Die FAZ über den Weltbild-Verlag.
Interview mit Sven Regener
Auch das gibt es noch: UNICUM hat ein sehr schönes Interview mit Sven Regener geführt, das hier nachzulesen ist. Durchaus sinnvolle Fragen und interessante Antworten. Und nicht immer diese albernen „Wieviel Regener steckt denn in Lehmann?“-Fragen. Ein diesbezüglicher Tiefpunkt eines vorurteilsbeladenen „Interviews“ wurde in der (immer noch) aktuellen Ausgabe der Zeitschrift Bücher erreicht.
Unsere subjektive Besprechung von „Neue Vahr Süd“ findet sich im übrigen hier.
Zum Bahnhof? – Gib’s auf!
Wer Kafkas Parabel Gib´s auf kennt, wird vielleicht noch mehr Freude an diesen Antworten auf die Frage „Wo geht´s denn hier zum Bahnhof?“ haben.
(via netbib)
Literatur-Zombies in Köln
Thomas Böhm, Chef des Kölner Literaturhauses, ist Anhänger einer Voodoo-Sekte. Er erweckt seinen toten Großvater zum Leben und sorgt am Rhein für Angst und Schrecken. So steht es zumindest in dem neuen Roman über den Geisterjäger John Sinclair. Das Heft ist eine Benefizaktion zum Erhalt der Kölner Literatureinrichtung. [via SPIEGEL Online]
Feine kleine Buchverlage
Es gibt sie immer noch, die rührigen kleinen Buchverlage, die sich um Literatur kümmern, und jetzt gibt es endlich eine Site, die sich darum kümmert! Es lohnt sich, in den diversen Verlagsprogrammen zu schnuppern…
(via netbib)
Textkritik: Die Verschwörung – Prosa
Otto legte die alte Abba-Scheibe auf und blickte durch die nikotingelben Vorhänge düster in die verregnete Straße. Dancing Queen, dancing queen, only seventeen, mein Leben ist schwanger mit einer Bedeutung, einem Kind ohne Namen, einem Monster von Sinn, vor dem die Welt erschreckt. Er nahm die fast leere Bierflasche und goss ein bisschen die Blumen, die ihre Blüten erhoben wie in der Wüste klagende Mütter ihre dürren Hände. Tod und Verderben, hier seid ihr zu Hause, irgendwo in einer grauen grausigen Großstadt in dem Teil der Erde, der Westen genannt wird. Betet! Das Ende ist nahe. Theatralisch fiel Otto auf die Knie und summte die Melodei mit, die in seine schmutzigen Ohren drang. Er warf sein langes Haar in den Nacken und begann zu singen.
Der Schuss fiel um 15:45 nachmittags und unterbrach sein bescheidenes Lied. Wer war es gewesen? Es gab nur einen Mann mit Gewehr und nur ein Fenster, aus dem in dem bestimmten Winkel die Kugel abgefeuert werden konnte, die diagonal in Ottos Gehirn drang. Dennoch hörte die Polizei auf Verschwörungstheorien, die auf ein geheimnisvolles Zusammenwirken des ganzen Viertels hindeuteten. Sie ermittelte und schloss die Akten erst dreißig Jahre später. Der zuständige Kommissar wippte im hohen Alter auf seinem Schaukelstuhl und erzählte seinen Enkeln von dem weit zurückliegenden Fall, der so geheimnisvoll der Lösung harrte. Er pflegte dabei an seiner Pfeife zu schmauchen und sich an der Nase zu kratzen. Sein künstlerisch veranlagter jüngster Enkel mit tiefschwarzem Haar und Wohnsitz in Berlin machte einen Film daraus und wurde ins Fernsehen eingeladen.
Zusammenfassende Bewertung
Einzelne Lichtblicke vermögen nicht, den trüben Gesamteindruck entscheidend aufzuhellen. Dazu ist mir insgesamt viel zu unklar, worum es eigentlich geht.
Ist Otto Opfer? Handelt der Gewehrschütze in Gottes Auftrag? Welche Verschwörung ist da im Gange? Was ist das für ein Viertel? Was haben die Menschen in dem Viertel mit Otto und Otto mit den genannten zu tun? Ist Otto Haustürprediger? Zu welchem Zweck also verschwört sich da wer oder was – schließlich heißt das Geschriebene ja Die Verschwörung!? Hat sich die Obrigkeit gegen Otto verschworen, da der sie mit penetranten Forderungen nervte à la »Seid nicht mehr so böse zum Rest der Welt« oder »Lasst die Sonne scheinen, malt die Großstädte schön bunt an«?
