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Das Literatur-Café
Der literarische Treffpunkt im Internet - seit 1996
Beitrag vom 19. Mai 2010

Totalüberwachung: Welche Gefahren der »Gefällt mir«-Button von Facebook birgt

»Gefällt mir«-Button in einem WeblogFür kurze Zeit war er auch im Literatur-Café eingebaut: der kleine »Gefällt mir«-Button von Facebook unter jedem unserer Beiträge. Immer häufiger sieht man ihn auf Blogs und anderen Websites.

Wer auf Facebook eingeloggt ist und einen solchen Link klickt, auf dessen Facebook-Seite erscheint ein entsprechender Hinweis. Parallel sieht man auf der jeweiligen Website – je nach Konfiguration des Buttons – wer den Beitrag ebenfalls gut fand. Facebook arbeitet psychologisch raffiniert, indem an erster Stelle die eigenen Freunde angezeigt werden, die den Button ebenfalls geklickt haben. Wer kann sich da dem Gruppenzwang entziehen?

Doch hinter dem scheinbar harmlosen Web-Gimmick steckt mehr. Facebook kann auf diesem Weg Nutzerstatistiken externer Websites und personenbezogene Nutzerprofile erstellen. Ist der Button nach deutschem Recht überhaupt zulässig?

Um Facebook kommt man fast nicht mehr herum. Kritiker sehen durch das soziale Netzwerk bereits ein »Netz im Netz« entstehen. Der »Gefällt mir«-Button ist eine Methode, weitere Nutzer ins geschlossene Facebook-Netz zu ziehen. Neben dem Button bietet Facebook weitere »Social Plugins« an, die in die eigene Website eingebaut werden können.

Statistiken kompletter Websites können unbemerkt an Facebook übermittelt werden

Der »Like-Button« ist populär. Er ist sehr einfach eingebaut. Dazu wird nur ein Code-Schnipsel benötigt, das Facebook bereitstellt. Da viele Websites und Blogs mit sogenannten Content-Management-Systemen wir WordPress oder Typo3 arbeiten, gestaltet sich der Einbau noch einfacher. Per sogenannter Extension oder Plugin ist der Button in Minuten auf jeder Seite der Website und bei jedem Beitrag eingebaut und angezeigt.

Wird nun eine Seite von einem Web-Besucher oder einer -Besucherin abgerufen, wird jedes Mal ein kurzer Code-Schnipsel von Facebook abgerufen, der anzeigt, wie vielen Menschen der Beitrag gefällt. Dies geschieht immer, egal ob der Nutzer bei Facebook angemeldet ist oder nicht und egal, ob er den Button anklickt oder nicht.

Ähnlich arbeitet Google-Analytics. Das eingebettete externe Script auf jeder Seite generiert eine Web-Statistik, die der Site-Betreiber bei Google einsehen kann.

Wer den »Gefällt mir«-Buttons auf jeder Seite einbaut, übermittelt die komplette Statistik der eigenen Website an Facebook, ohne dass man Einsicht in die gesammelten Daten hat oder weiß, was damit geschieht. Man schenkt Facebook die Nutzerdaten. Hierzu gehören beispielsweise:

  • Zahl der Seitenabrufe (Pageimpressions)
  • Zahl der Besucher (Visits)
  • Besuchsverlauf pro Besucher
  • Regionale Herkunft nach Land, Stadt oder Landkreis
  • IP-Nummern der Besucher
  • Browserversion und Betriebssystem
  • Herkunft der Besucher (Referrer), wenn sie einem Link gefolgt sind
  • Bildschirmauflösung
  • Installierte Plugins wie Flash oder Adobe Reader

IP-Nummern, die dem Benutzer bei der Verbindung ins Internet vom Provider eindeutig zugeteilt werden, gelten nach Meinung von Datenschützern als »personenbezogene Daten«.

Daher ist der Einsatz von Google-Analytics nach deutschem Datenschutzrecht nicht zulässig, da der Nutzer vor dem Besuch der Website der Speicherung zustimmen müsste, was in der Praxis nicht sinnvoll realisierbar ist.

