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Beitrag vom 21. Juni 2007 | Rubrik: Literarisches Leben

Zwei Dinge zum Thema Buchpreisbindung

Euro-PreisIn Deutschland und Österreich haben Bücher gebundene Ladenpreise. In der Schweiz jedoch nicht mehr. Ilija Trojanow (»Der Weltensammler«) hat sich in der letzten Woche auf den Buchhändlertagen in einer sehr persönlichen und lesenswerten Rede für die Preisbindung ausgesprochen.

Die Preisbindung ist ein basisdemokratisches Instrument, das den Neoliberalen ein Dorn im Auge ist, gerade weil es so gut funktioniert und weil es ein Solidaritätsnetz zwischen geistig unabhängigen, kritischen Geistern knüpft, das nicht ins Weltbild passt, der Angriff auf die Preisbindung ist wie der Angriff auf die Wasserversorgung anderswo. Zum vollständigen Text beim Börsenblatt.

Hierzu passen auch sehr gut Berichte, dass englische Buchhandlungen an einem Bestseller wie an dem in einem Monat erscheinenden 7. Harry-Potter-Band offensichtlich nichts mehr verdienen. Supermärkte und Online-Buchhandlungen bieten den Roman zum Dumping-Preis an. Der Verkauf eines Bestsellers wird zum Verlustgeschäft.

2 Kommentare zu diesem Beitrag lesen

  1. Harald Lux schrieb am 26. Juni 2007 um 23:59 Uhr

    So sehr ich Trojanow schätze, aber:

    Wenn die Preisbindung den Verlagen und den KLEINEN Buchhandlungen helfen soll, müsste dann nicht nur der Endverkaufspreis “gebunden” sondern auch die Höhe der Handelsspanne für alle gleich sein?

    Ist es nicht so, dass bei dem jetzigen Modell die Ketten immer größer werden, weil sie bei gebundenem Verkaufspreis immer höhere Rabatte von den Verlagen eingeräumt bekommen?

  2. Holger Timm schrieb am 27. Juni 2007 um 10:14 Uhr

    Lieber Harald Lux,
    wie stellen Sie sich denn die für alle gleiche Handelsspanne vor? Der Buchmarkt besteht ja nicht nur aus Verlagen und Buchhandlungen; es gibt schließlich auch noch den Großhandel (Libri, KNV usw.), und ohne diesen gebe es nicht die tolle Möglichkeit, in Deutschland jedes gängige Buch fast genau so schnell zu bekommen wie ein Medikament in der Apotheke.
    Die Buchpreisbindung ist gut, noch mehr Bürokratie hilft jedoch nicht: Dann werden die großen Ketten eben eigene Verlage im Ausland kaufen oder gründen und dort produzieren lassen, und dann?

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Blogs, die auf diesen Beitrag verlinken

  1. Thommis Blog » Blog Archiv » Buchpreisbindung verlinkte am 26. Juni 2007 um 15:51 Uhr

    […] Und heute lese ich diesen Artikel von Ilija Trojanow. [gefunden im literaturcafe.de] […]