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Beitrag vom 1. Oktober 2011 | Rubrik: Literatur online

Zählpixel der VG Wort: Wie Sie Geld verdienen mit Texten im Internet

VG-Wort-Zählmarke in WordPress einbauenNoch immer wissen viele Autoren, Lyriker, Blogger und Journalisten nicht, dass sie für ihre im Internet veröffentlichten Texte Geld von der VG Wort bekommen können. Es sind Einnahmen, die man allein durch die Veröffentlichung erzielt und nicht etwa durch zusätzliche Werbebanner oder Linkverkäufe. Es spielt dabei keine Rolle, ob die Texte auf der eigenen Website oder bei anderen publiziert sind und ob man bereits ein Honorar dafür erhalten hat.

Allerdings ist das Verfahren nicht ganz einfach und E-Book-Autoren gehen dabei ohnehin leer aus. literaturcafe.de erläutert, wie es funktioniert, und zeigt am Beispiel WordPress, wie man das sogenannte Zählpixel elegant ins eigene Blog einbaut.

Für welche Texte im Internet gibt es Geld?

Grundsätzlich müssen es Texte sein, an denen man als Autor die Urheberrechte besitzt und die mindestens einen Umfang von 1.800 Zeichen haben. Lediglich bei Gedichten ist kein Mindestumfang vorgegeben. Die Werke müssen eine gewisse »Schöpfungshöhe« besitzen, sodass beispielsweise reine Produktbeschreibungen oder technische Dokumentationen ausgenommen sind. Ansonsten spielt es keine Rolle, ob es eine Kurzgeschichte, ein Gedicht oder ein journalistisch-redaktioneller Beitrag ist. Selbstverständlich zählen auch Blog-Beiträge dazu, sofern sie nicht nur aus Zitaten anderer bestehen.

Die Texte müssen frei zugänglich und dürfen nicht kopiergeschützt sein. Es können HTML-Texte oder Texte in PDF-Dateien sein. Traurig aber wahr: E-Book-Dateien im EPUB-Format oder bei Amazon können nicht erfasst werden.

Voraussetzung ist der Einbau eines so genannten »Zählpixels« und das Erreichen bestimmter Mindestabrufzahlen. In den letzten Jahren musste ein Text pro Jahr mindestens 1.500 Mal abgerufen werden, damit eine Zahlung erfolgt. Die weitere Staffelung lag bei 3.000 und 10.000 Abrufen. Darüber hinaus erfolgt keine weitere Erhöhung der Auszahlung, um bekannte Web-Angebote und Online-Magazine wie SPIEGEL-Online nicht zu übervorteilen. Zu berücksichtigen ist, dass nur Aufrufe aus Deutschland gezählt werden, da die VG Wort auch nur Einnahmen in Deutschland generiert. Die Unterscheidung wird wie üblich anhand der IP-Adressen oder Domains der Besucher getroffen. Es ist zu erwarten, dass sich diese Abrufhürde künftig weiter erhöhen wird (siehe Tabellen unten).

Der letzte Schritt ist die »Meldung« des Textes. Wie das alles funktioniert, wird im Folgenden näher beschrieben.

Wie viel Geld bekomme ich für einen Text?

VG-Wort-Ausschüttung
»Texte im Netz«
Abrufe und Jahr
2010
2009
1.500-2.999
15 Euro
20 Euro
3.000-9.999
20 Euro
25 Euro
Ab 10.000
25 Euro
30 Euro

Zunächst einmal sollte man nicht aufs schnelle Geld hoffen. Die Zählung und Zahlung erfolgt immer aufs Jahr gesehen, wobei der Betrag in der Regel erst im Herbst des Folgejahres festgelegt und ausgezahlt wird. Erstmal wurde so für Webtexte im Jahre 2008 Geld für 2007 ausgezahlt. Wer also Anfang 2013 mit dem Einbau von Zählpixeln beginnt, erhält für einen Artikel frühestens gegen Ende 2014 von der VG Wort die Tantieme ausgezahlt.

