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Beitrag vom 24. Februar 2013 | Rubrik: Schreiben

Bitte nicht: Die 5 peinlichsten Romananfänge von Hobby-Autoren

FenstergriffKann man einen schlechten Roman schon am ersten Satz erkennen? Unsere Erfahrung zeigt: leider ja. Es gibt Romananfänge, die nichts Gutes erwarten lassen, denn sie sind kitschig, langweilig und ausgelutscht – weil bei Hobby-Autoren überaus beliebt.

Wir haben eine Liste der peinlichsten Romananfänge erstellt, die man als Autorin oder Autor besser vermeiden sollte.

Platz 5: Die Rechtfertigung

Bevor es losgeht, schreiben Sie erst einmal, warum Sie schreiben. Ist dies Ihr erster Roman? Was hat Sie zur Geschichte inspiriert? Welchen autobiografischen Hintergrund gibt es? Beruht alles auf persönlichen Erfahrungen? Wem müssen Sie für die Inspiration danken? Womit wollen Sie den Leser auf den kommenden Seiten langweilen? Welche Fehler (Rechtschreibung, Kommasetzung, …) soll er Ihnen schon jetzt großzügig verzeihen?

Wenn Sie es nicht schaffen, einen spannenden Einstieg hinzubekommen, rechtfertigen Sie sich vor dem Leser erst einmal ausgiebig in einem Vorwort.

Platz 4: Die Empörung

Wörtliche Rede ist immer besser als eine langatmige Beschreibung. Das haben Sie sicherlich im letzten Schreibkurs gelernt. Also gehen Sie gleich in die Vollen:

  • »Ich fasse es nicht!«, ruft Rita atemlos, als sie ihre Einkaufstaschen abstellt.
  • »Euch werde ich es zeigen!«, brüllte der dicke Mann im Unterhemd aus dem Fenster.

Verwenden Sie möglichst lautmalerische Verben, und vermeiden Sie das langweilige »sagen«. Damit haben Sie sich die Aufmerksamkeit des Lesers erst einmal gesichert.

Jetzt besteht die Chance, dem Leser auf den nächsten drei Seiten genau zu erläutern, was denn da Ungeheuerliches oder Empörendes passiert ist. Schildern Sie es möglichst haarklein und lückenlos, denn der Leser ist schließlich neugierig. Beschreiben Sie Stimmungen und Gefühle ausführlich und im Detail, um den Leser bei der Hand zu nehmen und zu leiten.

Platz 3: Das Fenster

Die Gründe, warum in schlechten Romanen in den ersten zwei Sätzen überdurchschnittlich oft ein Fenster erwähnt ist, liegen im Dunkeln. Aber es ist eine Tatsache. Da blicken Leute »gedankenverloren aus dem Fenster«, und zwar in fast allen Fällen »hinaus«. Dort sehen die Protagonisten meist nächtliche Straßenlaternen, Regen, Nebel, graue Häuser oder die Unendlichkeit eines pechschwarzen Nachthimmels, bei dem der Mond von dunklen Wolken verhangen ist.

Wenn Sie noch mal Platz 4 betrachten wollen: Dort haben wir bereits heimlich ein Fenster eingebaut.

Platz 2: Die Rückblende

Die Rückblende ist eng mit der Empörung verwandt. Nur noch langweiliger. Beginnen Sie mit einem einen banalen Satz wie: »Hans saß am Straßenrand.« Vermeiden Sie anschließend alles, was die Geschichte voranbringt, sondern blicken Sie zurück. Beantworten Sie dem Leser brennende Fragen wie: Warum sitzt Hans da? Wie kam er da hin? Und was hat Hans vor einem Jahr um diese Zeit gemacht? Nur so können Sie Ihrer Figur Tiefe geben, und der Leser fühlt sich gut informiert, bevor die Handlung auf Seite 10 weitergeht. Oder noch besser: Schreiben Sie erst noch ausführlich, wie Hans sich fühlt und woran er denkt. Die Handlung kann auch bis Seite 20 warten.

