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Stichwort: china

Alle Beiträge, die von der literaturcafe.de-Redaktion mit dem Stichwort »china« versehen wurden.

Beitrag vom 16. Oktober 2009 | Rubrik: Buchmesse-Podcast 2009, Podcast

Die chinesische Blechtrommel: Yu Hua im Gespräch – Buchmesse-Podcast 2009

Yu Hua (Foto: Birgit-Cathrin Duval)

Foto: Birgit-Cathrin Duval

Der chinesische Bestsellerautor Yu Hua wusste nicht, dass seine sämtlichen Interviewtermine erst grünes Licht aus China erhalten mussten.

Seiner Überzeugung tut das aber keinen Abbruch, dass sich China deutlich weiterentwickelt habe. Selbst die zwischen 1966 und 1976 durchgepeitschte Kulturrevolution, die lange Zeit keinen Einzug in die Literatur fand, werde heutzutage breiter thematisiert.

Sein eigener Roman »Brüder« mag für eine Öffnung Chinas als bester Beleg dienen: Die bitterböse, blutige Satire auf eine verrohte Gesellschaft hat sich in China bisher 1,5 Millionen Mal verkauft.

Freilich gibt es teils heftige Reaktionen auf die Buchveröffentlichung. Es hat sich sogar eine eigene Kritikerinitiative gegen Yu Hua formiert. Yu Hua hält das aber bei einem unkonventionellen Roman wie dem seinem für ganz normal – bei Erscheinen von Grass’ »Blechtrommel« sei es immerhin nicht anders gewesen.

Yu Hua: Brüder: Roman. Gebundene Ausgabe. 2009. Fischer (S.), Frankfurt. ISBN/EAN: 9783100958037. EUR 24,95 (Bestellen bei Amazon.de)
Yu Hua: Leben! Gebundene Ausgabe. 2003. Klett-Cotta. ISBN/EAN: 9783608934175. EUR 17,00 (Bestellen bei Amazon.de)

Beitrag vom 16. Oktober 2009 | Rubrik: Buchmesse-Podcast 2009, Podcast

Wolken in Kisten: Über chinesische Erzählungen und ihre Übersetzung – Buchmesse-Podcast 2009

China: Guest of Honor 2009 der BuchmesseIn dieser Podcast-Folge widmen wir uns erneut einem Aspekt der chinesischen Literatur. Nach der klassischen Lyrik machen wir einen Sprung in die Jetzt-Zeit und sprechen mit Frank Meinshausen über zeitgenössische chinesische Erzählungen.

Zusammen mit Anne Rademacher hat Meinshausen für den Deutschen Taschenbuch Verlag eine lesenswerte Anthologie zusammengestellt, die Einblicke in die Themen und Erzählkunst zeitgenössischer chinesischer Autoren geben.

Im Gespräch gehen wir der Frage nach, ob man es einem Text anmerkt, dass seine Autorin oder sein Autor in China lebt oder im Ausland. Wir reden über die versteckten politischen Anspielungen in einigen Werken und die Schönheit und Melancholie der Erzählungen.

Und es geht um praktische Fragen: Wie kann man als westlicher Mensch die vielen ähnlich klingenden chinesischen Autorennamen auseinanderhalten? Wie lässt sich die einfache chinesische Sprache, die keine Zeitformen kennt, in die starre Struktur des Deutschen bringen?

Frank Meinshausen hat fürs Übersetzen aus dem Chinesischen ein wunderbares Bild gefunden: »Es ist, wie Wolken in Kisten zu verpacken«.

Neue Träume aus der Roten Kammer: Moderne chinesische Erzählungen. Taschenbuch. 2009. Deutscher Taschenbuch Verlag. ISBN/EAN: 9783423137706. EUR 9,90 (Bestellen bei Amazon.de)

Beitrag vom 15. Oktober 2009 | Rubrik: Buchmesse-Podcast 2009, Podcast

Lyrik war in China schon immer amtlich – Buchmesse-Podcast 2009

China: Guest of Honor oder Guest of HorrorChina ist das Gastland der Buchmesse 2009. Das dürften mittlerweile auch die mitbekommen haben, die nie ein Buch lesen. Leider überschattete die durchaus berechtigte Diskussion um Zensur und politische Kontrolle allzu oft die Literatur des asiatischen Landes.

Im Buchmesse-Podcast wollen wir uns daher in zwei folgen mit China- und Literaturexperten über das literarische Landschaftsbild unterhalten.

