter den nominierten Werken den Gewinner, der dann auf den ARD-Hörspieltagen am 8. November 2008 im Karlsruher ZKM verkündet wird.
Wir drücken Hermann Mensing die Daumen und sagen: »Herzlichen Glückwunsch zur Nominierung!«
Ab und zu erreichen uns auch Fragen zu Rechtschreibproblemen; nun, das schmeichelt uns, denn wir bemühen uns zwar redlich, sind aber eigentlich keine Spezialisten. Doch in diesem Fall sind wir uns einig: Es muss »Mann, das gibt’s doch nicht!« heißen.
Diese Formeln am Anfang oder Schluss eines Satzes gehören grammatisch zu den Gesprächspartikeln. Sie sollen Aufmerksamkeit hervorrufen, was meist noch durch erhöhte Lautstärke unterstützt wird. Verbreitet sind für diesen Zweck religiöse Beschwörungsformeln wie Jesus, Gott, Joseph & Maria, Herrgott, Teufel noch mal, Himmel u.s.w., häufig erweitert durch die Präposition bei (siehe auch Asterix: Beim Teutates), oder weltliche wie etwa Mensch oder Mann.
Dass Baden-Württembergs Ministerpräsident Oettinger mit Kunst und Kultur wenig anfangen kann und ihm insbesondere auch literarische Werte reichlich schnuppe sind, hat er bereits bewiesen. Da erstaunt es nicht, dass Baden-Württemberg zusammen mit den Ländern Brandenburg, Bremen, Hessen, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein die Künstlersozialkasse (KSK) abschaffen will.
Ein Schlag ins Gesicht von Künstlern und Journalisten, der wieder einmal zeigt, wie gering Kunst und Kultur in diesem Lande von der Politik geschätzt werden, weil wirtschaftliche Interessen offenbar grundsätzlich wichtiger sind.
Weil die Abwicklung der KSK-Beiträge sei nicht »unternehmerfreundlich« ist, soll als Ergänzung zum »Mittelstandsentlastungsgesetz« die KSK abgeschafft oder reformiert werden, wie FOCUS und Tagesspiegel berichten.
Die Version 5.0 des Duden-Korrektors für Microsoft Office ist auf dem Markt. Demnächst sollen auch die neuen Versionen für OpenOffice und Adobe InDesign erscheinen.
Der Korrektor ersetzt die eingebaute Rechtschreibprüfung der Office-Anwendungen durch eine wesentlich leistungsfähigere aus dem Hause Duden.
Der Vorgängerversion bescheinigte das Computermagazin c’t hervorragende Korrekturleistungen, die weit über denen der eingebauten Rechtschreibprüfungen liegen. Eine Wertung, der wir uns damals absolut anschließen konnten. Doch in den Nutzer-Kommentaren bei unserem Test der Version 4.0 und auch bei Amazon wurde immer wieder bemängelt, dass bei der Aktivierung sämtlicher Korrekturoptionen die Textverarbeitung gnadenlos langsam wurde und kein sinnvolles Arbeiten mehr möglich war.
Nach unserem damaligen Test der Version 4 haben wir uns nun die Version 5.0 in der PLUS-Version angeschaut.
Ein fotokopierter DIN-A4-Zettel im Kassenbereich eines bekannten Elektronikmarktes. Vielleicht der Grund, warum man den alten Werbeslogan doch nicht mehr für passend hielt. Gesehen am 28. August 2008.
Gegenvorschlag: »Rückgabe oder Umtausch von Software nur in ungeöffneter Originalverpackung.«
Und obwohl wir hier in Deutschland sind, möchte man als Kunde nicht mit ACHTUNG! angebrüllt werden. Und auch die übrigen Ausrufezeichen sind nicht wirklich nett. Das kann man doch höflich und in normaler Lautstärke sagen. Wie wäre es mit einem »Bitte beachten Sie:«? Ansonsten signalisieren die Ausrufezeichen doch zu sehr den ungeschriebenen Zusatz: »Du Depp!«
Und wer den Nominalstil vermeiden möchte, der kann auch persönlicher schreiben: »Bitte beachten Sie, dass wir Software nur in der ungeöffneten Originalverpackung zurücknehmen oder umtauschen können.«
»(…) rollende Augen, geballte Fäuste, stampfende Füße, heisere Aufschreie (…)! Fremde Menschen fielen einander schluchzend in die Arme, Frauen wankten, einer Ohnmacht nahe, zur Thüre. Es war eine allgemeine Auflösung wie im Chaos, aus dessen Nebeln eine neue Schöpfung hervorbricht.«
Solche Reaktionen gibt es heutzutage nur noch bei der »Feuchtgebiete«-Lektüre. Jedoch beschreiben diese Sätze die Wirkung eines Theaterstückes auf die Zuschauer. Ein Werk, das man heute definitiv zu den Klassikern zählt; woran man wieder einmal sieht, dass sich die Sicht auf einen Text und die Reaktionen darauf durchaus in 230 Jahren erheblich ändern können.
Heute bringt dieses Werk lediglich Teenager zum Kichern, wie Natalie Puttkammer in ihrem monatlichen Quiztext und als Theaterbesucherin feststellen muss. Wie immer können Sie mitraten.
Wer und wessen Werk war es?
Der amerikanische Nachrichtensender CNN zeigt am kommenden Samstag und Sonntag (9. und 10. August 2008) eine Dokumentation über »The spirit of storytelling« – den Geist des Geschichtenerzählens. Darin kommen die Autoren Paolo Coelho, Isabel Allende, Nadine Gordimer und Doris Lessing zu Wort. Und auch Kurt Vonneguts Schreibregeln werden beleuchtet.
Nachtrag: Der Beitrag ist nun in drei Teilen auch im Internet anzusehen (Teil 1, Teil 2, Teil 3).
Was macht gutes Schreiben und Geschichtenerzählen aus? Welche Rolle spielt es in der heutigen digitalen Welt? »Es ist erstaunlich«, so ist auf der CNN-Website zur Dokumentation zu lesen, »wie viele Bücher, Filme, Theaterstücke und sogar betrunkene Freunde auf Partys vergessen, dass eine gute Geschichte in erster Linie unterhalten muss.« Und wie sieht es mit dem belehrenden Aspekt einer guten Story aus?