Ich mag Sonette nicht. Die Zeilenlänge
zwingt mich, das Blatt beim Schreiben quer zu legen;
dazu bin ich nur ungern zu bewegen.
Auch führen sie den Schreibfluss in die Enge.
Es ist mir lieber, ohne alle Zwänge
nur aufzuschreiben, ohne abzuwägen
den Sinn des Wortes nur des Reimes wegen.
Auch so gelingen manchmal Lobgesänge.
Natürlich sollte man es mal probieren;
es mag nicht schlecht sein für die grauen Zellen,
doch ein Vergnügen will es mir nicht werden.
Darum wird kaum eins unter den Papieren
aus meinem Nachlass sich der Frage stellen,
ob ich Sonette liebte, hier auf Erden.
Untauglicher Versuch, eine verstorbene Gedichtform wieder zu beleben.
Zudem haut das lyrische Ich sich selbst den ersten Satz um die Ohren – aber das soll wohl witzig sein, wenn es behauptet, Sonette nicht zu mögen und deshalb eines zu schreiben. zurück