Ich gestehe freimütig: für diese Geschichte bin ich zu dumm … Und sollte es – man kann ja nie wissen – einen Film geben, der Anlass zu diesem Text gegeben haben könnte: der wäre mir unbekannt; und egal wäre mir es darüberhinaus – ein Kritiker muss nicht alles wissen.
Die Kritik im Einzelnen
Ein Musterbeispiel für einen Anfang, wie er nicht sein soll: Ohne Veranlassung glotzt da ein Otto in eine Straße (Steht das Haus am Ende einer Sackgasse, sodass man in eine Straße sehen könnte?) – und zur grenzenlosen Überraschung dieses Mal nicht durch das ansonsten obligatorische Fenster, durch das Protagonisten allerlei Geschlechts zu Erzählbeginn sonst ihre Augen zu werfen pflegen auf die wie-auch-immere Außenwelt, sondern durch – potzblitz – nikotingelbe Vorhänge … Was nur treibt Geschichtenschreibende dazu, beständig mit diesem nervtötenden Klischee herumzufuchteln? Zu allem Überfluss schaut Otto auch noch düster – und wie zu Werthers Zeiten stimmt draußen die Natur natürlich mit ein: Die Straße, auf die er schaut, wird nämlich gerade verregnet, wie nach düster zu befürchten war. Und freilich muss Otto eine alte Abbascheibe auflegen, es gibt keine neuen. Statt eine Stimmung aufzubauen, wird sie hier mit überflüssigen Adjektiven geschreddert: eigentlich brauchte man gar nicht mehr weiter zu lesen, das kann ja eh nicht gut ausgehen … Fazit: Man streiche den Anfangssatz komplett und beginne mit dem Lied, das zunächst eine ganz andere Stimmung aufbaut! zurück
Wir befinden uns nun im Kopf des (noch namenlosen, der erste Satz ist ja entfernt worden) Protagonisten, der ziemlich eingebildet zu sein scheint, da er ein Monster von Sinn ausbrütet, vor dem die Welt jetzt schon erschreckt, obwohl sie eigentlich gar nicht wissen kann, dass da was im Gange ist … leidet der Protagonist unter Verfolgungswahn? Ist er der angekündigte Erlöser, der der Welt dermaleinst den Monstersinn FriedeFreudeEierkuchen mit einem gewaltigen Schuss Egoismus predigen will (»You’re a teaser, you turn ‚em on, Leave them burning and then you’re gone, Looking out for another, anyone will do. You’re in the mood for a dance .«)? zurück
Jetzt müsste wegen dem gestrichenen ersten Satz Otto erwähnt werden – ein Name ist wichtig, denn dieser unterscheidet den Protagonisten von den namenlosen Personen. zurück
Alkohol ist schon seit jeher auch eine Abschottungsdroge der Armen – und dazu gehören wohl ebenso die Blumen und Otto, der zumindest noch ein Herz für seine Blumen hat; die Stimmung kippt durch den Vergleich mit den dürren Händen in der Wüste. zurück
Dachte ich bei hier noch an Ottos Zimmer mit den kaum lebendig zu erhaltenden Blumen – schließlich geht das Bier zur Neige -, werde ich jetzt rausgerissen und in irgendeine Großstadt (die sind ja auch alle irgendwie gleich, nämlich groß und grau) verfrachtet – schon wird Tor und Tür aufgerissen für die geliebten Klischees: im Dorf, in der Kleinstadt, da ist alles heileheilesegen und furchtbar lieb, aber in der grauen (da haben wir dieses abgedroschenste Großstadtanhängsel: würg! ) Großstadt, da grauselt das Böse an sich! Ich wäre weitaus lieber in dem Zimmer geblieben.zurück
Nicht genug damit, jetzt muss noch der Westen sein Fett wegkriegen: Otto leidet nämlich bedauerlicherweise im Westen vor sich hin, würde viel lieber in der Wüste leiden oder in einem ärmlichen Lehmhüttchen südöstlich von Ahváz, den Blick anklagend gen Böser Westen gerichtet, der bekanntlich an wirklich Allem Schuld ist. Tjaja, das Leben in einer grauen Großstadt im bösen Westen ist ein grausames Zuckerschlecken, das kann einen schon ganz schön fertig machen. zurück
Also: ein Weltuntergangprophet! Wieder einmal ist das Ende nahe, das ist es bekanntlich alle naslang, und irgendwann einmal in ein paar hunderttausend Jahren oder so wird tatsächlich einer dieser Weltuntergangpropheten Recht behalten haben, auch wenn dann niemand mehr da wäre, der diesem anschließend Recht geben könnte: das zumindest tröstet erheblich! Und es folgt auch die übliche Aufforderung: betet. Wer fordert hier eigentlich wen auf? Ist doch niemand da außer Otto und den Blumen! zurück
