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Beitrag vom 26. April 2008 | Rubrik: Buchkritiken und Tipps

Buchempfehlung nicht nur für Autoren: Urheberrecht im Alltag

Sollten Sie haben: Urheberrecht im AlltagNicht zuletzt die »Copy-and-Paste«-Kultur und der Kostenlos- und Download-Wahn im Internet haben dazu geführt, dass die Rechte von Künstlern und Urhebern immer weniger respektiert und wahrgenommen werden. Dazu hat auch die »Raubkopierer sind Verbrecher«-Kampagne von Musikindustrie und Verlagen beigetragen, die im öffentlichen Bewusstsein die Meinung verankert hat, dass es beim Schutz des geistigen Eigentums lediglich darum gehe, dass die großen Konzerne noch mehr Geld verdienen.

Doch der Schutz des geistigen Eigentums ist wichtiger denn je! Künstler, Journalisten und andere Urheber müssen für ihre Arbeit gerecht entlohnt werden. Es ist wichtig, dass sowohl die Urheber als auch die, die – in welcher Form auch immer – von deren Arbeit profitieren, ihre Rechte und Pflichten kennen.

Als Autor wird man ständig mit urheberrechtlichen Fragen konfrontiert: Was muss ich tun, damit mein Text geschützt ist? Wie kann ich es verhindern, dass jemand meine Texte als seine eigenen ausgibt? Was mache ich, wenn ich mein Gedicht plötzlich auf einer anderen Website sehe? In welchem Umfang darf ich die Texte von anderen zitieren? Was muss ich mit einem Verlag alles rechtlich regeln?

Aber auch als Leser oder Hörer von Texten ergeben sich Fragen wie: Darf ich als Hesse-Fan das Gedicht »Stufen« abtippen und auf meiner Fan-Website veröffentlichen? Darf ich das neue Hörbuch von Frau Roche von CD auf meinen MP3-Player kopieren – oder gar auf den meiner Freundin?

All diesen Fragen – und noch vielen mehr – geht nun ein fast 400 Seiten starkes Buch nach, das verständlich und ohne juristische Fachsprache daherkommt. Und das Beste: Das Buch kostete nur 2 Euro!

Herausgegeben wird es von der Bundeszentrale für politische Bildung, und »Urheberrecht im Alltag – Kopieren, bearbeiten, selber machen« – so der Titel – basiert auf der preisgekrönten Website iRights.info. Für die gedruckte Ausgabe wurden die Texte durchgesehen und aktualisiert. Dabei sind auch schon die aktuellen Änderungen des Urheberrechts, der sogenannte Zweite Korb, enthalten.

Das Buch kann auf der Website der bpb bestellt werden und wird bequem mit Rechnung oder per »Porto zahlt Empfänger« verschickt. 2 Euro, die man unbedingt investieren sollte, denn so viele aktuelle und verständliche Infos bekommt man zu diesem Thema sonst nirgends. Und kein Aspekt ist ausgelassen. Von der Verlinkung fremder Websites bis zum Kauf und Verkauf bei ebay, vom Kopieren und Tauschen von Musik bis hin zu Fotos und Bildrechten.

Wer bei der »Bundeszentrale für politische Bildung« vielleicht damit rechnet, dass es sich hier um eine Art Werbeschrift für gesetzestreue Bürger handelt, der kann beruhigt sein. Das Team der Herausgeber vereint Fachleute zum Thema wie Robert A. Gehring und Volker Grassmuck, die durchaus auch als Kritiker der gängigen Rechtssituation bekannt sind. Das Buch geht daher auch kritisch z. B. auf das Thema digitales Rechtemanagement (DRM) ein oder behandelt alternative Rechtsformen wie Creative Commons (CC).

Und wenn Sie sich jetzt fragen sollten, was denn CC ist: kein Problem, auch das wird in diesem Buch verständlich erklärt.

Also, am besten gleich hier klicken und das Buch bestellen!

Urheberrecht im Alltag. Kopieren, bearbeiten, selber machen  – herausgegeben von Valie Djodjevic, Robert A. Gehring, Volker Grassmuck, Till Kreutzer und Matthias Spielkamp, Bonn 2008, 385 Seiten, Bereitstellungspauschale: 2 Euro

1 Kommentar zu diesem Beitrag lesen

  1. buchmich schrieb am 6. Dezember 2008 um 04:01 Uhr

    Wo Kunst und Kommerz zusammekommen kracht es ja meistens.
    Ob die Juristerei da weiterhilft.

    Im uebrigen freut es mich (als milder Ironiker), dass die USA, die sich heutzutage so sehr ueber Piraterie ereifern, im 19 Janhrundert britische Druckerzeugnisse einfach kopierten ohne Tantiemen zu zahlen.

    Im uebrigen wird der Wert des geistigen Eigentums wahrscheinlich sinken, wie der Wert von open source software zeigt.

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