
Eine Autorin, die man kaum auf Lesungen sieht, die Bühnen meidet und Interviews scheut, erhält die höchste literarische Auszeichnung des Landes: Christine Wunnicke bekommt den mit 50.000 Euro dotierten Georg-Büchner-Preis 2026.

Eine Autorin, die man kaum auf Lesungen sieht, die Bühnen meidet und Interviews scheut, erhält die höchste literarische Auszeichnung des Landes: Christine Wunnicke bekommt den mit 50.000 Euro dotierten Georg-Büchner-Preis 2026.

Die USA feiern im Juli 2026 ihren 250. Geburtstag, und überall erscheinen Listen mit großer amerikanischer Literatur. Wir haben stattdessen ins eigene Archiv geschaut – und dort ein anderes Amerika gefunden.

Vier Tage nach Vergabe des Bachmann-Preises 2026 an Lena Schätte wurde vom ORF die bislang geheime Punkteliste der Jury-Abstimmung veröffentlicht. Diesmal war keine Stichwahl erforderlich, es konnte kaum taktiert werden und dennoch gibt es ein paar bemerkenswerte Dinge zu beobachten.

Die Gewinner-Texte der 50. Ausgabe des Bachmannpreises sind gekürt. Zum Doppeljubiläum waren ungewöhnlich viele Medienvertreter nach Klagenfurt gereist. Ein Überblick, wie andere den Jubiläumsjahrgang bewerten und wie man die Zukunft der »Tage der deutschsprachigen Literatur« einschätzt.

Der in diesem Jahr mit 30.000 Euro dotierte Bachmannpreis geht 2026 an Lena Schätte für ihren Text »Was wir tragen«. Weitere Preise erhielten Kinga Tóth (Kelag-Preis), Ozan Zakariya Keskinkılıç (Deutschlandfunk-Preis) und Magdalena Schrefel, die den 3sat-Preis erhalten hat. Den Publikumspreis erhielt ebenfalls Lena Schätte.

Brigitte Schwens-Harrant ist die beliebteste Bachmannpreis-Jurorin des Jahres 2026. Bei der Publikumsabstimmung auf literaturcafe.de setzte sie sich diesmal deutlich an die Spitze und verwies Laura de Weck auf den zweiten Platz. Vorjahressieger Thomas Strässle landet auf Platz 3. Schlusslicht der Abstimmung ist Mithu Sanyal – ganz knapp hinter dem scheidenden Jury-Vorsitzenden Klaus Kastberger.

Zweimal betrat in diesem Jahr unerwartet Justitiar Magister Andreas Sourij die Bühne des Bachmann-Wettbewerbs. Gleich zwei Texte standen im Verdacht, bereits vor der Lesung veröffentlicht worden zu sein. Dies wäre ein Verstoß gegen die Statuten. Beide Texte verblieben jedoch im Wettbewerb. Ein Blick auf die Sachlage.

Zum dreizehnten Mal konnten Sie abstimmen: Wer ist 2026 für Sie die beste Bachmann-Jurorin oder der beste Bachmann-Juror? Stimmen Sie ab am Samstag, 27. Juni 2026, von 10 Uhr bis 23:00 Uhr! Das Ergebnis wird am Sonntag, 28. Juni 2026, bekannt gegeben.

Neben der täglichen Podcast-Folge direkt vom Bachmannpreis in Klagenfurt berichtet Wolfgang Tischer während der Lesungen auch per Bluesky. Die aktuellen Beiträge finden Sie im Live-Feed weiter unten. Folgen Sie auch @literaturcafe.bsky.social auf Bluesky und @literaturcafe.de auf Instagram.

Zum 100. Geburtstag von Ingeborg Bachmann am 25. Juni 2026 startet der Film »Jemand, der einmal ich war« in den Kinos. Filmemacherin Regina Schilling nähert sich darin – unterstützt von Schauspielerin Sandra Hüller – der österreichischen Lyrikerin und Schriftstellerin überaus kunstvoll an.

Ein Text über das Leben mit der Mutter. Ein Schrei bei Minute 19. Martin Piekar las 2023 beim Bachmannpreis, gewann Kelag- und Publikumspreis. »Vom Fällen eines Stammbaums« heißt der Roman, der drei Jahre später daraus entstanden ist. Eine Geschichte über Herkunft, Fremdsein, Musik, Alkohol, Computerspiele, Freundschaft und Liebe.

Zum dritten Mal hat der Selfpublisher-Verband verlagsunabhängige Autorinnen und Autoren befragt. Die Umsätze bleiben für die meisten niedrig, die Abhängigkeit von Amazon ist groß. Bei der Künstlichen Intelligenz ist aus Ablehnung Akzeptanz geworden.
Nach Suhrkamp und anderen zieht nun auch der S. Fischer Verlag nach Berlin. Historisch und betriebswirtschaftlich verständlich. Nur fragt sich, ob der deutsche Gegenwartsroman bald endgültig in Prenzlauer Berg spielt. Das Land dahinter käme dann höchstens als Wochenenddatsche vor.

Früher waren es Plagiate, heute sucht man in Texten nach Spuren von KI, jüngst in den Reden von Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt. Meist werden dazu »KI-Detektoren« verwendet. Einige Lektorinnen sagen, sie könnten KI-Merkmale in Romanen auch ohne sie erkennen. Aber woran? Und wie zuverlässig ist das?
Der SPIEGEL hat darüber zuerst berichtet und der ZEIT gegenüber hat es das Familienministerium bestätigt: Das Projekt »Lesestart 1-2-3«, das Kinder früh an Bücher und ans (Vor-)Lesen heranführen soll, wird künftig nicht mehr fortgeführt.