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Beitrag vom 9. September 2008 | Rubrik: Notizen, Schreiben

Rechtschreibung im Test: Duden veröffentlicht die Version 5.0 des Korrektors für Microsoft Office

Duden Korrektor PLUS Version 5.0Die Version 5.0 des Duden-Korrektors für Microsoft Office ist auf dem Markt. Demnächst sollen auch die neuen Versionen für OpenOffice und Adobe InDesign erscheinen.

Der Korrektor ersetzt die eingebaute Rechtschreibprüfung der Office-Anwendungen durch eine wesentlich leistungsfähigere aus dem Hause Duden.

Der Vorgängerversion bescheinigte das Computermagazin c’t hervorragende Korrekturleistungen, die weit über denen der eingebauten Rechtschreibprüfungen liegen. Eine Wertung, der wir uns damals absolut anschließen konnten. Doch in den Nutzer-Kommentaren bei unserem Test der Version 4.0 und auch bei Amazon wurde immer wieder bemängelt, dass bei der Aktivierung sämtlicher Korrekturoptionen die Textverarbeitung gnadenlos langsam wurde und kein sinnvolles Arbeiten mehr möglich war.

Nach unserem damaligen Test der Version 4 haben wir uns nun die Version 5.0 in der PLUS-Version angeschaut.

Getestet haben wir mit einem ungefähr 2 Jahre alten Notebook, das jedoch bereits mit der Centrino-Duo-Plattform ausgestattet ist. Auch bei der eingesetzten Microsoft-Office-Version haben wir bewusst nicht die aktuellste Version gewählt, sondern die Programmversion 2003, da die wenigsten Anwender neue Hard- und Software besitzen werden.

Ergänzung um digitale Nachschlagewerke

Liest man die Beschreibung der Version 5.0 durch, so fällt zunächst auf, dass tatsächlich keine neuen Programmoptionen erwähnt sind. Der offensichtlichste Unterschied zur Vorgängerversion ist, dass nun bereits die Standard-Version die digitale Version des Rechtschreibdudens enthält. Für einen Preis von 19,95 Euro ist dies unschlagbar günstig. Direkt aus Word heraus können so Wörter markiert und im Standardwerk zur deutschen Rechtschreibung nachgeschlagen werden. Der digitale Duden lässt sich auch eigenständig aufrufen, und für phonetisch schwierige Wörter kann die Aussprache angehört werden.

Noch üppiger ist die Ausstattung an digitalen Nachschlagewerken aus dem Hause Duden bei der PLUS-Version des Korrektors. Für knapp 50 Euro sind hier neben dem Rechtschreibduden auch der Fremdwörterduden, das Synonymwörterbuch und der Band »Richtiges und gutes Deutsch« enthalten. Wer also mehr als nur gelegentlich schreibt, sollte in jedem Fall gleich diese Version erwerben, denn so sind die wichtigen Nachschlagewerke immer digital im Zugriff.

Neu ist zudem für beide Ausgaben der 5er-Version ein Zusatzpaket »Recht und Verwaltung« (Jura Upgrade), das für 29,95 Euro erhältlich ist. Damit wird der Sprachschatz des Korrektors um juristische und steuerliche Fachbegriffe ergänzt, was für den Büroeinsatz in den entsprechenden Branchen interessant ist. Der Korrektor kann zudem im Netzwerk betrieben werden.

Doch im Zentrum des Korrektors steht natürlich die computergestützte Rechtschreib- und Grammatikprüfung von Texten in sämtlichen Programmen des Office-Pakets (Powerpoint, Excel, Outlook und natürlich Word). Zusätzlich wird auch Microsoft Works 9.0 unterstützt.

Wer bereits eine Vorgängerversion des Korrektors besitzt, dem wird eine günstigere Upgrade-Version auf die PLUS-Version angeboten.

Wir hatten zum Test die Vollversion der PLUS-Ausgabe vorliegen, um gegenüber der vor einiger Zeit getesteten Standard-Version die Unterschiede zu begutachten.

Auch die Vollversion erkannte, dass auf unserem Rechner bereits eine frühere Version des Korrektors installiert war, und forderte zunächst dazu auf, diese zu deinstallieren.

Nach der Installation der Version 5 war unter Powerpoint und Excel sofort eine neue Optionsleiste zu sehen, mit der rasch auf die Optionen und Sonderfunktionen des Korrektors zugegriffen werden kann. Doch unter dem »Haupteinsatzprogramm« Word fehlte diese Leiste, und auch die anderen in der Anleitung erwähnten neuen Menüpunkte waren dort nicht vorhanden.

Dies gab uns somit Gelegenheit, gleich die Kompetenz und Schnelligkeit des Duden-Supports zu testen. Auf unsere eMail-Anfrage war innerhalb eines halben Tages eine Antwort da. Es wurde die Deinstallation, der Aufruf des Office-Reparaturprogramms und die erneute Installation empfohlen. Dieser Hinweis verursachte uns etwas Bauchschmerzen, weil das Reparaturprogramm schon mal mühsam integrierte Zusatz-Buttons und Einstellungen niederbügelt. Wir haben daher nur für Word mittels des Parameters /f die Selbstreparatur durchgeführt. Allerdings ohne Erfolg, denn die Korrektor-Integration erfolgte auch nach der Neuinstallation nicht.

