Kindle und Kindle Paperwhite 2019 im Vergleich: Wozu die zwei?

0
Einsteigermodell Kindle (weiß) und Kindle Paperwhite (schwarz). Der kleine Kindle ist etwas kleiner und natürlich ist er auch in Schwarz lieferbar. (Klick zum Vergrößern)
Einsteigermodell Kindle (weiß) und Kindle Paperwhite (schwarz). Der kleine Kindle ist etwas kleiner und natürlich ist er auch in Schwarz lieferbar. (Klick zum Vergrößern)

Als Amazon am 10. April 2019 das neue Modell des »kleinen« Kindle für einen Preis von 79,99 Euro auslieferte, war der bessere Kindle Paperwhite als »Frühlings-Angebot« für ebenfalls 79,99 Euro zu haben. Warum nur gibt es noch das kleine Modell? Wir haben die Geräte im Praxistest verglichen.

Klar, der Listenpreis des Kindle Paperwhite liegt im Frühjahr 2019 bei 119,99 Euro. Aber wer das »Frühlings-Angebot« verpasst hat, der wartet eben bis zum »Sommer-Angebot« oder bis zum »Herbst-Angebot« oder bis Weihnachten, dann gibt es den Kindle Paperwhite mit Sicherheit erneut günstiger. Doch auch das Kindle-Einsteigermodell wird irgendwann im Preis fallen und sicherlich bald als Angebot für 49,99 Euro zu haben sein.

Preis-Absurdität zum Produktstart: Der besser ausgestattete Kindle-Paperwhite kostete Anfang April 2019 das gleiche wie das kleine Modell (Foto: Screenshot der Amazon-Website / Klick vergrößert)
Preis-Absurdität zum Produktstart: Der besser ausgestattete Kindle-Paperwhite kostete Anfang April 2019 das gleiche wie das kleine Modell (Foto: Screenshot der Amazon-Website vom April 2019 / Klick vergrößert)

Was ist neu beim Einsteigermodell?

Warum gibt es also das Einsteigermodell überhaupt, wenn es in Angebotszeiten mit dem »großen Bruder« Kindle Paperwhite preislich gleichauf liegt?

Der neue Einsteiger-Kindle von 2019 (Klick zum Vergrößern)
Der neue Einsteiger-Kindle von 2019 (Klick zum Vergrößern)

Bislang war der deutlich sichtbare Unterschied das nicht beleuchtete Lesedisplay des kleinen Kindle (siehe unser Test des Vorgängermodells). Amazon versuchte dies euphemistisch als »augenschonend« zu verkaufen. Tatsächlich war immer eine externe Lichtquelle erforderlich, wenn man mit dem Kindle-Einsteigermodell im Dunkeln lesen wollte.

Nicht nur aufgrund der Beleuchtung, sondern auch aufgrund einer anderen E-Ink-Technik ist das Display des neuen Einsteigermodells (links) deutlich weißer als das des alten Gerätes von 2016.
Nicht nur aufgrund der Beleuchtung, sondern auch aufgrund einer anderen E-Ink-Technik ist das Display des neuen Einsteigermodells (links) deutlich weißer als das des alten Gerätes von 2016. (Klick zum Vergrößern)

Mit dem neuen 2019er-Modell leuchten jetzt vier verbaute LEDs auch das Display des Einsteigergerätes aus. Beim aktuellen Paperwhite sind es sechs LEDs, was wie eine künstliche technische Abgrenzung wirkt. Gegenüber dem Vorgänger ist das digitale E-Ink-Papier beim neuen Einsteigermodell allein schon heller, da eine andere Display-Art zum Einsatz kommt. Und da wir es immer wieder gefragt werden: Ja, beim neuen Kindle kann man das Licht auch komplett ausschalten.

Das Gehäuse des Kindle-Modells von 2019 (links) ist flacher und feiner abgerundet, als der Vorgänger (rechts). (Klick zum Vergrößern)
Das Gehäuse des Kindle-Modells von 2019 (links) ist flacher und feiner abgerundet, als der Vorgänger (rechts). (Klick zum Vergrößern)

Mit der beleuchteten Lesefläche, dessen Lichtstärke wie beim Kindle Paperwhite an unterschiedliche Lichtsituationen manuell angepasst werden muss, ist der wesentliche Nachteil des kleinen Kindle verschwunden.