Platz 1: Das Erwachen

Beginnen Sie einen Roman damit, dass Ihre Hauptperson erwacht. Romananfang gleich Tagesanfang: Das klingt nach einem logischen Zusammentreffen.

Und das Aufwachen können Sie als Autor ja ganz unterschiedlich ausgestalten. Von einem »Plötzlich schreckte er schweißgebadet hoch« bis hin zu einem »Als sie erwachte, wusste sie zunächst nicht, wo sie war«.

Lassen Sie den Leser zusammen mit dem Protagonisten erwachen, lassen sie die beiden anschließend gemeinsam in den Spiegel schauen oder sich an den Abend davor erinnern. Denn dann haben Sie – oh wie wundervoll – die Möglichkeit einer Rückblende! Lassen Sie Ihren Protagonisten jedoch zuvor unbedingt noch aus dem Fenster schauen.

28 Kommentare zu diesem Beitrag lesen

  1. A. Rebentisch schrieb am 24. Februar 2013 um 12:13 Uhr

    Das fehlt mir aber die ratternde Eisenbahn.

  2. A.N. schrieb am 24. Februar 2013 um 12:40 Uhr

    .. und das Wetter vor allem. *lol*

    Man darf alles, wenn es der Geschichte dient. Imho.

  3. Sabine schrieb am 24. Februar 2013 um 13:10 Uhr

    Also — ich stimme dem nicht zu. Ich glaube nicht, dass es per se langweilige Situationen gibt. Es ist nur, was man daraus macht. Kafkas Urteil beginnt mit einem Blick aus dem Fenster — und einige der selbst ernannten Schreiber und Richtern anderer Leute Werke moegen sich besinnen, dass wir dieses Werk heute noch lesen. Und es ganz sicher nicht langweilig ist.

  4. Quixota schrieb am 24. Februar 2013 um 13:10 Uhr

    wie sind sie zu diesen ergebnissen gelangt? zehntausend ‚schlechte‘ und zehntausend ‚gute‘ romane gelesen und anfänge verglichen?

    am besten beginnt man dann wohl mit: er hätte gerne aus dem fenster gesehen, wagte es jedoch nicht, aus furcht, in einem schlechten roman vorzukommen. ‚was für eine schweinerei!‘, hätte er gerne gerufen, aber er wollte nicht unnötig empört erscheinen, gleich zu beginn.

    herrje. literaturkritiker sind wirklich manchmal eine pest. besonders, wenn sie lustig sein wollen.

  5. Gabriele Hefele schrieb am 24. Februar 2013 um 13:30 Uhr

    Ein Vorwort kann durchaus Sinn machen! Ich habe mal Für und Wider zusammengestellt:
    http://pagewizz.com/wie-sinnvoll-ist-ein-vorwort-zum-buch/

    Und der Leser hat ja die Freiheit, es zu überblättern!
    Gruß
    G.H.

  6. Susanne Gerdom schrieb am 24. Februar 2013 um 18:30 Uhr

    Beinahe das Amüsanteste an diesem amüsanten Artikel sind die Kommentatoren, die sich auf die Füße getreten fühlen. ;-)

  7. xander morus schrieb am 24. Februar 2013 um 21:13 Uhr

    don´t start with the weather report, ein herrlicher tip von elmore leonard.
    – ein schöner artikel

  8. Pat McCraw schrieb am 24. Februar 2013 um 21:14 Uhr

    Kann man einen schlechten Artikel schon am ersten Satz erkennen? Meine Erfahrung zeigt: Leider ja. ;)

  9. Kai Seuthe schrieb am 24. Februar 2013 um 21:36 Uhr

    Naja, da gibt es aber bessere ironische Artikel. Ich denke, diese Auflistung entspricht nur dem Geschmack des Autors.

  10. Juergen schrieb am 25. Februar 2013 um 09:14 Uhr

    DANKE DANKE DANKE DANKE
    Alles schon dutzendfach in Manuskripten gesehen.
    Und meine Frau meint immer: „Nun lies doch mal weiter, vielleicht lohnt es sich ja doch.“
    NEIN, tut es nicht.