Da sich mit den Facebook-Codeschnipseln exakt die gleichen Daten erheben lassen, dürfte auch deren Einsatz in Deutschland widerrechtlich sein. Experten wie Rechtsanwalt Dr. Sebastian Kraska befürchten im Extremfall sogar Bußgeldzahlungen von Website-Betreibern (siehe dazu Nachtrag III). Doch wo kein Kläger …

Niemand weiß, was Facebook alles speichert. Während Google den Analytics-Code zumindest eindeutig zu Statistik- und Protokollzwecken verwendet, gibt Facebook vor, durch den »Gefällt mir«-Button die Anbindung des Internets an Facebook zu verstärken. Doch zu welchem Preis?

Denn das Facebook-Benutzertracking geht noch viel weiter!

Wer weiß mehr? Google oder Facebook?

Wer sich bei Facebook anmeldet, gibt in der Regel korrekte Daten ein, da man von seinen Freunden gefunden werden will. Loggt man sich auf der Facebook-Website ein, wird dies in einem sogenannten Cookie gespeichert. Dies ist eine Textdatei, über die sich der Rechner den Einlog-Vorgang »merkt«. Aus Sicherheitsgründen hat in der Regel nur die Website Zugriff auf die in der Textdatei gespeicherten Daten, die die Datei erstellt hat.

Und genau hier greift das »Überwachungssystem Facebook«: Über den eingebetteten Code-Schnipsel hat Facebook beim Ansurfen fremder Websites Zugriff auf den Cookie. Wer bei Facebook eingeloggt ist und dann auf Websites surft, die externe Facebook-Elemente eingebettet haben, dessen Surfverhalten kann Facebook genau mitprotokollieren, ein Klick auf den »Gefällt mir«-Button ist dazu gar nicht notwendig.

Anders als Google weiß Facebook nicht nur, dass ein Nutzer, der das Weblog x zum Zeitpunkt y besucht hat, die IP-Nummer 212.82.13.64 hatte, sondern es ist klar, dass es Helga Schmidt aus Weinheim ist. Zuvor hat sie sich im Lifestyle-Blog z umgeschaut und dort einen Beitrag über die neuesten Modetrends als »Gefällt mir« angeklickt. Ihre Facebook-Freundin Anne Meier aus Stuttgart hat dies auf ihrer Facebook-Statusseite gesehen und daraufhin ebenfalls das Lifestyle-Blog besucht. Anschließend hat Anne Meier aus Stuttgart, die 34 Jahre alt ist und lt. Facebook-Eintrag in einer festen Beziehung lebt, auf diesem Blog noch den Beitrag »Beziehung: So beichten Sie Ihrem Partner Ihren Seitensprung« gelesen«. Es war nicht das erste Mal, dass Anne einen solchen Artikel liest, bereits vor zwei Tagen studierte sie in einem anderen Online-Magazin einen Artikel über die Motive fürs Fremdgehen.

Vielleicht führt Annes aufgezeichnetes Nutzerverhalten über Websites hinweg dazu, dass sie auf Facebook künftig öfters Anzeigen für Flirtbörsen oder alternative Verhütungsmethoden angezeigt bekommt. Oder ihr Partner, der auf sein Facebook-Konto vom gleichen WLAN aus zugreift und daher anhand der identischen IP-Nummer eindeutig zuzuordnen ist, bekommt vielleicht vermehrt Anzeigen von Detektivbüros zu sehen.

Vielleicht wird mit diesen Daten aber auch mehr passieren.

Niemand weiß es – außer Facebook.

literaturcafe.de hat nach einer kurzen Testphase den »Gefällt mir«-Button wieder entfernt. Zum einen wollen wir nicht unsere komplette Nutzerstatistik in die Hände von Dritten geben, von denen wir nicht wissen, wozu sie sie verwenden, zum anderen wollen wir unsere Nutzer nicht ganz so nackt erscheinen lassen.

Natürlich freuen wir uns, wenn uns jemand bei Facebook »mag«. Auf unserer Fanseite kann man sich mit uns in Facebook verknüpfen und unter jedem Beitrag gibt es über die sogenannten Social-Bookmarks die Möglichkeit, auf den jeweiligen Beitrag auf Facebook hinzuweisen. Hier werden an Facebook die Daten aber erst nach dem Klick übergeben und nicht bei jedem Aufruf der Seite.