Die Unterschiede zum Kindle Paperwhite

Wo also gibt es noch Unterschiede zum Kindle Paperwhite?

Nicht nur die Geräte sind fast gleich geworden, sondern auch die Verpackung. (Klick zum Vergrößern)
Nicht nur die Geräte sind fast gleich geworden, sondern auch die Verpackung. (Klick zum Vergrößern)
  • Die Lesefläche ist beim kleinen Kindle weiterhin leicht ins Gehäuse zurückgesetzt, während sie beim Paperwhite plan mit dem Gehäuse abschließt. Das ist kein Vor- oder Nachteil, sondern eine Frage der persönlichen Vorliebe. Da beide Geräte per Wisch- oder Tippgeste auf dem Bildschirm weitergeblättert werden, ist die Fläche beim kleinen Kindle zumindest klar zu ertasten. Wegen des tablet-artigen Looks gilt das Design des Paperwhite als zeitgemäßer, aber das ist Geschmackssache.
  • Das kleine Modell hat eine fast nur halb so geringe Pixeldichte (600×800 Bildpunkte) wie der Kindle Paperwhite (1.080×1.440 Bildpunkte). Schriften und Grafiken sind daher auf dem Paperwhite weitaus schärfer dargestellt und ohne sichtbare »Treppenstufen«. Wenn man jedoch nicht den direkten Vergleich hat, und immer auf dem etwas schlechteren Display des kleinen Kindle liest, fällt dies nicht auf. Die Größe der Lesefläche ist auf allen Geräten mit 6-Zoll-Diagonale identisch.
  • Das Gehäuse des kleinen Kindle ist ansonsten tatsächlich etwas kleiner als das des Paperwhite, 3 Millimeter schmaler, 7 Millimeter kürzer, aber 0,5 Millimeter höher. Der Kleine ist 8 Gramm leichter als der Paperwhite in der WLAN-Variante.
    Der kleine Kindle ist in schwarzer und weißer Ausführung erhältlich, den Paperwhite gibt es aktuell nur in Schwarz.
  • Der Kindle Paperwhite ist wasserfest, kann also mal in die Badewanne fallen, oder man kann bei Regen an der Bushaltestelle lesen. Das kleine Modell ist nicht wasserfest.
  • Das kleine Modell hat nur 4 GByte Speicher, den Paperwhite gibt es mit 8 oder 32 GByte. Bei Buchdateien macht dies kaum einen Unterschied, zumal man auf seine Bibliothek stets via Cloud zugreifen kann. Beide Geräte können mithilfe eines externen Lautsprechers oder Kopfhörers via Bluetooth-Verbindung Hörbücher von Audible abspielen, die schon einmal 400 oder mehr Megabyte an Speicherplatz benötigen, sodass bei 4 GByte der Platz knapp werden könnte. Allerdings sind beide Geräte im Vergleich zum Smartphone keine komfortablen Hörbuch-Abspielgeräte. Schaltet man sie beispielsweise aus, wird auch die Wiedergabe abgebrochen. Anschlussbuchsen für kabelgebundene Kopfhörer hat keines der Modelle.

Und was ist gleich?

Softwareseitig sind die beiden Geräte absolut identisch. Lesezeichen, Markierungen, Übersetzungen, Einstellungen für die Textdarstellung – all das ist auf beiden Geräten gleich.

Obwohl die Lesefläche beim Kindle Paperwhite plan mit der Gehäuseoberfläche ist (schwarz) finden wir das Gehäuse des Kindle (weiß) harmonischer abgerundet. (Klick zum Vergrößern)
Obwohl die Lesefläche beim Kindle Paperwhite plan mit der Gehäuseoberfläche ist (schwarz) finden wir das Gehäuse des Kindle (weiß) harmonischer abgerundet. (Klick zum Vergrößern)

Beide Geräte werden üblicherweise mit dem WLAN verbunden, um E-Books und Hörbücher auf das Gerät zu laden. Vom Paperwhite gibt es noch eine teurere Variante mit zusätzlichem Mobilfunkzugang.