Eine erneute Anfrage bei einem anderen Support-Mitarbeiter brachte dann die Lösung: Offenbar war durch einen früheren Word-Absturz das Korrektor-Modul deaktiviert worden. Die Aktivierung über das Fragezeichen im Menü und den Untermenüpunkt »Info« brachte über »Deaktivierte Elemente« dann die Korrektor-Leiste endlich zum Vorschein.

Erst dann war die erweiterte und bessere Rechtschreibprüfung auch unter Outlook einsetzbar, denn dort arbeitet sie nur, wenn fürs Schreiben der Mails der Word-Editor genutzt wird. Wer in Outlook seine elektronischen Nachrichten mit dem outlook-eigenen Texteditor erfasst, dem steht die Korrektor-Prüfung nicht zur Verfügung. Hier sollte in den Outlook-Optionen der Editor auf Word umgestellt werden.

So gut und nahtlos sich der Editor in die Office-Programme integriert, so bedauerlich ist es, dass noch kein universaler Modus existiert, der Texte unabhängig vom eingesetzten Programm korrigiert. Wer mit Word und Open Office arbeitet und auf die gute Duden-Korrektur nicht verzichten will, muss sich beide Programmversionen kaufen. Eine gute Rechtschreib- und Grammatikprüfung, die z. B. auch im Weblog-Editor des Browsers arbeitet, wäre für Blogger eine große Hilfe.

Wie bereits bei früheren Versionen erfolgt die Integration in Word und den anderen Office-Programmen optimal. Über Menüpunkte und Kontextmenüs hat man ausschließlich Zugriff auf die Duden-Rechtschreibprüfung und die Office-eigene Version ist verschwunden. Zusätzlich wird die erwähnte Menüleiste integriert, über die die Korrekturoptionen rasch aufruf- und änderbar sind. In der PLUS-Version können Zusatzfunktionen wie die Korrektur mehrerer Dokumente aufgerufen werden. Diese Leiste kann man aber auch wie gewohnt ausgeblenden.

Da seit Einführung der reformierten Rechtschreibung die Wahlfreiheit bei der Schreibung größer geworden ist, bietet der Korrektor mehrere Korrekturvarianten an, von »konservativ« über die Variante nach Duden-Empfehlung bis hin zu der von den Presseagenturen eingesetzten »Hausrechtschreibung«. Letztere ist insbesondere für Journalisten hilfreich, die Agenturtexte einsetzen.

Wie und wann ein Text korrigiert wird, kann ebenfalls per Mausklick umgestellt werden. In der einfachsten und ressourcenschonenden Variante wird der Text erst dann geprüft, wenn man dies per Mausklick anweist. Dann wird von einer zu überprüfenden Textstelle zur nächsten gesprungen und der Anwender kann entsprechend eingreifen.

In einer weiteren Stufe erfolgt die Prüfung auf Rechtschreibfehler wie bislang von Word gewohnt bei der Eingabe. Unbekannte oder falsch geschriebene Wörter werden sofort rot unterstrichen.

Bildergalerie: Der Duden Korrektor 5.0 im Test

Und dann ist da noch die »Königsdisziplin« des Korrektors, bei der auch Grammatik- und Satzzeichenfehler sofort während der Eingabe grün markiert werden. Selbst auf umgangssprachliche Ausdrücke macht das Programm auf Wunsch aufmerksam.

Besonders bei der Grammatik- und Zeichensetzungsprüfung ist der Duden-Korrektor unschlagbar und man ist immer wieder erstaunt, was eine automatische Prüfung zu leisten vermag. Fehlende oder zuviel gesetzte Kommas werden angemerkt oder falsche Endungen bei Adjektiven markiert. Gerade beim Hin- und Herkopieren oder beim Umbau von Sätzen mit der Textverarbeitung schleichen sich hier gerne Fehler ein. Natürlich ist auch der Duden-Korrektor nicht unfehlbar, doch helfen die grünen Markierungen enorm. Über das Kontextmenü erläutert das Programm, warum beispielsweise ein Komma fehlen könnte oder warum ein Wort groß statt klein geschrieben werden sollte.

Zwar fehlen hierzu Angaben des Herstellers, aber es fällt auf, dass diese Korrekturoptionen offenbar seit Version 4 keine Änderungen erfahren haben. Da erstaunt es, dass offensichtlich korrekte Schreibweisen auch von der Version 5 immer noch als Fehler markiert werden. Am offensichtlichsten ist dies bei der Anrede in Briefen und eMails, wenn danach ein Komma gesetzt und nach einer Leerzeile natürlich klein weitergeschrieben wird. Fälschlicherweise wird hier immer die Großschreibung angemahnt, weil der Korrektor stur nach einem Absatz einen neuen Satz erwartet. Ebenso wird häufig empfohlen, vor dem nicht erweiterten Infinitiv mit zu ein Komma zu setzen.

