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StartseiteWillms' WocheWillms Woche: Lyrik und die hohe Kunst zu leben

Willms Woche: Lyrik und die hohe Kunst zu leben

Er war einer der letzten seiner Art. Nein, die Rede ist nicht von Berggorillas oder Sumatra-Tigern, sondern von einem Dichter. Einem französischen Dichter, um genau zu sein. Paul Valéry, am 30. Oktober vor 136 Jahren im südfranzösischen Sète geboren, gehörte zu den letzten Lyrikern, die von ihrem Status als Dichterfürst sehr gut leben konnten. Verlage und Zeitschriften forderten sogar regelmäßig Gedichte als Auftragsarbeiten, ein Umstand, den man sich im Jahr 2007 kaum noch vorstellen kann. Mit dem Tod Valérys sank der Stern der Lyrik und wartet bis zum heutigen Tag auf seine Renaissance.

Untrennbar mit dem Begriff Lyrik ist im deutschsprachigen Raum der Name Georg Heym verbunden. Er gilt als einer der Wegbereiter des literarischen Expressionismus und hinterließ trotz seines frühen Todes mit nur 24 Jahren rund 500 Gedichte. Bildgewaltige Meisterwerke über Krieg, Tod und den Untergang des Individuums in der anonymen Masse sind ebenfalls darunter zu finden wie leichte, beschwingte Stücke über die Schönheit und Anmut des Lebens. Am 30. Oktober feiern wir neben Valéry auch den 120. Geburtstag von Georg Heym.

Zurück zu den Franzosen: Mit etwas Pech wäre André Malraux wohl in einem kambodschanischen Gefängnis verfault. Nicht ganz unschuldig, zugegeben, hatte der junge Abenteurer schließlich antike Kunstwerke aus einem Tempel gestohlen, um die durch Extravaganz strapazierte Haushaltskasse aufzubessern. Seine damalige Frau mobilisierte bekannte Autoren wie André Gide zu Malrauxs Rettung und so konnte er schon bald wieder seinen mondänen Lebensstil auf französischem Boden aufnehmen und gnadenlos über seine Verhältnisse leben. Bei seinem Tod im Jahr 1976 hinterließ Malraux, der sich mittlerweile nicht nur als Autor, sondern auch als politische Größe etabliert hatte, Schulden in Millionenhöhe. Am 3. November wäre er 96 Jahre alt geworden.

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