Einen Tag lang zeigten us-amerikanische Websites wie wikipedia.org, die Blog-Plattform wordpress.com oder das Web-Magazin boingboing.net am 18. Januar 2012 eine schwarze Eingangsseite oder »Zensiert«-Banner. Sogar auf google.com war ein Hinweis zu lesen: »Tell Congress: Please don’t censor the web!«
Die Betreiber protestiertengegen ein geplantes Gesetz, das Provider dazu verpflichten soll, den Zugriff auf Websites zu verhindern, auf denen tatsächlich oder vermeintlich illegale Kopien urheberrechtlich geschützter Werke angeboten oder verlinkt werden.
Kritiker wie die EFF warnen, dass die dazu notwendige technische Infrastruktur Begehrlichkeiten weckt und einer allgemeinen Webzensur Vorschub leistet.
Den Lemmingen gleich unterzeichnen derzeit Autoren und Verleger den sogenannten »Heidelberger Appell«. Unter den bislang über 1.300 Unterzeichnern finden sich bekannte Namen wie ZEIT-Herausgeber Michael Naumann, der Verleger des Hanser Verlags Michael Krüger oder Bestseller-Autor Daniel Kehlmann. Was solch honorige Menschen unterschreiben, kann nicht schlecht sein und schließlich ist der Appell mit einem »Für Publikationsfreiheit und die Wahrung der Urheberrechte« überschrieben. Welcher ernst zu nehmende Autor würde sich dagegen aussprechen?
Doch leider vermengt der vom Heidelberger Professor Roland Reuß initiierte Appell – unwissentlich oder mit voller Absicht – berechtigte mit durchaus zweifelhaften Forderungen.
Zudem besteht die große Gefahr, dass Verlage und Schriftsteller naiv und unwissentlich mit dem Appell die Zensur in Deutschland weiter vorantreiben könnten. Hier klicken und weiterlesen »
Es war eine bizarre Aktion mit juristischer Hilfe: Weil er einige Behauptungen in seinem Wikipedia-Eintrag als falsch ansah, ließ der ehemalige Stasi-Mitarbeiter und jetzige Bundestagsabgeordnete Lutz Heilmann (DIE LINKE) den vollständigen Zugang zur Online-Enzyklopädie über wikipedia.de sperren. Damit war das komplette digitale Nachschlagewerk über die deutsche Webadresse nicht mehr erreichbar. Stattdessen war dort bis heute Mittag nur ein Hinweis auf die juristische Auseinandersetzung Heilmanns mit dem deutschen Wikipedia-Verein, dem Wikimedia Deutschland e.V., zu lesen.
Da die Domain wikipedia.de jedoch nur auf das eigentlich in den USA gehostete Angebot weiterleitet, konnte Wikipedia auch aus Deutschland nachwievor unter de.wikipedia.org aufgerufen werden. Auch der Artikel über Heilmann – zwischenzeitlich geändert – war jederzeit unter der alternativen Adresse aufrufbar. Dennoch dürften in den letzten Tagen einige vom freien Wissen abgeschnitten gewesen sein, da die Alternativ-URL nicht jedem bekannt ist. Hier klicken und weiterlesen »
Weil der Betreiber der Website »Sehr erfahrene Menschen«, Holger Jass, für die Verwendung dreier Zitate von Karl Valentin keine Erlaubnis hatte, wurde er durch die Valentin-Erben abgemahnt. Jass versieht die Zitate mit witzigen und zum Teil recht aufwendigen Animationen. Da jedoch – wie Jass selbst schreibt – von den 169 Zitategeber auf seiner Website 80 Prozent noch leben oder noch nicht 70 Jahre tot sind, sieht er die Gefahr weiterer Abmahnungen und Kosten auf sich zukommen. Als Konsequenz bleibe Jass nur die Schließung seiner Website. Erst 70 Jahre nach dem Tod des Urhebers sind dessen Werke nicht mehr geschützt, sodass sie ohne Erlaubnis verwendet werden dürfen.