Otto übertreibt maßlos – das bedeutet ja theatralisch: doch vor wem und für wen? Will er Gott lästern? Wenn ja: warum? Wenn nein: warum dann diese Schau? zurück
Schön: die schmutzigen Ohren – denn es werden nicht nur die Ohren schmutzig gewesen sein, genauso wenig wie die Bierflasche sich ohne fremdes Zutun geleert haben wird. Otto bekommt allmählich Konturen: versiffter Alkoholiker, mit sich und der westlichen Welt unzufrieden. Überraschend die Verballhornung von Melodie: die altertümelnde Form Melodei passt in ihrer Verlogenheit zu theatralisch; so wiederholt sich die Frage: wem macht Otto hier etwas vor? Sich selbst? Erkennt er eine Verlogenheit des Abbasongs angesichts des Elends in der nichtwestlichen Welt? Begreift er, dass auch Abba zu grauer Städte Mauern nichts Buntes und Gutes hinzuzuziehen kann trotz allem beschworenen Getanze? Oder hofft er, dass Gott endlich eingreift und wie in den guten alttestamentarischen Zeiten böse Teile der Menschheit einfach ausradiert – also mindestens die grauen Städte, am besten aber den Westen? Und da Gott halt wie üblich gar nichts tut, will er ihn jetzt provozieren, indem er ihn durch Veralbern (Melodei) eines Abba-Liedes verhöhnt? Irgendwie reimt sich das allmählich zusammen. zurück
Eine weitere Kontur: langhaariger, versiffter Alkoholiker und Gottestlästerer gröhlt in kniender Gebetsstellung Abbalied. Wenn das man gut geht! zurück
Ach was? 15:45 nachmittags? Nicht 15:45 morgens? Auch nicht 15:45 abends? Ganz sicher nicht 15:45 nachts? Aber jetzt mal im Ernst, ohne Witz, ganz ehrlich: 15:45 nachmittags??? Boooaahhh!!! zurück
Ich habe nicht den geringsten Schimmer, wieso Ottos Lied bescheiden gewesen sein soll – das war es spätestens dann nicht mehr, als er laut mitgesungen hat in theatralischer Haltung und gotteslästerlicher Absicht! zurück
Blöde Frage, wird doch eh unmittelbar beantwortet – also weG wEG WEG! zurück
Beides liegt abgeschlossen in der Vergangenheit, also ist die Zeitstufe grammatisch-sprachlich einfach nur falsch! Heißen muss es: [.] aus dem in dem bestimmten Winkel die Kugel hatte abgefeuert werden können, die diagonal in Ottos Gehirn gedrungen war. zurück
Den zuständigen Kommissar gibt es nicht mehr, die Akte wurde geschlossen. Wer aber ist das denn dann, der da wippt? Na? Genau: der damals zuständige Kommissar! Geht doch. zurück
Erstaunliche Bilder penetrieren mein Hirn, wenn ich mir das konkret vorstelle: da gibt es jemanden, der wippt auf seinem Schaukelstuhl, nicht etwa mit demselben – sieht nach akrobatischer Höchstleistung aus, denn von einer Bewegung des Schaukelstuhls erfahren wir nichts . zurück
Das kann kein Mensch, auch kein Wippakrobat: an einer Pfeife schmauchen – das geht so wenig wie »an einer Pfeife rauchen«; man kann jedoch »bei einer Pfeife« rauchen oder schmauchen, dann wäre bei Ortsangabe, und der potenzielle Frühsterbler würde bei einer Pfeife liegen oder neben einem Politiker stehen … unser Kommissar muss die Pfeife schon direkt schmauchen, d.h. an ihrem Mundstück saugen, wenn er Genuss davon haben will bzw. seinen Nikotinspiegel auffrischen muss! zurück
Das hat was! Enkels Haarfarbe und Wohnsitz sind so etwas von überflüssig, dass die Nennung einfach nur noch witzig ist – ich jedenfalls musste spontan lachen: toll! zurück
Dann hat Ottos Tod ja doch noch etwas Gutes: der schwarzhaarige Enkel wird berühmt! Und vielleicht wird in dem Film ja gezeigt, wie dumm Weltungergangprediger sind, und daraus könnten willige Weltuntergangpredigeraspiranten den Schluss ziehen, dass sie das dann lieber doch lassen, und sich stattdessen im Fernseh als Astrolog verdingen, um Menschen glücklich zu machen, indem sie Sonne & Farbe in den grau verregneten Alltag bringen, und dabei auch noch ganz schön verdienen: Voilà! zurück
Romanschreibers Schreibschule
Andreas Gruber hat sich der Kunst des Roman-Schreibens einmal anders genähert – wir hoffen, dass es nützt und möglichst viele der im Internet verbreiteten Romane wieder in Schubladen verschwinden!