Volker Klöpsch von der Uni Köln besuchte das Land erstmals in den 1970er-Jahren noch am Ende der Moa-Ära und erlebte die Umwälzungen sehr nahe mit, die das Land seither erfahren hat.

Insgesamt 15 Jahre Arbeit flossen in die Sammlung traditioneller chinesischer Lyrik ein, die er zusammengestellt und ins Deutsche übertragen hat. Mit Volker Klöpsch sprechen wir über die Herausforderung für den Übersetzer und die Rolle von Gedichten einst und jetzt. Denn Dichtkunst war in China schon immer amtlich.

Der seidene Fächer: Klassische Gedichte aus China. Taschenbuch. 2009. Deutscher Taschenbuch Verlag. ISBN/EAN: 9783423138154. EUR 9,90 (Bestellen bei Amazon.de)
Volker Klöpsch: Der seidene Fächer: Klassische Gedichte aus China. Kindle Edition. 2011. Deutscher Taschenbuch Verlag (Bestellen bei Amazon.de)

Beitrag vom 15. Mai 2008 | Rubrik: E-Books, Literatur online, Notizen

Das Internet als Motor der Verlagsbranche – in China

Chinesische eBook-WebsiteUnter dem Titel »Vom Blogger zum Bestsellerautor« berichtet die Frankfurter Buchmesse darüber, welche Rolle das Internet für die chinesische Verlagsbranche spielt. China ist im kommenden Jahr 2009 Gastland der Messe.

»Innerhalb kürzester Zeit hat das Internet die verkrusteten Strukturen der chinesischen Buchbranche aufgebrochen«, schreibt Dr. Jing Bartz, die das Außenbüro der Franfurter Buchmesse in Peking leitet. Ursprünglich im Netz veröffentlichte Texte erscheinen immer häufiger in gedruckter Form auf den Bestsellerlisten. Generell boomen im Netz veröffentlichte literarische Texte und E-Books. »Allerdings«, so sagt uns Britta Friedrich von der Frankfurter Buchmesse in einem Gespräch, »darf man sich beim Begriff E-Book nicht täuschen lassen, da eine Studie des »China Book Business Report« unter diesem Begriff sämtliche literarischen und im Netz veröffentlichten Texte zusammenfasst«. Somit verdienen auch nur die wenigsten der ausschließlich im Netz veröffentlichenden Autoren Geld mit ihren Texten. Die literarischen Netzangebote in China finanzieren sich zum Teil durch Werbung.

Durch die im Netz neu zu entdeckenden Talente werden Literatur-Scouts und -Agenten in China immer wichtiger. Ein Berufsbild, das dort relativ neu ist. Inhaltlich bewegen sich die Texte meist im Unterhaltungsbereich, doch bietet das Internet in China – trotz staatlicher Zensur – auch für politische Texte mehr Freiräume.

Beitrag vom 20. März 2008 | Rubrik: Notizen

China als Gastland der Buchmesse: Wie viele Tote sind erlaubt?

Buchmessedirekor Jürgen Boos auf der Pressekonferenz zur Buchmesse 2007Anlässlich der Vorgänge in Tibet gerät auch die Gastland-Präsentation Chinas bei der Frankfurter Buchmesse wieder in die Diskussion. 2009 soll sich das asiatische Land auf der Bücherschau darstellen. Darf die Kultur- und Wirtschaftsmesse die Plattform für die Präsentation eines diktatorischen Landes sein, das Andersdenkende blutig niederknüppelt, 1989 beim Tian’anmen-Massaker und aktuell in Tibet?

Bereits im Herbst des letzten Jahres haben wir Buchmessedirektor Jürgen Boos die Frage hinsichtlich der Zensur in China gestellt. »Mit Gästen spricht man durchaus auch über unangenehme Themen«, so Boos damals.

Uwe Wittstock stellt in seinem Kommentar in der WELT die Frage, wie weit dieser Dialog gehen soll. Wittstock: Aber bis zu welcher Grenze, bis zu welcher Zahl von Toten gilt dieses Argument? Werden sich beim Ehrengastauftritt Chinas tatsächlich nicht pekingtreue Tibeter präsentieren dürfen? Oder wird die Buchmesse 2009 eine prächtige Bühne sein für Diktatoren, die bei der Niederschlagung von Regimegegnern vor kaum etwas zurückschrecken?

Die Fragen bleiben einstweilen offen. Vielleicht sind ja bis 2009 die Vorfälle in Tibet auch wieder vergessen.