Insbesondere nachdem auch das ZDF über diesen Fall berichtet hat, schien für viele klar zu sein, dass Jass der Gute und die Erben Valentins die Bösen sind. Nach Angaben von Karls Valentins Erbinnen und des Nachlassverwalters, die die offizielle Website www.karl-valentin.de betreiben, häuften sich daraufhin die kritischen und zum Teil beleidigenden Einträge im Gästebuch. In einer auf der Website platzierten »Richtigstellung aus gegebenem Anlass« schreiben die Betreiber, dass sie u. a. als »geldgierige Schmarotzer« dargestellt würden, die »das Andenken an Karl Valentin angeblich in den Dreck ziehen«. Hier klicken und weiterlesen »
Dass eine Firma Werbeanzeigen storniert, weil ein Medium kritisch über das Unternehmen oder seine Produkte geschrieben hat, ist zwar schlechter Stil, aber an der Tagesordnung.
Weitaus dreister ist der folgende Fall: Der Spiele-Hersteller Atari mahnt das Online-Spielemagazin 4players.de ab, weil die Rezension des Spiels »Alone in the Dark« nur die Wertung »befriedigend« erhalten hat. In einem Anwaltsschreiben, das 4players.de in Auszügen dokumentiert, wirft man den Spiele-Kritikern vor, sie hätten für den Test Raubkopien eingesetzt und ihre Test würden nicht den Standards entsprechen, »die für Warentests gelten«. Angesetzter Streitwert: 50.000 Euro.
Abmahnungen werden immer mehr zum modernen Zensurinstrument, um gegen Kritiker im Internet vorzugehen.
Dabei ist es oft völlig unerheblich, ob der Grund der Abmahnung berechtigt ist. Gerade Privatpersonen und Blogger sind durch die anwaltlichen Schreiben und die genannten hohen Streitwerte so eingeschüchtert, dass sie aus Angst vor weiteren Zahlungen meist sofort klein beigegeben.
Der Abmahnende hat sein Ziel erreicht, auch wenn er vielleicht im Unrecht war. Selbst im glimpflichsten Fall bleibt der Abgemahnte auf seinen Anwaltskosten von mehreren Hundert Euro sitzen. Denn einen Anwalt sollte man auf jeden Fall konsultieren, um angemessen auf eine Abmahnung zu reagieren.
Eigentlich ist es noch gar nicht offiziell: Am 23. April 2008, dem Welttag des Buches, planen nahezu alle namhaften Autorenverbände aus Deutschland, Österreich und der Schweiz mit einer gemeinsamen Erklärung an die Öffentlichkeit zu treten. Es ist vorgesehen, dass sich die Autorenvertretungen in dieser sogenannten »Fairlag-Erklärung« für einen fairen Umgang zwischen Verlagen und Autoren aussprechen. Hierzu gehöre es nach Meinung der Autorenverbände auch, dass ein Autor für eine Veröffentlichung vom Verlag Geld bekommt – und nicht umgekehrt. Die geplante Erklärung blickt daher kritisch auf die sogenannten Zuschussverlage, wobei sie dieses Geschäftsmodell jedoch nicht mit Bausch und Bogen verdammt. Vielmehr soll sich die Erklärung gegen die schwarzen Schafe der Branche richten, die nach Meinung der Autorenverbände mit den Autoren alles andere als fair umgehen und ihnen offenbar Versprechungen über Erfolge und Verkaufspotenziale machen, die nicht immer der Wirklichkeit entsprächen. Unerfahrene Autoren laufen hier Gefahr, durch Unwissen und Naivität eine mögliche Karriere durch eine Veröffentlichung in einem Zuschussverlag mit weniger gutem Ruf zu verbauen.
Noch ist der Text der Erklärung in der internen Diskussion, doch ist ein Entwurf offenbar im Vorfeld der »Frankfurter Verlagsgruppe Holding AG August von Goethe« zugespielt worden. Diese lässt nun die Muskeln spielen und versucht, die Autorenverbände einzuschüchtern und droht ihnen über einen Rechtsanwalt per Fax mit juristischen Schritten, falls diese die Erklärung unterzeichnen. Hier klicken und weiterlesen »
Anlässlich der Vorgänge in Tibet gerät auch die Gastland-Präsentation Chinas bei der Frankfurter Buchmesse wieder in die Diskussion. 2009 soll sich das asiatische Land auf der Bücherschau darstellen. Darf die Kultur- und Wirtschaftsmesse die Plattform für die Präsentation eines diktatorischen Landes sein, das Andersdenkende blutig niederknüppelt, 1989 beim Tian’anmen-Massaker und aktuell in Tibet?