Nachtrag und Tipp: Wer Facebook sein Surfverhalten auf fremden Websites nicht mitteilen will, sollte streng darauf achten, sich nach dem Besuch bei Facebook auszuloggen. Noch einfacher ist es jedoch, die Socia Plugins von Facebook auf den Websites Dritter einfach auszublenden. Mit einer Zusatzregel leistet dies jeder Werbeblocker. Für das populäre Firefox Plugin Adblock Plus muss z.B. einfach die Regel

||facebook.com/*$third-party

eingetragen werden. Weitere Infos für andere Browser und Plugins sind auf dieser Website nachzulesen.

Nachtrag II: Auch hamburg.de hat den »Gefällt mir«-Button von der Website entfernt. Der Betreiber steht laut eigenen Angaben »in konstruktivem Dialog mit Facebook« was die Diskussion um die Datenweitergabe betrifft. Hamburgs Datenschützer hat jedoch wegen andere Datenschutzmängel ein Bußgeldverfahren gegen Facebook eingeleitet. Warten wir also ab, wie konstruktiv der Dialog wirklich wird.

Nachtrag III: Droht Website-Betreibern ein Bußgeld bei Einsatz des Facebook-»Gefällt mir«-Buttons?

Rechtsanwalt Dr. Sebastian Kraska und Alma Lena Fritz gehen im Datenschutz-Blog ebenfalls der Frage nach, ob der Einsatz des »Gefällt mir«-Buttons auf Websites nach deutschem Datenschutzrecht überhaupt zulässig ist. Die beiden Autoren sind ebenfalls der Ansicht, dass ein Einsatz widerrechtlich ist, da der Besucher einer Website mit »Gefällt mir«-Button der Speicherung der personenbezogenen Daten durch Facebook zustimmen müsste. In der Praxis sei dies jedoch nicht realisierbar. Im Datenschutz-Blog ist zu lesen:

Nach dem System des BDSG [Bundesdatenschutzgesetz] dürfen personenbezogene Daten nur übermittelt werden, wenn der Nutzer gemäß § 4a BDSG eingewilligt hat, eine Rechtsgrundlage oder eine rechtliche Verpflichtung für die Übermittlung vorliegt. Es ist darauf hinzuweisen, dass eine Übermittlung ohne Einwilligung oder Rechtsgrundlage gemäß § 43 Abs. 2 Nr. 1 BDSG mit einem Bußgeld bis zu 300.000,- Euro belegt werden kann.

Da es jedoch noch keine Gerichtsurteile in dieser Sache gäbe, sehen die beiden Autoren ein mögliches Schlupfloch, wie ein Website-Betreiber den Button trotz fehlender Einwilligung des Nutzers einbinden kann:

Damit kann der Webseiten-Betreiber personenbezogene Daten verarbeiten, um die Inanspruchnahme von Telemedien zu ermöglichen, soweit dies erforderlich ist. Die Verknüpfung auf Facebook über den Like-Button ist ein angebotener Teledienst im Sinne der Vorschrift. Damit der Like-Button benutzt werden kann, müssen die Daten an Facebook übermittelt werden. Dies kann als zwingend im Sinne der Vorschrift bewertet werden, wenn auch die Einbindung nach dem Willen des Telemedienbetreibers freiwillig erfolgt. Insofern kann dies als Rechtsgrundlage herangezogen werden.

Ob die Ausnahmeregelung zur Inanspruchnahme von Telemedien tatsächlich infrage kommt, muss im Zweifelsfall ein Gericht entscheiden. Immerhin steht dem das Gebot der Datensparsamkeit entgegen.

Auf jeden Fall müsse der Website Betreiber in seinen Datenschutzrichtlinien einen Hinweis auf die Datenübermittlung an Facebook aufnehmen, sonst drohe definitiv ein Bußgeld:

Es ist zudem empfehlenswert, etwaige Stellungnahmen der Aufsichtsbehörden und Gerichtsentscheidungen zu beobachten.

Zum Artikel im Datenschutz-Blog »

Nachtrag IV: Warum wir dennoch einen »Gefällt  mir«-Button haben

Nun haben wir ausführlich die Gefahren des »Gefällt mir«-Buttons erläutert und geschrieben, dass wir ihn entfernt haben – und nun ist er scheinbar doch unter jedem Artikel zu finden. Wie geht das?

Des Rätsels Lösung: Es ist nicht der echte Facebook-Button, sondern nur die Grafik. Dahinter steckt der normale Link, der – wie oben beschrieben – bei einem Klick des Nutzers den Hinweis zum Artikel an Facebook übergibt.

