Textkritik: Ein kleines, verspieltes Schmuckstück

und alles was ich an dir fände

bleibt ein unerwünschtes rempeln

in der menge

und wenn ich dich küsste

(ich wüsste schon wohin)

wenn ich dich liebte

es bleibt auch nur beim »wenn«

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Zusammenfassende Bewertung

Ein kleines, verspieltes Schmuckstück!

Und so soll es sein: Keine dumpfe Botschaft, kein moralischer Zeigefinger, sondern eine zufällige Begegnung, die Vorstellungen auslöst – letztlich also etwas völlig Normales! Aber einfach wunderbar verpackt!

Die Kritik im Einzelnen

Das ist einfach nur schön! Da sprich das lyrische Ich direkt eine Person an und teilt dieser mit, was es an ihr fände – aber sie tut es nicht, denn es war ja nur ein versehentliches Anrempeln in einer Menschenmenge. Also stellt sich das lyrische Ich nur vor, was es sagen könnte! zurück

Offensichtlich hat die berempelte Person doch einen tieferen Eindruck gemacht, wenn das lyrische Ich jetzt schon an ans Küssen denkt … zurück

Jetzt wird diese »Liebe auf den ersten Rempler« noch eine Stufe erotischer, denn das lyrische Ich bleibt in seiner Fantasie nicht bei einem normalen Kuss – sonst würde es nicht so drum herum reden. Offenbar stellt es sich den Landeplatz dieses Kusses gerade vor, und Leser & Leserin bleibt nichts anderes übrig, als das Gleiche zu tun. zurück

Der zufällige Rempler hinterlässt einen flüchtigen Eindruck, der eine erotische Fantasie Bewegung setzt, die jetzt zu einem Liebesgeständnis wird, was allerdings flugs wieder relativiert wird – denn alles Gesagte und nicht-ausgesprochene Gefühlte wird hinter einem WENN verborgen. zurück