Bereits im Herbst des letzten Jahres haben wir Buchmessedirektor Jürgen Boos die Frage hinsichtlich der Zensur in China gestellt. »Mit Gästen spricht man durchaus auch über unangenehme Themen«, so Boos damals.
Uwe Wittstock stellt in seinem Kommentar in der WELT die Frage, wie weit dieser Dialog gehen soll. Wittstock: Aber bis zu welcher Grenze, bis zu welcher Zahl von Toten gilt dieses Argument? Werden sich beim Ehrengastauftritt Chinas tatsächlich nicht pekingtreue Tibeter präsentieren dürfen? Oder wird die Buchmesse 2009 eine prächtige Bühne sein für Diktatoren, die bei der Niederschlagung von Regimegegnern vor kaum etwas zurückschrecken?
Die Fragen bleiben einstweilen offen. Vielleicht sind ja bis 2009 die Vorfälle in Tibet auch wieder vergessen.
Jede Woche blickte Jennifer Willms in den Jahren 2007/2008 knapp und subjektiv auf die aktuellen literarischen Jahrestage.
Ironie und Sarkasmus setzen nicht nur Intelligenz aufseiten des Empfängers voraus, sondern vor allem auch die Fähigkeit, über sich selbst zu lachen und Fünfe auch mal gerade sein zu lassen. Welche dieser Kompetenzen den Deutschen Anfang des 19. Jahrhunderts fehlte, soll hier unbeantwortet bleiben, die Bücher Heinrich Heines jedenfalls waren zur dieser Zeit einer strengen Zensur unterworfen. Heine antwortete in »Das Buch Le Grand« wiederum mit Satire: Die deutschen Censoren — — — — – — — — — — — — — — – — — — — — — — — —- — — — — — — — – — — — – — — — — — — — — —- — — — — Dummköpfe — —- — — — — — — — — —- — — — — — — — — — – — — – Am 13. Dezember feiern wir Heines 210. Geburtstag.
Ein Jahr älter wird am 13. Dezember auch der Mann, dessen Bücher seit über 30 Jahren Kinderherzen höher schlagen lassen. Hier klicken und weiterlesen »
Vermute, dass die Typen, die tagsüber am Hauptbahnhof Abos der Süddeutschen verticken, nachts als Türsteher arbeiten.10.02.2012 12:54 Uhrfrom Tweetings for iPhone
Vermute, dass die Typen, die tagsüber am Hauptbahnhof Abos der Süddeutschen verticken, nachts als Türsteher arbeiten.10.02.2012 12:54 Uhrfrom Tweetings for iPhone
Die Veranstaltungen sind vorbei. Die Abschlussfeier läuft. Danke an alle Besucher. Bis zum nächsten Jahr!17.09.2011 22:36 Uhrfrom web
Zum Abschluss heute abend: Susanne Heinrich, Thalstroem und das Eb: „WIR“ - eine Performance. Es gibt noch Karten! http://t.co/SRwkjbL817.09.2011 16:17 Uhrfrom web
Und das Forum des BBC World Service: Warum Grün das neue Rot ist mit Paul Harding, Tanja Dückers & Luis Berrios-Negron http://t.co/BmqLrM8d17.09.2011 09:58 Uhrfrom web
Um 14 Uhr beginnen wir mit 2 Veranstaltungen: THEATERTREFFEN: NEUE DRAMATIK AUS EUROPA. Lesungen und Autorenportraits http://t.co/yMu9bUpj17.09.2011 09:56 Uhrfrom web
Der letzte Festivaltag ist angebrochen. Letzte Chance dieses Jahr eine der tollen ilb-Veranstaltungen zu besuchen! #ilb201117.09.2011 08:59 Uhrfrom web
Forum d. BBC World Service: Gedanken der erfolgreichsten Schriftsteller und Denker: Warum Grün das neue Rot ist. Infos: http://t.co/2yZgqEts15.09.2011 16:58 Uhrfrom web
Das Forum des BBC World Service in Berlin! "Gedanken der erfolgreichsten Schriftsteller und Denker" Ist Berlin ein kulturelles Wunderkind?15.09.2011 16:56 Uhrfrom web
RT @literaturwelt: Gary Shteyngart mit „Super Sad True Love Story“ auf dem Berliner Literaturfestival: „I thought that Russia would... h ...15.09.2011 13:45 Uhrfrom web
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