VG-Wort-Ausschüttung
»Texte im Netz«
Abrufe und Jahr
2012
2011
1.500-5.999
1.500-7.499
10 Euro
10 Euro
6.000-23.999
7.500-37.499
13 Euro
15 Euro
Ab 24.000
AB 37.500
18 Euro
20 Euro

Für das Jahr 2012 sind die Quoten jüngst bekannt gegeben worden. Pro Text erhält man 10 Euro bei mindestens 1.500 Abrufen, bei über 37.000 Abrufen sind es 18 Euro. Im Jahre 2009 waren es noch 20 bzw. 30 Euro. Der Betrag richtet sich danach, wie viel Geld die VG Wort eingenommen hat und an wie viele Autoren es ausgeschüttet wird. Die nebenstehenden Tabellen zeigen, dass die Abrufzahlen ständig steigen, während die Tantiemen sinken. Hinweis: Die Zahlen im Ursprungsartikel wurden im Juli 2013 von uns entsprechend nachgetragen und aktualisiert.

Was ist die VG Wort und woher kommt das Geld?

Das VG steht für »Verwertungsgesellschaft«. Bekannter als die VG Wort für die Textschaffenden ist sicherlich die GEMA als Verwertungsgesellschaft der Musikschaffenden. Speziell bei Onlinern genießt die GEMA keinen guten Ruf, sie gilt als Spaßbremse, denn vermeintlich ist sie schuld daran, dass wir beispielsweise in Deutschland gewisse YouTube-Videos nicht sehen können, weil darin zwei Takte urheberrechtlich geschützter Musik erklingen. Aber die Diskussion über pro und contra Verwertungsgesellschaften soll hier nicht geführt werden.

Denn zunächst einmal ist die Idee einer Verwertungsgesellschaft für Urheber nicht schlecht. Die VG Wort ist ein Verein von Autoren und Verlagen, und ihre Aufgabe ist es, die Einnahmen aus der Zweitverwertung von Texten zu kassieren. Der einzelne Autor könnte dies gar nicht leisten, wenn er z.B. an Radiosender oder Zeitschriften Rechnungen stellen müsste, wenn diese seine Texte vertonen, in Ausschnitten abdrucken oder als Zweitverwertung im Internet veröffentlichen. So sammelt stellvertretend die VG Wort das Geld ein und verteilt es an die Autoren.

Und noch eine zweite Einnahmequelle gibt es: Es sind Zuschläge und Abgaben, die für technische Geräte und Speichermedien anfallen, mit denen potenziell urheberrechtlich geschützte Werke verbreitet oder kopiert werden können, also beispielsweise Kopierer, Drucker oder CD-ROMs.

Da diese Abgaben die Geräte etwas teurer machen und die Hersteller sie natürlich auf den Verkaufspreis aufschlagen müssen, wettern die Industrieunternehmen oft dagegen und versuchen, die Konsumenten auf ihre Seite zu ziehen. Immer wieder wird argumentiert, dass längst nicht jedes Gerät für die Vervielfältigung solcher Text verwendet wird und beispielsweise nur die eigene Geschäftskorrespondenz damit ausgedruckt wird. Sogar das Verfassungsgericht muss sich mit dieser Frage beschäftigen.

Dennoch hat dieses Modell einen sehr sozialen Ansatz. Was spricht dagegen, dass ein Industrieunternehmen, das sich für die Filialen einige Drucker anschafft, damit auch »Textarbeiter« unterstützt?

Aber auch diese Diskussion soll hier nicht geführt werden. Tatsache ist: Als Autor, Lyriker, Blogger oder Journalist kann ich von diesem Einnahmentopf der VG Wort profitieren. Warum sollte ich dies also nicht nutzen?

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9 Kommentare zu diesem Beitrag lesen

  1. Hans Retep schrieb am 3. Oktober 2011 um 13:55 Uhr

    Das sind ja gleich zwei schlechte Nachrichten auf einmal. Erstens sinken die Erlöse um 16,7-25% und dann machen Sie noch Werbung für die Sache, was bedeuten wird, dass die Preise weiter sinken, wenn genug drauf anspringen. Wo ist die gute Nachricht?

  2. Thomas Knip schrieb am 4. Oktober 2011 um 13:30 Uhr

    Das Konzept der VG Wort ist immer noch ungewöhnlich und aller Ehren wert – aber es lohnt sich eigentlich nur für Leute, die nicht primär vorhaben, mit ihren Texten Geld zu verdienen.
    Damit eignet es sich am ehesten für Blogger, die auch mal längere Beiträge schreiben, und dafür war diese Ausschüttung auch hauptsächlich gedacht.

