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Beitrag vom 17. Dezember 2007 | Rubrik: Literarisches Leben

Rodja Smolny und Lindbergh & Well: NDR berichtet über dubiosen Literaturagenten

Ausschnitt aus einem Screenshot der angeblichen schwedischen Literaturagentur Lindbergh & Well, die Rodja Smolny in Deutschland vertratAls deutscher Vertreter der angeblich aus Schweden stammenden Literaturagentur Lindbergh & Well versuchte Rodja Smolny Geld von arglosen Autoren abzukassieren (wir berichteten). Viele seiner potenziellen Opfer fand er übers Internet. Allein anhand der uns vorliegenden Rückmeldungen von Autorinnen und Autoren, muss Smolny offenbar Dutzenden, wenn nicht gar Hunderten von Autoren Hoffnung auf Veröffentlichung ihrer Werke gemacht haben, wenn diese Geld für ein kostenpflichtiges Lektorat bezahlen. Dies natürlich bei einer Firma, an der Rodja Smolny selbst beteiligt war. Autoren sprechen in der Regel von um die 12.000 Euro, die für die Korrektur von oftmals nur knapp über 100 Manuskriptseiten anfallen sollten.

Jetzt berichtet auch der Norddeutsche Rundfunk (NDR) in seinem »Hamburg Journal« über die kreative Geschäftsidee des Literaturagenten Rodja Smolny von Lindbergh & Well. Die Sendung wird im Regionalfenster Hamburg des NDR am Montag, 17.12.2007 um 19.30 Uhr ausgestrahlt. Per Live-Stream ist der Bericht weltweit auch im Internet zu sehen. Außerdem wird die Sendung im allgemeinen dritten Fernsehprogramm des NDR am 18.12.2007 um 9:30 Uhr wiederholt. Dann ist sie auch bundesweit über Satellit oder Kabel zu empfangen.

Nachtrag: Mittlerweile ist der Beitrag auch bei YouTube verfügbar

http://www.youtube.com/watch?v=IJ49Bm-3N_s

Die umfangreiche Recherche des NDR beruht dabei auf Erkenntnissen unter anderem des Verbands deutscher Schriftsteller (VS), des Montségur Autorenforums, Romansuche.de, des Uschtrin Verlags, des Autorenschrittmacher-Weblogs, des literaturcafe.de und vieler Betroffener, die ihre Erfahrungen und Informationen dankenswerterweise geteilt haben.

Rodja Smolny hat am 13.12.2007, dem Tag des Interviews, das in Auszügen im Beitrag zu sehen ist, die Website der Agentur Lindbergh & Well abgeschaltet. Noch nicht verschwunden sind die von ihm selbst verfassten Pressemeldungen, Weblogs und »Expertenprofile«, mit denen er seinen seriösen Hintergrund untermauern wollte (Siehe hierzu auch »Wessen Wahrheit ist die Wahrheit?« im Autorenschrittmacher-Weblog).

33 Kommentare zu diesem Beitrag lesen

  1. Andreas schrieb am 17. Dezember 2007 um 14:19 Uhr

    Pseudo-Literaturagenten sind leider ja nichts Neues. Eine Masche, auf die ich vor zwanzig Jahren hereinfiel, ging so: Ein durchaus renommierter Agent, der einige bekannte Persönlichkeiten als erfolgreich vermittelt vorweisen konnte, nahm all die vielen Manuskripte, die ihm eben auch zugesandt wurden, um den hoffnungsfrohen Autoren immer das gleiche Angebot zu machen: Gegen eine “Vertragsgebühr” würde er das Manuskript aufnehmen und sicher “rasch” vermitteln. Natürlich rührte er nie mehr einen Finger. Nachfragen der Autoren beantwortete er, indem er von einer notwendigen “Lektorierung” sprach, die natürlich der Autor zu zahlen hätte. Durch diese Mischung aus Betrug und echter Agententätigkeit genoß er die perfekte Tarnung. Ich sah in seinem Keller mal durch Zufall, dass dort sicher über tausend Manuskripte so wie meines beerdigt worden waren. Ein seltsamer Anblick. Das ganze Haus darüber gründete auf der Gutgläubigkeit von Autoren wie mir, sie hatten es quasi bezahlt (1.000 x Vertragsgebühr 500,- DM = 500.000,- DM). Damals wurde dieser Agent sogar in der einschlägigen Literatur empfohlen. Ihn gibt es noch, jedenfalls arbeitet eine Agentur mit seinem Namen weiter, bis heute, nicht mehr in München, sondern in Berlin.

