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Beitrag vom 10. Dezember 2015 | Rubrik: E-Books

Kindle oder Tolino: Welcher E-Reader ist der richtige?

Wolfgang Tischer gint Tipps, welcher E-Reader für Sie der richtige istSie wollen sich einen E-Reader kaufen oder einen verschenken? Aber welchen? Kindle oder Tolino? Dabei sehen doch alle Geräte so gleich aus.

Das literaturcafe.de hilft Ihnen bei der Entscheidung mit einem Erklärvideo und einer Grafik, die zeigt, welcher E-Reader für Sie der richtige ist.

Kindle und Tolino: Ein Reader-Vergleich im Video

Wolfgang Tischer, Herausgeber des literaturcafe.de, stellt die aktuellen Kindle- und Tolino-Geräte des Modelljahres 2015/2016 vor und erläutert, worin genau die Unterschiede zwischen Kindle und Tolino, aber auch zwischen den jeweiligen Modellvarianten bestehen.

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Kindle vs. Tolino: Welchen E-Reader kaufen oder verschenken? 2015/2016 Edition

Sind Sie sich noch immer nicht sicher, welches Modell Sie kaufen oder verschenken möchten? Wir haben für Sie die ausschlagenden Kriterien in einem Flussdiagramm zusammengestellt. Klicken Sie auf die Grafik, um sie größer zu sehen. Zudem gibt es auch eine PDF-Version zum Download. Unter der Grafik finden Sie detaillierte Erläuterungen zu den Ziffern.

Schaubild: Welcher E-Reader ist der richtige?

Schaubild: Welcher E-Reader ist für Sie der richtige? - Ausgabe 2015/2016

Unser Schaubild hilft Ihnen bei der Wahl des richtigen E-Readers. Klicken Sie auf die Grafik, um sie zu vergrößern. Die Grafik gibt es auch zum Download als PDF-Datei (ca. 700 kByte).

1. Brauchen oder wollen Sie einen E-Reader?

Die Frage E-Reader oder gedrucktes Buch wird oft sehr emotional oder ideologisch geführt. Doch eine Ideologiefrage sollte Ihr Kauf nicht werden. Wer einen E-Reader besitzt, kann und darf weiterhin auch gedruckte Bücher kaufen. Das eine schließt das andere nicht aus. Die Vorteile der E-Reader sind hinlänglich bekannt: Im Urlaub oder auf der Fahrt in die Arbeit hat man seine komplette digitale Bibliothek dabei. E-Reader sind leicht, der Akku hält tage- oder gar wochenlang, und sie sind viel günstiger als Tablets. Außerdem kann man auf E-Readern in der prallen Sonne und dank Beleuchtung auch im Dunkeln lesen. Gerade ältere Leser schätzen es, dass man die Schriftgröße und andere Textformatierungen an das eigene Lesebedürfnis anpassen kann. Ohne Frage: E-Reader und E-Books werden eher für Genretitel und Unterhaltungsliteratur eingesetzt, die man sich später nicht ins Regal stellen muss. Ein E-Reader ist ein reines Lesegerät und lenkt daher weniger ab als ein Tablet, auf dem Sie dann vielleicht doch bei einem Spiel landen, statt endlich mal wieder gemütlich zu lesen.

2. Wollen Sie was Besonderes sein?

90% der in Deutschland gekauften E-Books werden auf Kindle- und Tolino-Geräten gelesen. Diese wiederum teilen sich den Markt fast 50/50. Wenn Sie sich für Amazons Kindle oder den Tolino entscheiden, so entscheiden Sie sich auf jeden Fall für Anbieter, die es auch in ein paar Jahren noch geben wird. Neben der technischen Ausstattung, die bei fast allen Geräten nahezu identisch geworden ist, ist eine gute Unterstützung durch E-Books und aktuelle Software ausschlaggebend.

Natürlich können Sie auch zu den technisch hervorragenden Geräten des Herstellers Kobo greifen. Der Hersteller hat einen sehr geringen Marktanteil und ist kaum bekannt. Beim Party-Smalltalk oder in den sozialen Netzwerken können Sie sich als Kenner und Individualist geben, wenn Sie dort Ihr Kobo-Gerät loben. Dennoch empfehlen wir Ihnen lieber den Kauf eines Kindle oder Tolino.

Nachtrag vom Januar 2017: Kobo wird zu Tolino?

