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Beitrag vom 6. September 2011 | Rubrik: Notizen

Facebook und WordPress: Mehr Datenschutz auf literaturcafe.de mit Social-Opt-In

Mehr Datenschutz mit Social-Opt-InWelche Gefahr der »Like-Button« von Facebook für Nutzer und Website-Betreiber darstellt, haben wir bereits in einem älteren Artikel ausführlich beschrieben.

Da der »Gefällt mir-Knopf« gegen das deutsche Datenschutzgesetz verstößt, droht mittlerweile der oberste Datenschützer Schleswig-Holsteins den Website-Betreibern Bußgeldern von bis zu 50.000 Euro an, wenn sie den Button nicht entfernen.

Auf der anderen Seite wird das Weiterempfehlen per Klick via Facebook, Twitter und Google+ für Websites immer wichtiger.

Wir stellen ein Plugin für WordPress vor, das versucht, beide Anforderungen zu erfüllen und ab sofort auf literaturcafe.de im Einsatz ist.

Wer den Like-Button nutzt, schenkt Facebook bares Geld

Wer eine Website mit Like-Button von Facebook, dem Tweet-Button von Twitter oder dem +1-Button von Google im Browser anzeigen lässt, der ruft neben den Daten der Site auch immer ein Code-Schnipsel der genannten »sozialen Netzwerke« ab. So übermittelt der Nutzer sein Surfverhalten auf Websites Dritter an us-amerikanische Anbieter und Webserver. Wer darüber hinaus per Cookie im Hintergrund in einem der Netzwerke angemeldet ist, dessen Daten sind sogar weitaus mehr personalisiert als nur durch die IP-Adresse.

Doch nicht nur das: Da moderne Websites mit so genannten Content-Management-Systemen arbeiten, deren Layout auf Vorlagen beruht, die den Button auf jeder einzelnen Seite anzeigen, schenkt man als Site-Anbieter Facebook und Co. die kompletten Abrufstatistiken seiner Website und das personalisierter, als es die eigene Auswertungssoftware vermag. Und diese Schenkung ist durchaus Geld wert, denn Facebook und Co. verkaufen diese Daten an die Werbewirtschaft.

Like- und Tweet-Buttons bremsen die Website aus

Doch es kommt noch ein weiterer negativer Faktor hinzu: Durch den ständigen Abruf von externem Code werden Webseiten, auf denen der »Like-Button« eingebaut ist, wesentlich langsamer im Browser des Nutzers dargestellt, wie Vladimir Simovic auf perun.net an einem Beispiel zeigt.

Wer sich zu all diesen Problematiken näher informieren will, der sei auf unseren speziellen Beitrag »Totalüberwachung: Welche Gefahren der ›Gefällt mir‹-Button von Facebook birgt« verwiesen.

In der Zwickmühle: Empfehlungsbuttons bringen Besucher

Besucher von anderen Websites: Je nach Tagesform kann Facebook ein wichtiger Besucherlieferant sein

Besucher von anderen Websites: Je nach Tagesform kann Facebook ein wichtiger Besucherlieferant sein

Auf der anderen Seite sind Facebook und Twitter wichtige Besucher-Lieferanten für Websites geworden, denn gerade weil die Nutzer ohnehin ständig in einem anderen Browser-Tab oder -Fenster bei Facebook und Twitter eingeloggt sind, ist ein Artikel rasch und bequem per Klick den eigenen »Freunden« weiterempfohlen. Das stellen auch wir vom literaturcafe.de in unseren Statistiken fest. Es scheint fast, als erwarten Web-Nutzer mittlerweile einen Like-Button als Standardfunktion auf allen Websites, um Interessantes schnell an die eigenen Facebook-»Freunde« weiterzureichen.

Wer es als Webseite-Betreiber mit dem Datenschutz ernst nimmt, der steckt in einer Zwickmühle, wenn er auf die wichtigen Traffic-Bringer Facebook und Twitter nicht verzichten möchte.

WordPress-Plugin »Social-Opt-In« bietet datenschutzkonformere Lösung

Der Heise Verlag präsentierte mittlerweile eine Lösung, wie man beides unter einen Hut bringen kann. So werden erst dann Daten an die US-Anbieter verschickt, wenn es der Nutzer explizit erlaubt. Diese Datensicherheit kostet nur einen Klick mehr.