(via polarluft)
Ben Whishaw soll Hauptrolle in Parfum-Verfilmung spielen
Der britische Schauspieler und Katzenzüchter Ben Whishaw spielt laut einem Focus-Bericht die Hauptrolle in der Verfilmung von Patrick Süskinds Roman „Das Parfum“. Für die Nebenrollen seien Dustin Hoffman und Alan Rickman vorgesehen. [via Yahoo! Nachrichten]
Plädoyer für langweilige Bücher
Fast ist es eine Erwiderung auf den Beitrag von Werner Fuld („[Der junge Leser] überblättert bei Karl May die Landschaftsbeschreibungen, die ohnehin nur Ortskenntnisse des Autors vortäuschen sollten.“): Dante Andrea Franzetti spricht sich im Standard für Kontemplation und Beschreibungen in Büchern aus und somit für das, was viele als Langeweile bezeichnen. Zitat: Lange Weile bedeutet eigentlich nichts anderes als Redundanz. Der Plot – heute meist dem Muster hollywoodesker Hetzjagden nachgebildet – ist der größte Feind der langen Weile. Redundanz ist nur als Handlungs-Erinnerungsstütze erlaubt. Redundanz ist jedoch eines der wichtigsten Stilmittel der Poesie und der Beschreibung. Aus Redundanz – wiederholtem Hinsehen – besteht die Anschauung und die Kontemplation. Redundanz heißt Verzögerung, Entschleunigung, Auseinanderziehen der Zeit. Intensive Gefühle wie Glück oder Angst bestehen aus der Redundanz des einen Moments, der nachhallt. Die Zeit steht nicht still, sondern sie dehnt sich aus, scheinbar ins Unendliche.
Franzettis Beitrag sollte allerdings für viele Autoren nicht als Entschuldigung dienen, die überflüssigen Stellen in ihren Manuskripten nun doch nicht zu streichen. Dann hätten sie etwas falsch verstanden.
Wir brauchen Goethes Faust nicht mehr
Gerade im Radio gehört: Ein sehr interessanter Beitrag von Werner Fuld, der meint, dass viele ältere Werke der Weltliteratur nicht in einen Literaturkanon gehören, weil sie heute bedeutungslos geworden sind. Wichtige Bücher sollten den Lesern gekürzt (nicht überarbeitet!) zugänglich gemacht werden, wie dies bei Theaterstücken und Opern längst schon der Fall sei. Und überhaupt muss Bildung heute anders definiert werden, als das Lesen älterer Werke.
Auf der Website von SWR2 ist der komplette Beitrag verfügbar. Entweder im RealAudio-Format anzuhören (ca. 29 Min.) oder als RTF-Datei herunterzuladen (ca. 37 kByte).