  11. Carsten schrieb am 25. Februar 2013 um 10:01 Uhr

    „Als Gregor Samsa eines Morgens aus unruhigen Träumen erwachte, fand er sich in seinem Bett zu einem ungeheueren Ungeziefer verwandelt.“

  12. Rouven schrieb am 25. Februar 2013 um 11:56 Uhr

    wenn einer wie einer einen guten roman angefangen hat anfängt, dann ist es schon irgendwie peinlich. die leute wollen meist was neues für ihr geld. wenn sie dann erkennen der roman ist aus unzähligen passagen anderer hochwertiger romane zusammengeschustert (der hat dann natürlich eine neue story, aber es fällt dem leser dauernd auf, dass man diese schöne formulierung schon kennt), dann wird es einem schon irgendwie seltasm zumute.

  13. ThorstenDeSaint schrieb am 25. Februar 2013 um 12:19 Uhr

    Ich fürchte hier versucht sich ein mit sich selbst unzufriedener Mensch (der niemals erfolgreicher Schriftsteller werden wird, weil er sich in kleinlichen Schreibregeln verfängt — wahrscheinlich Schnell-/Vielleser und stolz darauf) darin sein eigenes, angeschlagenes Selbstvertrauen in der Diffamierung des Werks anderer zurückzuerobern. Zu Unrecht, denn wer die Anfänge der „großen“ Autoren kennt, wird mit Leichtigkeit feststellen, dass sie ähnliche Fehler — zum Teil weitaus schlimmere — gemacht haben. Meine ersten fünf Bücher passen wahrscheinlich zu allen fünf bemängelten Buchanfängen und zwei dieser fünf würden mir auch ohne spätere Werke — ganz allein — dieses komfortable Leben, dass ich jetzt führe, ermöglichen. Ein Autor sollte sich niemals durch das kleinliche Gezänk eines Kritikers oder „schießwütigen“ Lesers entmutigen lassen. Hätte ich das getan, hätte es ein (wohl recht bekanntes) zweites Buch niemals gegeben…

  14. A. P. Glonn schrieb am 25. Februar 2013 um 14:35 Uhr

    Selten so einen unreflektierten, dogmatischen Schwachsinn gelesen. War leider reine Zeitverschwendung, um die es mir gerade ein bisschen leid tut.

  15. Günter schrieb am 2. März 2013 um 00:32 Uhr

    Ratschläge sind gut, aber solche Dogmen helfen Hobby-Autoren nicht weiter. Und arrogante Kommentare, wie die von Jürgen, sicherlich auch nicht.

  16. Tim schrieb am 4. März 2013 um 09:35 Uhr

    Großartig. Kann man daraus nicht eine Reihe machen?
    Grüße,
    Tim

  17. Sascha schrieb am 4. März 2013 um 12:19 Uhr

    Willkommen an alle Forentrolls, alle die es werden wollen und allen, die hier einen „Senf“ dazugeben, um ihre Literaturagentur zu pushen (inkl. Backlink).Bravo.

  18. Oliver schrieb am 4. März 2013 um 16:45 Uhr

    Sehr arrogant bis gehässig kommt mir diese Auflistung schon vor. Undifferenziert und beliebig noch dazu. Wie weit sollen Schreibregeln gehen, denen man sich zu unterwerfen hat? Buchanfänge von Hobby- oder Profiautoren sollten alles dürfen und versuchen, wenn sie bei den Lesern, den Leserinnen usw. damit durchkommen und auf anhaltendes Interesse stoßen.
    Mir wäre lieber, Rezepte für gute, gelungene Romane zu erhalten, als ständig lesen zu müssen, wie man es auf gar keinen Fall machen darf.

  19. Jürgen schrieb am 5. März 2013 um 01:26 Uhr

    Die Frage ist, ob dieses Artikelchen ernst gemeint ist oder nicht? Sollte es ernst gemeint sein, schließe ich mich der Mehrzahl meiner Vorschreiber/innen an. Gerade scheinbare „Banalitäten“ üben einen gewissen Reiz aus, und warum sollte es Prologe nur bei Radrundfahrten geben?