Es wird also beim Aufruf eines Artikels kein Code-Schnipsel von Facebook abgerufen, sondern die Grafik kommt vom literaturcafe.de-Server. Da viele Nutzer den »Gefällt mir«-Button kennen, ist die gleiche Optik sinnvoll, um Facebook-Nutzern die Möglichkeit des »Teilens« anzuzeigen.

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Kommentare

  1. Schneidegger schrieb:

    Sehr schön und anschaulich erklärt! Aus allen von Ihnen genannten Gründen haben wir den FB-Knopf gar nicht erst eingebaut:
    http://www.lichtwolf.de/artikel.php?a=20100511-Fuck-off-Facebook

  2. Birgit schrieb:

    Danke für diesen Beitrag!!!

  3. Uli schrieb:

    “Um Facebook kommt man fast nicht mehr herum”

    Wird irgendwer gezwungen, sich dort anzumelden? Mir erschließt sich der Sinn von diesen Netzwerken sowieso nicht ganz, aber ich bin ja auch schon 45. Ich bin bei WKW angemeldet und frage mich, warum eigentlich?

  4. netsurfer schrieb:

    diese daten erhebt auch jeder server auf dem eine website gehostet ist Zahl der Seitenabrufe (Pageimpressions)
    Zahl der Besucher (Visits)
    Besuchsverlauf pro Besucher
    Regionale Herkunft nach Land, Stadt oder Landkreis
    IP-Nummern der Besucher
    Browserversion und Betriebssystem
    Herkunft der Besucher (Referrer), wenn sie einem Link gefolgt sind
    Bildschirmauflösung
    Installierte Plugins wie Flash oder Adobe Reade

    auch wordpress, auf die das literaturcafe basoert, sammelt cookies. ob und wie ausgewertet wird, bleibt immer beim verantwortlichen Betreiber. also, nicht nur fb ist sammler

  5. Sternenstaub schrieb:

    Dazu sollte man sich diesen Film von Monitor unbedingt ansehen:

    http://www.netzpolitik.org/2010/monitor-im-visier-von-facebook/

    Achtet auf Eure Daten und die Eurer Kontakte – mehr muss man dazu nicht sagen.

  6. pjebsen schrieb:

    @Sternenstaub, re: “Dazu sollte man sich diesen Film von Monitor unbedingt ansehen”

    Den Monitor-Beitrag müssen sich nur Naivlinge anschauen, die “Datenkraken” wie Facebook bereitwillig erlauben, ihre Adressbücher zu scannen. Ich meine, wie blöd kann man sein? Würdest du Mark Zuckerberg, käme er auf der Straße auf dich zu, erlauben, dein komplettes Adressbuch zu fotokopieren?

    @Uli, re: “Wird irgendwer gezwungen, sich dort anzumelden? Mir erschließt sich der Sinn von diesen Netzwerken sowieso nicht ganz, aber ich bin ja auch schon 45.”

    Gute Entgegnung auf die ignorante Behauptung “Um Facebook kommt man fast nicht mehr herum”: Wer’s nicht will, muss sich nicht drauf einlassen.

    Ob sich einem der Sinn von Netzwerken erschließt, ist keine Altersfrage. Hätte er sich dir erschlossen, hättest du auch schon in vergangenen Jahrzehnten passende Netzwerke gefunden. (Ich bin seit Ende der 80er Jahre dabei.)

    @Wer immer den Artikel “Totalüberwachung” geschrieben hat (ich bin neu hier ;-) ) – re: “Wer kann sich da dem Gruppenzwang entziehen?”

    Jeder, der selbstbewusst genug ist, seine eigene Online-Strategie zu verfolgen.

    “Facebook kann auf diesem Weg Nutzerstatistiken externer Websites und personenbezogene Nutzerprofile erstellen.”

    Ach ja? Wie soll denn Facebook an Statistiken solcher User herankommen, die nicht auf den “Like”-Button geklickt haben? Erklär mir das bitte mal.

    “Um Facebook kommt man fast nicht mehr herum.”

    Vielleicht kommt man um Facebook nicht mehr herum, wenn man ein Blog wie das Literatur-Café effektiv promoten will. Ansonsten klappt das Web 2.0 auch weiterhin hervorragend ohne Anbiederung an Facebook.

    “Kritiker sehen durch das soziale Netzwerk bereits ein »Netz im Netz« entstehen.”