Noch besser: Wer für seine Webseite das Blog- und Content-Management-System WordPress einsetzt, der kann eine solche Lösung wie bei Heise sofort und kostenlos nutzen.

»Social-Opt-In« heißt ein WordPress-Plugin von Fritz Mielert, das nach dem gleichen Prinzip wie die Heise-Lösung funktioniert. So werden beim Aufruf einer Seite keine Daten an Facebook, Twitter oder Google+ übermittelt, sondern erst, nachdem der einzelne Nutzer die Funktion für sich per Klick aktiviert hat. Somit ergeben sich für WordPress-basierte Websites gleich drei Vorteile:

  • Anbindung an »Soziale Netze«: Die Nutzer der Website haben die Möglichkeit, Beiträge bequem an die eigenen Facebook-Freunde oder Twitter-Follower weiterzuleiten. Zudem sieht man nach der Aktivierung, wie oft die Seite schon beim entsprechenden Netzwerk empfohlen wurde.
  • Datenschutzkonformer: Beim Aufruf der Seite werden keine Nutzer- und Nutzungsdaten der Website an Facebook & Co. übermittelt. Dies schützt sowohl die Nutzer als auch die Seitenbetreiber. Facebook bekommt nicht mehr mit, was die Leute auf literaturcafe.de so alles ansehen, denn das geht diese Firma schließlich auch nichts an.
  • Schnellerer Seitenaufbau: Da für die Buttons zunächst kein Quellcode von Dritten hinzugezogen wird, werden die Seiten schneller im Browser angezeigt als dies mit den normalen, widerrechtlichen Buttons der Fall wäre.

WordPress ist mittlerweile mehr als ein Blog-System und wird auch für »normale« Websites eingesetzt. Auch das literaturcafe.de arbeitet seit einigen Jahren mit WordPress.

WordPress-Nutzer sollten diese Lösung statt des normalen Facebook-Buttons einbauen

Ab sofort sind diese datenschutzkonformeren Like-, Tweet- und +1-Buttons im literaturcafe.de zu finden. Unsere bisherige linkbasierte Lösung entfällt. Außerdem entfallen auch die ganzen anderen so genannten »Social Bookmarks«, da sich in der Praxis zeigt, dass nur die genannten Drei relevant sind und tatsächlich genutzt werden.

Social-Opt-In bietet zahlreiche Konfigurationsmöglichkeiten

Social-Opt-In bietet zahlreiche Konfigurationsmöglichkeiten (Klick zum Vergrößern)

Wir empfehlen jedem WordPress-Anwender das Plugins »Social-Opt-In« oder vergleichbares anstatt des Original-Buttons einzubauen. Es ist einfach installiert ist und per Klick aktiviert werden kann. In den Optionen kann gezielt ausgewählt werden, welche Dienste man anbieten möchte. So ist optional auch ein Weiterempfehlen der Seite per E-Mail möglich, und der Text vor und nach den Buttons kann beliebig gestaltet werden. Wir empfehlen, dort einen Hinweis auf die Problematik oder die Datenschutzhinweise der Website zu setzten, damit sich die Nutzer informieren können. Wir haben hier diesen Artikelverlinkt.

Die Einbindung ist auf zweierlei Weise möglich: entweder als so genannter Filter. Dann tauchen die gewählten Buttons sofort unter jedem Beitrag auf. Allerdings gilt dies auch für die Startseite. Verwendet man auf der Startseite nur eine Teaser-Ansicht – wie wir im literaturcafe.de – so sehen die vielen Buttons optisch nicht unbedingt gut aus.

Daher besteht die Möglichkeit, die Buttons gezielt auf speziellen Seiten anzuzeigen. Wir wollen die Buttons beispielweise nur auf Artikelseiten anbieten. Daher haben wir unter den Beiträgen in der Template-Datei single.php von WordPress die folgende Zeile eingebaut:

<?php if(function_exists(‘social_opt_in’)) social_opt_in(); ?>

Natürlich könnte der Eintrag auch am Anfang eines Artikel stehen, um die Empfehlungsmöglichkeit gleich oben auf einer Seite anzubieten.