  20. Anne Mehlhorn schrieb am 7. März 2013 um 13:53 Uhr

    Naja, das ist aber schon ein bisschen dünn, oder? Man erkennt nach den ersten paar Sätzen/Absätzen, ob ein Buch schlecht ist, aber bestimmt nicht, weil jemand gerade aufwacht oder aus dem Fenster guckt, sondern weil man über verqueren Satzbau und Stilblüten stolpert. Hatte mir von dem Titel des Artikels mehr erhofft …

  21. Yves Yaltenbrucker schrieb am 8. März 2013 um 13:13 Uhr

    Tja, liebe Kommentatoren, aus der Glosse spricht einfach die Erfahrung. Jeder Verlagslektor, der sich mit unverlangt eingesandtem herumschlagen muss, wird das bestätigen. Der Schluß „Kafka hat seinen Roman mit dem Aufstehen begonnen, ich beginne meinen Roman mit dem Aufstehen, also bin ich so gut wie Kafka“ ist halt unzulässig.
    Ja, es gibt hervorragende Texte, die mit einem empörten Aufstehen am Fenster beginnen. Auch moderne. Aber die sind halt sehr seltene Perlen.

  22. Sabine schrieb am 16. März 2013 um 20:51 Uhr

    Fallbeispiel zu Platz 4:

    „Zimmer mit Aussicht“ von Edward Morgan Forster beginnt so:

    „Dazu hatte die Signora kein Recht“, empörte sich Miss Bartlett, „in gar keiner Weise! Sie hat uns Südzimmer mit schöner Aussicht versprochen, gleich nebeneinander, und jetzt sind es Nordzimmer, die auf den Hof hinausgehen und auch noch weit auseinander liegen. Ach, Lucy!“

  23. ThorstenDeSaint schrieb am 19. März 2013 um 20:30 Uhr

    Als pseudonymer, erfolgreicher Autor, der sein erstes Manuskript „unverlangt“ eingesandt hat muss ich mich wirklich bei meinem Verlag bedanken, dass ich nicht von einem „Verlagslektor“-Schnösel gelesen wurde, der seine ganze Erfahrung „aus der Glosse“ hat ;).
    Kein Wunder wenn es mit den Verlagen bergab geht…
    Es sind die „unverlangt“-en, wenig plausiblen Kommentare arroganter Selbstdarsteller, die dem Buchgeschäft mehr Schaden zufügen, als jeder Verlag — selbst der doch reichlich semiprofessionell wirkende Selbstverlag — es jemals wieder gutmachen könnte…
    Ich bitte um Verzeihung für die teils harten Worte, aber man sieht als Autor nicht ganz gerne dabei zu, wie der eigene Broterwerb zerstört wird…

  24. hans kasper schrieb am 27. März 2013 um 07:54 Uhr

    Auch Gregor Samsa erwachte anfänglich, oder? Also wie oder was.
    Weisen Sie schlechten Texten doch bitte signifikanter gewisse Schwächen nach.
    Das ist natürlich viel anstrengender.

  25. Yvonne schrieb am 5. Juli 2013 um 21:57 Uhr

    Der größte Schwachsinn aller Zeiten…
    Und im Übrigen schlecht geschrieben!

  26. never get it schrieb am 8. März 2015 um 03:06 Uhr

    Selten so viel unsinn gelesen. Die Schreiberin dieses Artikel hat noch nie was von Tropes gehört. Grundbausteine jeder Literatur sind Normen und Ereignissrahmen die schon funktionieren.

    Einzelne davon kategorisch abzulehnen ist einfach nur schwach und unreflektiert.

  27. PKE schrieb am 7. Mai 2015 um 12:02 Uhr

    Liebe Verfasser,

    mit der Ironie ist es so eine Sache, nicht wahr? Verbitten Sie sich doch in Zukunft einfach das „Bitte“ am Anfang Ihrer Artikel, wenn Sie darin um überhaupt nichts bitten wollen.

    Danke

  28. Literat schrieb am 28. Mai 2015 um 22:46 Uhr

    Nur durch das Verwenden all dieser beliebten Stilmittel, kann echte Literatur geschrieben werden. Hier ein Beispiel aus meinem ersten Roman: Das Fenster im blauen Salon. Seltsamerweise habe ich bislang nur Absagen bekommen.

