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Buchmesseimpressionen 2026 von Barbara Fellgiebel: Relax – alles hat seine Zeit

Als Relax-Areal bezeichnete, nicht verkaufte Ausstellerfläche. Eine von vielen.
Als Relax-Areal bezeichnete, nicht verkaufte Ausstellerfläche auf der Frankfurter Buchmesse 2026. Eine von vielen.

Die 78. Frankfurter Buchmesse 2026 ist längst vorbei. Wie immer gibt es im Nachgang im literaturcafe.de Barbara Fellgiebels Messeimpressionen der anderen Art zu lesen – respektlos, subjektiv, frech, KI-frei und detailreich. Sollten Sie diesen Artikel nur überfliegen wollen, verzichten Sie lieber ganz, dann lohnt es sich nicht.

Alle Jahre wieder – für mich in diesem Jahr zum 26. Mal(!) – besuche ich die Frankfurter Buchmesse. Jahrzehntelang war das mein Highlight des Jahres – lebte ich doch in der bis kurz nach der Jahrtausendwende kulturell noch ausbaufähigen, um nicht zu sagen ziemlich unterentwickelten Algarve, der südlichsten Provinz Portugals. Damals erbettelte ich die für mich interessantesten Bücher für Europas südwestlichsten deutschsprachigen Literatursalon, den ich mit großer Energie und noch größerem Engagement einmal im Monat veranstaltete. Die Bücher transportierte ich kostenfrei in einem Golfbag – das ging problemlos. Ach ja – wie sich die Zeiten ändern. Diesmal ist ans Bücher-Erbetteln nicht zu denken, denn ich reise nur mit Handgepäck, und da ist nicht mal Platz für die so schön und umfangreich gewordene Anthologie NATUR, erschienen in Claudia Gehrkes preisgekröntem Konkursbuch Verlag.

Claudia Gehrke und Barbara Fellgiebel mit dem druckfrischen Konkursbuch NATUR
Claudia Gehrke und Barbara Fellgiebel mit dem druckfrischen Konkursbuch NATUR

Alles hat seine Zeit, nichts bleibt, wie es ist – ich kann Sie mit jeder Menge abgenutzter Gewissheiten zudröhnen, aber es ist schmerzlich, sich eingestehen zu müssen, dass die jahrzehntelang verlässliche übermenschliche Buchmesseneuphorie einer alters- und depressionsbedingt schwächelnden Lethargie gewichen ist, die mich lähmt, beängstigt und ärgert.

Mal sehen, ob es mir trotz allem gelingt, Ihnen einen lesenswerten, sehr persönlichen Bericht dieser 78. Buchmesse zu liefern, der für manche so spät kommt, dass sie schon gar kein Interesse mehr daran haben. Dann eben nicht.

Ungewöhnlich drapierte Straßenmusiker, die wie aus einem Charles-Dickens-Film aussehen
Ungewöhnlich drapierte Straßenmusiker, die wie aus einem Charles-Dickens-Film aussehen

Meine Buchmesse beginnt, seit es ihn gibt, mit der Verleihung des dbp, des Deutschen Buchpreises. Er wird immer, seit 22 Jahren, im altehrwürdigen Kaisersaal des Frankfurter Römers verliehen. Wie besonders es ist, da vor Ort zugegen sein zu dürfen, wird mir erst im Laufe der Woche klar, als ich mehrfach neiderfüllt gefragt werde, wie ich das denn erreicht hätte. Nun ja, man kann dieses zwischenmenschliche Knistern nur adäquat beschreiben, wenn man es mit allen Sinnen erlebt.

In diesem Jahr ist vieles anders. Nachdem im letzten Jahr ausschließlich Frauen bei der Verleihung zu Wort kamen, sind es diesmal zwei Männer, die ihre Buchpreisfeuertaufe glänzend bestehen: Sebastian Guggolz hat Karin Schmidt-Friderichs als Vorsteher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels abgelöst und macht seine Sache sehr gut. Ebenso Jo Schück (ZDF, »aspekte«), der die Veranstaltung frisch, wortgewandt und professionell moderiert. Beinahe zu perfekt. Fast sehnt man sich nach kleinen Patzern, nach einem menschlichen Äh, Hm, Stolperer jedweder Art. Aber nein, nichts geht schief, jedes Wort ist mit Bedacht gewählt. Das gilt auch für die Jury, bei der jedes Mitglied seinen oder ihren Favoriten in einem Einspieler vorstellt. Nur Adam Soboczynski (ZEIT) sticht hervor mit seiner ansteckenden Fröhlichkeit – alle anderen sind seriös, bierernst, der Schwere der Entscheidungen und den ernsten Themen der prämierten Bücher noch mehr Schwere verleihend. Als ich ihm dafür später am Abend ein Kompliment mache, freut er sich wie ein Kind zu Weihnachten; und wieder fällt mir auf, wie anerkennungsbedürftig der Mensch als solcher ist; Mensch will gesehen werden, heißt das wohl heutzutage. Verzeihung – ich drifte ab.