  2. Klaus Berndl schrieb am 17. Dezember 2007 um 15:44 Uhr

    Einer unserer GNL-Autoren (Gesellschaft für Neue Literatur, Berlin) ist erst kürzlich auf diese Agentur aufmerksam geworden und hatte mich um meine Meinung gefragt. Sah erstmal recht anständig aus, fand ich. Geschickterweise hatte er jedoch von Lindbergh & Well die Vertragsklausel gefordert, daß eine Veröffentlichung in einem Druckkostenzuschußverlag ausgeschlossen wird. Darauf ließ sich diese Agentur nicht ein. Was natürlich das Ende dieses Kontaktes war … => das ist wohl eine ganz gute Methode, die Seriosität zu überprüfen: werden Druckkostenzuschußverlage mitvermittelt oder nicht? – Abgesehen davon, daß es wohl noch andere wenig seriöse Geschäftsmethoden gibt …

  3. Franz H. Jakubaß schrieb am 17. Dezember 2007 um 15:53 Uhr

    Ich habe auch an die Agentur geschrieben und bekam einen Vertragsentwurf mit Ankündigung eines Vorschusses von etwa 3.ooo,- Als ich aber las, dass ich für ein Korrektorat eine Firma in Basel einschalten müsse und dafür 12.ooo,- zu zahlen habe, war mir klar, fast einem Schwindler auf den Leim gegangen zu sein und habe die Vertretungsvereinbarung gekündigt. So ist mir Schaden erspart geblieben. Allerdings bin ich um eine Enttäuschung reicher geworden.
    Herzlichen Dank, dass Sie die Machenschaften aufgeklärt haben.
    Mit freundlichem Gruß

  4. Monika Rausch schrieb am 17. Dezember 2007 um 16:05 Uhr

    Ein Weihnachtsgeschenk, das glücklicherweise früh genug kommt: Ich hatte vor Wochen mehrfach Kontakt zu Rodja Smolny, allerdings immer nur per Mail. Dass man/frau eine Agentur nicht einmal anrufen kann, kam mir bereits seltsam vor. Da ich voriges Jahr, beim ersten Versuch, eine Literatur-Agentur zu finden, beinahe an eines der schwarzen Schafe in der Branche geriet, wie mir eine seriöse Agentur später versicherte, war ich besonders vorsichtig. Glücklicherweise verfüge ich gar nicht über die Mittel, jemandem auf den Leim zu gehen, der in dieser Weise Autoren “abzockt”.
    Als ich seinerzeit nach freundlicher Ablehnung des mir angebotenen Vertrags zum Lektorat (mein Manuskript war bereits auf eigene Kosten lektoriert, das interessierte den “Agenten aus Berlin” jedoch nicht …) das Komplettmanuskript (abgeliefert in einem DIN-A-Ordner, verschickt in Norm-Paket-Material mit Rückporto in Höhe von 6,90 Euro versehen) zurückforderte, bekam ich viele Wochen später und nur nach mehrmaliger Aufforderung mein Manuskript als Lose-Blätter-Sammlung, ohne Ordner und unfrei zurück! Das zu meienr Ersterfahrung mit Literaturagenten.
    Erst gestern entschied ich, der Agentur Lindbergh&Well in Kürze mein Manuskript zu überlassen, weil ich nach wie vor an der Zusammenarbeit mit einer Agentur sehr interssiert bin, auch wenn mein Buch bereits bei MV Münster erschienen ist. Es braucht einen Verlag, der umfassendes Marketing betreibt.
    Nun bin ich heilfroh über den Newsletter von Sandra Uschtrin, der mich früh genug warnt. Werde mit Interesse die Sendung verfolgen. Danke für die Aufklärungsarbeit an die Verantwortlichen!
    Monika Rausch

  5. Monika Rausch schrieb am 17. Dezember 2007 um 16:08 Uhr

    Nachsatz zum Beitrag von Klaus Berndl: Ich hatte Herrn Smolny in einer Mail angehalten, mir zu versichern, dass er keine Vermitlung an Druckkostenzuschussverlage tätige. Seine Bestätigung habe ich noch schriftlich! MR

  6. Juliane Seidel schrieb am 17. Dezember 2007 um 16:40 Uhr

    Aha, so endet also diese Odysee… und auch ich bin mit diesem Herren aneinander gerasselt dun auch mir liegt diese Mail vor, die so unverblümt Geld von jungen Autoren verlangt. Ich bin sehr froh, dass diese Machenschaften endlich aufgedeckt werden und auch der breiten Masse vorgeführt werden. Ich versuche auf jeden Fall die Sendung heute abend zu sehen.
    Ich hoffe sehr, dass bisher keine Leute wirklich Schaden genommen haben. Ich persönlich bin um eine Erfahrung reicher!

  7. Hans R. Richter schrieb am 17. Dezember 2007 um 17:29 Uhr

    Herzlichen Dank an alle, die sich mit dem Krimi ‘Rodja, der Autorenfreund’
    befasst haben. Natürlich sandte auch ich ein bereits lektoriertes nach
    der neuen Rechtschreibereform perfektes Manuskript an Lindberg u. Well,
    mit dem Erfolg, das ganze Skript nochmal in Basel zur Prüfung vor-
    zulegen. Kostenpunkt ca. 12.000 Euro.
    Gott seiDank, “Wir sind nocheinmal davongekommen!”
    Hans R. Richter

  8. Marion Wolf schrieb am 17. Dezember 2007 um 17:59 Uhr

    Herr Smolny hatte ein esoterisches Märchen von mir unter Vertrag genommen, mir nach der Buchmesse einen Vertrag vom Verlag der Autoren vorgelegt und mich zwecks “vorgeschriebenem” Lektorat auch an die Basler Agentur verwiesen, welche 12.000 Euro verlangten – als ich nachfragte ob das ein Druckfehler sei, schließlich sei das Manuskript ja nur 2 Seiten lang, erklärte er, ich hätte doch noch andre Manuskripte und würde doch wohl 150 Seiten zusammen kriegen. Als ich erwiderte, die andren Geschichten passten stilistisch nicht dazu, dies sei ein Manuskript für ein Bilderbuch, im übrigen ordentlich selbst lektoriert und ob er geglaubt habe, mit dieser kleinen Geschichte gleich meine gesammelten Werke verkaufen zu können, erhielt ich keine Antwort mehr…

