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Beitrag vom 19. April 2017 | Rubrik: Leipziger Buchmesse 2017, Literarisches Leben

Lass mich nicht allein mit ihr: Klatschen Sie nicht für Tex Rubinowitz

Tex Rubinowitz auf der Leipziger Buchmesse (Foto: Birgit-Cathrin Duval)

Tex Rubinowitz (rechts) auf der Leipziger Buchmesse (Foto: Birgit-Cathrin Duval)

Der Applaus war lang und freundlich, doch man hört ihn nicht am Ende dieses Interview-Mitschnitts von der Leipziger Buchmesse, denn Tex Rubinowitz empfahl, einhändig zu klatschen. Aber auf keinem Fall vor dem Interview, denn man weiß ja nicht, was kommt: »Hinterher ärgern Sie sich, dass Sie applaudiert haben.«

»Lass mich nicht allein mit ihr« ist der Titel des zweiten Romans, den Tex Rubinowitz nach dem Gewinn des Bachmann-Preises im Jahre 2014 geschrieben hat. Beim ersten Roman »Irma« warf man Rubinowitz vor, er habe aus der Wikipedia abgeschrieben, ohne die Quellen aufzuführen. Das wird im zweiten Roman durchaus thematisiert. Und die Figur des Lektors, mit der der Autor am Ende des ersten Romans Zwiesprache hält, taucht verstärkt im zweiten auf.

Sein Lektor begleitet Tex Rubinowitz tatsächlich auf der Leipziger Buchmesse. Allerdings der echte und nicht die Figur aus dem Buch. Und schon sind wir mitten drin in der (Roman-)Welt des Tex Rubinowitz, in der man nie weiß, was wahr ist und was falsch. Was, wenn Rubinowitz die zitieren Wikipedia-Passagen selbst verfasst hat? Hätte er dann von sich selbst abgeschrieben? Aber so war das ja nicht. Oder doch?

Tex Rubinowitz, dessen Hauptfigur in seinen Romanen Tex Rubinowitz heißt, ist ein Meister im Verweben von Fiktion und Realität, wobei man als Leser das eine vom anderen selten unterscheiden kann. Ok, Sascha Lobo leitet nicht das Goethe-Institut auf den Färöern, und dennoch kann man beim Lesen von »Lass mich nicht allein mit ihr« parallel mitgoogeln und ist erstaunt, was man tatsächlich findet und was nicht. Denn umgekehrt behauptet Rubinowitz im aktuellen Roman bisweilen, dass er dieses und jenes Zitat im Internet gefunden habe, wo man es aber gar nicht findet oder vielmehr die einzige angezeigte Quelle sein eigenes Buch ist.

Wenn Sie nicht wissen, was ein Diastema ist, so wissen Sie es nach dem Lesen des Romans oder nach dem Hören des Audio-Mitschnitts. Und nach dem Gespräch auf der Bühne der Leipziger Buchmesse weiß Rubinowitz, dass er das Wort offenbar immer falsch ausgesprochen hat, denn in der ersten Reihe saßen zwei Zahnärzte. Oder stimmt auch das alles nicht und die beiden Zuhörer kamen in Wahrheit vom Goethe-Institut?

Hören Sie den Mitschnitt des Gesprächs mit dem Autor Tex Rubinowitz vom 24.03.2017 auf der Bühne Forum autoren@leipzig der Leipziger Buchmesse. Moderation: Wolfgang Tischer.

Tex Rubinowitz: Lass mich nicht allein mit ihr. Gebundene Ausgabe. 2017. Rowohlt. ISBN/EAN: 9783498093556. EUR 19,95 » Bestellen bei Amazon.de
Tex Rubinowitz: Lass mich nicht allein mit ihr. Kindle Edition. 2017. Rowohlt E-Book » Herunterladen bei Amazon.de

1 Kommentar zu diesem Beitrag lesen

  1. Birgit-Cathrin Duval via Facebook schrieb am 19. April 2017 um 11:13 Uhr

    ach, das war so ein geniales Gespräch! Unbedingt anhören !

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