    Er wachte schweißgebadet auf. Er hatte wieder diesen schrecklichen Albtraum gehabt. Er erinnerte sich noch ganz genau. Er hatte am Fenster gestanden. Rita war in den Blauen Salon gestürmt. „Du nichtsnutziger, bräsighirniger Tunichtgut“, hatte sie ihn angebrüllt. Ihn. Karl-Eugen von Propsburg-Hummelzwerch.
    „Du bist wohl nicht gescheit, hier in deinem Popelinebademantel am offenen Fenster zu stehen. Du wirst noch Kopfwüstigkeit und Hirnfluss bekommen bei deinen Kapriolen.
    Erschüttert hatte er sich damals erst mal auf das Abort begeben müssen. Zitternd hatte er hernach vor dem Spiegel im Bad die Fädchen seines Popelinemantels sorgsam begutachtet. War eines schief gestanden? Hatte sie deshalb derart die Contenance verloren? War sie wirklich besorgt um seinen Gesundheitszustand? Fragen über Fragen. Sein Spiegelbild zeigte einen 80 jährigen Greis in einem Popelinebademantel, der aussah, wie eben 80-jährige so aussehen.
    Die Erinnerung an das damalige Ereignis brauste von neuem durch seinen Kopf.
    Zugegebenermaßen war es am Fenster, einem doppelflügeligen Holzfenster von 1820, mit dessen Bau damals die königliche Hofschreinerei Alois Loislhuber beauftragt worden war, mittlerweile, rund 150 Jahre später, tatsächlich ein klein wenig zugig geworden. Karl-Eugen erinnerte sich genau, wie ihm sein Großvater die Geschichte erzählt hatte, wie das Schloss damals zu diesen Fenstern gekommen war. Das war nämlich sehr interessant, wenn ich diese kleine, schelmische Anekdote hier kurz einwerfen darf, geneigte Leserin, geneigter Leser. Sie spielt zwar für den Fortgang dieser Geschichte keine Rolle, aber ich möchte ja nun auch bisweilen was sagen. Also:

    Handgehobeltes und mundgeschliffenes und 40 Jahre lang abgelagertes Seidenakazienholz wurde damals dem gestrengem Blick des Vaters seines Großvaters vorgelegt ( man hätte auch Urgroßvater sagen können, aber „Vater des Großvaters“ klingt irgendwie literarischer, finde ich), bevor dieser der Auftrag schlussendlich erteilte. Konnte es sein, dachte Karl-Eugen, dem es partout nicht gelingen wollte, wegen des ständigen Rückblenden, aufzustehen, dass dieses Fenster sich womöglich im Laufe der letzten 150 Jahre verzogen haben könnte?
    Fürwahr, dacht Karl-Eugen. Diesem ungeheuerlichem Verdachte sollte man nachgehen!
    Ja, so war das damals gewesen. Karl-Eugen wollte sich wieder auf sein morgendliches Aufstehen konzentrieren, als eine neuerliche Rückblende seinem Vorhaben vorerst ein Ende machte. Er sah seinen Vater als kleinen Buben in der königlich-schreinerischen Holzbearbeitungswerkstatt. Sein Großvater hatte ihn mitgenommen und hub justament zum sprechen an. „Das er ja nicht auf die Idee komme, ich würde die Winddurchgängigkeit ihrer Fenster nicht aufs genaueste untersuchen. Und zwar von Auslieferung und Einbau an jedes Jahr um die selbe Zeit.“
    Der königliche Schreiner hatte genickt. Mit einem Handschlag war das Geschäft besiegelt worden.
    Wie oft hatte er seit damals am Fenster gestanden und hinausgeblickt, seinen milden Blick schweifen lassen über Felder, Wiesen und Höhen?
    Im Moment freilich regnete es, und dicke Wassertropfen perlten von dem Glas ab wie die Tränen eines vor Liebeskummer verendeten Schwans. Zeit ist, dass ich mal wieder mit dem Zug fahren tue, dachte er in seinen Schnurrbart hinein.

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