Auf die kurze Liste, wie die Shortlist in diesem Jahr erstmals oft genannt wird, haben es diesmal fünf Frauen und ein Mann geschafft; alle sind zwischen 1976 und 1996 geboren. Auch auf der langen Liste sind die Männer in der Minderheit, was mein feministisches Herz besonders freut. Und dann ist es endlich so weit. Sebastian Guggolz öffnet das Kuvert und gibt die mit einem Schlag um 25.000 € reichere Preisträgerin bekannt: Shida Bazyar erhält für ihren Roman Die Lücken den Deutschen Buchpreis 2026.

Shida Bazyar bei ihrer Dankesrede
Shida Bazyar bei ihrer Dankesrede

An anderer Stelle im literaturcafe.de erfahre ich, dass ihr dafür bereits der mit 30.000 € dotierte Wilhelm Raabe-Literaturpreis zugesprochen worden ist. Kein Wunder, dass sie so abgeklärt reagiert.

Freude, Wohlwollen, Mitfreude verbreiten sich wie ein Lauffeuer im Saal. Keine beleidigten, verschmähten Verlierer, nur tapfer klatschende »zweite Sieger«. Über diese mir bis dato unbekannte Autorin muss ich mehr als einen Satz verlieren, denn eine so souveräne Gewinnerin habe ich in diesem Rahmen noch nie erlebt. Keinerlei Freudentränen, Überraschung, gefühlvolle Erschütterung, sondern sie erinnert an Hannelore Elsner, die bei einer Bambi- oder Goldene-Kamera-Auszeichnung mal sagte: »Das habe ich verdient!« Bazyars Mann, den sie mit warmen, wohlgewählten Worten dankend erwähnt, ist weniger gefasst und heult sich die Augen aus dem Kopf.

Und dann legt sie los mit ihrer Dankesrede und beschämt das gesamte Publikum (ab 42:10 auf YouTube zu hören). Sie erklärt, warum es ihr schwerfällt, sich zu freuen, sind es doch verfolgte, gefolterte und getötete Menschen, über die sie in ihrem preisgekrönten Buch geschrieben hat. Eloquent und zutiefst beeindruckend.

Beim anschließenden Empfang in den imposanten Hallen des Römers fällt mir auf, wer nicht da ist und wie unglaublich viele Vertreter der neuen Generation ich nicht kenne. Anschluss verpasst? Wissen, wann man abtreten sollte?

Die sachliche Info zur Buchpreisverleihung finden Sie übrigens hier.

Die Agora macht sich messefertig
Die Agora macht sich messefertig

Ich liebe den Messedienstag. Bin eine Stunde vor Konferenzbeginn da und nehme mir Zeit zum Flanieren, zum Eindrückesammeln, zum Ankommen im Hier und Jetzt. Versuche, mit allen Sinnen da und dabei zu sein. Tschechisch müsste man können – denn das ist die Sprache des diesjährigen Gastlandes, und ich male mir aus, was die fleißigen Aufbauteams zueinander sagen.

Mein Messedienstag beginnt mit der alljährlichen Pressekonferenz. In diesem Jahr in Halle 4.0, d. h. ebenerdig. Dass alles Wichtige ebenerdig geschieht, wird uns – diskriminierend für alle in den oberen Stockwerken angesiedelten Aussteller – vermittelt. Moment mal: Die Hallen 3, 4 und 5 beherbergen zu ebener Erde alles, was sich früher zusätzlich in den Hallen 6 und 7 abgespielt hat?! Das ist doch Augenwischerei. Verdeckt es einen erschütternden Ausstellerrückgang?

Robert Habeck beeindruckt mit seinem Buch über die Bedeutung des Klimawandels am Nordpol.
Robert Habeck beeindruckt mit seinem Buch über die Bedeutung des Klimawandels am Nordpol.

Die vielen Relax-Areale – nichts anderes als nicht verkaufte Standflächen – unterstreichen diesen Eindruck. Mal sehen, was die offizielle Statistik sagt – aber kann ich der trauen? Ja, kann ich.