Zitat: Es mag paradox klingen, aber die beste Leseförderung für Kinder ist die möglichst frühzeitige Anschaffung eines Computers – die Erwachsenen haben wirklich keine Ahnung, wie viel und wie gerne ihre Kinder am Bildschirm lesen und lernen, mehr als sie selbst, das ist sicher. Aber von den medialen Universen, in denen sich Kinder und Jugendliche ganz selbstverständlich auskennen, haben die Erwachsenen, also Eltern, Lehrer, Politiker, sowieso keine Ahnung. Bei ihnen gilt immer noch als gebildet, wer sich in der christlichen oder in der griechischen Mythologie auskennt, aber wer sich im Star-Trek-Kosmos oder in Tolkiens Mittelerde zurechtfindet, ist allenfalls ein Freak. Eine solche Kanonisierung, die einzig und allein aus Gründen der Tradition etwas als kulturell wertvoll einstuft und etwas anderes ablehnt, nur weil es neu ist, widerspricht nicht nur der alten Forderung nach der Demokratisierung der Kultur, sondern ist durch die Realität bereits überholt.
Man mag Fuld zustimmen oder nicht, aber man sollte sich diesen Beitrag anhören oder lesen, denn es lohnt sich.
Dürfen wir das Glauben?
Unglaublich! Wieso bemerkt niemand einen solch brachialen Rechtschreibfehler auf einem Filmplakat? Darf ich Bitten? steht dort. Mit großem B. Ist aber hier ein Verb (Tun-Wort) und kein Substantiv (Hauptwort). Jungejunge, da graust es die Rechtscheibfanatiker in der Café-Redaktion beim Anblick des Plakats nicht nur wegen Herrn Gere.
Abzockversuche bei BoD-Autoren
Es ist ja nichts Neues, dass windige Geschäftemacher auch mithilfe des Internets neue Opfer finden. An dieser Stelle sei wiederholt auf unseren Bericht zu diesem Thema hingewiesen. Wer ihn noch nicht gelesen hat, sollte dies auf jeden Fall tun.
Von einer völlig neuen Masche, bei BoD-Autoren Geld abzuzocken, berichtet nun die Bloggerin von der EngelChronik. Sie veröffentlicht dort eine eMail, in der man ihr anbietet, gegen 20 Euro bei Amazon eine positive Besprechung ihres BoD-Titels zu platzieren. Diese Rezension würde dann angeblich von einem der TOP-500 Rezensenten bei Amazon kommen, also von Menschen, die bei Amazon ansonsten recht viele nützliche Besprechungen veröffentlicht haben und die als glaubhaft gelten.
Ein solch dreistes Angebot hebelt natürlich das Bewertungssystem vom Amazon aus und ist weder im Interesse von Amazon noch von BoD. Und auch dem so gelobten Autoren nutzt es nichts, wenn auffliegt, dass positive Besprechungen in irreführender und betrügerischer Absicht platziert wurden. Darüber hinaus schadet es natürlich auch dem Ansehen der Amazon TOP-Rezensenten, wenn nicht klar ist, wie ehrlich ihre Besprechungen wirklich sind.
Eine Rückfrage von uns bei BoD ergab, dass man dort bereits von diesen Mails weiß und mit Amazon in Kontakt treten will, um Gegenmaßnahmen zu ergreifen.
Immerhin ist nicht klar, ob die Mail tatsächlich von einem Amazon-TOP-Rezensenten stammt, oder ob es nur darum geht, von möglichst vielen Autoren per Vorkasse 20 Euro überwiesen zu bekommen.
Fotobuchpreis vergeben
Im Rahmen der Stuttgarter Buchwochen wird auch in diesem Jahr der Deutsche Fotobuchpreis verliehen. Gestern tagte die Jury und die 20 Gewinner stehen fest. Die prämierten Bücher und weitere 180 herausragende Bildbände und Fotobücher sind zudem auf den Stuttgarter Buchwochen (18.11.bis 12.12.2004) ausgestellt. Die Preisverleihung selbst findet am 18.11.2004 statt. [via eMail vom Börsenverein/LV Baden-Württemberg]
Über Übersetzer
Die Welt bringt eine Art Homestory über den Übersetzer Dirk van Gunsteren, der u.a. T. C. Boyle übersetzt. Aber wie wird man Übersetzer? Van Gunsteren deutschte einen Essay von Joan Didion ein, schickte die Talentprobe in die Verlagswelt, fuhr zur Frankfurter Buchmesse und stellte dort den jungen Rowohlt-Mitarbeiter Thomas Überhoff vor die schwierige Aufgabe, ihn wieder loszuwerden. [via LITARTWORLD Weblog]
Die Hoffnung stirbt zuletzt
Und in 4 Jahren ist ja schon wieder Wahl (und definitiv nicht Wiederwahl)!