Wie alle Kindle-Lesegeräte sind die Amazon-E-Reader fürs Lesen von bei Amazon gekauften E-Books konzipiert. Das Epub-Format wird aus politischen Gründen nicht unterstützt, daher kann man mit den Kindle-Geräten auch nicht die Onleihe der öffentlichen Bibliotheken nutzen.

Stattdessen wird man beim ersten Einschalten sanft – und wie immer die ersten Monate kostenfrei – dazu gedrängt, ob man nicht die Amazon-Leseflatrate nutzen wolle (Kindle Unlimited), die jedoch nur für diejenigen attraktiv ist, die viel Self-Publishing-Titel lesen. Aktuelle Bestseller von Verlagen sind im Sortiment der Amazon-Leseflatrate nicht zu finden. Auch ein Audible-Abo wird abgefragt. Man sollte also erst mal tapfer die weniger optisch hervorgehobenen Nein-Links suchen und klicken.

Bei der Konfiguration wird das Gerät mit dem WLAN verbunden. Vorsicht: Das eigene WLAN-Passwort sollte man aus Sicherheitsgründen nicht auf Amazon-Servern speichern und den Haken bei der Option rausnehmen. (Klick zum Vergrößern)
Hier deutlich erkennbar: Das im Gehäuse leicht versenkte Display des Einsteiger-Kindle. Bei der Konfiguration wird das Gerät mit dem WLAN verbunden. Vorsicht: Das eigene WLAN-Passwort sollte man aus Sicherheitsgründen nicht auf Amazon-Servern speichern und den Haken bei der Option rausnehmen. (Klick zum Vergrößern)

Fazit: Welches Gerät für wen?

Der kleine Kindle kann alles, was der Paperwhite auch kann. Die geringfügig schlechtere Ausstattung (geringere Auflösung, weniger Speicher, nicht wasserfest), spielt in der Lesepraxis jedoch kaum eine Rolle. Zwar liegen die Geräte normalerweise rund 40 Euro im Preis auseinander, doch wer auf die regelmäßigen Angebote wartet, bekommt beide Geräte bisweilen zum gleichen oder fast zum gleichen Preis.

Das einzig mitgelieferte Zubehör ist bei allen Geräten nur ein USB-Kabel. Selbst der Lade-Adapter für die Steckdose ist nicht dabei. (Klick zum Vergrößern)
Das einzig mitgelieferte Zubehör ist bei allen Geräten nur ein USB-Kabel. Selbst der Lade-Adapter für die Steckdose ist nicht dabei. (Klick zum Vergrößern)

Die kaum unterschiedliche Ausstattungs- und Preispolitik von Amazon ist merkwürdig, da die Geräte keine deutlich erkennbare Abgrenzung oder Zielgruppe haben. Wäre das kleine Kindle-Modell wesentlich günstiger und würde es 29,99 Euro kosten, so wäre es eine Kaufempfehlung, da es sich in Sachen Ausstattung kaum vom Paperwhite unterscheidet. Es wird jedoch mit Sicherheit bald günstiger werden, als die 79,99 Euro, die das Gerät bei der Einführung kostete. Ab einem Angebotspreis von 49,99 Euro kann man zuschlagen.

Bis dahin kann die Empfehlung für den Kindle-Kauf nur lauten: Warten Sie, bis der Paperwhite im Angebot ist und kaufen sie ihn dann, denn er hat das etwas bessere Display.

Der »kleine« Kindle:
Der neue Kindle, jetzt mit integriertem Frontlicht – mit Spezialangeboten – Schwarz. Elektronik. Amazon. ISBN/EAN: 0841667152479. EUR 79,99 » Bestellen bei amazon.de Anzeige

Der Kindle Paperwhite:
Kindle Paperwhite, jetzt wasserfest und mit doppeltem Speicherplatz – mit Spezialangeboten. Elektronik. Amazon. ISBN/EAN: 0841667177908. EUR 119,99 » Bestellen bei amazon.de Anzeige

Schreiben Sie einen Kommentar

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein.
Bitte geben Sie Ihren Nemen ein