Mittlerweile hat Kobo bzw. der japanische Rakuten-Konzern die Betreuung der Tolino-Geräte übernommen und dieses Geschäft von der Telekom abgekauft, die Tolino-Geräte werden also künftig von Kobo stammen. Kobo hat so seinen Marktanteil in Deutschland ausgebaut. Kobo hat verkündet, dass die Geräte auf dem Deutschen Markt weiterhin »Tolino« heißen werden und der Kobo hierzulande verschwindet. Ob das mittel- und langfristig so bleibt, ist abzuwarten. Allerdings ist definitiv davon auszugehen, dass die Hardware selbst mittelfristig angeglichen wird. Mehr dazu lesen Sie im Beitrag »Rakuten statt Telekom: Was wird aus den Tolino-Geräten«.

 3. Amazon oder nicht Amazon?

»Nun sag, wie hast du’s mit dem Amazon?« Das ist – frei nach Goethe – die Gretchenfrage beim E-Book-Kauf. Tests zeigen, dass Amazon das größte E-Book-Sortiment zu bieten hat und insbesondere auch bei englischen Titeln unglaublich stark ist. Mittlerweile bietet auch Tolino günstige E-Books vieler Self-Publisher an, doch auch hier hat Amazon die Nase vorn. Zudem ist Amazon sehr kulant und erlaubt bei einem Fehlkauf sogar die Rückgabe von E-Books.

Doch Amazon ist ein goldener Käfig. Solange man sich darin wohlfühlt, ist das Kindle-System bequem und unschlagbar. Aber man kann mit seinen Büchern später nicht zu einem anderen Anbieter wechseln. Zudem haben Sie vielleicht aus andren Gründen etwas gegen Amazon: Sie wollen den US-Anbieter nicht mitlesen lassen und Ihre Kauf- und Lesedaten auf dessen Server speichern? Dann sollten Sie definitiv zu den Tolino-Modellen greifen. Konsequenterweise sollten Sie Ihr Gerät dann jedoch nicht bei Thalia kaufen, denn Thalia gehört auch einem US-Investor. [Aktualisierung: Dies hat sich im Juli 2016 geändert. Die Verlegerfamilie Herder besitzt nun die Mehrheit an Thalia.] Wollen Sie später jedoch zu einem Kindle-Gerät wechseln, so ist auch hier wegen des unterschiedlichen Dateiformats ein Wechsel nicht ohne weiteres möglich.

Für den Tolino spricht die Unterstützung der Onleihe der öffentlichen Bibliotheken. Allerdings ist dieses Angebot nicht ganz so attraktiv, wie auf den ersten Blick scheint, weil einige Verlage ihre Bücher dafür nicht bereitstellen.

Seien Sie vorsichtig, wenn in sozialen Netzwerken oder in Foren von einigen Diskussionsteilnehmern immer wieder darauf hingewiesen wird, dass die Konvertierung von der einen in die andere Plattform mit Programmen wie Calibre kein Problem sei. Das ist im Prinzip auch richtig, doch ist es nicht der einfachste und bequemste Weg. Nicht jeder ist sofort fit und firm mit der Dateikonvertierung. E-Books mit Kopierschutz dürfen zudem nicht konvertiert werden.

4. Welches Amazon-Kindle-Modell ist das richtige?

Haben Sie sich für Amazons Kindle-Plattform entschieden, so empfehlen wie Ihnen ganz klar den Kindle Paperwhite als Lesegerät. Der Paperwhite bietet das beste Preis-Leistungsverhältnis: ein scharfes, kontraststarkes Display, Beleuchtung und eine gute Softwareausstattung. Das Gerät, das nur den Namen »Kindle« trägt, ist zwar unglaublich günstig, bietet aber nicht mal ein beleuchtetes Display. Nur wer unbedingt einen Reader möchte, aber knapp bei Kasse ist, sollte sich dieses Gerät kaufen.

Bildergalerie: Kindle Paperwhite

Auf der anderen Seite steht der Voyage als teuerstes Lesegerät. Dafür gibt es komfortable seitliche Blätterbereiche, ein sich automatisch anpassendes Displaylicht und ein etwas stylischeres, tabletartiges Gehäuse.

