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Beitrag vom 27. Februar 2016 | Rubrik: Literarisches Leben

Das literarische Duett: Der Autor ist doof, das kennt man in England

Das literarische Quartett vom 26.02.2016

Das literarische Quartett Terzett Duett vom 26.02.2016 (Quelle: ZDF)

Frau Westermann war krank. Daher stritten beim literarischen Quartett diesmal nur zwei Teilnehmer im ZDF darüber, ob sie das Leben anderer Menschen doof finden.

Herr Biller findet es irgendwie berührend, dass Frau Baums Vater im Koma lag, weil sie so ein doofes erstes Buch geschrieben hat. Frau Menasse hingegen findet es eher doof, dass Frau Baums Verlag das mit dem Vater der Autorin, der im Koma lag, so werbemäßig verwurstet. »Ich bin in ganz Vielem glücklicherweise ganz anderer Meinung«, sagt Frau Menasse.

Supertoll und völlig unerheblich findet es Herr Biller, dass Herr Keret seine Bücher nicht in Hebräisch übersetzt haben möchte, weil er da irgendwem wohl irgendwie was familienmäßig auswischen will. Das kennt der Herr Biller. Der Herr Keret, sagt Frau Menasse, sei ja ganz ok, aber so ein Amos Oz oder ein Grossmann seien auch was wert.

Supermegadoof findet der Herr Biller den Herrn Stuckrad-Barre, weil der evangelisch ist. Und weil der tatsächlich Helden in seinem Leben hat! Helden! Frau Menasse sagt, dass das mit dem protestantischen Elternhaus und so gar nicht stimme oder gar keine Rolle spiele.

Frau Menasse findet Herrn Powell super, weil der es so mit der feinen oberen englischen Gesellschaft hat und dazu wird ein Bild von Herrn Powell eingeblendet, in dem er sehr schwarzweiß englisch ausschaut und eine Katze in die Kamera hält. Mal über die feine englische Gesellschaft was zu schreiben, das gabs ja noch nie, aber warum jetzt Herr Powell da irgendwie besonders ist, weiß man nicht. Herr Biller fand die Passagen über Tennis, Cricket und Golf auch eher soso lala.

Und dann war die Sendung schon wieder um und die beiden Tratschenden lehnten sich zurück.

»Kopf hoch!«, sagte da ein Mann, der plötzlich zwischen den beiden in der Mitte der Bühne sitzt.

Wo kam denn der auf einmal her?

Wolfgang Tischer

Link ins Web:

In der Sendung vom 26. Februar 2016 besprochene Bücher:

  • praktisch keine

2 Kommentare zu diesem Beitrag lesen

  1. Weber, Dieter schrieb am 2. März 2016 um 23:35 Uhr

    Finde die Sendung herrlich; – diesmal allerdings erst ab den Wortbeiträgen zu Buch 3 u 4. Starker Auftritt von Frau Menasse. Noch etwas (pssst, nicht den Protagonisten v. Quartett verraten): Machen Sie mal eine Sendung nach dem Talk. Wenn nicht, – egal. Dann weiter so. Übrigens : Im Freundeskreis möchte man Leute wie Herrn Biller nicht haben, es sei denn er spielt dann eine andere Rolle. In der Sendung mag man ihn nicht recht ( er sich umso mehr), dennoch ist er wichtig. Die Contra-Dame vom vergangen Freitag hat ihm sicher weh getan u. gefallen zugleich. Herr Weidemann hat eine ebenso gute wie souveräne Rolle, – es quält ihn nicht ein paar Worte weniger zu machen.

  2. Renate Blaes schrieb am 3. März 2016 um 13:02 Uhr

    Danke, lieber Wolfgang Tischer. Ich sehe, was auch schon vorher zu vermuten war: Ich habe nichts verpasst!
    Ich habe die erste Sendung angeschaut, bei der ich nur den Kopf schütteln konnte. Und diese “Qualität” scheint wohl erhalten zu bleiben. Was waren das noch für Zeiten mit MRR …

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