Ich bin nicht schadenfroh, aber doch stolz, der Augenwischerei nicht zum Opfer gefallen zu sein: Der Besucherstrom verzeichnet mit 2.000 weniger Menschen einen leichten Rückgang, die Statistik nennt aber 350 Aussteller weniger als im Vorjahr. Kein Wunder: Die Standgebühr ist erheblich erhöht worden, und ein Kleinstaussteller kommt dank neu erfundener Nebenkosten leicht auf 2.000 €. Verkaufen Sie erst mal so viele Bücher, dass sich diese Investition lohnt!

Sebastian Guggolz (links) verabschiedet Buchmessedirektor Juergen Boos
Sebastian Guggolz (links) verabschiedet Buchmessedirektor Juergen Boos

Für Messedirektor Juergen Boos ist es nach 21 Jahren die letzte Buchmesse in dieser Funktion. Sein Körper wehrt sich gegen diesen Abschied und versieht ihn mit einer kaum hörbaren Stimme. »Reiß dich zusammen«, rät ihm Sebastian Guggolz, und – das hilft. Er findet Worte, die ich nicht vergessen will:

»Die Buchmesse bringt Frankfurt zum Leuchten.«

»This changes everything« lautet der diesjährige Messeslogan, und Jill Lepore, die Keynote-Rednerin dieser Konferenz, fragt »What is this?«, ehe sie kluge Worte zur Entgleisung der KI sowie der Demokratie sagt. Alles online nachzuhören, für Menschen mit Zeit und Interesse – viele haben nur eins davon oder weder noch. Aber die Wedernochs lesen diese Zeilen sowieso nicht.

Nach der Pressekonferenz geht’s zum gemeinsamen Rundgang im Gastlandpavillon – jedes Jahr ein spannender Moment, der bei mir immer die Frage aufwirft:

Toppt es den Islandauftritt?

Im Gastlandpavillon von Tschechien
Im Gastlandpavillon von Tschechien

Nein – Tschechien, das Land an der Küste (laut Shakespeare), hat sich – wie alle Gastlandkonzipienten – viel gedacht, doch wie immer gilt: Je mehr ein Gastland seinen Auftritt erklären muss, desto weniger gelungen ist er. Bei Island betrat man ein Labyrinth aus riesigen Buchseiten, auf denen nach wenigen Sekunden Bewegung entstand. Ein Wow-Faktor ohnegleichen.

An der weißen Wand im tschechischen Pavillon entstehen live Illustrationen
An der weißen Wand im tschechischen Pavillon entstehen live Illustrationen

Tschechien besteht aus kaktus-phallusartigen weißen Plastikelementen, dazwischen nüchterne, gut bestückte Bücherregale, zwei Bühnen und eine weiße Wand, an der lebende Künstler und ein Roboter Illustrationen kreieren. Übrigens ist das Wort »Roboter« eine tschechische Erfindung.

Barbara Fellgiebel und Wolfgang Tischer auf der Treppe zwischen den Hallen 3 und 4
Barbara Fellgiebel und Wolfgang Tischer auf der Treppe zwischen den Hallen 3 und 4

Am Freitag um 10.30 Uhr findet das alljährliche kurze, aber herzliche Treffen zwischen Mr. literaturcafe.de und BiB-Autorin statt. Immer auf der Treppe zwischen den Hallen 3 und 4. So auch in diesem Jahr.

Ich ärgere mich in diesem Jahr über meine lästige Langsamkeit. Ich entdecke interessante Menschen, will sie ansprechen – wupps, schon sind sie mir entschwunden. So geschehen mit Elke Heidenreich, die mutterseelenallein an mir vorbeiläuft. Und mit Michael Krüger, der Hanser-Verlegerlegende, der so viele interessante Facetten hat.

Volker Weidermann – leider nicht innig küssend
Volker Weidermann – leider nicht innig küssend

Oder Volker Weidermann am ZEIT-Stand, der seiner Frau Freya einen schnellen, innigen Kuss auf den Mund drückt. Welch ein Schnappschuss, der nur vor meinem inneren Auge verbleibt.

Beate Fischer-Kanehl (links) und Barbara Fellgiebel
Beate Fischer-Kanehl (links) und Barbara Fellgiebel

Wie gut, dass meine langjährige Kollegin Beate Fischer-Kanehl wieder dabei ist. Sie besucht für uns am Dienstagabend die offizielle Buchmesseneröffnung und ist schwer angetan von Radka Denemarková, die ihre Rede mit dem Satz einleitet: »Kulturminister kommen und gehen. Die Literatur bleibt.« Hoffentlich sorgt der tschechische Kulturminister nicht dafür, dass sie boykottiert wird.