5. WLAN oder zusätzliche Mobilfunkanbindung?

Sowohl den Kindle Paperwhite als auch den Voyage gibt es in einer so genannten 3G-Variante. Alle hier vorgestellten Reader besitzen WLAN, doch nur mit den 3G-Modellen kann man praktisch weltweit zusätzlich per Mobilfunk auf seine digitale Bibliothek in der Cloud, auf den Amazon-Shop, auf Übersetzungsfunktionen und die Wikipedia zugreifen. Das ist einmalig mit dem höheren Kaufpreis abgegolten. Für Pendler oder Vielreisende mag dies durchaus eine Überlegung wert sein. Zum Lesen eines E-Books selbst muss natürlich keine ständige WLAN oder Mobilfunkverbindung bestehen.

6. Welches Tolino-Modell ist das richtige?

Beim Tolino haben Sie die Wahl zwischen dem Shine 2HD und dem Vision 3HD. Letzterer ist das etwas teurere Modell, und wie der Kindle Voyage besitzt er eine tabletartige glatte Oberfläche. Hauptvorteil, der vom Hersteller auch als solcher angepriesen wird: Er ist wasserdicht! Das Gerät kann auch schon mal – ohne Schaden zu nehmen – in die Badewanne fallen. Ist Ihnen dies wichtig, sollten Sie zum Tolino Vision greifen, ansonsten lesen Sie mit dem Tolino Shine 2HD auch sehr gut digital.

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Kindle vs. Tolino: Welchen E-Reader kaufen oder verschenken? 2015/2016 Edition

Die Geräte in der Übersicht und Links zu unseren ausführliche Testberichten

Kindle-Modelle

Tolino-Modelle

10 Kommentare zu diesem Beitrag lesen

  1. Peter Bauhaus schrieb am 10. Dezember 2015 um 12:55 Uhr

    Der Vergleich der eReader lässt leider den wichtigen Aspekt ausser Acht, dass das kostenlose Buchangebot der ‘Anleihe’ (also der öffentlichen Büchereien) nicht auf den Kindl herunterzuladen ist. Wer Kindl kauft, muss Bücher kaufen. Wer Tolino kauft, kann sie auch (kostenlos) ausleihen.

  2. Redaktion schrieb am 10. Dezember 2015 um 12:58 Uhr

    Sehr geehrter Herr Bauhaus,

    der Tolino-Vorteil der Onleihe ist im Abschnitt “Amazon oder nicht Amazon?” erwähnt (inkl. Link auf das Angebot der Bibliotheken).

    Herzliche Grüße
    Wolfgang Tischer
    literaturcafe.de

  3. Petra Seitzmayer schrieb am 10. Dezember 2015 um 16:37 Uhr

    Lieber Herr Tischer,

    vielen Dank für den umfassenden und objektiven Beitrag. Genau diese Beratung habe ich gesucht. Mein Modell habe ich dadurch gefunden.

  4. asti schrieb am 8. Januar 2016 um 14:30 Uhr

    Ich bin mit meinem Pocketbook Touch Lux 3 sehr zufrieden: Es liest sehr viele Formate, ist onleihetauglich – und hat neben dem Touchscreen 4 Hardwaretasten, was sich beim Lesen an der Bushaltestelle bei -5° sehr angenehm macht. Man kann die Handschuhe anlassen.

  5. Michael Schierer schrieb am 21. September 2016 um 10:52 Uhr

    Wenn ich für mein Lesegerät ein Buch kaufe (die sind ja oft sogar teurer als die gedruckten) kann ich die dann z.b meiner Frau zum lesen ‘borgen’?
    Bei Amazon geht das angeblich, zumindest wenn alle Kindle am selben Account hängen.
    Solange das nicht grosszügig geht oder die ebooks billiger sind werde ich wohl beim Druck bleiben?!
    Lg

  6. Redaktion schrieb am 21. September 2016 um 14:34 Uhr

    Man kann bis zu fünf Geräte an einem Account anmelden. Es müssen keine Kindle-Reader sein, es zählen auch Geräte mit Lese-Apps z. B. das Mobiltelefon. Allerdings gleichen diese Geräte auch die zuletzt gelesenen Bücher und die zuletzt gelesenen Stellen ab. Das kann verwirren, wenn das Buch von jemand anderem geöffnet wird. Man müsste dann konsequent mit Lesezeichen arbeiten.

    Amazon ermöglicht auch, zwei Accounts zur Familienbibliothek zusammenzufassen und die Inhalte gemeinsam zu nutzen. Ausschlaggebend ist hier eine gemeinsame Kontoverbindung, die man in den Zahlungsarten hinterlegen muss. Sie muss nicht aktiv genutzt werden, aber dennoch verzeichnet sein. Weitere Infos in der Amazon-Hilfe.

