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Beitrag vom 13. Juni 2013 | Rubrik: Bachmann und Brockmann, Bachmannpreis 2013

Bachmann und Brockmann II: Wo ist die Schweiz?

Wo ist die Schweiz in Österreich?Bei der statistischen Auswertung der KandidatInnenliste in Folge 1 von »Bachmann und Brockmann« ist eine Frage offen geblieben: Wo ist der Schweizer Autor oder die Schweizer Autorin? Ihr ist Doris Brockmann nachgegangen – also der Frage, nicht der Autorin.

Und in der Tat: Noch nie hat beim Bachmannpreis ein Schweizer Lesekandidat gefehlt. Und jetzt?

***

So, ich hab’s nachgeprüft. Ich habe mir die KandidatInnenlisten vom ersten Bachmannpreis-Wettbewerb im Jahre 1977 bis heute angeschaut, und tatsächlich: Immer waren Autorinnen und Autoren aus Deutschland, Österreich und der Schweiz dabei! Dass in diesem Jahr niemand aus der Confoederatio Helvetica eingeladen wurde, ist also ein echtes Novum.

Doris Brockmann (Foto:privat)Doris Brockmann
ist (bzw. war) passionierte Fernsehstudentin der »Tage der deutschsprachigen Literatur«. Bis 2013 bloggte und twitterte sie über den Bachmannpreis immer im angenehm kühlen Arbeitszimmer, 2014 war sie erstmals live im aufgeheizten Klagenfurt dabei, um sich mal alles vor Ort anzuschauen. 2017 wird sie zum vierten Mal nach Kärnten reisen. Ansonsten widmet sie sich der angewandten Schriftstellerei im Dienste der Alltagsbeobachtung auf
walk-the-lines.de

Darf ich das herausposaunen? Was, wenn meine Daten an einen emsigen Magister geraten (auf einer CD oder einfach so), der fehlende Schweizer als Regelwidrigkeit entlarvt? Müsste dann alles abgesagt werden, und der schöne Betriebsausflug nach Klagenfurt fiele ins Wasser? Das würde ich nicht überleben. Darum habe ich ein wenig recherchiert und in den (mir zugänglichen) Richtlinien keine Regel gefunden, die vorschriebe, es müssten KandidatInnen aus allen drei Nationen eingeladen werden. Bleibt zu hoffen, dass nicht in irgendeinem Klagenfurter Giftschrank ein Regelwerk aus den Anfängen des Bachmannpreises auftaucht, das Gegenteiliges festlegt … Allein, ich muss es riskieren. Schließlich bin ich der Wahrheit und nichts als der Wahrheit verpflichtet. Ich schreibe hier und kann nicht anders.

Liebe dichtende Eidgenossen! Wenn ihr dies lest, schreibt sogleich »Bachmannpreis 2014!« auf eure To-Do-Listen. Ihr habt ganz ausgezeichnete Einladungschancen im nächsten Jahr! Und vergesst bitte nicht, außerdem noch »Kleines Dankeschön!« auf eure To-Do-Listen zu schreiben – meine Adresse findet ihr auf meiner Homepage.

Liebe zwölf KandidatInnen aus Deutschland, die ihr in so großer Zahl an den Wörthersee reist, lasst euch deswegen dort nicht schelten und wohlmöglich als »Piefkes« beschimpfen. Schließlich habt ihr euch ja nicht selbst eingeladen! Auf diesen Tatbestand solltet ihr im Bedrohungsfall immer wieder hinweisen. Nur keine Angst.

Und da wir gerade bei den Hinweisen sind: Innerhalb der großen Finalgruppe Deutschland gibt es ja eine eigene große Gruppe. Sie besteht ausschließlich aus In-Berlin-Lebenden. Sechs sind es an der Zahl! (Langsam fange ich an zu glauben, dass die Hauptstadt wirklich eine kleine Balthazar-Maschine der Kreativität ist.) Sechs ist die Mindestzahl an Personen, die man für das Gruppe&Spar-Sommer-Sonderangebot der Bahn benötigt. Damit käme die Gruppe-in-der-Gruppe-Gruppe für’n Appel und ‘n Ei an den Ort ihrer Bestimmung und könnte ebenda dann das ganze gesparte Fahrtkostengeld schön auf den Kopf hauen. Es sei denn, sie bevorzugte den Luftweg. Aber geht das denn überhaupt von Berlin aus? (Muss ich überprüfen. Dauert ja offenbar noch etwas mit den Videoporträts.)

Doris Brockmann

1 Kommentar zu diesem Beitrag lesen

  1. Eva Jancak schrieb am 13. Juni 2013 um 10:41 Uhr

    Mir hat der Schweizer auch gefehlt und ärgere mich auch immer wenn nur ein oder zwei Österreicher bei den Ausgewählten sind und der Rest Berliner, ist es ja immerhin ein österreichischer Preis, auf meinen Blog habe ich einmal ein paar http://literaturgefluester.wordpress.com/2011/05/19/klagenfurt-tratsch-und-mehr/ aufgelistet, die mir so eingefallen sind, die noch nicht gelesen haben und bei den Schweizern, wo ich mich zugegebenermaßen nicht so auskenne, fällt mir da der für den Schweizer Bp nominierte mit seinem “Wolkenbruch” ein, den ich gern gehört hätte

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