  3. Ingo schrieb am 6. Oktober 2011 um 12:17 Uhr

    Hilfreich ist in diesem Zusammenhang das Plugin Posts Character Count Admin von Tanja, welches die Zeichenlänge eines Artikels feststellt. Damit lässt sich dann schon beim Schreiben feststellen, ob die magische Grenze von 1800 Anschlägen erreicht wird. Das Plugin gibt es zum Download bei WordPress.org.

  4. Michael schrieb am 6. Oktober 2011 um 16:53 Uhr

    Ich habe 2008/2009 mal versucht, es hat mir aber überhaupt nichts eingebracht, seitdem lasse ich es bleiben. Wenn man nicht über die Mindestklickmenge kommt, ist es verschwendete Zeit.

  5. Oliver Baer schrieb am 6. März 2012 um 17:58 Uhr

    Das Verfahren klappt gut. Mit entsprechender Vorbereitung ist alles in kurzer Zeit erledigt. ABER es funktioniert nicht bei den sogenannten SEITEN im WordPress (also nicht den Artikeln oder Beiträgen). Kann mir jemand weiterhelfen?

  6. Redaktion schrieb am 7. März 2012 um 11:53 Uhr

    Lieber Oliver Baer,
    das Einbauen des Zählpixels sollte auf den Seiten (pages) genauso gut funktionieren wie auf den Beiträgen (posts). Dabei ist es egal, ob Sie das Pixel manuell über den Editor in den HTML-Code einfügen oder die von uns vorgestellte Methode mit dem Plugin »More Fields« verwenden. In den »More Fields«-Einstellungen sollten Sie nur darauf achten, dass Sie für das Eingabefeld für das Zählpixel unter »Used with post types« sowohl posts als auch pages ausgewählt haben, damit das Eingabefeld auch beim Anlegen und editieren der Seiten angezeigt wird.

  7. Stephan schrieb am 18. April 2012 um 16:37 Uhr

    Da ich ab Mai auch längere Texte auf meiner Kino-Trailer-Seite über aktuelle Kinofilme veröffentlichen werden, wie z.b. dieser Text hier über einen aktuellen Kinofilm: http://epic-cinema.com/snowwhiteandthehuntsman.html , stellt sich für mich die Frage, ob ich als “Rezensent” mich auch bei der VG-Wort anmelden kann und meine Texte dort auch zählen (natürlich haben diese 2000 Zeichen und 1500 Besucher pro Jahr)? Oder ist eine Filmbeschreibung nicht als “schöpferisch” genug anzusehen? Diese Extraeinnahme möchte ich mir ungerne entgehen lassen.

  8. Redaktion schrieb am 18. April 2012 um 19:19 Uhr

    So lange es keine reinen plumpen Handlungsbeschreibungen oder übernommene Pressetexte sind, sondern es sich um eine eigene »Rezensionsleistung« und Bewertung handelt, können solche Texte natürlich gemeldet werden.

  9. Stephan Stritzke schrieb am 21. April 2012 um 17:04 Uhr

    Ok, dann werde ich mich mit den Texten bei meiner Seite wohl sehr grenzwertig bewegen. Natürlich muss ich ein Kurzzusammenfassung schreiben( die wahrscheinlich 2/3 des Textes ausmacht) und das letzte Drittel wird dann als Wertung gestaltet sein. Ist natürlich super ärgerlich, wenn ich jetzt Autoren beauftrage, die bei mir schreiben (unter der Vorgabe neutral und inhaltlich zu formulieren) und die vg-Wort das dann nicht anerkennen würde.

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  1. Barcamp Stuttgart 2011 – Samstag und Sonntag verlinkte am 3. Oktober 2011 um 18:35 Uhr

    [...] Nutzung. Die VG Wort erklärt das übrigens hier.  Für alle, die nicht dabei waren, hier ein Artikel von Wolfgang zu diesem Thema. für mich noch nicht so interessant, da mein Blog dafür keine [...]

  2. Anonymous verlinkte am 4. Oktober 2011 um 00:48 Uhr

    [...] [...]

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