Radka Denemarková
Radka Denemarková

Die Eröffnungsfeier ist eine emotionale Angelegenheit, weil Juergen Boos nach 21 Jahren an seinen Nachfolger, den 53-jährigen Joachim Kaufmann, übergibt.

Sätze zum Thema Heimat am Stand des PEN Berlin
Sätze zum Thema Heimat am Stand des PEN Berlin

Am Stand des PEN Berlin fällt mir eine Stellwand auf, die zum Thema Heimat interessante Sätze enthält. Lesen Sie selbst.

Mein zum Markenzeichen gewordener Regenbogenhut beschert mir auch in diesem Jahr wunderbare spontane Kontakte. Unter anderem mit diesen Bloggern:

Von rechts: Carola, ???, Barbara Fellgiebel und Anni im Lesehimmel – meldet euch gern in den Kommentaren!
Von rechts: Carola, ???, Barbara Fellgiebel und Anni im Lesehimmel – meldet euch gern in den Kommentaren!

Was sind oder waren die Höhepunkte der diesjährigen Messe?

Wolf Biermann – Der fast 90-Jährige hat mehrere Auftritte und beeindruckt mit glasklarem Verstand, methodischer Didaktik oder didaktischer Methodik sowie starker, ungebrochener Stimme. Seine spektakuläre Ausbürgerung aus der DDR jährt sich zum 50. Mal, er startet auf große Deutschlandtournee und kommt mit einem neuen Gedichtband (»nicht schlecht – gut genug für euch«, so Biermann) sowie dem ersten Teil seiner Tagebücher heraus.

Wolf Biermann am ZEIT-Stand
Wolf Biermann am ZEIT-Stand

Er meint, er lüge nur mit Wahrheiten, und betont, wie wichtig es ist, »wichtige Nichtigkeiten und nichtige Wichtigkeiten« nicht zu verwechseln.

Ein erwarteter Höhepunkt war Donnerstag um 13.00 Uhr, als die diesjährige Literaturnobelpreisträgerin Anne Carson bekannt gegeben wurde. Leider war ich da in der falschen Halle, weder bei S. Fischer noch bei Matthes & Seitz, zwei der fünf Verlage, die Anne Carson auf Deutsch herausgeben, und in meiner Halle war kein Freudenschrei zu vernehmen.

Gisele Pelicaut - ungebrochen; ein wirkliches Vorbild
Gisele Pelicaut – ungebrochen; ein wirkliches Vorbild

Gisèle Pelicot, deren Körper über zehn Jahre unwissend und bewusstlos von ihrem perfiden Mann an nicht minder perfide Männer angeboten und verkauft wurde, ist die Grande Dame im Kampf gegen sexuelle Übergriffe: Mit Würde und Haltung macht sie allen klar, dass sie und alle anderen missbrauchten Menschen sich nicht zu schämen haben: »Die Scham muss die Seite wechseln.«

Dörte Hansen wird gefragt, warum sie ihren neuen Roman Broder nicht für den Deutschen Buchpreis anmelden ließ. Das braucht sie nicht – sie ist froh und glücklich, auch so von ihren Büchern leben zu können.

Caroline Wahl
Caroline Wahl auf Großmonitor

Caroline Wahl – Diese junge, so supererfolgreiche Schriftstellerin ist vielen ein Dorn im Auge. Dabei ist sie erfrischend natürlich, nett und intelligent.

Peter Wohlleben, der Bestseller schreibende Förster, hat die sensationelle Bedeutung von Bakterien entdeckt und hinterlässt den bleibendsten Eindruck. Wer ihm aufmerksam zuhört, wird nie wieder die Klospülung betätigen, ohne vorher den Deckel geschlossen zu haben. Jede Wette.

Angela Steidele (links) und Barbara Fellgiebel
Angela Steidele (links) und Barbara Fellgiebel

Angela Steidele treffe ich an ihrem Verlagsstand. Nein, in diesem Jahr hat sie keine Neuerscheinung, aber nächstes Jahr. Da erscheint ihr Werk über Anna Karenina – 150 Jahre nach Erscheinen des Romans von Leo Tolstoi, der 2028 seinen 200. Geburtstag hätte. Wir dürfen gespannt sein.