    Oh Mann, schon wieder mal die nicht näher genannten “Kritiker”. Ein “Literatur-Café” sollte eigentlich geschliffener und stringenter argumentieren können.

    Ein Bezug auf namenlose “Kritiker” ist genauso unseriös wie die aktuelle Schmierkampagne des SPIEGEL gegen Stefan Niggemeier:

    http://www.stefan-niggemeier.de/blog/wie-ich-in-den-spiegel-kam/

    “Wer den »Gefällt mir«-Buttons auf jeder Seite einbaut, übermittelt die komplette Statistik der eigenen Website an Facebook, ohne dass man Einsicht in die gesammelten Daten hat oder weiß, was damit geschieht.”

    Ist das deine persönliche Theorie, oder hast du dafür Belege? (Deine Website muss verdammt schlecht gesichert sein, wenn Hinz und Kunz wirklich interne Log-Dateien abrufen können!)

  7. Jan schrieb:

    Benutzt ihr Google Analytics? Oder ein anderes Programm um Nutzerstatistiken auszuwerten? Wahrscheinlich, macht ja jede Seite.
    Sofern ihr ein fremdes Programm benutzt, gebt ihr diese Daten an fremde Unternehmen weiter, was die damit machen, weiss keiner.
    Okay, google weiss nun nicht unbedingt ob du den Artikel magst, aber welchen Unterschied macht das schon?
    Und hey, die Daten werden nun einen Namen zugeordnet. Ja und? In wie fern kann sowas jemals auf mich zurück fallen? Zumal Namen nicht einmalig sind und ich sogar Personen kenne, die denselben Namen (vor- und nachname) wie ich haben. Nur so am rande.

    Und zu behaupten das IP-Adressen Personenbezogen sind, zeigt wie wenig gehalt der Artikel wirklich hat (bzw. zu sagen das irgentwelche ungenannten “Datenschützer” dies sagen) denn eine IP Adresse lässt sich nur einen Anschluss zuordnen, und kann auch stetig wechseln (d.h. ein Anschluss kann sich schnell eine neue IP besorgen), zumal man mithilfe von Proxy- oder VPN Servern seine wahre IP verschleiern kann….

  8. sternenstaub schrieb:

    @pjebsen “Den Monitor-Beitrag müssen sich nur Naivlinge anschauen, die “Datenkraken” wie Facebook bereitwillig erlauben, ihre Adressbücher zu scannen. Ich meine, wie blöd kann man sein? Würdest du Mark Zuckerberg, käme er auf der Straße auf dich zu, erlauben, dein komplettes Adressbuch zu fotokopieren?”

    ich nicht, schließlich bin ich nicht wild auf einen facebook-account. aber die menschen, die einen kennen gelernt haben und scharf auf facebook sind, aber es nicht für nötig halten, sich medienkompetenz anzueignen, die fabrizieren solch unnötige dummheiten, wie adressbuch einlesen und “ausversehen” auf den senden-button klicken.

    wichtig an dem bericht finde ich einfach, dass internet-user endlich aufwachen und sich mit dem medium beschäftigen und sich entsprechend verhalten. vor allem in bezug auf die vielen kontakte, die sie sammeln. so schwer kann es doch nicht zu verstehen sein, dass alles, was man ins netz stellt, öffentlich ist.

  9. Nabou schrieb:

    Ich bin schon recht lange als Onliner unterwegs. Damals hieß es noch BTX. Den letzten Satz meines Vorposters (Sternenstaub) muss man nur verinnerlichen. – “so schwer kann es doch nicht zu verstehen sein, dass alles, was man ins netz stellt, öffentlich ist.” – Dann weiß man alles nötige übers Internet, und betreibt auch seine persönliche Internet-Hygiene.

  10. Peter schrieb:

    @Jan:
    Gerne würde ich dir statt dem Artikelschreiber recht geben.
    Doch leider stimmt, was im Artikel steht und deine Annahmen sind falsch.
    Nicht nur Datenschützer wie z.B. der Landesbeauftragte für den Datenschutz in Schleswig-Holstein, sondern immer mehr Juristen und Gerichte teilen die Auffassung, dass IP-Adressen personenbezogene Daten sind.

    Natürlich kann kein Website-Betreiber anhand der IP-Nummer den Namen ermitteln. Er kann – zum Glück – auch nicht einfach so beim Provider nachfragen, wer um 9:53 die IP-Nummer xxx.xxx.xxx.xxx zugeteilt bekommen hatte. Das geht nur mit einem Gerichtsbeschluss.