Wer sich mit CSS auskennt, kann darüber hinaus das Aussehen der Buttons anpassen, denn die Optionen bieten hierfür ein spezielles Feld. Um den Quellcode der Seiten schlank zu halten, empfehlen wir, die CSS-Befehle jedoch nicht in diesem Feld, sondern global in der allgemeinen Stylesheet-Datei einzutragen.

Um einer möglichen Verwechslungsgefahr mit den sofort aktivierten Originalbuttons aus dem Weg zu gehen, die speziell Facebook gar nicht mag, verwenden wir statt der Originalbuttons des Plugins eine ausgegraute Version für den nicht-aktiven Status.

Ab sofort steht also dem schnellen Weiterempfehlen von literaturcafe.de-Artikel via Facebook, Twitter und Google+ nicht mehr im Wege – es bedarf nur einen Klick mehr.

Ein Klick für mehr Datenschutz. Probieren Sie es doch mit diesem Artikel gleich mal aus!

Nachtrag: Noch mehr WordPress-Plugins

Zwischenzeitlich hat der Heise Verlag den Quellcode seiner oben erwähnten Lösung veröffentlicht. Dieser darf auf Basis einer »MIT-License« für kommerzielle und nicht-kommerzielle Zwecke verwendet werden. Auf Basis dieses Quellcodes sind zwei weitere Plugins für WordPress entstanden, die eine alternative und doch ähnliche Lösung wie Social-Opt-In bieten. Hier sollte man ausprobieren, welche Lösung man selbst besser findet.

Nachtrag II: Datenschützern reicht der 2-Klick-Button nicht

Aufgrund des großen Aufsehens, dass speziell Heise mit seiner 2-Klick-Lösung erregte, hat sich Thilo Weichert vom Unabhängigen Landeszentrum für Datenschutz Schleswig-Holstein zu dieser Integration geäußert. Zudem hat er sich mit Vertretern von Facebook getroffen. Weichert meint, dass der 2-Klick-Button zwar »in die richtige Richtung« gehe, doch solange der Nutzer nicht ausgiebig darüber informiert werde, welche Nutzerdaten von Facebook gespeichert werden, sei auch diese Lösung datenschutzrechtlich nicht unbedenklich. Letztendlich kann eine saubere Lösung nur von Facebook selbst kommen.

In der Pressemeldung des Unabhängigen Landeszentrum für Datenschutz Schleswig-Holstein heißt es dazu:

Die teilweise vorgeschlagene ´Lösung` über einen Doppelclick, bei dem zunächst eine Informationsseite geöffnet und eine Einwilligung eingeholt wird, geht zweifellos in die richtige Richtung, aber nur den halben Weg: Die Profilbildung bei Facebook lässt sich derart nicht verhindern, wenn man den Plugin nutzen möchte. Zudem setzt eine wirksame Einwilligung voraus, dass Nutzende wissen, worin sie einwilligen. Da Facebook aber bisher nicht offenlegt, was es mit den Nutzerdaten macht, fehlt es weiterhin an der nötigen Information.

Nachtrag III: Plugin-Tests

Da die Heise-Lösung beim Überstreichen des Buttons mit der Maus einen Datenschutzhinweis ausgibt, scheint sie unter dem oben erwähnten Aspekt der Nutzer-Info besser zu sein. Ebenso bietet sie mittlerweile auch die Möglichkeit, das permanente Aktivieren auszublenden, sodass auf literaturcafe.de auch diese Variante teilweise im Einsatz sein kann. Wir testen noch beide Varianten.

Links ins Web:

2 Kommentare zu diesem Beitrag lesen

  1. angela schrieb am 7. September 2011 um 20:50 Uhr

    Ich wünsche mir, dass es bald “in” ist, Webseiten cool zu finden, die sich diesem unsäglichen Buttonquatsch entziehen.

    Zukünftig werden die Webseiten hevorstechen, die “facebook-frei” sind!

  2. Sascha schrieb am 8. September 2011 um 09:17 Uhr

    man kann facebook auch als Chance sehen – Datenschutz ist wichtig und sie werden da auch immer besser – mit dem dt. Gesetz ist es da manchmal auch nicht so weit her.
    Nicht immer alles so schwarz sehen. Wer nicht bei FB sein möchte, braucht es ja auch nicht.

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