Wie heißt der abgenagte Apfelrest? Der Zwiebelfisch des SPIEGEL Online stellte sich und den Lesern diese Frage und bekam 158 eMails. Und wie lautet die Antwort? Nun, sie hängt davon ab, wo man wohnt oder aufgewachsen ist. Bastian „Zwiebelfisch“ Sick präsentiert die unterschiedlichen Bezeichnungen auf einer interaktiven Deutschlandkarte.
Kurztest: audible.de ist online
Nach einigen Terminverschiebung ist es seit heute endlich so weit: die deutsche Version der Hörbuchplattform audible.de ist online. Legal können dort nun Hörbücher heruntergeladen werden. Noch ist das deutsche Angebot etwas mager. Kein Vergleich zu den über 5.000 Titeln der amerikanischen Ausgabe. Allerdings sind alle englischsprachigen Titel ebenfalls über die deutsche Plattform herunterladbar. Wahrscheinlich wollte man mit dem Start im Dezember auf jeden Fall in der einen oder anderen Weise noch das Weihnachtsgeschäft mitnehmen, sodass man z.B. den neuen MP3-Player füttern kann.
In den USA ist Audible bereits seit einigen Jahren auf dem Markt und sehr populär. Hinter audible.de stecken die beiden deutschen Medienkonzerne Bertelsmann und Holtzbrinck. Inhalte sind somit reichlich vorhanden, und das Angebot dürfte stetig ausgebaut werden. Auch die Hörversion der zum Holtzbrinck-Konzern gehörenden Wochenzeitung Die ZEIT ist über Audible verfügbar.
Allerdings darf man sich als unbedarfter Anwender nicht täuschen lassen! Obwohl auf der Plattform häufig vom MP3-Format und von MP3-Playern die Rede ist, kann man sich dort auch nicht gegen Bezahlung frei verfügbare MP3-Dateien herunterladen. Audible arbeitet mit einem eigenen Dateiformat und einem sehr rigorosen digitalen Rechtemanagement (DRM), bei dem man einen Vorgeschmack bekommt, welche Knebelmöglichkeiten den Konzernen bereits jetzt zur Verfügung stehen. Zwar darf man in der Regel die Hördateien auf dem PC anhören, auf ein mobiles Gerät übertragen und sogar auf als Audio-CD brennen, dennoch bekommt man nie eine MP3-Datei zu Gesicht, über die man frei verfügen könnte. Sämtliche Vorgänge werden über den so genannten AudibleManager verwaltet. Ohne diese Software läuft nichts, und sie muss auf dem Rechner installiert werden, da ohne diese Software nicht einmal der Download der erworbenen Hördateien möglich ist.
Auch sollte man sich gut die Liste der kompatiblen Geräte ansehen, denn in der Tat funktionieren andere MP3-Player als die dort aufgeführten nicht. Nur Geräte wie der Apple iPod oder der Creative MuVo, die eine digitale Rechteverwaltung unterstützen, erlauben eine Übertragung durch den AudibleManager. Auch PocketPC oder Palm stehen auf der Liste der kompatiblen Geräte. Dies bedeutet hier aber, dass ein spezieller Player für diese Geräte über den AudibleManager heruntergeladen werden muss, über den die Audible-Dateien anzuhören sind. Bei unserem Test war dieser Player noch nicht in einer deutschen Version erhältlich.
Auch für das Brennen von CDs muss ein spezielles Programmmodul vom AudibleManager nachgeladen werden. Aktiviert werden kann der Brennvorgang nur vom gleichen Nutzer, der die Datei erworben hat. Dies sichert eine Online-Abfrage der Aubible-Zugangsdaten. Ob die Datei überhaupt gebrannt werden darf, wird ebenfalls zunächst online abgefragt. Denkbar ist es somit theoretisch, dass dieses Recht dem Nutzer nachträglich entzogen werden kann. Außerdem erfährt Audible immer, wie oft eine Datei übertragen oder gebrannt wurde. Die totale Kontrolle über den Nutzer.
Dennoch konnte die CD bei unserem Test problemlos gebrannt werden und auch die Wiedergabe auf einem PocketPC verlief problemlos. Wie schon erwähnt, können nur Audio- und keine Daten-CDs mit MP3-Dateien gebrannt werden. Leider haben die CDs keine logische Track-Aufteilung.
Audible ist ein sehr bequemer Dienst, wenn man sich auf die strenge Rechtepolitik einlässt. Hörbücher und Hörversionen von Zeitschriften können entweder einzeln erworben oder über ein monatliches Abo bezogen werden. Dies ähnelt einer Art Buchklub. Jeden Monat kann man dann – je nach Abo – eine gewisse Zahl an Hörbüchern für seine Monatsgebühr herunterladen. Bei einer schnellen Netzverbindung sind diese Werke dann innerhalb von Minuten auf den Rechner heruntergeaden.