    Allerdings wünscht sich beispielsweise die Musikindustrie, dass sich das bald ändert und auch sie beim Provider den Namen und die Adresse hinter einer IP-Nummer erhält.

    Es ist wie mit einer Kontonummer: Auch das ist nur eine Zahl. Auch da könnte man sagen, dass die nicht personenbezogen ist. Auch da wird dir eine Bank nicht so einfach sagen, wer hinter welcher Kontonummer steckt.
    Aber dennoch wird niemand bestreiten, dass Kontonummern personenbezogene Daten sind.

    Und klar: man kann Proxys einsetzen, man kann auch Schwarzgeld über mehrere Konten reinwaschen. Aber wer außer wirklich kriminellen Typen macht das?

    Der Artikel hat mehr Substanz, als man sich wünschen würde – in diesem Fall muss man sagen: leider.

  11. Besucherin schrieb:

    Aus einem Film nehme ich folgendes Zitat:
    “Jeder dritte Idiot ist bei Facebook angemeldet” – ich persönlich bin lediglich auf einem Server angemeldet, und das seit fünf Jahre – und ich habe eine eigene Website,
    Aber solche Social-Networks gehen mir auf die Nerven.
    Trotzdem denke ich auch, dass es irgenwann unabdingbar ist – oder geschlossen wird, weil es den Gesetzen widerspricht.

    Transperent sind wir aber alle schon längst, schon aus dem Grund, dass wir alle Internet haben und vernetzt sind.

  12. Chris - Ticketing Software schrieb:

    Danke für den wichtigen Beitrag! Da FB und ähnliche Dienste aus dem modernen Marketing nicht mehr wegzudenken sind, ist es extrem wichtig, auf diese Missstände hinzuweisen, um auf Anbieterseite Veränderungen durchzusetzen.
    Heute wurde ich durch eine Presseerklärung darauf aufmerksam, wie bedrohlich diese Systeme auch jenseits des Datensammelns werden können. Eine kleine Berliner Filmproduktion hat mit Rolf Zacher einen Film gedreht, der in Berlin mittlerweile Kultstatus erreicht hat. Das Marketing lief zum großen Teil über FB. Jetzt hat FB nach Angaben des Regisseurs ohne weitere Erklärung die Fangruppe gelöscht… Da fehelen einem die Worte! Link zur Gruppe: http://www.facebook.com/group.php?gid=173174067086

  13. Frank Rawel schrieb:

    Zusätzlich geht mir seit langem die im Internet grassierende Ranking-Wut auf den Keks. Gefällt mir, fand ich hilfreich, gebe ich 1…5 Sterne… das ist keine soziale Vernetzung, sondern Digitaldarwinismus: Kampf um die Reste von Aufmerksamkeit in einer zugemüllten Welt.

  14. Ralf schrieb:

    Die Aussage, dass hier gegen das deutsche Datenschutzrecht verstoßen wird halte ich für Blödsinn. Jeder Webserver, auch mit Standort in Deutschland speichert ebenfalls die IP Adressen der Besucher, den benutzten Browser und das Betriebssystem in den Logfiles. Wäre das nicht Legal, würden alle Webserver gegen deustches Recht verstoßen.

    Außerdem ist die IP nicht personenbezogen sondern bezogen auf den Internetanschluss und den Anschlussinhaber. Eine Verbindung zwischen IP und Anschlussinhaber kann aber nur der Zugangsprovider herstellen und der darf die Daten garnicht rausgeben, außer an Ermittlungsbehörden.

  15. Stefan schrieb:

    Natürlich speichert jeder Webserver auch diese Daten in Logfiles. Aber darauf hat auch nur der Betreiber selbst Zugriff. Das Problem ist ja, dass diese Daten Dritten (in diesem Falle Facebook) zugänglich gemacht werden. Im Endeffekt das gleiche wie bei Payback. Das “illegale” daran ist aber eher, dass die Daten bei Google Analytics (und vermutlich auch bei Facebook) dann auf amerikanischen Servern gespeichert wird.