Julia Franck hat sich zur Rilke-Spezialistin entwickelt
Julia Franck hat sich zur Rilke-Spezialistin entwickelt

Julia Franck – Die ganz frühe dbp-Gewinnerin hat ein beeindruckendes Werk über Rilkes letzte Geliebte vorgelegt, dafür längere Zeit in Frankreich gelebt und Französisch gelernt, denn der umfangreiche Briefwechsel zwischen Baladine »Mouky« Klossowska und Rilke lag ausschließlich auf Französisch vor. Sie kommt zu dem Schluss, dass es sich um eine ätherische Liebe gehandelt hat, wahrscheinlich ohne Sex, und dass er den Frauen gefallen wollte – geliebt hat er sie nicht, das Lieben überließ er ihnen.

»Ragebait«. Wissen Sie, was das ist? Ungefähr mit »Wutköder« zu übersetzen und soeben zum Jugendwort 2026 gekürt worden. »Das crazy« war es 2025. Ja, es ist auch die Messe der zunehmenden Klüfte – Klüfte zwischen Bildungsbürgern und KI-Experten, Lesefähigen und denen, die lieber Filme gucken und Spiele spielen. Auf dem Handy oder im Netz, versteht sich.

Mir brummt der Kopf. Die Reizüberflutung ist gewaltig. Dies war die Buchmesse der (Frauen-)Solidarität, der KI und des Klimawandels – und der Mogelpackungen, aber was ich damit meinte, weiß ich schon nicht mehr.

Geheimtipp: Lassen Sie sich nach einem eindrucksvollen Messetag mit einer Fahrradrikscha durch den Frankfurter Anlagenring fahren. Labsal für die Seele – und Ihre müden Füße jauchzen dankbar.
Geheimtipp: Lassen Sie sich nach einem eindrucksvollen Messetag mit einer Fahrradrikscha durch den Frankfurter Anlagenring fahren. Labsal für die Seele – und Ihre müden Füße jauchzen dankbar.

Im Nachhinein war die Messe wunderschön. Bereichernd wie immer. Nachdenklich stimmend. Neugierig machend. Auf soo viele schreibende Menschen. Auf noch mehr Bücher. Auf nächstes Jahr?

Barbara Fellgiebel
mit Fotos von Beate Fischer-Kanehl und von der Autorin

Bücher, auf die ich gespannt bin:

  • Shida Bazyar: Die Lücken
  • Valeria Gordeev: Die Zikade entschlüpft ihrer goldglänzenden Hülle
  • Lutz Seiler: Das tickende Herz
  • Edgar Selge: Juras letzter Winter
  • Dörte Hansen: Broder
  • Julia Franck: Ich ertrinke in den Wassern meiner eigenen Liebe
  • Robert Habeck: Arctic Meltdown: Die Neuvermessung der Welt
Barbara Fellgiebel ist langjährige Buchmessen- und Literaturfestival-Beobachterin und Literaturvermittlerin. Sie verweigert sich nach wie vor erfolgreich den sozialen Medien.
Sie freut sich aber über Ihre Reaktionen hier als Kommentar oder an alfacult(at)gmail.com.

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6 Kommentare

  1. Es freut mich sehr, dass das erste, von Barbara Fellgiebel erwähnte Buch auch einen Beitrag von mir enthält. Ich bin dem Konkursbuchverlag aus meiner ehemaligen Heimatstadt Tübingen seit Jahrzehnten als Autorin und Leserin verbunden. Hier hatte ich im legendären erotischen Jahrbuch „Mein heimliches Auge“ sogar in den Neunzigern meine allererste Veröffentlichung. Und, fällt mir gerade noch ein, auch für das literaturcafe.de habe ich schon einen Beitrag über den Verlag geschrieben.

  2. Danke liebe Barbara. Ich lese Deine Reiseschnipsel durch die Frankfurter Buchmesse immer mit großem Vergnügen. Deine eigenen Interpretationen und Gefühle sind das Salz in der Messesuppe.
    Mach bitte so weiter, auch wenn es etwas beschwerlich ist.

  3. herzlichen Dank liebe Barbara, später aber nie zu spät kommen deine Impressionen, und die sind interessant zu lesen – besonders wegen mancher Favoriten und es ist so gut, dass es sie weiterhin für ein breites Publikum gibt (Biermann, Habeck) und vielversprechende ‚jüngere‘ AutorInnen (S. Bazyar, D. Hansen, E. Selge) weiter auf sich aufmerksam machen dürfen.

  4. Wie immer das reine Lesevergnügen: Barbara Fellgiebel eben. Witzig und kenntnisreich, wortgewandt und ehrlich. Ohne ihre Nachlese wäre die Buchmesse nur halb so schön. Dass ihr Gang durch die Hallen nicht immer nur Genuss, sondern leider auch Strapazen bedeutet – wen wundert’s. Umso mehr ziehe ich den Hut und sage: Danke, liebe Barbara!

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