  9. Dr. Johann Bettisch schrieb am 17. Dezember 2007 um 21:40 Uhr

    http://.hometown.aol.de/jbettisch/homepage/homepage.html

    Mich hat der auch mit der Masche: Lektorat in Basel für zirka 13.000,- leimen wollen (bei 160 Seiten), damit hat er sich entlarvt. Irgendein erein der autoren sollte mal die Polizei auf ih Aufmerksam machen.

  10. Matthias Hoppe schrieb am 17. Dezember 2007 um 22:35 Uhr

    Ich habe mich auch zunächst unverbindlich “anlocken” lassen von Herrn Smolnys Einladung, Manuskripte zu schicken. Mir war aber klar, daß ich vorsichtig sein müßte, und verstand das Ganze erstmal als Test. Über diesen Test informierte ich regelmäßig meine Kolleginnen und Kollegen im Netzwerk Infantastica (www.infantastica.com). – Es war dann genauso, wie beschrieben: Die Antwort kam, ja, meine Manuskripte seien sehr interessant, aber vielleicht doch handwerklich noch nicht ausgereift und möglicherweise orthografisch nicht korrekt. Deshalb solte ich einer kostenpflichtigen Lektorierung zustimmen (Vertrag lag als Anlage dabei). Nun muß ich dazu sagen, daß ich seit 25 Jahren als Autor im Buchgeschäft tätig bin und NOCH NIE für ein Lektorat Geld bezahlt habe! Außerdem habe ich Germanistik studiert und weiß um die deutsche Sprache, ihre Feinheiten, Verästelungenb und auch die Rechtschreibung und Grammatik. – Aber das war ja auch nur ein Formbrief von Herrn Smolny gewesen, den er allen eventuellen Opfern aufs Auge drückte. Ich habe jedenfalls nach diesem Schreiben sofort die Vertretungsvereinbarung gekündigt und meine Manuskripte zurückverlangt. Keine Reaktion bisher. Habe heute eine zweite Mahnung geschickt. Mal sehn. Denn immerhin hatte Herr Smolny meine Manuskripte (die ich vorab genau thematisch beschrieb) von mir angefordert. Also ist er auch zur Rücksendung verpflichtet. Wer weiß Rat, wie man einen solchen Herrn zur Rücksendung zwingen kann? Es waren sehr gute Ausdrucke mit eigens gestalteten hochwertigen Covern.
    Schöne Grüße aus Neuburg an der Donau
    von Matthias Hoppe

  11. H.W.Käfer schrieb am 17. Dezember 2007 um 22:40 Uhr

    Interssant an der Agenturgeschichte ist, dass mir Herr Smolny einen Vertrag des Deutschen Literaturverlags zugeschickt hat (inklusive des Köders eines Vorschusses), in dem der Passus enthalten ist, der Verlag nehme auf eigene Kosten die Korrekturen vor. Anbei selbstverständlich auch die Verpflichung mit der ominösen Basler Kurrekturanstalt. Witzig, oder?

  12. Birte Demant schrieb am 17. Dezember 2007 um 23:04 Uhr

    Hihi, bei mir hat Herr Smolny sich mit einem per Mail gesandten Manuskript begnügt und gesprochen habe ich ihn auch nicht. Kritisiert hat er mich garnicht nur Zucker um die Schnute.Wieviele Autoren träumen so schnell wie ich bla bla bla. Auffallend war, dass es sehr schnell gehen müsse. Als meine Nachricht kam, dass ich 12.000 Euro an das Lektorat zahlen solle, ich bekäme auch einen Vorschuß über 2150,- Euro schrieb ich ihn an wegen einer anderen Lösung. Seither hörte ich nichts mehr von ihm. Nun habe ich meinen Vertrag schriftlich gekündigt und um eine Bestätigung gebeten, die bislang ausblieb. Schließlich wenn meine Kündigung vielleicht nicht ankam, ich einen Verlag finde, könnte er einen theoretisch noch verklagen.
    Auch meinen DANK all denen, die sich mit gekümmert haben.
    Herzlichst
    Birte Demant

  13. a.s. schrieb am 18. Dezember 2007 um 01:35 Uhr

    Unsereiner hat sich ein Scherzchen erlaubt und dem Herrn Literaturagenten einen grauenvollen Text angeboten. Hier das Exposé:

    Zusammenfassung vom Roman Annikas letzter Schritt von Anja Sand:

    Das Mädchen Annika entscheidet sich nach längerem Hin und Her für den Bruder ihrer besten Freundin, Johann. Doch Johann ist ein Filou und kann ihr nicht treu sein.
    Annika betrügt ihn schliesslich auch aus Rache, aber als er es herausfindet, behandelt er sie noch schlechter. Er macht nicht Schluss mir ihr, um sie zu quälen.
    Annika sucht Hilfe bei ihrer besten Freundin, Biggi, aber die hält zu ihrem Bruder, obwohl der an allem schuld ist und Annika viel zu leiden hat.
    Annika bekommt schliesslich unerwartete Hilfe von Thomas, Biggi´s Freund. Denn er betrügt Biggi, und auf einmal versteht sie, was es Annika bedeutet. Biggi stellt Johann zur Rede, aber er lacht sie aus.
    Am Schluss, als Johann Annika immer wieder mit der gleichen Fitnesstrainerin betrügt, bringt Annika schliesslich beide um.