Zur Eröffnung stehen einige Angebote bereit. Von solch plumpen und billigen Werbesprüchen wie „1.000 Hörbücher kostenlos!“ sollte man sich aber nicht täuschen lassen, letztendlich bedeutet dies, dass die ersten 1.000 Abonnenten je ein Hörbuch gratis bekommen. Eine reichlich irreführende Aussage.
Nachtrag: Polarluft macht auf den einzig legalen Weg aufmerksam, von Audible MP3-Dateien zu beziehen, die sogar kostenlos sind. Ausgewählte Hörstücke werden in dem als „offenes Experiment“ bezeichneten audibleblog.de zur Verfügung gestellt (beim jeweiligen Eintrag den MP3-Link anklicken).
Japanische Mädels und deutsche Lyrik
Was hier wohl über das literaturcafe.de und deutsche Lyrik gesprochen wird? Kann jemand Japanisch?
Hilfe für Outlook-Anwender
Betreffzeile in der eMail vergessen? Auf den Dateianhang zwar im Text der Mail hingewiesen, dann aber vergessen die Datei anzuhängen? Ja, kommt schon mal vor, und findet sich auch in vielen Mails an die Redaktion. Da mag der kostenlose Outlook-Assistent hilfreich sein, den akademie.de empfhielt.
Zitat mit blöden Männern
Sabine Christiansen hat als Medienprofi zwei Dinge geschafft: Durch das Verbot der Dresdner Inszenierung von Hauptmanns „Weber“ wurde die Diskussion auf den angeblichen Mordaufruf und die Frage gerichtet, ob ein solchermaßen ergänzter Hauptmann-Text überhaupt noch Hauptmann ist.
Der Deutsche Bühnenverein sieht es anders als die Gerichte: „Es ist eindeutig erkennbar, welche Texte von Hauptmann stammen und welche nicht ich sehe also keine Verletzung der Urheberrechte der Hauptmann-Erben. Theater muss politisch sein und auf die Gegenwart reagieren können“, so Rolf Bolwin, Direktor des Bühnenvereins, am 25.11.2004 in Dresden. Bei den Frau Christiansen betreffenden Passagen handelt es sich nach Auffassung des Verbands um eine künstlerische Äußerung auf der Bühne, die nicht mit der Realität gleichgesetzt werden darf. Daher gibt der Bühnenverein bei einer Interessenabwägung in jedem Fall der Freiheit der Kunst den Vorzug.
Letztendlich ist beides egal, denn Christiansen hat eines erreicht: Niemand diskutiert den eigentlichen Inhalt des Textes, der fast nirgendwo im volständigen Wortlaut zu finden ist.
Daher soll er auch hier nochmals stehen, so wie wir ihn der jungen Welt entnommen haben:
Wen ich sehr schnell erschießen würde, das wäre Sabine Christiansen, einfach weil sie mir jeden Sonntagabend, wenn ich aus Versehen den Fernseher anmache, wirklich versauen kann. Weil sie oft die Chance gehabt hätte, eben diese Leute, diese Leute auch wirklich schlagen zu können, die da doch ganz wesentlich dran beteiligt sind. Ich finde, diese ganzen alten blöden Männer, die vielleicht eventuell die Aufgabe haben, Politik zu machen, die aber nur noch Theater machen.
Rafik Schami entführt
„Rafik Schami entführt nach Damaskus„ titelt das Börsenblatt online, und man stellt fest, wie problematisch manche Verben heutzutage im übertragenen Sinne zwischen bestimmten Ortsnamen wirken können.
Mythologie im Penny-Markt
Der Schriftsteller Alban Nikolai Herbst schildert in seinem Weblog ein Erlebnis im Penny-Markt.
Angeblich Stifter
Der Standard über den neuen Film „Bergkristall“ von Joseph Vilsmaier („Herbstmilch“): Angeblich hat Joseph Vilsmaier für sein jüngstes Leinwand-Epos „Bergkristall“ eine Erzählung von Adalbert Stifter verfilmt (…) Die erste Gänsehaut bekommt man bei Joseph Vilsmaiers neuestem Film Bergkristall bereits nach wenigen Sekunden. Aber nicht, weil auf der Leinwand etwas Spannendes passieren würde, sondern weil die erste Person, der man in diesem Film begegnet, ausgerechnet Katja Riemann ist. (…)
Obwohl Frau Vavrova altersmäßig eher die Großmutter hätte spielen können, schrieb ihr Vilsmaier ausgerechnet die Rolle der jungen Mutter auf den Leib. Angesichts der zahllosen Nahaufnahmen von Dana Vavrova vermute ich, dass die im Abspann angeführten vier zusätzlichen Maskenbildner ausschließlich für ihre Betreuung zuständig waren.