    Beim Tolino ist nur die Nutzung über einen gemeinsamen Account denkbar. Bei kopiergeschützten Büchern muss zusätzlich für den Kopierschutz auch der gleiche Adobe-Account eingetragen sein.

  7. Nicole schrieb am 13. Februar 2017 um 09:44 Uhr

    “Wenn Sie sich für Amazons Kindle oder den Tolino entscheiden, so entscheiden Sie sich auf jeden Fall für Anbieter, die es auch in ein paar Jahren noch geben wird.”

    Da ist es ja mal echt blöd gelaufen, dass ausgerechnet Kobo Tolino gekauft hat. ;)

  8. Redaktion schrieb am 13. Februar 2017 um 10:15 Uhr

    In der Tat soll durch diesen Kauf die Marke »Kobo« in Deutschland demnächst verschwinden und es soll hierzulande nur noch Tolino-Geräte geben. So verkündet es zumindest der japanische Rakuten-Konzern nach der Übernahme der Tolino-Hard- und -Software. Der Tolino wurde durch die Übernahme sicherlich gestärkt, da zu erwarten ist, dass Rakuten künftig weltweit nur eine Hardware anbieten wird, die dann in Deutschland den Aufkleber »Tolino« statt »Kobo« haben wird. Käufer der Kobo-Geräte müssen sich aber keine Sorgen machen. Tolino und Kobo setzen beide auf das Epub-Format und unterstützen bei Bedarf das Adobe-DRM, sodass die erworbenen E-Books auf beiden Geräten gelesen werden können. Siehe hierzu auch »Rakuten statt Telekom: Was wird aus den Tolino-Geräten«.

  9. Manfred schrieb am 12. Mai 2017 um 19:56 Uhr

    Nach dem Lesen dieser Beiträge bin ich genauso klug wie vorher. Warum traut sich niemand, eine eindeutige Empfehlung abzugeben. Für mich ist alles BlaBlaBla…! Letztendlich wird wohl- wie immer – der Preis entscheiden. Ich habe mich jedenfalls entschieden: Ich kaufe wohl doch einen Tablet-PC. Er hat ein größeres Display. Ich kann ALLE ebooks problemlos lesen (Kindle, Tolino, pdf). Die Nachteile (erschwertes Lesen bei Sonnenlicht im Freien, relativ kurze Akku-Laufzeit bei Viellesern) nehme ich gerne in Kauf. Ich denke ohnehin, dass sich auf Dauer (wie beim Farbfernsehen und anderen digitalen Errungenschaften) ein System durchsetzen wird – und das ist auch gut so….!!!

  10. Matthias schrieb am 9. Juli 2017 um 10:48 Uhr

    Danke für diesen ausführlichen Vergleichsartikel! Ich bin gegenwärtig gerade deshalb am Vergleichen, weil ich als jahrelanger Kindle-Leser nun mehr und mehr auch die Nachteile von Amazon zu spüren bekomme. Darum möchte ich zur Erweiterung des Vergleichs hier noch eine inhaltliche Anregung geben, die für den einen oder anderen eventuell auch noch ausschlaggebend für eine Kaufentscheidung sein kann. Hier kann ich allerdings nur die Amazon-Seite beleuchten, weil ich diesbezüglich die Tolino-Seite nicht kenne. Ein deutlicher Vorteil des Kindle-Readers ist das extrem große Angebot an gemeinfreier klassischer Literatur. D.h. gerade, wenn man nicht das Geld für umfangreichere Ausgaben berühmter Autoren hat, kann man hier z.B. als Student teilweise sogar gratis an Werkausgaben berühmter Autoren der Literatur, Philosophie und anderer Bereiche gelangen, die nicht immer schlecht editiert sind. Die schlechte Seite davon: Inzwischen ist das Angebot auch ausgesprochen schlechter Facharbeiten oder selbstpublizierter Lektüren von unbegabten Schreibern sehr hoch und es lässt sich beim Kauf nicht immer gut unterscheiden, wie hoch die Gefahr ist, dass man wirklichen Schrott kauft. Ich könnte mir vorstellen, dass dies bei dem Tolino eventuell noch anders ist. Aber wie gesagt: Da sind meine Erfahrungen sehr begrenzt.

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