    die folgenden spannende Konversation möchte ich Ihnen nicht vorenthalten:

    Sehr gehhrte Damen und Herren,
    ich bewerbe mich mit dem Roman `Annikas letzter Schritt` bei Ihrer Agentur.
    Die Handlung ist kurz zusammengefasst und ein Lesebeispiel dabei.

    Handlung:

    Zusammenfassung vom Roman Annikas letzter Schritt von Anja Sand:

    Das Mädchen Annika entscheidet sich nach längerem Hin und Her für den Bruder ihrer besten Freundin, Johann. Doch Johann ist ein Filou und kann ihr nicht treu sein.
    Annika betrügt ihn schliesslich auch aus Rache, aber als er es herausfindet, behandelt er sie noch schlechter. Er macht nicht Schluss mir ihr, um sie zu quälen.
    Annika sucht Hilfe bei ihrer besten Freundin, Biggi, aber die hält zu ihrem Bruder, obwohl der an allem schuld ist und Annika viel zu leiden hat.
    Annika bekommt schliesslich unerwartete Hilfe von Thomas, Biggi´s Freund. Denn er betrügt Biggi, und auf einmal versteht sie, was es Annika bedeutet. Biggi stellt Johann zur Rede, aber er lacht sie aus.
    Am Schluss, als Johann Annika immer wieder mit der gleichen Fitnesstrainerin betrügt, bringt Annika schliesslich beide um.

    Über eine Einladung zum Vorstellunggespräch würde ich mich sehr freuen.
    Viele Grüße,
    Anja Sand

    Sehr geehrte Frau Sand,

    vielen Dank für die Zusendung Ihres Manuskriptes. Wir würden dafür gern
    die Vertretung übernehmen, um Sie und Ihr Manuskript an einen Verlag zu
    vermitteln!

    Voraussetzung dafür ist allerdings, dass das Manuskript lektoriert
    wird. Wir können nur mit einem orthographisch korrekten Text bei den
    Verlagen vorstellig werden. Dies ist nicht nur in unserem Interesse
    (wir haben einen Namen in der Branche), sondern auch in Ihrem, denn es
    wäre sicherlich schade, wenn Ihr Manuskript aufgrund von Mängeln in der
    Rechtschreibung einen falschen Eindruck vermittelt und abgelehnt würde.

    Wir führen das Lektorat nicht selbst durch, sondern vermitteln dies an
    eine uns bekannte Agentur. Wenn Sie damit einverstanden sind, bitten
    wir Sie um Zusendung der Auftragserteilung. Wir geben diese dann mit
    Ihrem Manuskript weiter.
    Die Kosten für das Lektorat können Sie selbst überschlagen: Pro 1.650
    Zeichen (Normseite) kostet das Korrektorat (gem. neuer deutscher
    Rechtschreibung) 8 EUR, was den branchenüblichen Preisen und den
    Honorarempfehlungen der Lektoratsverbände entspricht. Da wir die
    Anforderungen der Verlage kennen und denen durch ein sorgfältiges
    Lektorat Rechnung tragen, bitten wir um Verständnis, wenn wir andere
    Lektorate nicht akzeptieren können, da uns die Qualitätskontrolle
    fehlt.

    Direkt am Anschluss an die Fertigstellung des Lektorats beginnen wir
    die Gespräche mit den Verlagen.

    Ich freue mich, von Ihnen zu hören!

    Mit freundlichen Grüßen,

    Rodja Smolny
    Lindbergh & Well

    Lindbergh & Well Literaturagentur
    Kirchenstr. 10 – 23919 Berkenthin
    Tel. 0178.6392293 – Fax 04544.891451

    http://www.LindberghWell.de

    ja, sehr gut. wie ist das eigentlich mit den vorschuss, der auf ihrer website steht? kann man das vielleicht verrechnen mit den lektoratsgebühren?
    wie finden sie das buch sonst? meine freunde sagen alle, dass das echt ein bestseller werden kann. denken sie als fachkundiger das auch?
    schreiben sie eigentlich auch bücher? ich würde gerne mal eins lesen, weil wir sind ja jetzt partner.

    viele grüße, anschii

    Hallo Herr Rodja Smolny,
    >
    > haben Sie meine Nachricht nicht bekommen?
    > Ich habe noch eine Frage, ich habe eine andere Lektoratsagentur
    > angeschrieben udn die würden es für die Hälfte machen. Geht das auch?
    > Denn ich habe nicht so viel Geld.
    > Wollen wir dann den Vertrag schliesen?
    > Bitte antworten Sie mir bald.
    > Mit vielen Grüßen, Anja

    Sehr geehrte Frau Sand,

    danke für die Nachricht. Mit einer anderen Agentur ist das so eine
    Sache es gibt – wie immer im Leben – solche Lektoren und solche und
    wir müssen ja sicher gehen, dass das Ergebnis stimmt.