Und auch in Sachen Geschwindigkeit wird rasch deutlich, dass es keine merkliche Optimierung zwischen Version 4 und 5 gibt. Wer die Sofortkorrektur von Rechtschreibung- und Grammatik nutzen will, braucht einen schnellen Rechner. Öffnet man auf unserem zwei Jahre alten Testgerät eine mehrseitige Textdatei, dann ist die Textverarbeitung für mehrere Sekunden »eingefroren«, bis das Dokument erstmalig überprüft ist. Nach wie vor geschieht also diese Prüfung nicht diskret im Hintergrund. Auch beim Umkopieren größerer Textpassagen ist dies spürbar. Hier muss zumindest auf die sofortige Grammatikprüfung verzichtet werden, um flüssig arbeiten zu können.

Wer ein Upgrade von Version 4 auf 5 erwägt und auf eine schnellere Prüfung hofft, der hofft vergebens, denn hier erfolgte merklich keine Verbesserung. Dies trifft auch auf die Funktionen und Optionen des Programms zu, die nahezu gleich geblieben sind und ein Update nicht erforderlich machen.

Wer oft und beruflich schreibt, der sollte zur PLUS-Version des Korrektors greifen. Diese ist besonders für Redakteure oder Lektoren interessant, die viele und häufig Texte von anderen redigieren. Die PLUS-Version bietet einen Batchlauf, der es erlaubt, gleich mehrere Texte auszuwählen und in einem Durchgang kontrollieren zu lassen. Eine Übersicht und Statistik liefert danach eine Zusammenfassung, bevor die Texte »manuell« durchgesehen werden können.

Beim Kontrollieren mehrerer Texte werden die Originale nicht verändert, sondern es werden Kopien angelegt. Hier sind die entsprechenden Stellen als Word-Standardkommentare gekennzeichnet und mit Erläuterungen versehen, warum der Korrektor eine Änderung vorschlägt: eine optimale Umsetzung, denn so kann der Text auch an eine Person zurück- oder weitergegeben werden, die den Korrektor selbst nicht im Einsatz hat. Über die standardmäßige Bearbeitung der Word-Kommentare können die Korrekturvorschläge dann akzeptiert oder abgelehnt werden, wobei die Kommentare bei der Beurteilung helfen.

Fazit:

Durch den zusätzlich enthaltenen digitalen Rechtschreibduden bzw. weiterer Duden-Nachschlagewerke in der PLUS-Version ist der Korrektor in der Version 5 aufgewertet worden. Das Preis-Leistungsverhältnis ist hervorragend. Wer den Korrektor noch nicht besitzt und aktuelle Hardware im Einsatz hat, für den lohnt sich die Anschaffung.

Wer jedoch bereits die Version 4 im Einsatz hat und damit zufrieden ist, der benötigt die 5er-Version nicht, da die Rechtschreibprüfung selbst sich nicht merklich geändert hat. Das Gleiche gilt leider auch für die, bei denen die 4er Version aufgrund älterer Hardware Probleme bereitet. In dieser Hinsicht hat die 5er-Version ebenfalls keine merkliche Optimierung erfahren.

Wer viel schreibt und korrigiert, sollte auf jeden Fall gleich zur PLUS-Version greifen bzw. ein Upgrade auf diese Version erwägen, zumal hier zusätzlich die umfangreiche Sammlung an Duden-Nachschlagewerken beiliegt.

Wer das Produkt testen will, für den steht auf der Duden-Website die Standardversion in einer 30-Tage-Testversion bereit.

2 Kommentare zu diesem Beitrag lesen

  1. dirk schrieb am 9. September 2008 um 15:33 Uhr

    Ich habe die Vorgängerversion wieder entfernt, da sie mit Texten von mehr als 70 Seiten deutlich überfordert schien. Wartezeiten von Minuten, bis es um eine Zeile weiterging, waren bei mir in längeren Dokumenten normal. Ist das besser geworden? Könnte ich jetzt auch mal 200 Seiten Text laden? Oder ist es ein Briefkorrektor geblieben? Das würde ich gerne erfahren, ohne es selber ausprobieren zu müssen.

  2. Peter Ettl schrieb am 17. September 2008 um 09:22 Uhr

    Ich habe ähnliche Erfahrungen mit 3.5 und 4 gemacht. Sowohl unter Windows XP als auch unter Vista. Die Prozessorbelastung stieg gelegentlich bis 100 %. Verursacher: Duden.exe. Und dafür zahlt man auch noch Geld!
    Ich hätte auch gerne gewusst, ob diese Unverantwortlichkeiten nun ausgemerzt sind.

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  1. zuckerbrot - Literatur, blog, Kreatives Schreiben, Verlagssuche » Blog Archive » Weihnachtsgeschenktipp für Schreibende #11. verlinkte am 12. November 2008 um 10:04 Uhr

    [...] Office erhältlich) kostet rund 50. Das Literaturcafé hat seinerzeit einen kleinen Testbericht [...]

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