Gefahr durch wilde Büchereien
Von einer nahezu unbekannten Krankheit berichtet die taz: „Bibliomanie ist eine der großen schleichenden Krankheiten unserer Tage“, sagte die Psychologin Irmgard Reißer-Brand, die sich in ihrer Bucher Praxis auf die schwierige Therapie der als unheilbar geltenden Schädigung des nervus exlibris im Cerebrum spezialisiert hat.
Bundesweit, so Reißer-Brand, sei von rund einer Million Betroffenen auszugehen. Doch die Dunkelziffer schlecht beleuchteter Privatbibliotheken liege weit höher, vermutet sie. „Die stetig steigenden Umsätze des führenden Internet-Antiquariats ZVAB (Zentrales Verzeichnis Antiquarischer Bücher) sprechen eine deutliche Sprache!“ Bücherstaublunge und Schädelfrakturen durch umstürzende, überladene Bücherregale sind dabei nur die eklatantesten Folgen des Buchfiebers. Gefährlicher, weil vielfältig in der Wirkung, seien die oft jahrelange Befangenheit der Erkrankten in Lektüre, ihre zunehmende soziale Isolation und die „Schwierigkeit“ im Umgang mit ihnen. Viele ruinierten sich, verkrafteten die Zwangsversteigerung ihrer Schätze nicht und begingen Suizid.
taz-Leser wissen, dass dies nichts als „Die Wahrheit“ ist. [via LITARTWORLD Weblog]
Fundgrube für Bücherfreunde
Mit dem gleichen Konzept wie die bekannte Wikipedia-Enzyklopädie gibt es jetzt eine offene Kommunikationsplattform für alle Bücherfreunde, eröffnet vom Institut für Bibliothekswissenschaft der HU Berlin: das (oder die oder der?) Bücherwiki! Reinschauen, rumschnüffeln und vielleicht sogar mitmachen… Da kann man (wie wir) jetzt schon viel Zeit sinnvoll verbringen!
(via netbib)
Sprachspiele mit Google
Martin Röll macht in seinem Newsfeed auf Thiemo Mättigs Sprachspielereien mit Google aufmerksam. Mithilfe von Platzhaltern ergeben sich fast schon sprachkünstlerische Google-Suchergebnisse.
So zum Beispiel:
Es ist *, darüber zu *.
Kommt auf den * an.
Auch wir in der Redaktion haben gleichmal probiert:
Wir sind einer der führenden * im Bereich * * *
Es ist eine Frage der *
lassen * * lebendig werden.
im Zeichen der *
Kampf der Comic Sans
Es ist wohl die meistgehasste Schrift der Welt, die aber gerade auch bei privaten Homepagebastlern sehr beliebt ist: Comic Sans. Die Schreckensschrift der Typographen findet sich mittlerweile besonders vermehrt auch in Kinderbüchern. Eine englischsprachige Website fordert die Verbannung der Schrift. Gestaltet hat die Schrift Vincent Connare. Der erklärt auf seiner Website, wie es kam, dass diese Schrift überhaupt in die freie Wildbahn gelangen konnte. Because it’s sometimes better than Times New Roman, that’s why.
Das nennt man dann wohl den Teufel mit dem Beelzebub austreiben.
Siebeneinhalb Stunden Phrasendreschen
Titus Arnu in der Süddeutschen über unerträgliche Phrasen im Arbeitsalltag. Und der Mülleimer heißt Ablage P.
Wunderbar böse Worte über einen Literaturpreis
Sowas liest man doch vergnügt mit einem breiten Grinsen: Die Süddeutsche herrlich gehässig über den Corine-Literaturpreis 2004. Zitat: Welche Grenzen des guten Geschmacks aber durchbrochen werden müssen, um Rilke bestsellerfähig zu machen, demonstrierte eine Kostprobe, gegen die jeder Heimatabend mit Liedgut auf der Hammondorgel einen schlanken Fuß macht: Auf einem vierstufigen Podest räkelte sich Jürgen Prochnow wie ein wild entschlossener Laiendarsteller, der für sein erstes selbst gedrehtes Erotik-Home-Video noch etwas zaghaft übt. Lesen!
10. MDR-Literaturwettbewerb: Kurz und gut
Zum 10. Mal sucht der Mitteldeutsche Rundfunk die beste Kurzgeschichte und schreibt wieder seinen entsprechenden Literaturwettbewerb aus.
Das Besondere: Zunächst trifft eine Jury eine Vorentscheidung, der Gewinner oder die Gewinnerin wird dann aber nach einer Lesung ermittelt. Hier stimmt dann endgültig das Publikum ab; zudem wird die Lesung der ausgewählten Endrundenbeiträge live im Radio übertragen.
Teilnehmen dürfen nur Autorinnen und Autoren, die bereits veröffentlicht haben. Eigenverlag und BOD zählen dabei allerdings nicht, aber – und das freut uns natürlich besonders – „Veröffentlichungen im Internet-Literatur-Portal“ (Warum kein Plural?). Gemeint ist aber wohl eher eine Veröffentlichung hier als hier.