    MIr gefällt das, was Sie geschrieben haben, aber so gut, dass ich mich
    gerne für Sie einsetzen will. Ich habe eben mit Merkammer telefoniert,
    die haben sich bereit erklärt, es auch für die Hälfte zu machen. Was
    halten Sie davon? Ich freue mich wirklich sehr, dass wir so das Projekt
    gemeinsam auf die Beine stellen können.

    Wenn Sie also damit einverstanden sind, senden Sie bitte das
    Auftragsformular zurück. Die Preisangabe auf dem Formular können Sie
    dann korrigieren. Wie umfangreich ist das gesamte Werk?

    Ich freue mich, von Ihnen zu hören!
    Mit freundlichen Grüßen,

    Rodja Smolny
    Lindbergh & Well

    Lindbergh & Well Literaturagentur
    Kirchenstr. 10 – 23919 Berkenthin
    Tel. 0178.6392293 – Fax 04544.891451

    http://www.LindberghWell.de

  14. Theo Jannet schrieb am 18. Dezember 2007 um 12:36 Uhr

    Auch ich habe ein Manuskript eingeschickt, da mich interessierte, wie die Bauernfängerei funktioniert, da es zunächst ja nicht nach Druckkostenzuschlag aussah. Dann bekam ich wie andere auch das Verlagsangebot kombiniert mit dem Lektoratsservice in Basel und den ca. 12.000, die ich zu zahlen hätte. Den Lektoratsservice fand ich im Internet mit dem Hinweis, dass Herr Smolny dort Teilhaber ist…nun weiss ich, wie der Trick funktioniert hätte. Gut, dass nun soviel Öffentlichkeit da ist, dass dieses Ding wohl nicht mehr lange läuft.
    Nachtrag: Als ich den Namen Rodja Smolny gegoogelt habe, kam ich vor Monaten auf einen blog, wo jener Herr sich witzig-ironisch darüber beklagt, dass auf dem Weg zur Frankfurter Buchmesse sein Volvo Kombi abgebrannt sei und wie schrecklich schlecht, unkooperativ und teuer der Service von Volvo sei. Ich sach mal: Wer Wind sät…

  15. Marlies Thaler schrieb am 18. Dezember 2007 um 15:29 Uhr

    Ich kann der oben beschriebenen Vorgehensweise dieser dubiosen Agentur vollinhaltlich zustimmen. Auch ich habe ein Manuskript eingesandt – allerdings genügte es in meinem Fall per Mail, was mich sofort stutzig machte – und sollte 12.500 für das Lektorat im Voraus bezahlen, würde aber einen von “ihm ausverhandelten” Vorschuss in Höhe von 2760 erhalten – toll nicht?
    Hier seine Antwort auf meine Absage:

    Sehr geehrte Frau Thaler,

    danke für Ihre Mail. Ich bedaure Ihren Schritt, kann ihn aber nachvollziehen, wenn Sie das Geld für ein Lektorat nicht haben. Sie brauchen keine schriftliche Kündigung schreiben, ich bestätige Ihnen hiermit das sofortige Ende der Vertretung.

    Ein Wort noch: Ich sehe in dem, was Sie zitieren und in dem Angebot vom DLV keinen Widerspruch. Es ist im Normvertrag so geregelt, dass der Autor ein vervielfältigungsfähiges Manuskript abgeben muss. Das wird Ihnen sicherlich auch Ihr Verband bestätigen. Dafür ist ein Lektorat unumgänglich (das muss sogar Günter Grass über sich ergehen lassen, wobei er natürlich in einer Liga spielt, wo jeder Verlag gerne die Kosten übernimmt – in dieser Liga spielen Sie leider nicht). Ich verstehe nicht, warum Autoren diesen Schritt immer so verteufeln. Wer will schon sein Buch in der Buchhandlung sehen, und dann lauter Fehler entdecken? De facto bleibt nur noch festzustellen, dass der DLV keine Rechnung an Autoren schreibt. Der Biographie-Service war lediglich eine Empfehlung des Verlags. Und dies auch noch: Ich hätte auch weiter nach einem anderen Verlag gesucht, es muss ja nicht der DLV sein.

    Ihnen und Ihrem Buchprojekt alles Gute.
    Mit freundlichen Grüßen,

    Rodja Smolny
    Lindbergh & Well

  16. lisa g. schrieb am 19. Dezember 2007 um 00:58 Uhr

    Leider habe ich die Sendung verpaßt. Hat Sie jemand aufgenommen? Oder hat sie jemand ins Netz gestellt und könnte mir den Link schicken? Vielen Dank im Voraus! Lisa

  17. Michi schrieb am 19. Dezember 2007 um 01:08 Uhr

    Hey Leute,
    hier ist der Beitrag zu sehen:
    http://www.youtube.com/watch?v=_UfxMeNBhMU