    @pjebsen: Wie die an die Daten rankommen sollen? Ganz einfach: Wenn das “Gefällt mir”-Teil als iframe eingebunden wird, besucht der Besucher deiner Seite ja auch die Facebook-Seite (der iframe-Inhalt liegt ja auf derem Webserver). Somit wird es zwar nicht direkt übermittelt, aber das was auf dem eigenen Webserver ermittelt wird, kann logischerweise auch dort ermittelt werden. Ob Klick oder nicht ist irrelevant, da der iframe ja geladen wurde. Selbst mit einer unscheinbaren Grafik (welche z. B. mittels PHP generiert wurde), könnte ich Daten auf anderen Seiten sammeln, sobald ich diese dort einbinde.

    Und was die Zuordnung zwischen IP und der Person selbst angeht. Wenn ein User bei Facebook eingeloggt ist und dort auch seine echten Personendaten angegeben hat, ließen sich die IP-Adresse zu einem bestimmten Zeitpunkt auch einer Person zuordnen.

  16. Lach Laut schrieb:

    Liebe Leute,
    Eure Seite gibt die Benutzerdaten an:
    webhits.de,
    doubleclick.net,
    googlesyndication.com,
    vgwort.de
    weiter.
    Ich würde also mal ganz kleinlaut in die Ecke gehen und nicht so den Mund aufreissen.
    4 andere Anbieter, die im Prinzip in der Lage sind ggf. personenbezogene Profile zu erstellen.
    Was hier in Frage gestellt wird, ist das Grundprinzip des Netzes: Verlinkung – dass man mit den daraus resultierenden Daten Benutzerprofile erstellen kann ist im Prinzip klar.
    Die Hürde der Zuordnung des Namen zur IP ist ein Problem des Benutzers. Nutzt nicht Eure echten Namen :) im Netz!
    Bliebe noch der Faktor Internetprovider und Polizei, aber darum geht es hier nicht…

    ROFL und OUT

  17. Maddin schrieb:

    Hallo, sehr netter Beitrag und noch ein bisschen dazugelernt. Wir binden den Button auch nicht ein! Wichtig ist aber wirklich, dass man überhaupt keine Drittanbieter einbindet wenn einem der Datenschutz seiner Besucher am Herzen liegt. Das geht von iFrame, Javascript bis php Code. Diese Firmen bekommen alle die Nutzerdaten der Besucher. Das schlimme ist, dass die Besucher darauf gar nicht hingewiesen werden. Das ist nicht akzeptabel. Danke und viel Erfolg wünsche ich noch. :)

  18. sabine uddin schrieb:

    ich denke googel und facebook liefern ihre informationen an den amerik.geheimdienst.der alte wunsch von usa vom gläsenen menschen.sie haben uns ganz rafiniert mit googlel und facebook rein gelegt.der amerik.geheimdienst ist schlimmer wie die stasi war in der ddr.die in usa sind noch neugieriger,als die in der ddr waren.

  19. Buchkünstler schrieb:

    Danke für den tollen Beitrag, ich bin gerade am überlegen ob ich den Button einbauen soll und sehe das ganze auch zweischneidig … mal sehen was ich mache. Danke und schönen Tag mit einem kühlen Ort ;o)

  20. Matthias schrieb:

    Ich habe vor ein paar Tagen auch schon über diese Datenschutzproblematik in einem Forum gelesen. Ich hatte überlegt, ob ich soetwas einbauen sollte, um ein paar zusätzliche Besucher zu generieren und mich in dieser Richtung etwas belesen. Ich habe einen Besucherzähler, welcher derzeitig der einzige legale Anbieter in Deutschland ist, bei welchem man das Tracking auch selber ausschalten kann, und dann gebe ich doch nicht Facebook viel mehr Daten raus, als ich selber bekommen kann. Und wo ich mich grad umschaue … wie koscher ist eigentlich das Teilchen von Twitter?

Links zu diesem Beitrag in Weblogs

  1. Alles gratis: Google, Facebook und Co. – und »the dark side« « Ws Blog am 21. Mai 2010 um 09:19 Uhr

  2. Facebook: Ist die Zeit gekommen? | Amys Welt am 22. Mai 2010 um 02:13 Uhr

  3. Facebook: Ist die Zeit gekommen? | Aktive Fachschaft Politikwissenschaft am 22. Mai 2010 um 15:33 Uhr

  4. Facebooks Like-Button blocken | 321tux.de am 6. Juni 2010 um 14:26 Uhr

  5. Facebook und Spam am 27. Juli 2010 um 09:14 Uhr

  6. Webnews.de am 1. September 2010 um 03:25 Uhr

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