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Beitrag vom 1. Mai 2016 | Rubrik: Buchkritiken und Tipps

Leckere Donuts im Verlies der Stadtbibliothek

Haruki Murakami: Die unheimliche BibliothekWäre man ein Kind und könnte man noch nicht lesen, würden sich die Bilder dieses Buches wohl auf ewig ins Gehirn brennen. Es ist ein kleines fadengeheftetes Bändchen, das da in der Buchhandlung wartete. Ein dunkles Märchen über ein Verlies im Keller der Stadtbibliothek.

Haruki Murakami: Die unheimliche BibliothekDer Junge bringt zwei entliehene Bücher in die Bibliothek zurück. Er will ein weiteres über die Methoden der Steuereintreibung im Osmanischen Reich ausleihen. Doch die drei Bände zu diesem Thema, die man ihm bringt, dürfen das Haus nicht verlassen. So wird der gutmütige Junge, dessen Mutter längst daheim mit dem Essen wartet, genötigt, die Werke im Lesesaal auswendig zu lernen. Der Schafmann führt ihn dorthin.

Haruki Murakami: Die unheimliche BibliothekDoch der Lesesaal ist ein Verlies. Der Junge wird angekettet, und der Schafmann backt für ihn die leckersten Donuts, die der Junge je gegessen hat.

Haruki Murakami: Die unheimliche Bibliothek

Die Geschichte von Haruki Murakami ist verstörend, gruselig, surreal, absurd. Die Zeichnungen von Kat Menschik nehmen ihr nichts, fügen stattdessen eine weitere poetisch-beängstigende Ebene hinzu. Eine halbe Stunde Horror in der einfachen Sprache eines Kinderbuches.

Tamara Beierlein

Haruki Murakami: Die unheimliche Bibliothek: Erzählung (Taschenbücher). Taschenbuch. 2014. DuMont Buchverlag GmbH & Co. KG. ISBN/EAN: 9783832162931. EUR 9,99 » Bestellen bei Amazon.de

1 Kommentar zu diesem Beitrag lesen

  1. Kai Beisswenger schrieb am 16. Mai 2016 um 10:58 Uhr

    Murakami habe Besseres geschrieben, sagt der “Opa in mir”. Dieser Aussage widerspricht das “Kind in mir” vehement. Der “Leser in mir” sagt, dass Kat Menschiks Zeichnungen ein überdurchschnittliches Buch in ein gutes verwandelt haben. Dieses Buch sollte man gut lagern und seinen Nachkommen vererben.

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