  18. Teja Bernardy schrieb am 19. Dezember 2007 um 01:41 Uhr

    Liebe BloggerInnen,

    fein, daß Sie sich hier alle tummeln und berichten! “literaturcafe” hatte angeboten, daß Sie Ihre L&W-Kontakte/Dokumente an mich für die Ermittlungsbehöreden weiterleiten dürfen, können, sollen, wenn Sie wollen. Gesucht sind komplette(!) Unterlagen von der Kontaktaufnahme bis zum unterschriebenen/nicht unterschriebenen Vertrag/Angebot einschließlich DLV und Merkammer-Basel. Die Unterlagen gehen komplett an die Justizbehörde. Mißbrauch ausgeschlossen. Separate Anzeigeerstattung nicht erforderlich.
    Hinweis: Alle jemals mit L&W/Smolny/Merkammer geschlossenen Verträge sind nichtig. Mit einer nicht existenten Agentur gibt es keinen Vertrag! Ein “Agent” kann kein Geschäft mit sich selbst (Merkammer) tätigen.
    Wer das Pech gehabt hat, irgend einen Betrag zu zahlen, bitte sofort zum Anwalt/Staatsanwalt. Alle Zahlungen zurückfordern.
    Niemand muß sich schämen, auf den Schwindel hereingefallen zu sein! Selbst für Insider hat es ordentlich gedauert, bis alle Unterlagen wasserdicht zusammen waren!
    Für Ihr weiteres Schaffen, Kraft, Freude und Erfolg!
    TB

  19. lisa g. schrieb am 19. Dezember 2007 um 06:07 Uhr

    vielen tausend dank für den link!!
    wie kann man eigentlich so dumm sein, den eigenen namen in der öffentlichkeit so kaputt zu machen, bis man absolut vertrauensunwürdig ist?
    irgendwie ist das alles doch nicht zu fassen.
    ich war zuerst wütend und enttäuscht, aber jetzt kann ich nur noch lachen über diese dummheit…

  20. Katharina Bachman schrieb am 19. Dezember 2007 um 11:17 Uhr

    Hallo zusammen!

    Die Infos waren allesamt sehr aufschlussreich. Wie gut, dass es das Internet gibt! Ich möchte Euch aber auch vor Verlagen warnen, die ebenfalls mit Vorschuss-Methoden arbeiten. Eine solch kostspielige Erfahrung habe ich mit dem NOVUM-Verlag (Österreich) gemacht. Auch wenn der sich (genau wie Smolny) im Netz brillant darstellt und sogar einen Business-Award erhalten hat. Hände weg von solchen Verlagen !!!

    Wer mehr wissen möchte, kann mich jederzeit gerne anschreiben: Kontakt@Katharina-Bachmann.de

    Viele Grüße,
    Katharina

  21. Matthias Hoppe schrieb am 19. Dezember 2007 um 12:38 Uhr

    Ich würde gerne meine Unterlagen an Teja Bernardy schicken, habe aber keine E-Mail-Adresse. Bitte hier mitteilen oder an mich privat: art-matthias@web.de . Dank und Gruß, Matthias Hoppe

  22. Angela L. schrieb am 20. Dezember 2007 um 18:31 Uhr

    Hallo, an alle Autoren Kollegen, ich habe mein Manuskript (Im Sommer 07)auch an R. Smolny gesandt, aber nicht einmal eine Zahlungsaufforderung bekommen. Ich sollte Ende Dezember Nachricht erhalten, mal sehen was sich dann tut. Ansonsten, stimme ich zu, ist der Herr leider nicht zu erreichen, ob per Mail, Telefon.

  23. Peter E. schrieb am 21. Dezember 2007 um 17:30 Uhr

    Ich bin erst jetzt wieder auf Herrn Smolny aufmerksam geworden. Ich hatte schon einmal vor Jahren mit ihm auf der Frankfurter Buchmesse gesprochen und ihm ein Manuskript überlassen. Damals machten er und seine Frau auf mich einen sehr seriösen Eindruck – allerdings waren die Werbeaussagen von seiner damaligen Firma MeinBuch extrem optimistisch: Innerhalb von etwa 14 Tagen erstellen wir Ihr Buch. Das kann nicht gehen. Ich habe das Manuskript dann auch an rund ein Dutzend weitere Verlage versandt, die mit Verlag sucht Autoren oder so ähnlich werben. Fast überall wurden wir (meine Schwester ist die Autorin) als potentielle Bestsellerautoren umworben. Das war in unserem Fall auf jeden Fall ein furchtbarer Humbug – das Buch ist eine Familiengeschichte, die wir unseren Großeltern zur Goldenen Hochzeit schenken wollten. Und so toll war weder die Story noch der Stil (sorry Schwesterherz!). Die Angebote lagen irgendwo zwischen 2500 und 22.000 Euro!
    Wir schwankten dann zwischen Copyshop, Dorfdruckerei und einem der günstigeren Angebote (bei denen sogar MeinBuch dabei war). Am Schluss haben wir uns dann für eine Kombination von Druckerei (den Juniorchef kenne ich seit der Schule) und BoD entschieden: Die Druckerei hat Korrektorat und Layout gemacht, bei BoD wurde dann gedruckt. (Uns war dann doch die ISBN-Nummer wichtig, auch wenn bis jetzt nur einige wenige Verwandte und Nachbarn das Buch im Laden gekauft haben, aber die Großeltern hat es schon sehr gefreut: Ein echtes Buch!). BoD war ganz ok, bloß fällt die Qualität immer wieder anders aus. Bei ein paar Exemplaren, die wir vor kurzem nachbestellt haben, sind Umschlagfarben verfälscht und die Abbildungen etwas grieselig.
    Was ich aber sagen wollte: Ich verstehe nicht, wie man auf völlig überteuerte Angebote eingehen kann. Die Preise für ein Korrektorat oder Layout kann man doch auch so erfragen. Natürlich: Unser Drucker hat das auch nicht umsonst gemacht, aber immer noch um das 10-fache billiger als 12.000 Euro! Selbst wenn man keinen befreundeten Drucker kennt, kann man ja immer noch die ganzen Verlage (oder auch Nicht-Verlage, schließlich kommt das ja von vorlegen wie man beim NDR hören kann) vergleichen. Und warum sollte man für etwas zahlen, das sich angeblich toll verkaufen wird? Entweder soll dann der Verlag selbst zahlen oder es verkauft sich halt vorausichtlich nicht so toll (soll vorkommen). Was mir damals doch aufgefallen war: In vielen Angeboten ist der Preis nicht sofort klar oder das Budget für dieses Jahr ist schon verplant und man könnte ja ausnahmsweise vorfinanzieren usw … Bei einigen Anbietern war das Angebot aber recht ehrlich: Wir verlegen, wenn Sie bezahlen. Auf telefonische Nachfrage wurde mir einmal sogar ganz klar gesagt, dass es sich (finanziell) für uns nicht rechnen wird. Übrigens war das der einzige, der das Manuskript wohl wirklich gelesen hatte, wir bekamen mit dem Angebot eine Bewertung mit ziemlich guter Inhaltsangabe.
    Also: Hand aufs Herz, wir sind nicht alle Bestsellerautoren. Wenn Ihr dann doch die Welt (oder wen auch immer) mit Euerem Buch beglücken wollt, dann ist Euch das nicht verboten aber lasst auch wenigstens nicht über den Tisch ziehen.

  24. kristin winter schrieb am 22. Dezember 2007 um 08:45 Uhr

    grins * ich hatte herrn smolny ein manuskript für mein 6. buch geschickt, das ich schon längst veröffentlicht habe *
    sein kommentar:
    “Leider haben wir noch keinen Verlag für Ihr Manuskript begeistern
    können. Wir denken, dass es vielleicht daran liegt, dass Ihr Text
    handwerklich noch nicht ganz abgeschlossen ist. Natürlich macht es
    einen besseren Eindruck, wenn wir mit einem orthographisch korrekten
    Text bei den Verlagen vorstellig werden. Es wäre sicherlich schade, wenn Ihr Manuskript aufgrund von Mängeln in der Rechtschreibung einen falschen Eindruck vermittelt und abgelehnt würde”…. und dann das übliche lektoratsangebot *
    meine antwort: “an einem lektorat bin ich nicht interessiert * ich weiß, dass mein text fehlerfrei ist * wenn sie unter diesen umständen mein manuskript nicht weiter vertreten wollten, könnte ich es verstehen”
    kam keine reaktion mehr * noch mal: grins *

  25. Gene Bailly schrieb am 22. Dezember 2007 um 10:32 Uhr

    Sehr interessante Beiträge zum Fazit eines aufgedeckten Strategems, es bewahrheitet sich der Spruch, daß zum “cheat” immer 2 gehören: ein “cheater” und einer, der sich “cheaten” läßt, gut durchdacht ist die Sache schon mit der Agentur aus Schweden, im Prinzip entspricht dies dem Denkmuster des “reichen Onkels aus Amerika”….ein Trugbild für unbedarfte Seelen, die noch an das gute im Menschen glauben….le petit Fritz qui part à l’aventure….

    Happy X-mas & au revoir

  26. t.bernardy schrieb am 22. Dezember 2007 um 16:47 Uhr

    Wäre die Sache gut durchdacht gewesen, wäre sie nicht aufgeflogen! Kirstin Winter war nicht die einzigste, die den Elchbraten gerochen hat. Eine ganz andere Sache ist es, die Tafel abzuräumen. Freilich gehört zum “cheater” ein Pendant! Trifft er auf eines à la Christine Winter, wirds ein Rohrkrepierer. Erstaunlich sind die vielen handwerklichen Fehler für den Trojagaul Lindbergh & Well. Wie verblendet muß ein Mensch sein, annehmen zu wollen, er käme damit durch?! Oder steht ihm nur das Wasser Oberkante Unterlippe?

  27. Gene Bailly schrieb am 22. Dezember 2007 um 17:46 Uhr

    ok TJ, ich denke, daß die Schwach/Bruchstelle darin lag, daß RS als natürliche Person bei dem swiss-based Lektorats-Service zu erkennen war, wäre dort eine andere juristische/natürliche Person als Treuhänder/Strohmann gelistet, wäre er aus einigen Vorwürfen raus; dann würde es auch keine Rolle spielen, daß Lindbergh&Well ein Art “imposter” oder Briefkastenfirma ist, verfänglich dabei ist die fehlende Unterbrechung der Personenkette.
    Nur am Rande, auch ohne Kristins Intervention war die Zündschnur schon entfacht…..in Anbetracht dessen wie Ernst sich die deutschsprachige Literaturszene/Kultur selbst nimmt ist doch so ein RS nur Einer unter Vielen, der einfach zu gierig war….nochmals: anstelle 12 K für ein Korrektorat zu verlangen wäre RS mit 1,8 oder 2,5 K ohne Friktionen ans Ziel gelangt…prall ist aber der DLV, den es – so der NDR – als funktionstüchtige Einheit nicht gibt…wenn nachweisbar ist, daß die ganze Veranstaltung darauf ausgerichtet keine kommerzielle Abfolge zu leisten, dann sieht es düster aus für Bill Bo und seine Bande….wie gesagt, ich finde der Unterhaltungswert kompensiert hier für Vieles, schade war die Ausgabe für die Briefmarken…..

  28. t.bernardy schrieb am 22. Dezember 2007 um 20:22 Uhr

    Für etlich, vor allem für die, die sich selbst sehr ernst nehmen, lieber GB, tendiert der Unterhaltungswert eideutig unter Null. Für die, die etwas mehr als nur die Schwachstelle “Lektorat” eruiert haben, war es auch nicht gerade lächerlich, am wenigsten für die, die sich der Drohungen und Strafanzeigen eines Typen wie RS erfreuen. – Apropos Lektorat: DLV hat nach eigenem Web-Auftritt doch ein solches! (Smile!!!) – Schade ist eigentlich jede Minute, die für solch Gedöns drauf geht. Die Briefmarken? Selbst noch die Spucke wars nicht wert! Dabei ist die Sache noch längst nicht ausgestanden, deshalb in diesem Forum in den Details noch nicht diskussionsfähig.

  29. Konrad Konsalik schrieb am 4. Januar 2009 um 13:56 Uhr

    Das klingt alles sehr niederschmetternd. Hat jemand von euch schon mal Erfahrungen mit einer sogenannten “seriösen Agentur”, die ihren Sitz zur Jahrtausendwende von München nach Berlin verlegt hat, gemacht? Ich habe schon vor einer Weile eine Angebot erhalten: Man hätte einen sogenannten “richtigen Verlag” gefunden, den der Agent mir nicht preisgeben wollte. Dafür müsste ich erst einmal einen Anteil an den Veröffentlichungskosten tragen, der sich auf ca. 8000 Euro belaufen würde. – Leider hatte ich so viel Geld momentan nicht übrig und werde den Namen des Verlages nie erfahren.
    Hat jemand ähnliche Erfahrungen? Als ich dem Agenten drohte, die Geschichte im Internet zu offerieren, wurde er gleich ziemlich patzig am Telefon! – Dabei war er zuerst ziemlich freundlich, wich jeder Frage aus. Ich hatte den Eindruck, dass dieser Herr ein Meister darin ist, andere Leute zu manipulieren. Solche Strategien lernt man im NLP.

  30. Smoky4713 schrieb am 31. Juli 2009 um 00:06 Uhr

    Vielen Dank für all die Kommentare, aus denen ich sehr viel gelernt habe. Mein Vorschlag: Vor Vertragsabschluß der Agentur Bedingungen zu stellen.

    1. Die Agentur vermittelt nicht an Zuschußverlage.

    2. Es werden keine Lektoratshonorare, Bearbeitungsgebühren oder Druckkostenzuschüsse erhoben.

    3. Das Buch muß innerhalb von 3 Monaten bei einem Verlag untergebracht werden (sonst wartet man ewig und kann es während einer langen Vertragsdauer nicht bei einem anderen Verlag oder Agenten anbieten. Außerdem – wenn der Agent es in dieser Zeit nicht schafft, das Buch zu vermarkten, ist er eh nicht geeignet – ob renommiert oder nicht!).

    4. Sollte einer dieser Punkte nicht eingehalten werden, ist der Autor zu einer fristlosen Kündigung (am besten per Einschreiben mit Rückschein) berechtigt.

    Mit diesen Punkten, so denke ich, kann man – falls akzeptiert oder auch nicht – sehr schnell die Spreu vom Weizen unterscheiden.

    Ich wünnsche Euch allen, boshaft wie ich bin, noch ein schönes Wetter zum Arbeiten!

    Gruß

    Smoky 4713

  31. Michael Benkmann schrieb am 29. September 2010 um 14:55 Uhr

    Rodja Smolny ist jetzt Geschäftsführer der Deutschen Literaturgesellschaft,Berlin die auch einen sehr
    zweifelhaften Ruf geniesst.

  32. Michael Wessel schrieb am 5. Oktober 2010 um 12:21 Uhr

    Interessanterweise wird auf der website deutsche-literaturgesellschaft.de/Urheberrecht ein Beitrag wie folgt angekündigt: “In Kürze … finden Sie an dieser Stelle einen Fachartikel zum Thema: »So schützen Sie sich vor dem Ideenklau – Tipps, Tricks und Hinweise zum Urheberrecht«. Da wäre ja Rodja Smolny als Autor prädestiniert. Er hat da Erfahrung. Er hat auch wieder eine eigene website
    http://rodjasmolny.de/

  33. Myschkin schrieb am 18. Oktober 2010 um 11:21 Uhr

    Aus aktuellem Anlaß auch eine Warnung vor der Berliner Agentur Poldner, die ähnlich arbeitet. Hierzu ein Artikel aus der Süddeutschen von letzter Woche:

    http://www.sueddeutsche.de/bayern/coburg-wie-im-schlechten-krimi-1.1010046

    Herzlichst,
    Myschkin

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